Kunde wirbt Kunde?

Moin zusammen :)

ich hab eine Autovermietungsagentur (Franchise, größere Kette). Wir arbeiten auf Provisionsbasis / Umsatzbeteiligung. Buchhalterisch buchen wir mit SKR40.

Nun wollten wir bisschen den Vertrieb ankurbeln und haben eine "Kunde wirbt Kunde"-Aktion geworben.

Einfaches Prinzip: Bringt ein Kunde einen anderen Kunden und es kommt zur einer Anmietung, dann kriegt der Werber-Kunde 30,- € in bar ausgezahlt.

Nun zum buchhalterischen Dschungel: 

1. Wir stellen eine Gutschrift aus.

2. Die Daten werden von einem amtlichen Ausweis übernommen aber es werden keine Kopien o. Ä. gemacht.

3. Auf der Gutschrift ist keine MwSt. ausgewiesen.

4. Die Gutschrift enthält den Hinweistext: "Bitte geben Sie diese Einnahme als "Sonstige Erträge" gemäß § 22 Nr. 3 EStG in Ihrer Einkommensteuererklärung an."

5. Verbucht wird das unter SKR40 "6770 - Verkaufsprovision".

Ich hoffe soweit, dass alles in steuerrechtlich in Ordnung ist.

Nun zu den Sachen die mich zum Grübeln bringen:

Wir haben einen Kunden, der die Sache inzwischen ein bisschen überstrapaziert. Er bringt im Monat zirka 15 - 20 Kunden und erhält im Durchschnitt 525,- € im Monat (!) an Provision von uns ausgeschüttet.

Der Kunde ist eine Privatperson. Der Kunde dürfte laut § 22 Nr. 3 EStG einen steuerfreien Betrag von ca. 256 € im Jahr (!) haben und müsste theoretisch den Übertrag versteuern. Ob er die Einkünfte überhaupt angibt oder nicht, dass können wir selbstverständlich nicht nachvollziehen (Ich gehe aber mal davon aus, dass er es wie die meisten Privatpersonen nicht macht.). Wir geben die Gutschriften natürlich in unserer Buchhaltung an.

Nun ist hier meine Frage: Ist das schon ein Dienstverhältnis? Die Gesetzgebung ist hier schwammig: Gelegentliche und nicht mit großer Arbeit verbundene Tätigkeiten gelten nicht als Dienstverhältnis.

Abschließend noch ein andere Fall: Mit einem anderen Kunden, der ebenfalls bei uns zirka 20 Autos im Monat anmietet, haben wir eine andere Vereinbarung getroffen. Er kriegt einen Nachlass auf seine Anmietungen, im Sinne von "Kunde wirbt sich selbst". Hier kommt ebenfalls eine Gutschrift zum Einsatz. Wieso keine Richtungskorrekturen mit einem Rabatt? Weil die Rechnungen für die Anmietungen von dem Franchisegeber ausgestellt werden. Wir geben Ihn technisch gesehen etwas von unserer Provision als Rabatt ab.

Meine Frage hierzu: Passt das Ganze so? Denn hier findet ja offensichtlich kein Dienstverhältnis statt und ich durfte mir doch wenigstens in diesem Fall keine Sorgen machen oder? Selbst in der großen Stückzahl nicht.

Vielen Dank vorab für eure Hilfen.

VG,
User

arbeitsrecht, Steuern, Steuerrecht, Unternehmensberatung
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Steuerveranlagung bei Wiederheirat einer nicht-EU Ausländerin im Scheidungsjahr?

Hallo,

ich habe mich im April 2017 scheiden lassen. Meine Ex-Frau und ich sind in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig.

Anfang Dezember 2017 habe ich eine nicht-EU Ausländerin/Brasilianerin geheiratet. Sie war ab Ende November 2017 in Deutschland gemeldet. Insgesamt war sie ca. 4 Monate in 2017 in Deutschland. Sie hatte weder in Deutschland noch in Brasilien in 2017 ein Einkommen erzielt (Studentin).

Lt. meiner Steuersoftware ist meine neue Frau in Deutschland für 2017 nicht steuerpflichtig, d.h. ich könnte auch keine Freibeträge für sie absetzen, ist das richtig? D.h. ich kann mit ihr nicht zusammen veranlagt werden.

Könnte ich mit meiner Ex-Frau (da es ja noch das Scheidungsjahr ist) dann noch zusammen veranlagt werden, obwohl ich wieder geheiratet habe?

Ich habe zudem ein gemeinsames Kind mit meiner Ex-Frau, welches bei ihr lebt aber wir haben ein gemeinsames Sorgerecht, falls das relevant ist.

Ich hatte das Jahr über auch noch Steuerklasse III und V mit meiner Ex-Frau und im Dezember auf Steuerklasse IV gewechselt.

Ich möchte vermeiden dass ich "alleine" versteuert werde (d.h. Ex-Frau nicht mehr weil wiederheirat und neue Frau nicht weil nicht Steuerpflichtig?). Da beide Frauen wesentlich weniger verdienen würde ich auf alle Fälle profitieren wenn ich mit einer von ihnen die Steuer gemeinsam machen könnte.

Wie mache ich die Steuererklärung am besten in diesem Fall?


Ausland, hochzeit, scheidung, Steuererklärung, Steuerklasse, Steuern, Veranlagung
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Gewerbe nachträglich abmelden (nach Umzug)?

Ich war während meines Studiums nebenberuflich selbstständig. Nach Beendigung des Studiums bin ich dann nach einer 6 monatigen Pause ein Angestelltenverhältnis eingegangen, in dem ich mich jetzt seit über einem Jahr befinde. Der Haken an der Sache ist, dass ich das Gewerbe nie abgemeldet hatte! Die letzten Einnahmen aus dem Gewerbe waren noch zu Studienzeiten, d.h. während des Angestelltenverhältnisses sind keinerlei Einnahmen erzielt worden.

Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Probleme, die die Sache weiter komplizieren:

- Ich habe nach dem Studium den Wohnort gewechselt ohne eine erneute Gewerbeabmeldung & -wiederanmeldung durchzuführen.

- Ich habe für 2015, 2016 und 2017 weder eine Einkommens- noch Umsatzsteuererklärung abgegeben.

Anscheinend ist es möglich ein Gewerbe auch nachträglich abzumelden. Für mich stellt sich nur die Fragen zu welchem Datum ich das am Besten mache (z.B. Datum des Umzugs in andere Stadt) und welche Konsequenzen außer ggf. Straf-/Zinszahlungen mir drohen (Stichwort Ordnungswidrigkeit für zu spätes Ab-/Ummelden)!?

Die Einkommens- und Umsatzsteuererklärungen hole ich gerade nach, hier stellt sich mir noch die Frage, an welche Finanzämter diese jeweils gehen, wenn ich jeweils verschiedenen Städten (mit anderen FAs) gewohnt habe!?

Tausend Dank im Voraus - Ich hoffe Ihr könnt mir bei meinem Schlamassel helfen, dass ich mir hier eingebrockt habe...

Finanzamt, Gewerbe, Gewerbeanmeldung, Selbstständigkeit, Steuern, Angestelltenverhältnis
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Steuerliche Behandlung Aktienkaufplan?

Hallo,

mein AG bietet einen Aktienkaufplan an. Hierbei werden jeden Monat für einen Prozentsatz vom Gehalt Aktien gekauft und der AG legt den gleichen Wert noch mal oben drauf. Diese Zuwendung vom AG wird versteuert (kommt aufs Brutto drauf).

Die Aktien werden übrigens in USD gehandelt und das alles läuft über ein Depot bei Computershare. (Der monatliche Kaufbetrag wird in Euro angegeben, umgerechnet und dann werden die Aktien in USD gekauft).

Jetzt zu meiner Frage: Wenn ich jetzt die Aktien verkaufe - wie wird der Gewinn versteuert, bzw. wie muss ich das dem Finanzamt ggü. angeben? Der Gegenwert wird auf das Konto bei meiner Hausbank (DeuBa) überwiesen, wo ich auch noch genügend von meinem Freistellungsauftrag übrig hätte, jedoch hat die DeuBa ja überhaupt keine Ahnung wie viel Gewinn ich gemacht habe usw. und kann das ja sowieso nicht für mich versteuern bzw. mit dem Freistellungsauftrag abrechnen.

Wie funktioniert das jetzt alles? Ich gehe davon aus, dass ich hierfür bei der Steuererklärung die Anlage KAP ausfüllen muss? Um auf den Gewinn keine Steuern zahlen zu müssen, muss ich ja wahrscheinlich die Zeilen 14 oder 15 (14a?) bzgl. des Sparerpauschbetrags ausfüllen. Jedoch verstehe ich die beiden Zeilen nicht so ganz. 14a/15 klingt nicht nach meinem Fall. 14 klingt nach dem Freistellungsauftrag, den ich ggf. schon bei der DeuBa in Anspruch genommen habe (was ja nicht der Fall ist). Überhaupt bin ich mir mittlerweile nicht so sicher, ob ich bei diesen Zeilen so richtig bin, da es sich hierbei ja um "Kapitalerträge, die dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben" handelt und es bei mir bislang ja noch keinen Steuerabzug gab.

Wie man sieht blicke ich hierbei überhaupt nicht mehr durch. Es wäre super, wenn mich jemand hierzu aufklären könnte.

Eine kleine zusätzliche Frage: Muss ich die Berechnung des Gewinns auch nachweisen?

Besten Dank im Voraus und viele Grüße

M.

Finanzamt, Finanzen, Steuererklärung, Steuern
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Anrechnung der Tage für Dienstwagen mit 0,002% ?

Hallo,

Die Entfernung Wohnort zum Arbeitsplatz (welcher auch als Tätigkeitsstelle im Arbeitsvertrag angegeben ist) beträgt ca. 150km.

Mein Arbeitgeber stellt mir einen Dienstwagen zur Verfügung, der mit 1% als Geldwerter Vorteiler angegeben wird. Die Kilometerpauschale werde ich über die Einzelbewertung (0,002%) angeben.  

Meine Fragen beziehen sich auf folgende Fälle. Mir geht es darum, wie hierbei die Tage in der abzugebenden Auflistung aufgeführt werden müssen:   

  1. Fall: Ich fahre mit dem Dienstwagen Montag früh auf Arbeit und abends wieder heim. Die restlichen Tage arbeite ich von zuhause.
  2. Fall: Ich fahre mit dem Dienstwagen Montag früh auf Arbeit, bin hier in einem vom AG bezahlten Hotel untergebracht, arbeite in der Firma und fahre Freitagabend wieder heim.
  3. Fall: Ich fahre mit dem meinem Privatwagen Montag früh auf Arbeit und abends wieder heim. Die restlichen Tage arbeite ich von zuhause.

Meine bisherigen Überlegungen:

zu Fall 1:

Montag hab ich einen normalen Arbeitsweg und wird in der Einzelbewertung mit 150km angegeben. Die restlichen Tage werden nicht angegeben.

zu Fall 2:

Möglichkeit A: Es wird kein Tag angegeben, da keine Hin- und Rückfahrt an einem Tag erfolgt ist.

Möglichkeit B: Montag und Freitag werden voll mit 150km angegeben

Möglichkeit C: Es wird nur Montag oder Freitag angegeben, da zweimal der halbe Weg gleich ein ganzer Tag ist.

Zu Fall 3:

Möglichkeit A: Mir wurde ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt. Dass ich ihn an diesem Tag nicht nutze, ist meine Entscheidung. Der Tag muss angegeben werden.

Möglichkeit B: Ich fahre diese Woche nicht mit dem Dienstwagen in die Firma, deswegen wird auch kein Tag angegeben.  

 

Dienstwagen, Steuern
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(Fast) Student: Selbständig + 450 Euro Job?

Hallo,

Ich habe letzten Sommer die Schule abgeschlossen und warte derzeit auf den Erhalt eines Studienplatzes. Ich arbeite nun auf 450 Euro Basis und habe mich zudem kürzlich selbstständig gemacht.

Ich habe ein Gewerbe angemeldet und die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen. Nun beginne ich mein erstes Geld mit meinem Gewerbe zu verdienen und ich mache mir Sorgen über bestimmte Themen, die mir noch unklar sind.

  1. Zum einen wären das die Krankenkassenbeiträge: Ich bin momentan noch in meiner Familie mitversichert. Im Internet habe ich gelesen, dass man als in der Familie Mitversicherter Schüler bzw. Student selbstständige Einnahmen von bis zu 415 Euro im Monat haben kann und man für alles darüber dann einen KK Beitrag von 80 Euro monatlich entrichten muss. Würde sich an dieser Regelung etwas ändern, wenn ich weiterhin nebenbei meinen 450 Euro Job ausübe?
  2. Muss ich wenn ich gucken will, ob ich unter dem allgemeinen Steuerfreibetrag von 9000 Euro (2018) liege meine Einnahmen aus dem 450 Euro Job und meine selbstständigen Einnahmen addieren?
  3. Kann ich durch Abzug von Betriebskosten unter dem Grundfreibetrag bleiben oder gilt dieser für den Umsatz den ich gemacht habe?
  4. Welche weiteren eventuellen Abgaben kommen auf mich als Kleinunternehmer zu (Steuern, Sozialversicherungsabgaben, Rentenversicherung usw.)?
Student, Krankenversicherung, Selbstständigkeit, Steuern, Schüler, selbstständige Tätigkeit, 450-Euro-Job
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