1/2 Anteil einer Doppelhaushälfte soll übertragen werden auf Enkel, der andere 1/2 Anteil geht vermutlich an den Staat oder die Erben des toten Lebensgefährten?

Wir würden uns gerne einmal mit folgendem Fall melden:

Meine Oma ist zu ½ Eigentümerin einer Doppelhaushälfte. Der andere ½ Anteil gehört den Erben (sofern Sie das Erbe annehmen) des verstorbenen Lebensgefährten meiner Oma.

Er ist am 06.04.2021 plötzlich verstorben und hat kein Testament hinterlassen. Er hat Kinder und Enkelkinder hinterlassen, die allerdings nie Kontakt zu ihm gehabt haben oder Kontakt haben wollten. Deshalb bleibt derzeit offen, ob sie das Erbe ausschlagen oder annehmen. Weitere Erben gibt es wohl nicht. Leider haben die zwei nicht geheiratet, waren aber 24 Jahre zusammen. Die beiden haben ein wechselseitiges Nießbrauchs recht auf Lebenszeit beurkunden lassen, sodass meine Oma in jedem Fall in dem Haus wohnen bleiben kann.

Meine Oma wollte das Haus immer mir vererben. Nun möchte sie zumindest ihre Hälfte auf mich übertragen. Sie ist 77, pflegebedürftig mit Pfelgegrad 3 und wird von meiner Mutter und mir in der Pflege unterstützt. Zuvor übernahm das der Lebensgefährte. Die Übertragung soll gegen ein lebenslanges Nießbrauchs recht für sie erfolgen.

 Uns ist nicht ganz klar, was für Risiken es (neben den allgemeinen wie die 10 Jahres Frist u.a.) birgt, wenn die Erben oder der Staat kommen. Wie verhält man sich am klügsten bzgl. der weitern Haushälfte? Kann man den hälftigen Anteil der Erben „günstig“ kaufen?

Ist es ratsam die Übertragung der Hälfte meiner Oma bereits jetzt durchzuführen?

Wir haben über das Nachlassverfahren noch nichts erfahren. Es ist gut möglich, dass Oma über kurz oder lang in ein betreutes Wohnen oder Pflegeheim muss. Dann würde das Haus wahrscheinlich vermietet werden. Damit die Einrichtungen damit bezahlt werden können.

Sollten die Mittel (Rente, Miete, Pflegegeld) allerdings nicht ausreichen und wir als Familie zur Kasse gebeten werden, würden wir eine Lösung suchen und sie versuchen selber zu pflegen, was allerdings ganz klar eine harte Anpassung unserer Lebenssituationen erfordert. Ich bin 27, arbeite Vollzeit und habe 3 Pferde für eine verstorbene Freundin übernommen (zeitintensiv!).

Meine Oma hat drei Kinder, die Erben werden würden. Meine Mutter und mein Onkel wollen ebenfalls, dass ich das Haus bekomme und würden auf ihren Pflichtteil verzichten. Meine Tante lebt vom Sozialamt. Da sie ihren Pflichtteil nicht ausschlagen könnte, selbst wenn sie es wollte, würde ich sie schon mal auszahlen müssen.

Genauso bereit bin ich die andere Hälfte der Erben zu einem guten Kurs zu kaufen. Der Gedanke ist, dass sie dann schnelles Geld haben und ich unterm Wert kaufe. Anderenfalls haben sie noch Jahre Kosten zu tragen und können mit dem Haus nichts machen, da das Nießbrauchsrecht von Oma da ist. Sollte der Staat erben kommt das natürlich nicht in Frage. Es soll aber alles für mich gut tragbar sein und sich am Ende schon lohnen. Das Haus wurde damals für ca. 144.000 € gekauft. Der Verkehrswert dürfte heute um einiges höher sein. Ich habte Angst, dass ich mich nachher dumm und dämlich zahle... DANKE!

Erbe, Steuern
EÜR Direktvertrieb: wohin mit Onlinebestellung des Kunden beim Hersteller?

Hi, ich bin etwas am verzweifeln. Ich habe ein Kleingewerbe und bin im Direktvertrieb tätig. Normalerweise überweisen mir die Kunden das Geld, ich bestelle für die Kunden und zahle die Rechnung beim Hersteller, die Ware kommt zu mir, ich schicke sie mit Rechnung an den Kunden weiter bzw. bring sie ihm vorbei, ich bekomme vom Hersteller die Provision gutgeschrieben und fertig. Beispiel 1:

Kunde bestellt für 50 Euro bei mir und überweist sie mir, ich bestelle für 50 Euro und schicke es dem Kunden, der Hersteller überweist mir Provision in Höhe von 10 Euro. In die EÜR schreibe ich folgendes:

Einnahmen 50,-

Ausgaben 50,-

Einnahmen 10,-

Ich komme also auf 50 ,- Umsatz und 10,- Gewinn.

Jetzt kann der Kunde auch selbst auf der Herstellerseite bestellen, wenn er mich als Demonstrator auswählt. Er bestellt direkt beim Hersteller, zahlt dem Hersteller das Geld und bekommt die Ware vom Hersteller direkt zugeschickt. Ich bekomme die 10,- Provision vom Hersteller.

Was muss ich denn jetzt angeben? Ich habe ja nur die Buchung "10,- Provision". Damit würde aber mein Umsatz (50,-) nicht in der EÜR auftauchen sondern lediglich der Gewinn von 10,-. Da die Kleinunternehmerregelung aber an den Umsatz gekoppelt ist, denke ich das das falsch ist. Aber wie schreibe ich den Umsatz in die EÜR?????

Ich danke schon mal für die Hilfe! Ich hoffe es ist verständlich geworden wo mein Problem ist ;-)

Finanzamt, Steuern
Künstler - Bilder malen und verkaufen?

Hallo,

es würde mich sehr freuen sollte jemand meine Fragen beantworten können.

Bis vor wenigen Jahren war ich freiberuflich als Illustrator tätig, sprich Auftragsarbeiten mit Verkauf der Nutzungsrechte. Hier war der Vorgang für mich absolut klar, eindeutig mit der Anmeldung als Freiberufler und EÜR.

Dann änderten sich zwei Punkte, ich gehe Hauptberuflich einer anderen Arbeit nach, und das künstlerische Interesse hat sich verlagert, auf traditionelle Öl- und Akrylmalerei, ohne speziellen Verwendungszweck. Es handelt sich auch um keine Serien, es sind alles Einzelstücke.

Hier ist auch die Frage - wie dürfte ich bitte genau diese Bilder als Freiberufler verkaufen? Über der Einschätzung als Liebhaberei würden die Umsätze sicher liegen, direkte Auftragsarbeiten sind es auch nicht.

Was ich herausgefunden habe:

  • Verkauf an Wiederverkäufer, Shops, Galerien etc. wäre freiberuflich
  • Eine direkte Auftragsarbeit wäre freiberuflich

Nach zähem Suchen scheint jede Art von Verkaufsraum als gewerblich zu zählen, ein Onlineshop auf jeden Fall.

Ich frage mich, ob es weitere Möglichkeiten gibt, die Bilder zu verkaufen, ohne zusätzlich ein —-Gewerbe—- anmelden zu müssen.

  • Meine Werkstatt/Atelier (keine festen Öffnungszeiten/Arbeitszeiten) hat ein Fenster, jemand schaut rein, sieht die vielen Bilder, und möchte ein Bild kaufen - wie wäre das zu handhaben?
  • Oder, ich hänge einige Bilder in einer Arztpraxis etc. auf, jemand kontaktiert mich darauf hin und möchte ein Bild erwerben, wie wäre hier die Lage?

Leider konnte ich zu diesem Thema keine eindeutigen Antworten finden, für Eure Hilfe wäre ich sehr dankbar!

Gewerbe, Recht, Steuern, Verkauf, freiberufliche Tätigkeit
Abweichende Angaben von der Lohnsteuerbescheinigung in Steuererklärung?

Hallo,

ich habe eine etwas kompliziertere Frage. Mein Arbeitgeber zahlt mir auf mein Gehalt zusätzlich einen Zuschuss, der normalerweise auf den Bruttolohn zugerechnet und somit auch normal versteuert wird. Nun kam es aber im letzten Jahr bei der Antragstellung zu einem Fehler, der mir erst mit Erhalt der Lohnsteuerbescheinigung aufgefallen ist: der Zuschuss wurde von September 2020 bis März 2021 als steuerfreier Zuschuss zur doppelten Haushaltsführung (Zeile 21) ausgezahlt. Ich habe allerdings keine doppelte Haushaltsführung. Nun wurde der gesamte steuerfrei gezahlte Betrag rückwirkend zum September 2020 vom Lohn im Mai wieder abgezogen, wobei der laufende Gesamtarbeitslohn für dieses Jahr nur um den für in diesem Jahr (Januar-März) gezahlten Betrag gemindert wurde. Eine Korrektur der Lohnsteuerbescheinigung kann die Personalabteilung auch nicht mehr vornehmen.

nun sitze ich an meiner Steuererklärung und weiß nicht, wie ich weiter verfahren soll. Nach meiner Auffassung müsste ich den Betrag aus 2020 ja eigentlich nachversteuern, obwohl er mir in diesem Jahr auch korrekterweise wieder abgezogen wurde. Da dieser abgezogene Betrag allerdings weder in der Lohnsteuerbescheinigung für 2020 noch in der für 2021 steuermindernd berücksichtigt wurde, müsste ich nun Steuern für etwas zahlen, dass ich laut Gehaltsabrechnung auch offiziell gar nicht bekommen habe bzw. was wieder abgezogen wurde.

Was kann ich da tun?

Danke und Grüße

Finanzamt, Lohnsteuer, Steuererklärung, Steuern

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