Quasi-Freiberufler ohne Anmeldung?

Ich habe 2018 mit digitaler Kunstmalerei (Manga Illustrationen) insgesamt 7000 € verdient und für in- und ausländische Kunden gearbeitet (einige aus Deutschland, der Rest aus den USA), private Kunden sowie Unternehmen. Ich habe keine Freiberuflichkeit beim Finanzamt angemeldet und ich habe auch kein Gewerbe angemeldet. Meine Rechnungen habe ich ausgestellt ohne Steuernummer (ich habe auch weder eine Steuernummer, noch eine Umsatzsteuernummer). Ich habe in den Rechnungen keine Umsatzsteuer berechnet. Dabei habe ich in jeder Rechnung stets darauf hingewiesen, dass die Umsatzsteuer nicht berechnet wird wegen §19 UStG.

Neben diesen Einkünften hatte ich für 2018 keine anderen Einkünfte, sondern ich lebe ansonsten von Ersparnissen und von finanzieller Unterstützung meiner Mutter.

In diesem Jahr habe ich es genauso gemacht. Nur dass ich dazu noch einen Minijob habe der pauschal versteuert wird. Insgesamt (Minijob+Kunst) werde ich wieder ziemlich sicher unter dem Grundfreibetrag bleiben.

Ich habe für 2018 keine Steuererklärung abgegeben.

Fragen:

- War ich verpflichtet für 2018 eine Steuererklärung abzugeben?

- Werde ich für 2019 eine Steuererklärung abgeben müssen, obwohl die Gesamtheit meiner Einkünfte unter dem Grundfreibetrag bleiben?

- Habe ich das mit der Umsatzsteuer richtig gemacht? Oder hätte ich sie auf den Rechnungen berechnen müssen? Hatte ich in Wirklichkeit gar kein Recht darauf gehabt auf §19 zu verweisen ohne als Freiberufler mit Kleinunternehmer-Regel beim Finanzamt gemeldet zu sein?

- Man könnte sagen, dass ich ja vorsätzlich es unterlassen habe meine Freiberuflichkeit anzumelden. Gibt es dafür irgendwelche Konsequenzen?

Ich hatte das Ganze recherchiert bevor ich mit den Auftragsarbeiten anfing und war mir recht sicher, dass das so okay ist. Aber nun sagen mir andere Leute, dass es alles falsch ist. Ich hoffe, dass mit eurer Hilfe ein paar Fragen geklärt werden können.

Finanzamt, Freelancer, Freiberufler, Steuererklärung, Steuern
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Mahnung erhalten, trotz beglichener Steuerschuld?

Meine Frau hat für 2018 ihre Steuer selbst gemacht, da die VLH dies aufgrund von selbsständigen Einkommen nicht mehr machen konnte. Sie hat dafür online Formulare ausgefüllt und natürlich probiert so viel wie möglich von der Steuer abzusetzen.

Dann bekam Sie ihren Steuerbescheid mit einer Summe die etwas höher war, als ihr vom Programm hochgerechnet wurde, also ca. 300 Euro höher. An dem Bescheid war eine Liste angehängt mit Dingen die Sie noch nachweisen soll. Da Sie absolut keine Zeit dazu hatte, sich jetzt noch lange mit den Nachweisen rumzuärgern, hat Sie einfach die angegebene Summe überwiesen und dachte damit sei das Thema erledigt. Der Bescheid war auch nicht aufgeschlüsselt, deshalb ging Sie davon aus, dass dieser so stimmen würde.

Heute hatten wir eine Mahnung im Briefkasten für eine Rechnung, die wir nie erhalten haben, in dem das Finanzamt aufschlüsselt, dass es noch über Tausend Euro Einkommenssteuer, Soli und Kirchensteuer erhält. Das sind Summen, die auf keinen Fall zustandekommen können, wenn es um die fehlenden Nachweise geht. Besonders Soli und Kirchensteuer hätten doch im ursprünglichen Bescheid bereits enthalten sein müssen.

Falls relevant: Wir waren 2018 noch nicht verheiratet.

Wie kann sowas passieren? Wir sind da ratlos und auch über die Art und Weise wie das Finanzamt kommuniziert sehr verärgert, da Sie nie einen aufgeschlüsselten Bescheid bekommen hat.

War der Bescheid unter Umständen garkein endgültiger Bescheid, sondern nur eine Zwischensumme? Wir können uns das nicht erklären.

Finanzamt, rechnung, Steuern, Mahnung
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Ueberweisungskosten absetzbar?

Hallo,

ich stehe vor einem ziemlich schwierigen Problem. Ich bin Rentner und lebe im Ausland in Uebersee, wohin mir auch meine Altersrente von der deutschen Rentenversicherung ueberwiesen wird. In Deutschland bin ich beschraenkt steuerpflichtig nur wegen der Rente.

Da ich ohne die Ueberweisung ins Ausland ja meine Rente nicht bekommen wuerde, habe ich die Ueberweisungskosten als Werbungskosten geltend gemacht, nach dem Motto: Keine Ueberweisung - kein Renteneinkommen. In Deutschland habe ich kein Konto.

Das Finanzamt sagt Ueberweisungskosten werden grundsaetzlich nicht als Werbungskosten anerkannt. Fuer Deutschland mag das ja zutreffen, da kostet die Ueberweisung ja auch nur ein paar Cent. Aber bei der Ueberweisung nach Uebersee fallen eben 20-40 Euro monatlich an und meine Rente betraegt nur 300 Euro.

Natuerlich kann man heute auch schon alternative Ueberweisungen ueber entsprechende Organisationen fuer 1 - 3 Euro und zusaetzlich einem besseren Umtauschkurs bekommen. Die Rentenversicherung ist jedoch nicht bereit oder nicht in der Lage diese Ueberweisungswege zu nutzen.

Zusammenfassung:

  1. Ich kann nicht bestimmen auf welchem Weg die Rente ueberwiesen wird.
  2. Ich kann also ueber diesen Teil meines Renten-Einkommens in keiner Weise verfuegen.
  3. Ich bekomme einfach den Betrag abzueglich der Ueberweisungskosten auf meinem Euro-Konto hier im Ausland gutgeschrieben.
  4. Die Rentenversicherung bestimmt den Ueberweisungsweg und damit die Kosten, wobei sie scheinbar noch nicht einmal verpflichtet ist, den guenstigsten Bank-Ueberweisungsweg zu nutzen.

Wie schaetzt Ihr die Chancen ein, dass diese Betraege doch noch anerkannt werden und wie kann ich noch besser argumentieren?

Steuern, werbungskosten
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Freiberufler im Nebenjob werden - viele Fragen - wo fange ich an?

Hallo zusammen,

ich fange im Oktober einen neuen Vollzeitjob im Online Marketing an. Von meinem Arbeitgeber habe ich das O.K. selbstständig außerhalb der Arbeitszeit weitere Unternehmen beratend zu betreuen.

Vom FA habe ich bereits die Auskunft erhalten diese Tätigkeit sei vor dem Hintergrund meiner Qualifikationen als Freiberuf und nicht als Gewerbe zu betrachten.

Nun aber stehe ich vor ganz vielen großen Fragen:

  1. Erster Schritt ist für mich die Anmeldung beim FA, korrekt?
  2. Wie geht es dann weiter? --> Beispiel: Ich berate nun den sagen wir Bäcker von nebenan. Soweit so gut - aber was jetzt ... ich stelle eine Rechnung über X Euro ... Muss ich da eine MwSt. ausweisen? Wie verbuche ich das Geld? Muss ich irgendwas irgendwohin abführen?
  3. Zur Beratung der Kunden benötige ich einen Laptop, dazu möchte ich ungerne auf die Kundentermine mein privates Notebook mitnehmen. Sprich ich werde mir wohl einen Laptop kaufen - kann ich die Kosten hierfür irgendwie absetzen?
  4. Jetzt war der Auftrag vom Bäcker für die nächsten 3 Monate der einzige Auftrag, weil ich im neuen Job doch stark eingespannt bin ... der Bäcker war also mein einziger Kunde in der Zeit ... Muss ich jetzt Angst vor einer Scheinselbstständigkeit haben?
  5. Grundsätzlich: Ich habe so viele Fragen - viele betreffen glaube ich ja einen Steuerberater ... der Lohnsteuerhilfeverein kann mir dann nicht mehr helfen, da nur Arbeitnehmer ohne Einkünfte aus selbstständiger Arbeit eingeschlossen sind. --> Gibt es etwas vergleichbares oder wie finde ich einen passenden Steuerberater --> habe bislang bei der Recherche immer nur von Honoraren von mehreren tausend Euro gelesen ... das ist aber bei meinen 1 oder 2 Aufträgen über ein paar hundert Euro wenn es hochkommt finanziell ja komplett unwirtschaftlich ... wie/wo suche ich am besten Hilfe?

Vielen vielen vielen Dank für eure Hilfe im Voraus - ihr merkt ich habe so viele Fragezeichen, finde aber auch nicht wirklich die richtigen Infos oder Stellen an denen ich fragen kann - deshalb setze ich meine Hoffnung jetzt in euch!

Tausend Dank!

Freiberufler, Gründung, nebenjob, Steuern
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GEZ Zwangsvollstreckung, wie wird es ablaufen?

Hallo zusammen,

ich war über längere Zeit im Urlaub und bei meiner Rückkehr fand ich nun einen Brief, der besagt, dass ich über 200 Euro Gebühren nachzahlen muss und wenn, Zitat, ich „diesen offenen Gesamtbeitrag nicht unverzüglich zahle, mit Mahn- und Vollstreckungsmaßnahmen zu rechnen ist“

Außerdem steht dort:

“dieser Festsetzungsbescheid ist ein vollstreckbarer Titel. Er wird im Wege der Zwangsvollstreckung (Pfändung des Einkommens (!!), Kontopfändung oder Sachpfändung) durchgesetzt, wenn der festgesetzte Betrag nicht gezahlt wird“.

Das macht mir Sorgen! Heißt das, dass mein Konto schon gepfändet ist oder kriege ich da nochmal extra Bescheid, sollte es soweit kommen? was mich stutzig macht: nirgendwo steht ein Datum bis wann genau ich nachzahlen soll. Heißt unmittelbar am selben Tag oder wie kann man das verstehen?

Anbei die Frage: die GEZ hatten NIE eine Einzugsermächtigung über mein Konto, da meine Mitbewohnerin den Beitrag für uns beide immer zahlt (ich gebe ihr natürlich regelmäßig meinen Anteil). Ist eine Kontopfändung dann überhaupt so ohne Weiteres möglich?

Und noch etwas: für meine Wohnung zahle ich den Beitrag schon regelmäßig über besagte Mitbewohnerin. Jedoch habe ich es aufgeschoben die GEZ zu informieren... das heißt die Rechnung müsste eigentlich nichtig sein, da die gewünschten Beiträge immer gezahlt wurden. Daher die Frage: wenn nun etwas gepfändet werden sollte, bestünde die Möglichkeit dass die GEZ mir das zu unrecht Gepfändete zurückerstattet?

Es ärgert mich, aber ich war in einer sehr stressigen Lebensphase und habe die „Nebensache“ mit der GEZ immer aufgeschoben... daher nun der Schock. Ich werde denen heute umgehend die GEZ-Nummer zuschicken. Die Frage ist nur, wie es bis zur Bearbeitung meines Falles aussieht...

Danke für eure Beiträge!

Bank, Finanzen, Gerichtsvollzieher, Pfändung, Steuern, Wirtschaft, GEZ-Gebühren
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Wie wirkt sich gemeinschaftlicher Hausbesitz unter Geschwistern steuerlich und rechtlich aus?

Guten Tag 

Meine Eltern haben ihr Haus vor vielen Jahren zu je 1/3 an meine beiden Schwestern und mich überschrieben. Außer dem Eintrag im Grundbuch zu je 1/3 gibt es unsererseits keine formale Vereinbarung. 

Das Haus verfügt über 3 Wohnungen, wovon 2 vermietet waren und sind. 1 Wohnung wurde von meinen Eltern bewohnt und steht jetzt leer. Die Vermietung der beiden Wohnungen hatten in der Vergangenheit meine Eltern übernommen.
Meine Eltern sind vor 1 bzw. 2 Jahren verstorben. 

Letztes Jahr (Juni 2018) haben meine beiden Schwestern die Wohnungen neu vermietet. Ich bin von ihnen in den Mietverträgen zwar als Mitvermieter genannt, habe aber beide Verträge nicht unterschrieben (war nicht an der Vermietung beteiligt). 

Die Mieten werden auf das frühere Konto unserer Mutter gezahlt. Das Konto wird seit Frühjahr 2019 als Erbengemeinschaftskonto OHNE Einzelverfügungsberechtigung geführt.

Ich habe mehrere Fragen:

1.     Wir sind keine Erbengemeinschaft, da wir das Haus ja nicht geerbt haben.

Besteht irgendeine andere rechtliche Form von Gemeinschaft?

2.     Sind die Mietverträge ohne meine Unterschrift überhaupt gültig?

3.     Gelte ich als Vermieter, obwohl ich die Verträge nicht unterschrieben habe?

4.     Gelten die Mieteinnahmen für mich als steuerlich wirksame Einnahmen? 

Vielen Dank für alle Antworten im Voraus

 S.Reiser

Immobilien, Steuern
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50% Anstellung + Honorar, wie Einkommensteuer berechnen?

Sehr geehrte Damen und Herren,

September 2019 beende ich meine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin und habe nun verschiedene Arbeitsmöglichkeiten.

Ich möchte auf 50% in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten. Eine 50% Stelle hat ca. 1500 Brutto monatlich. Mir wurden nun von zwei verschiedenen Arbeitgebern Honorarstellen angeboten, wenn ich beide annehmen würde wäre ich monatlich bei ca. 680 Euro (Somit fällt die Übungsleiterpauschale weg).

Je nachdem wieviel Einnahmen bei den Honorarstellen für mich lohnen, kann ich die monatlichen Einnahmen verringern oder erhöhen.

Nun meine zwei Fragen:
Meine Sozialabgabe werden ja dann von der 50% Stelle ja übernommen.

Wie kann ich am besten ausrechnen, wieviel Einkommensteuer ich am Ende des Jahres für die Honorarstellen zahlen muss?
Rechne ich ALLE meine Einnahmen zusammen und schaue was Brutto dabei raus kommt oder wie muss ich das rechnen ... ?

Und die andere Frage ist, wieviel Honorartäigkeit lohnt sich für mich?

Ich habe versucht diese Fragen selber zu beantworten, jedoch finde ich nicht passendes.

Ein anderes Thema ist noch, dass ich ein Kleingewerbe als Fotografin habe. Ich werde dieses und nächstes Jahr kaum einnahmen haben (ca. 1000 Euro vielleicht) lohnt sich das Kleingewerbe oder lohnt es sich für mich steuerlich mich abzumelden?

Ich bedanke mich herzlichst für die Antworten.

einkommensteuer, Finanzamt, Honorar, Lohnsteuer, Steuererklärung, Steuern
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