Umsatzsteuerbefreiung nach §4 Nr. 21 a, aa, b, bb?

Hallo,

ich habe seit dem letzten Jahr (2018) eine Betriebsprüfung. Dies finde ich auch nicht schlimm, da ich so sicher stellen kann das alles bei bester Ordnung ist.

Diesmal hat allerdings das Finanzamt in Wolfenbüttel was zu beanstanden....

Sachverhalt:

Ich bin Sicherheitsunternehmer und biete auch Dozententätigkeiten an privat Schulen an.

Ich habe mehrere Schulen als Kunden und doziere an denen. In bestimmten Fällen kommt es vor das Unterrichte an verschiedenen Schulen gleichzeitig durchgeführt werden müssen.

Aus diesem Grund greife ich auf mein Dozentenpool und schicke mit Absprache der Schulen freiberufliche Dozenten.

Die freiberuflichen Dozenten stellen mir für ihre Dienstleistungen eine Umsatzsteuerbefreite Rechnung und ich selbst stelle an die Schulen auch eine umsatzsteuerbefreite Rechnung.

Bei der vorletzten Betriebsprüfung ist das ohne Beanstandung durchgekommen.

Jetzt allerdings beruft sich das Finanzamt auf ein Urteil des BFH vom 23.08.2007 https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/276306/ das besagt, dass die Umsatzsteuerbefreiung bei nicht selbstausgeführter Tätigkeit entfällt.

Daraufhin wurde seitens des Finanzamtes der Nettowert der Rechnungen zum Bruttowert umgewandelt und ich war gezwungen die Mehrwertsteuer von 19% selber zu tragen.

Das Prüferin des Finanzamtes aus Wolfenbüttel sagte mir in einem persönlichen Gespräch, dass ich die Differenz von 19% bei den Schulen in Rechnung stellen kann, da diese sich sie Steuer von den jeweiligen Finanzämtern zurückholen kann.Also schrieb ich eine Korrekturrechnung an eine der Schulen. Ich erhielt auch nach wenigen Stunden eine Antwort… (Eine Schulleitung mit der man auch diese Art der Probleme besprechen kann.)Dort hieß es:dass der Sachverhalt an den jeweiligen Steuerberater gegangen sei und dieser meine früheren Rechnungen als korrekt verbucht hat.Die Schule ist nach §4 Nr. 21 a umsatzsteuerbefreit. und somit die alten Rechnungen korrekt gestellt und somit die Rechnungskorrektur als nichtig angesehen wird.Gleichzeitig kam der Hinweis, dass die Schule ein Betrag X, für eine Unterrichtseinheit an mich gezahlt hat von diesem Betrag habe ich mir 1,00€ genommen und habe den Rest an den freiberuflichen Dozenten weitergegeben, da dieser ja auch an den Schulen Doziert hat.Der Betrag der an den freiberuflichen Dozentengegangen ist wäre wohl umsatzsteuerbefreit. Der eine Euro der bei mir geblieben ist wäre allerding nicht mehr Umsatzsteuerbefreit.

Finanzamt, Steuerrecht, Umsatzsteuer
3 Antworten
Buchhaltung von Ausgaben über Freelancer-Plattform "Upwork"?

Hallo zusammen,

als Freiberufler in Deutschland kaufe ich über die Online-Platform upwork.com Dienstleistungen ein. Upwork hat seinen Firmensitz in Kalifornien. Die von mir beauftragen Freelancer, die für mich via Upwork arbeiten sind auf der ganzen Welt verstreut. Hier ein Beispiel:

Ich beauftrage einen russischen Designer eine Änderung an einem Logo vorzunehmen. Dafür erhält er 50 Dollar. Dieses Geld zahle ich über mein Paypal-Konto an Upwork. Nachdem die Arbeit abgeschlossen ist, zahlt Upwork das Geld an den Freelancer aus. In meinem Kundenkonto bei upwork befinden sich danach vier verschiedene Dokumente. Es handelt sich um ein und die selbe Dienstleistung! Jedes Dokument hat eine eigene „Rechnungsnummer“. Diese vier Dokumente habe hier mal aufgeführt.

https://bit.ly/2UYv1W9

Hier meine Fragen:

1. Da auf diesen vier Dokumenten keine 19% Umsatzsteuer ausgewiesen ist, habe ich bislang für diese Rechnungen auch nie Vorsteuer angemeldet. Ist das korrekt?

2. Welches dieser vier Dokumente ginge überhaupt als gültige Rechnung auf dem Deutschen Markt durch? Was sollte quasi abgeheftet und jederzeit griffbereit sein?

3. Nun bei der Buchhaltung frage ich mich, wie und ob ich diese Dienstleistungen als Ausgaben verbuchen kann. Welches Sachkonto kommt in Frage?

Ich bin selbst Freelancer. EKR03

Ich danke allen herzlich für die Unterstützung!

Freiberufler, Umsatzsteuer, Vorsteuer
3 Antworten
Differenzbesteuerung und Normalbesteuerung?

Hallo liebe Leut.

Mich interessiert eine extrem komplizierte Situation.

Ich möchte mich demnächst selbständig machen und ich möchte Sammelkarten (Yu-Gi-Oh!) verkaufen.

Hauptsächlich sollen diese Karten (Sammlungen) von Privatleuten eingekauft werden. Die wertvollen Karten der Sammlungen sollen dann einzeln verkauft werden mit Differenzbesteuerung.

Die nicht wertvollen Karten sollen als selbstgemachte Pakete (bundles) verkauft werden, und so wie ich bisher die Gesetzestexte verstehe, handelt es sich bei den Bundles um Produkte die ich erstellt habe und somit muss Mwst ausgewiesen werden (bitte korrigiert mich, falls ich hier falsch liege).

Soweit so gut.

Jetzt wird es heikel: Von Yu-Gi-Oh! gibt es im Handel Karten die in verschweißten Päckchen verkauft werden. Diese Päckchen werden natürlich neu also mit Mwst verkauft.

Ich möchte auch gerne mit solchen Päckchen handeln. Also mit Mwst einkaufen und mit Mwst verkaufen.

Was aber passiert, wenn ich einige dieser Päckchen öffne, weil ich zum Beispiel derzeit einen Engpass bei meinen Bundles habe und Karten benötige um diese aufzufüllen? Von der Mwst bleibt das ja gleich (Einkauf und Verkauf jeweils 19%).

Aber wie soll ich dem Finanzamt das klar machen, dass ich nicht Karten aus den Päckchen (mit 19%Mwst) als Einzelkarten (Differenzbesteuerung) verkaufe?

Ich kann euch auch sagen, dass ich nicht jede einzelne Karte in einem Warenwirtschaftssystem einpflegen kann, das ist nicht wie bei Gebrauchtautos. Hier geht es um mehrere hunderttausend Artikel, von denen sehr viele nur 0,5 cent Wert haben. So kann ich auch nicht sagen, woher ich welche Karte die ich einzeln verkaufe ursprünglich her habe.

Welche Lösung ist hier möglich?

Macht das Finanzamt da mit, dass ich die Mwst aus den Päckchen komplett anrechnen kann?

Vielleicht ist das ja auch fürs Finanzamt alles in Ordnung, weil ich ja schon für die selbstgemachten Bundles Mwst abführen muss, obwohl ich da keine Vorsteuer ziehen darf?

Ich danke für Antworten.

Umsatzsteuer
1 Antwort
Bauträgeraufschlag - auch steuerlich begründet?

Hallo,

als Bauherr versuche ich gerade folgenden Fall zu verstehen.

Hintergrund: ich habe von der Firma I eine schlüsselfertige DHH gekauft (Koppelgeschäft Grundstück und Haus, dh eigentlich umsatzsteuerfrei). Dem Kaufvertrag liegt eine detaillierte Bauleistungsbeschreibung bei und wie es vermutlich oft der Fall ist, stelle ich nun fest, dass ich zusätzliche Ausstattung wünsche.

Streitpunkt hierbei ist nun, dass der Bauträger Zusatzleistungen, die ich mit dem Elektriker vorbesprochen habe, mir mit einem Aufschlag von ca. 40% anbietet (gegenüber Brutto Handwerker-Preis!). Begründet wird dieser Aufschlag damit, dass der Bauträger ja zunächst die Mwst. gemäß §13b UStG zahlen muss und zudem Umsatzsteuer auf den Weiterverkauf der Leistung des Elektrikers anfallen.

Nun hätte ich gerne folgende Fragen geklärt:

·        Gibt es klare Regelungen, wie ein Bauträger Zusatzextras, die im Zuge der Hauserstellung von vornherein vor Übergabe eingebaut werden, nicht aber Bestandteil der vertraglichen Grundausstattung sind, zu verrechnen hat?

·        Handelt es sich hierbei um einen Zusatzposten, der gleichfalls umsatzsteuerfrei ist (wie der Verkauf des Koppelgeschäfts aus Grundstück und Haus) und bei der späteren Nachkalkulation des Hauskaufs dann allenfalls noch der Grunderwerbssteuer (durch mich!) unterliegt?

·        Falls nicht umsatzsteuerfrei: was wäre im oben beschrieben Fall der sinnvollste Weg?

·        Nach welchen Regularien wird überhaupt entschieden, ob ein Umsatz des Bauträgers steuerpflichtig oder steuerfrei ist?

Danke und Grüße

Steuerrecht, Umsatzsteuer
1 Antwort
Kann ein einheitliches Wirtschaftguts in mit-Vorsteuerabzug / ohne-Vorsteuerabzug aufgeteilt werden im Hinblick auf eine spätere Privatentnahme?

Nur für einen Anteil der AHK eines einheitlichen Wirtschaftguts kann Vorsteuer geltend gemacht werden.

Lässt sich mit geigneter Dokumenation in der Buchhaltung erreichen, dass bei einer späteren Privatentnahme nur dieser Anteil auch der Umsatzsteuer unterliegt?

Folgender Sachverhalt:

Die AHK eines neuen PKWs, der im Betriebsvermögen gehalten werden soll, bestehen aus (1) dem Zahlbetrag an den Händler und der (2) der Verschrottung eines Privatfahrzeugs. Die Verschrottung der Privatfahrzeugs erfolgt, weil der KFZ-Hersteller über den Händler eine Prämie gewährt, die vom Kaufbetrag des Neuwagens zusätzlich zu sonstigen Rabatten abgezogen wird.

Vorsteuer kann also nur aus (1) geltend gemacht werden.

Der Wert des Fahrzeugs (für AfA) besteht aber aus Nettobetrag aus (1) sowie der "Privateinlage" (2).

Wenn ich nun den Wagen nach einigen Jahren entnehme, würde ich gerne nur auf den Anteil, für den ich Vorsteuer bekommen habe Umsatzsteuer zahlen müssen.

D. h. Verkaufspreis * 19% * (Nettobetrag aus (1) / (Nettobetrag aus (1) + (2)).

Läst sich das (gesetzeskonform) erreichen, wenn z.B. bei Anschaffung das Verhältnis von Nettobetrag aus (1) zu (2) dokumentiert wird (z. separate Abschreibungspläne für die eiden "Komponenten"). Ist es ggf. möglich und nützlich, das KFZ umsatzsteuerlich von Anfang an nur anteilig dem Betrieb zuzurechnen?

eÜr, Umsatzsteuer, Betriebsvermögen, Firmenwagen, Vorsteuer
2 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Umsatzsteuer