Durch "Unachtsamkeit" umsatzsteuerpflichtig geworden?

Ich bin seit 2006 freiberuflicher Webdesigner im Nebengewerbe und in all der Zeit nie über den Freibetrag für Kleinunternehmer gekommen.

Im April 2019 habe ich einen Buchverlag gegründet (zum Selbstverlag eines Buches), dafür eine neue Steuernummer vom FA erhalten und eine USt-IdNr beantragt. In Folge habe ich für den Verlag (und NUR für den Verlag) monatlich die Umsatzsteuervoranmeldung gemacht.

2019 bin ich nun durch meine freiberufliche Webdesign-Tätigkeit erstmalig über den Freibetrag beim Kleinunternehmer gekommen und somit 2020 umsatzsteuerpflichtig (und zwar nur durch diese, der Verlag war hingegen ein finanzielles Desaster).
Nach Rückfrage hat man mir heute beim FA bestätigt, dass ich für die freiberufliche Tätigkeit KEINE eigene USt-IdNr. beantragen muss, sondern die vom (gewerblichem) Verlag verwenden soll (muss eine Webdesign-Rechnung in die Schweiz stellen).

Nun stellt sich mir die Frage, ob ich deshalb auch 2019 schon für die freiberuflich Webdesign-Tätigkeit monatlich Umsatzsteuer hätte abführen müssen (zusätzlich zu denen vom Verlag) und auch alle meine Rechnungen als Webdesigner falsch gestellt habe (da jeweils ohne Ausweis MwSt mit Verweis auf Kleinunternehmerregelung).
Das würde ja dann jetzt auf Steuerhinterziehung meinerseits hinauslaufen...

Könnt Ihr mir bestätigen dass meine Befürchtung (nämlich dass ich 2019 gar kein kleinunternehmender freiberuflicher Webdesigner mehr war, sondern durch die Beantragung der USt-IdNr für den gewerblichen Verlag auch damit umsatzsteuerpflichtig geworden bin, weil ich eine Einzelperson bin) bestätigen? 
Und wie verhalte ich mich dann jetzt korrekt..?
Viele Grüße
Andi

Steuererklärung, Steuerrecht, Umsatzsteuer
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TipeeeStream Umsatzsteuer (Frankreich)?

Hallo,

ich bin umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer und streame zusätzlich gelegentlich auf Twitch. Über den Drittanbieter Tipeeestream können Zuschauer während der Liveübertragung Geldspenden schicken (keine gemeinnützigen!). Am Ende des Monats bekomme ich von diesem Anbieter ein Tax document mit u.g. Inhalt.

Auf dem Dokument sind auch meine Anschrift sowie Umsatzsteuer angegeben.
Dies gilt ebenfalls für den Anbieter (TVA).

In diesem speziellen Fall verstehe ich dies nicht ganz genau bzw. ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich mit der Umsatzsteuer verfahre. Da dies für mich eine Ausnahme ist, frage ich erstmal hier, bevor ich einen Steuerberater kontaktiere.

Fiktives Beispiel:

Am Ende des Monats bekomme ich z.B. 5€ überwiesen. Die u.g. Gebühren wurden bereits vom Anbieter abgezogen.

Transferred on the PayPal account €0.00

Transferred on the bank account €5.00

Total amount of transferred donations = €5.00

=================

Bank fees () = 0,12€

Paypal = 0,00 €

--------

Intermediary fees = 0,29 €

Paypal = 0,00€

Other = 0,29€

------------

include VAT: 0,10€

Tipeeestream Fees = 0,41€

Der Ursprungsbetrag lag also quasi bei 5,41€, davon erreichen mit dann entsprechend nur die 5€.

Unten im Dokument ist folgender Vermerk, der mich eher noch mehr verwirrt:

(3) The VAT was already taken into account in the TipeeeStream commission. The VAT amount corresponds to the French legislation and is applied to the part of the fees concerning the intermediary fees (according to articles 261 C, 1 °-d of the General french Tax Code and 135, 1-e of Directive 20016/112 / EC, VAT does not need to be applied to the payment service provider's fees).

Meine Fragen:

  • Greift hier nun das Reverse Charge verfahren oder nicht?
  • Wie verbuche ich dann die 5€ SKR03?
  • Muss ich diese Nebengebühren von 0,41€ irgendwie buchhalterisch trotzdem erfassen?
  • Und hat das Tax doument auch den gleichen Wert wie eine Rechnung oder müsste ich ggfs. eine Rechnung mit Hinweis auf Reverse Charge erstellen?



Umsatzsteuer
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Vorsteuerberichtung bei nachträglichem Umsatzsteuerentfall?

Ein Unternehmen investiert in eine Produktionsmaschine mit dem Ziel, damit Produkte zu erzeugen, die zu 19% Umsatzsteuer verkauft werden. Diese Produkte sind üblicherweise zu 19% umsatzsteuerpflichtig. Jetzt hat dieses Unternehmen Großaufträge von mehreren Käufern erhalten, die vom Finanzamt eine vollständige Umsatzsteuerbefreiung gewährt bekommen, so dass die von dieser Maschine hergestellten Produkte eine Zeitlang nicht zu umsatzsteuerlichen Erlösen geführt haben. Aber nicht, weil die Produkte anders sind, sondern weil das Finanzamt die Käufer umsatzsteuerbefreit hat. Die Produkte sind noch immer dieselben und von ihrer Art her durchaus voll umsatzsteuerpflichtig.

Das Finanzamt möchte nun rückwirkend die gesamte geltend gemachte Vorsteuer für die Anschaffung dieser Produktionsmaschine berichtigen und zurückfordern mit der Begründung, dass damit überwiegend umsatzsteuerfreie Erlöse erzielt worden sei. Diese Rückforderung übersteigt die gesamten steuerfreien Erlöse um ein Mehrfaches.

Ich suche daher die gesetzliche Grundlage und evtl. Rechtsprechung dazu, dass es mir gelingt, diese Auslegung des USt-Rechts als unbillig zurückzuweisen. Denn die Maschine und Produkte sind von ihrer Zweckwidmung durchaus für umsatzsteuerrelevante Geschäftstätigkeit gedacht. Dass keine Umsatzsteuer erhoben werden konnte, lag allein an der Vergünstigung, die das Finanzamt den Käufern einräumt. Das betrifft aber allein die Rechtssphäre zwischen Finanzamt und Käufer. Darauf nachträglich den Vorsteuerabzug zu verwehren bedeutet, dass die dem Käufer gewährte Steuererleichterung zu Lasten eines anderen Steuerpflichtigen ginge. So wäre kein Betrieb mehr in der Lage, rechtssicher in eine Produktionsstraße zu investieren, wenn er befürchten muss, dass er im Nachhinein seine gesamten Investitionen nachversteuern muss, nur weil das Finanzamt den Abnehmern Steuerfreiheit einräumt.

Steuern, Umsatzsteuer
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Nebenberuflich Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

Guten Tag miteinander,

ich hab folgendes Anliegen und würde mich über paar Meinungen und Einschätzungen freuen:

Ich arbeite derzeit Vollzeit und habe noch eine 450 EUR Anstellung im Familienunternehmen meines Vaters (Logistikbetrieb). Hier möchte ich demnächst noch mehr mitarbeiten. Bin grad am LKW-Führerschein samt Berufskraftfahrerqualifikation dran.

Jetzt ist es so, wenn ich ja über die 450€ hinauskomme wird mir die Lohnsteuerklasse 6 auf den Zweitjob gehauen. Find ich aber nicht so toll und ich muss hierfür eine andere Lösung finden, da ich in der Steuererklärung für diese Tätigkeit nichts angeben kann was mir steuerlich hilft (Ich hab keinerlei eigene Ausgaben/Investitionen für diese Tätigkeit). Für Steuerklasse 6 will ich nicht arbeiten.

Würde es Sinn machen ein Kleinunternehmen nach §19 UStG zu gründen? Hier kann ich ja bis 22.000 EUR umsatzsteuerfrei arbeiten und hätte keine Abgaben. Dann könnte ich als Externer für meinen Vater arbeiten. Als Kleinunternehmer wäre ich auch steuerlich flexibler, da es durchaus sein kann, dass ich mal einen Monat kaum arbeite und nur 100/200 EUR verdiene und im nächsten Monat viel Zeit aufwenden kann und sogar über 1200 EUR komme. 

Nachteil wäre ja, dass mein Vater aus meiner Tätigkeit heraus nichts geltend machen könnte, aber das spielt in dem Fall keine Rolle. 

Muss ich in Hinblick auf Sozialversicherungen was beachten? Gibt es Nachteile oder Grundlegendes was ich übersehen hab oder andere Möglichkeiten, die besser sind?

Kleinunternehmer, nebenjob, Steuern, Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung
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Kleinunternehmer Grenzen?

Hallo zusammen, ich habe nochmal etwas im Internet gelesen. Mich verunsichert dieser Absatz

Hinweis: Die neue Vorjahresgrenze von 22.000 Euro (alt: 17.500 Euro) gilt ab dem 1. Januar 2020. (Klein-)Unternehmer die im Jahr 2019 Umsätze zwischen 17.500 Euro und 22.000 Euro erzielt haben, sind somit in Abweichung zur alten Regelung ab 2020 (weiterhin) Kleinunternehmer, soweit sie in 2020 die Grenze von voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreiten

Damit das Finanzamt die Einstufung als Kleinunternehmer akzeptiert, dürfen die umsatzsteuerpflichtigen Betriebseinnahmen laut § 19 UStG folgende Umsatzgrenzen nicht übersteigen:

   im vorangegangenen Kalenderjahr 22.000 Euro (bis 2019: 17.500 Euro)

   und

   im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro.

Kurze Fakten zu meiner Tatigkeit.

9.815,03 Euro Umsatz im Jahr 2017 (31.01.2017 gegründet)

* unter 17.500

23.704,39 Euro Umsatz im Jahr 2018

* laufendes Jahr unter 50.000

17.335,20 Euro Umsatz im Jahr 2019

* unter 17.500

(davon muss ich noch Rückgabe / Retouren durch Kunden abziehen)

Fahrtstrecke zur Post, Kartons,Klebeband, Webhosting Gebühren müsste ja gehen?

Verstehe ich das falsch, oder kann ich doch noch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen? Weil ich war im ersten Jahr unter 17.500, im laufenden (damals ja 2018) unter 50.000 und im dritten dann bei unter 17.500 wieder.

Sorry für die lange Nachricht und vielen Dank für eure Zeit

Kleingewerbe, Kleinunternehmer, Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung
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Umsatzsteuer bei freiberuflicher Tätigkeit via Upwork?

Hallo! Ich bin freiberufliche Übersetzerin und bekomme meine Aufträge über die Freelancerplattform Upwork. Ich bin vor zwei Wochen von den USA zurück nach Deutschland gezogen und will hier meine Arbeit als Freelancerin fortsetzen. Meine Kunden/Auftraggeber sind ausschliesslich Unternehmen mit Sitz in den USA. Online habe ich herausgefunden, dass ich aus diesem Grund keine Umsatzsteuer bezahlen muss (Reverse Charge). Ist das soweit richtig?

Mein zuständiges Finanzamt war leider nicht in der Lage, mir weiterzuhelfen.

Wie ich aus anderen Antworten entnommen habe, wird empfohlen, sich nicht als Kleinunternehmer zu registrieren, um die VAT, die von Upwork erhoben wird, zu umgehen und auch die Möglichkeit zu haben, andere Ausgaben steuerlich abzusetzen (neuer Computer etc). Das bedeutet, ich beantrage eine Umsatzsteuer-ID-Nummer und melde regelmäßig meine Umsätze an. Ich vermute mal via Ist-Versteuerung?

Ich bin derzeit noch am Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung. Gibt es Punkte in dem Formular, die ich beachten muss? (Beispiel Abschnitt 17, Punkt 132 Summe der Umsätze) Gebe ich hier meine (geschätzten) Umsätze an oder nicht, da es ja um die Berechnung der Umsatzsteuer geht und ich keine umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen habe? Oder ignoriere ich diese Tatsache für diesen Fragebogen und beschäftige mich erst bei der Umsatzsteueranmeldung damit? Muss Punkt 146 zur Steuerbefreiung behandelt werden?

--> Meine Frage ist also im Endeffekt, ob ich innerhalb des Fragebogens bereits irgendwo darauf aufmerksam machen muss, dass meine Umsätze nicht umsatzsteuerpflichtig sind und ich deshalb weder Umsatzsteuer erheben noch bezahlen werde?

Freiberufler, Umsatzsteuer
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