EKSt Erklärung - Arbeit in Holland & Deutschland im selben Jahr - Bin ich beschränkt steuerpflichtig? Progressionsvorbehalt?

Hallo,

soweit ich weiss, kann ich noch bis Ende 2019 eine freiwillige EKSt Erklärung für das Steuerjahr 2015 abgeben. Jetzt möchte ich herausfinden, ob das sinnvoll ist.

Situation:
Im Jahr 2015 habe ich Jan & Feb in Deutschland und von März-Dez in Holland (NL) gearbeitet. Die Stelle in NL war ein PostDoc an einer Uni - evtl. zählt das als Weiterbildung? In Deutschland hatte ich im ganzen Jahr 2015 einen Hauptwohnsitz gemeldet und eine Wohnung gemietet (einziger Hauptmieter). Von Mai-Dez habe ich meine Wohnung mit Einverständis des Vermieters untervermietet (Einnahmen aus Vermietung). In NL war ich von März-Dez ebenfalls regulär gemeldet (resident tax payer) und habe mein Einkommen aus NL in NL regulär in versteuert. In NL habe ich auch von März-Dez eine Wohnung als Hauptmieter gemietet. Ich war kein Grenzgänger (Entfernung der beiden Wohnungen > 800 km).

Soweit ich weiß, war ich in 2015 beschränkt steuerpflichtig in D weil:
1) ich keinen Wohnsitz in D hatte (meine Wohnung stand mir von Mai-Dez nicht zur Verfügung, weil sie untervermietet war)
2) mein gewöhnlicher Aufenthaltsort nicht in D lag (183 Tage Regel)
3) Ich noch Einkommen aus Zinsen von Ersparnissen bei einer deutschen Bank hatte (Abgeltungssteuer wurde automatisch abgeführt)

Ist das richtig?

Wenn ich meine EKSt Erklärung für 2015 jetzt noch bis 31. Dez 2019 abgebe, zählt das als freiwillige Erklärung (ohne Kosten) oder muss ich mit Gebühren/Strafe rechnen ?

Falls ich in 2015 beschränkt steuerpflichtig war, muss ich nur mein Einkommen in D versteuern. Richtig? D.h. Lohn Jan+Feb, Einnahmen aus Untermiete Mai-Dez und Zinsen von dt. Bank. Richtig?

Wird zur Festlegung des Steuersatzes auf mein Einkommen in D, dann das Einkommen aus NL (Lohn März-Dez) unter Progressionsvorbehalt mit angerechnet ?

Vielen Dank für eure Antworten !

Ausland, einkommensteuer, Steuererklärung, Steuerrecht
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Verlustvortrag noch 7 Jahre rückwirkend?

Ein Verlustvortrag kann regulär noch 4 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Verlustvortrag aber auch noch 7 Jahre rückwirkend möglich, wenn zuvor noch keine Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben wurde. Im Steuerjahr 2012 hatte ich nur Rentenbezüge (Anlage R im Falle einer Steuererklärung), der steuerbare Anteil lag jedoch unter dem Grundfreibetrag. Auch habe ich leider im Jahr 2012 einen Verlust aus einem privaten Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG (Anlage SO im Falle einer Steuererklärung) erlitten. Beide Einkunftsarten R und SO lassen sich jedoch nicht miteinander verrechnen (Stichwort: Abzugsbeschränkung), daher besteht nur die Möglichkeit, den gesamten Verlust in die Jahre 2013 ff. vorzutragen.

Steuererklärungen habe ich für die Steuerjahre 2012 bis 2019 (und auch schon Jahre zuvor) aufgrund von steuerbaren Rentenbezügen unterhalb des Grundfreibetrages nicht abgegeben (Steuernummer ist allerdings aus früherer Veranlagung vorhanden).

Nun möchte ich gerne bis spätestens zum 31.12.2019 einen Verlustvortrag für das Steuerjahr 2012 geltend machen:

Entstehungsjahr des Verlustes ist 2012

Beginn der Verjährungsfrist ist der 01.Jan.2013

Ende der Verjährungsfrist ist der 31.Dez.2019.

Damit wäre die 7-Jahresfrist zeitlich noch eingehalten, aber sind die Voraussetzungen dafür auch gegeben?

Meine Frage lautet deshalb, ob die zuvor genannten Voraussetzungen ausreichen, um den Verlustvortrag für 2012 von heute ab gerechnet auch noch 7 Jahre rückwirkend geltend zu machen.

Für eine hilfreiche Antwort danke ich bereits jetzt im Voraus.

Steuererklärung, Verlustvortrag
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Quasi-Freiberufler ohne Anmeldung?

Ich habe 2018 mit digitaler Kunstmalerei (Manga Illustrationen) insgesamt 7000 € verdient und für in- und ausländische Kunden gearbeitet (einige aus Deutschland, der Rest aus den USA), private Kunden sowie Unternehmen. Ich habe keine Freiberuflichkeit beim Finanzamt angemeldet und ich habe auch kein Gewerbe angemeldet. Meine Rechnungen habe ich ausgestellt ohne Steuernummer (ich habe auch weder eine Steuernummer, noch eine Umsatzsteuernummer). Ich habe in den Rechnungen keine Umsatzsteuer berechnet. Dabei habe ich in jeder Rechnung stets darauf hingewiesen, dass die Umsatzsteuer nicht berechnet wird wegen §19 UStG.

Neben diesen Einkünften hatte ich für 2018 keine anderen Einkünfte, sondern ich lebe ansonsten von Ersparnissen und von finanzieller Unterstützung meiner Mutter.

In diesem Jahr habe ich es genauso gemacht. Nur dass ich dazu noch einen Minijob habe der pauschal versteuert wird. Insgesamt (Minijob+Kunst) werde ich wieder ziemlich sicher unter dem Grundfreibetrag bleiben.

Ich habe für 2018 keine Steuererklärung abgegeben.

Fragen:

- War ich verpflichtet für 2018 eine Steuererklärung abzugeben?

- Werde ich für 2019 eine Steuererklärung abgeben müssen, obwohl die Gesamtheit meiner Einkünfte unter dem Grundfreibetrag bleiben?

- Habe ich das mit der Umsatzsteuer richtig gemacht? Oder hätte ich sie auf den Rechnungen berechnen müssen? Hatte ich in Wirklichkeit gar kein Recht darauf gehabt auf §19 zu verweisen ohne als Freiberufler mit Kleinunternehmer-Regel beim Finanzamt gemeldet zu sein?

- Man könnte sagen, dass ich ja vorsätzlich es unterlassen habe meine Freiberuflichkeit anzumelden. Gibt es dafür irgendwelche Konsequenzen?

Ich hatte das Ganze recherchiert bevor ich mit den Auftragsarbeiten anfing und war mir recht sicher, dass das so okay ist. Aber nun sagen mir andere Leute, dass es alles falsch ist. Ich hoffe, dass mit eurer Hilfe ein paar Fragen geklärt werden können.

Finanzamt, Freelancer, Freiberufler, Steuererklärung, Steuern
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Freiberufliche Tätigkeiten nicht angemeldet + falsche Steuernummer auf Rechnungen?

Liebe Community:

Folgender hypothetischer Fall: Jemand übt neben seinem Studium seit mehreren Jahren eine freiberufliche Tätigkeit als Journalist aus und ging irgendwie davon aus, dass diese, sofern die Einkünfte unter der Freibetragsgrenze liegen, nicht zwingend angemeldet werden müsste, da ja ohnehin keine Steuern anfallen.

Die in dieser Zeit erzielten Monatseinkünfte schwankten sehr stark, zwischen 0 und 400€ war alles dabei, meist waren es aber eher so 100-300€.

Die Person hat auf Abrechnungen ihre Steuer-ID angegeben, da sie dachte, diese sei mit der Steuernummer identisch. Leider hat sie versäumt, sich darüber zu informieren, dass dem nicht so ist - dann wäre ihr nämlich aufgefallen, dass sie für die Beantragung ihrer Steuernummer eben doch ihre freiberufliche Tätigkeit hätte anmelden müssen...

Eine Steuererklärung hat die Person dementsprechend auch noch nie gemacht. Sie würde es spätestens nächstes Jahr aber wohl tun, wenn sie ihr Studium beendet hat. Irgendwie ist die Person auch immer davon ausgegangen, dass dies als Student mit einem derart geringen und extrem unregelmäßigen Einkommen auch nicht notwendig war.

Das Geld aus den Rechnungen hat sie jedenfalls schon längst bekommen.

Nun meine Fragen:

1. Wenn die Tätigkeit nun noch nachträglich angemeldet würde, ist eine Strafe zu erwarten? Steuern dürften bei so kleinen Beträgen ja eigentlich nicht anfallen (im Jahr 2017 waren es z. B. um die 600€ im gesamten Jahr), aber fällt schon das Nichtanmelden unter Strafe, weil es es womöglich als vorsätzlicher Betrug ausgelegt würde?

2. Wenn die Tätigkeit nun angemeldet würde und nun endlich eine Steuernummer beantragt würde, müssten alle Rechnungen, die die Person gestellt hat, nachträglich noch dahingehend geändert werden? Theoretisch wären sie mit der Steuer-ID ungültig gewesen, oder? Allerdings hat die Person ja das Geld ohnehin schon längst bekommen, einige dieser Rechnungen sind ja Jahre her. Oder würde es in dem Fall reichen, bei zukünftigen Rechnungen die richtige Steuernummer anzugeben? Eine Mehrwertsteuer war auf den Rechnungen nicht angegeben. Außerdem stand darauf ein Verweis auf die Kleinunternehmerregelung/Umsatzsteuerbefreiung.

Ich hoffe, hier kann jemand eine Einschätzung darüber abgeben, wie sich die Person nun am besten verhalten sollte.Dass es hier keine umfassende. Beratungen gibt, ist mir klar, aber ich wäre für jede Antwort dankbar!

Finanzamt, Freiberufler, rechnung, Steuererklärung
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EÜR und für Gesonderte und Einheitliche Feststellung der Einkünfte 2018 nicht abgegeben, jedoch kein Gewinn?

Hallo!

Kurz über unsere Gewerbe: im Januar 2018 haben wir unsere Gewerbe(GbR) als Nebenberuflich angemeldet. Da wir, noch im Ausbildung waren, sind wir nicht dazu gekommen, was für unsere Gewerbe zu machen. Bis heute haben wir keine Einnahmen und Gewinn erzieht, jedoch für unsere Seite die Domain und Gewerbe-Anmelde kosten im 2018 bezahlt. Dieses Jahr, haben wir uns entschieden, die Idee was wir machen wollten, zu ändern und haben die Gewerbe umgemeldet.

Nun, bekamen wir einen Brief von der Finanzamt. In der Brief handelt sich um eine Errinerung für die Steuererklärung. Leider haben wir uns nicht viel Informiert, und die Steuererklärung abgabe Termin verpasst.

Wir müssen folgende Steuererklärung nachreichen:

• Gesonderte - und Einheitliche Festellung der Einkünfte 2018

• Einnahmenüberschussrechnung 2018

Da wir überhaupt kein Gewinn erziehlt haben, fragen wir uns, ob wir die EÜR mit Nullen für Gewinn eintragen sollten oder eine Formlose Schreiben erfassen könnten.

Wir haben erst vor Kurze, nach dem das Brief gekommen ist, bei der Elster Registriert, jedoch dauert es mit der Aktivierungsbrief und die abgabe Termin ist nah.

Die Formular "Gesonderte, - und Einheitliche Festellung der Einkünfte" nicht finden können, und bei Elster nicht vollständig registriert sind. Bekommen wir dieses Formular von der Finanzamt in Papierform?

Haben Sie irgendwelche ideen, wie wir diese Formulare ausfüllen sollen, da wir keine gewinn erziehlt haben.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Finanzamt, Steuererklärung
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