Hauptbeschäftigung nicht beim Finanzamt gemeldet, was tun?

Hallo zusammen ...

Ich suche nun schon seit Stunden, finde aber nichts, was mit weiter hilft. Folgendes Problem:

Mein Mann arbeitet seit Januar 2016 bei seinem jetzigen Arbeitgeber. Ende des Jahres hat er dann auch einen Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung bekommen. Nun wollten wir zum ersten Mal überhaupt seine Steuererklärung machen, haben uns entsprechende Unterlagen besorgt, alles ausgefüllt und die Zettel persönlich zum Finanzamt gebracht. Mein Mann hatte auch eine Kopie seiner Lohnsteuerbescheinigung gemacht, die er mit abgeben wollte, nur für den Fall, dass es notwendig sei.

Nun hatten wir versehentlich auch meine Lohnsteuerbescheinigung eingesteckt und gaben zunächst die falsche ab. Die Dame sah das natürlich sofort und gab den Zettel zurück. Dann bemühte sie ihren Computer. Sie meinte, wenn alles im System sei, bräuchte sie den Wisch gar nicht.

Sie gab also die ID-Nummer meines Mannes ein und fand: NICHTS! Zumindest nichts über ein Beschäftigungsverhältnis meines Mannes. Mir konnte sie direkt sagen, wo ich arbeite, aber mein Mann war offenbar nie von seinem Arbeitgeber beim Finanzamt angemeldet worden. Und es handelt sich hier nicht um einen Minijob, sondern um seine Hauptbeschäftigung, bei der er weit mehr als 450€ verdient!

Er fand schließlich auch seine eigene Lohnsteuerbescheinigung und gab sie der Frau. Diese stellte fest, was mir vorher nie aufgefallen war: Oben in der Überschrift "Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung" war das Wort "elektronisch" durchgestrichen. Nicht nach dem Ausdruck, sondern mittels Textformatierung schon für den Druck.

Sie teilte uns mit, der Arbeitgeber hätte meinen Mann nie für das ELStAM Verfahren registriert, weshalb seine Steuererklärung so nicht bearbeitet werden könnte und sagte, wir sollten der Firma sagen, sie solle dringend noch die Anmeldung vornehmen und alle Daten von 2016 übermitteln, denn so sei das Ganze sogar strafbar. Mein Mann habe daran keine Schuld, aber das müsse geklärt werden.

Jetzt hat mein Mann ein Gespräch darüber mit dem Büro seiner Arbeit gehabt und alles genauso weitergegeben, wie es uns gesagt wurde. Es hieß, man würde sich darum kümmern. Jetzt, drei Wochen später, haben wir beim Finanzamt angerufen und nachgefragt, bekamen aber die Auskunft, es sei bisher nichts eingegangen.

Mein Mann möchte nun nicht noch einmal mit dem Büro darüber reden, denn es kommt bei dieser Firma immer wieder vor, dass gesagt wird, man würde sich um etwas kümmern, doch es passiert nichts. Stattdessen will er die Angelegenheit nun anwaltlich klären lassen.

Ich verstehe hierbei immer noch nicht alles daher nun meine eigentliche Frage: Was hat es mit dieser ganzen Sache auf sich? Handelt es sich um Steuerhinterziehung seitens der Firma? Wie gehen wir da am besten vor? Ich möchte morgen bei den Versicherungen nachfragen, ob die Abzüge tatsächlich stimmen. Macht das Sinn?

Ich hoffe, uns kann jemand aufklären und Tipps geben. Vielen Dank im voraus.

Schöne Grüße Meowsa

steuerhinterziehung, arbeitgeber, Finanzamt, Lohnsteuer, Steuern, Anmeldung
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Bemessungsgrundlage Steuern Zinsbereinigte Einkommenssteuer?

Hallo,

es geht mir um die Zinsbereinigte Einkommenssteuer. Ich habe zwei Fotos dazu angehängt wo die Zahlungströme geschildert werden. Im ersten Foto wird in eine Maschine investiert, diese wirft Zahlungsüberschüsse in den kommenden 3 Jahren ab.

Zu Bild1: Zur Begriffserklärung: Zt = Zahlungsüberschuss d. h. (Einzahlung - Auszahlung) AFAt Abschreibung V't-1 ist das gebundende Kapital in der Vorperiode. Im ersten Foto ist es für mich klar wie die BGL (Bemessungsgrundlage der Steuer) berechnet wird. Nämlich Zt - AFAt - i*V't-1 = BGL für die Steuer Z. B. für t1 => 250 - 100 - 108 = 42 Soweit klar.

Jetzt aber in Foto 2: Die in Periode t erworbenen Waren werden in t+1 verkauft. Die Anschaffungsauszahlungen At und die Verkaufserlöse Et steigen in jeder Periode um 10 an. i = Zinssatz 10% und s = Steuersatz 0,5.Es wird ein unbschhränkt Zeit diese Ablaufs vorausgesetzt.

Begriffe: At = Auszahlung Aut = Aufwand Et = Ert => Einzahlung = Ertrag

Wie kommt man hier auf die BGL von 10 in t1? Würde ich genauso vorgehen wie in Foto 1 Zt - Aufwand - iV't-1 käme ich auf Zt = Zahlungsüberschuss hier 120(Einzahlung) - 110 (Auszahlung) = 10 das ist klar. 10 - 100(Aufwand) - 10 (iV't-1)Schutzzins = -100 wie komme ich nun auf BGL 10 ? Würde ich den Ertrag noch dazu addieren also in t1 120 hätte ich eine BGL von 20 nicht aber von 10?

Welcher Steuerexperte kann mir das erklären?

Bemessungsgrundlage Steuern Zinsbereinigte Einkommenssteuer?
Steuern
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Investitonsentscheidungne nach dem Standardmodell?

Hallo,

bei Investitonsentscheidungen im „Standardmodell“ wird ein sofortiger Verlustausgleich unterstellt.

Das bedeutet: Bsp.: Ein Einzel-UN kauft eine Maschine mit der es irgendwelche Waren produziert. sagen wir für 1000 €, im Zeitpunkt t = 0. Die Maschine wird über 4 Jahre abgeschrieben, also 250 pro Jahr. Nun werden in den folgenden Zeiträumen bis zum Ende des Jahres folgende Zahlungsüberschüsse = (Einzahlungen - Auszahlungen) erzeugt. 200, 400, 300, 400 Ein Steuersatz von 0,4 = 40% wird unterstellt.

Um jetzt die Bemessungrundlage für die Steuern in t1 zu berechnen, rechne ich 200 (Zahlungsüberschuss) - Abschreibung (250) = -50 als negative Bemessungsgrundlage

Damit beträgt meine Steuer -50 * 0,4 = -20 und ich bekomme, da wir uns im Standardmodell der Investitionsrechnung befinden diese negative Steuer** (Verlust) sofort erstattet.**

Mein Cashflow (CF) in t1 beträgt: 200(ZÜ) -(-20)Steuer = 220

in t2 400(ZÜ) - Abschreibung (250) = 150 positive Bemessungsgrundlage für die Steuer Steuer 150 * 0,4 = 60 muss ich zahlen

CF in t2 = 400(ZÜ) - 60(Steuer) = 340 usw. für t3 und t4

Nur auf dieses Modell jetzt bezogen, dass heißt nicht auf die Praxis, wann ist diese Annahme einer negativen Bemessungsgrundlage und daraus sofortigen Steuererstattung realistisch? In welchen Fällen nicht?**

In der Realität gibt es ja keinen sofortigen Auslgeich, sondern nur einen Verlustvortrag oder Verlustrücktrag.

Steuern
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Kann ein der Verkauf eines Wikifolios (99% Totalverlust) bei der Erstattung von Abgeltungssteuer steuerlich geltend gemacht werden?

Hallo,

Ich habe gestern ein Wikifolio verkauft nachdem ich keine Hoffnung mehr hatte, das es zukünftig wieder steigen wird.

Der Gesamtwert des Wikifolios belief sich dabei beim Kauf auf 26.322,72 €, verkaufen konnte ich das Wikifolio nur noch für 2,56 €; es entstand ein Totalverlust in Höhe von 26.320,16 €. An Spesen für den Verkauf wurden mir nicht die sonst üblichen 6,50 € sondern nur 2,56 € berechnet.

Hinweis: In diesem Jahr habe ich bisher schon ca. 15.000 € Abgeltungssteuer durch Aktiengewinne (inkl. Wikifolios) zahlen müssen.

Wenn ich es richtig berechnet habe, hätte durch den so entstandenen Verlust ein Verlustverrechnungstopf in Höhe von -6.581,32 € (Kapitalertragssteuer) und -361,9726 € (Soli), also insgesamt -6.943,2926 € entstehen müssen.

Auf der heutigen Wertpapierabrechnung wurde mir jedoch kein Verlust ausgewiesen, mit folgendem Hinweis: "Es liegt gemäß Randziffer 59 des BMF-Schreibens vom 09.12.2014 keine Veräußerung nach § 20 Abs. 2 EStG vor, da der Veräußerungspreis die tatsächlichen Transaktionskosten nicht übersteigt."

Soll das jetzt heißen, dass ich den Verlust nicht steuerlich mit meinen bisherigen Gewinnen verrechnen lassen kann, weil der Wert des Wikifolios bei Verkauf nicht die 6,50 € Ordergebühren überstiegen hat??? Wegen knapp 4 € fehlenden Ertrags bekomme ich also die 6943,2926 € nicht zurück erstattet?

Ist es möglich, dass mir der Verlust noch irgendwann auf eine andere Art bescheinigt wird, bzw. geht dies ggf. mit der Beantragung einer Verlustbescheinigung am Ende dieses Jahres, so dass der Verlust dann zumindest in der nächsten Lohnsteuererklärung berücksichtigt werden kann?

Gibt es noch eine andere Möglichkeit die so entstandenen Verluste mit meinen Gewinnen zu verrechnen? Wäre schon bitter wenn ich nun auch noch auf die knapp 6.943 € verzichten müsste.

Vielen Dank vorab für die Beantwortung meiner Fragen.

Abgeltungssteuer, Steuern, Rückerstattung
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