Einkommensteuererklärung - Doppelter Haushalt für Erwachsene, wirtschaftlich selbstständige Kinder mit eigener Wohnung und bei den Eltern?

Hallo,

ich finde die Aussagen dazu, ob ein doppelter Haushalt im Sinne der Einkommensteuererklärung vorliegt, widersprüchlich.

Angenommen Sohn S hat nach dem Studium eine eigene Wohnung in der Stadt M bezogen, da er sonst täglich 3 Stunden im Auto sitzen würde. In der Regel hält S sich von Montag bis Freitag in M auf. An Wochenenden und während des Urlaubs verbringt er seine Freizeit in R und wohnt dort im Haus seiner Eltern. In R und Umgebung wohnen Familie und Freunde. Eine Miete wird nicht gezahlt, allerdings unterstützt er die Eltern anderweitig (Garten, Arbeiten im und am Haus, ...). S hat ein eigenes Zimmer, Küche und Bad werden allerdings gemeinschaftlich genutzt.

Nach https://www.haufe.de/personal/entgelt/aenderung-bei-der-doppelten-haushaltsfuehrung_78_214170.html muss sich der Sohn seit 2014 mit mindestens 10% an den Kosten der Haushaltsführung beteiligen, damit ein doppelter Haushalt anerkannt wird. Da keine Miete gezahlt wird, ist dies quasi nicht nachzuweisen und es läge kein doppelter Haushalt vor.

Betrachtet man jedoch das Urteil http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=30680 des BFH von 2014, so heißt es "Auch bedarf es der Übernahme einer besonderen finanziellen Verantwortung für den (gemeinsamen) Hausstand durch die gleichmäßige Beteiligung an den laufenden Haushalts- und Lebenshaltungskosten durch den Steuerpflichtigen nicht.". Ähnlich ließt es sich in https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Datum=2013-11&nr=29445&pos=27&anz=96.

Was ist nun aktuell und richtig?

Viele Grüße

idega

Einkommensteuererklärung, doppelte Haushaltsführung
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Schenkungsteuer - Wohnung Anteil Übergabe?

Guten Tag,

in 2016 haben mein Ex-Verlobter und ich eine Wohnung gekauft. Der Preis der Wohnung war €307.000, und wir haben einen Kredit von €246.000 genommen. Ich und meine Familie haben die meisten Renovierungsarbeiten vorbereitet und gemacht, Baumaterialien gesucht und mithilfe meines Vaters gebracht, Baufirma von meinem Land organisiert usw.

Alle Baumaterialien, Renovierungsarbeiten, Möbeln usw. wurde finanziell vom Großvater von meinem Ex-Verlobten gesponsert als eine Unterstützung für die neue, junge Familie.

Leider Anfang dieses Jahres trennten wir uns ein paar Monaten bevor heiraten.

Ich habe einen Anteil von 18% an der Wohnung und 50% auf Kredit. Warum 18%, weiß ich bis heute nicht, wahrscheinlich wegen der finanzielle Hilfe von seiner Familie. Es war nicht möglich 18% des Kredits zu haben, aber ich wollte trotzdem meinen Ex unterstützen und beisteuern, da wir geplant hatten, bald zu heiraten. Deswegen, ich habe das nicht als falschen/unsicheren Schritt gesehen (unglücklicherweise für jetzt!)).

Ich möchte die ganze Situation bald wie möglich beenden und auf meinen Ex-Verlobten meinen Anteil von 18% übertragen. Er würde mir die 18% des geschätzten aktuellen Wertes der Wohnung abzüglich des verbleibenden Kredits auszahlen.

D.h. € 329.025,00 (geschätzte aktuelle Wert inkl. Anschaffungskosten) - € 239.992,11 (jetzige Kredit Saldo) ​​= € 89.032,89 x 18% = € 16.025,92 (Summe welche würde mein Ex mir auszahlen).

Bank sagte schon, es kein Problem ist, dass mein Ex-Verlobter den gesamten Kredit übernehmen wird.

Ich bin eine Ausländerin, kam nur wegen meinen Ex-Verlobten hierher nach unsere Verlobung, da es nicht geklappt hat, werde ich wahrscheinlich Deutschland in 1 Jahr verlassen. Ich möchte jedoch nicht mit dem Gefühl leben, dass in einigen Jahren etwas vom Finanzamt kommt und sie werden mich aus Deutschland verfolgen. Und dann wahrscheinlich noch einige Schulden kommen könnten. Mein Ziels ist das alles, jetzt klar, günstig und sicher abschließen mit wenig wie möglich Kosten, weil ich habe schon viel zu viel verloren.

Welche Steuern und wie viel kann in dieser Situation gelten? Wer muss dafür bezahlen? Wie ist es mit Einkommensteuererklärung?

Gilt die Schenkungssteuer hier? Und wenn ja, wie viel wäre es und wer sollte diese bezahlen?

Ich habe ein bisschen analisiert diese Situation mit verschieden Szenarios. Wenn 20.000€ Freibetrag ist, dann meine 18% (€ 16.025,92) wäre kein Problem für Schenkungssteuer.

Aber wenn ich meinen 18% -Anteil auf meinen Ex übertragen wird und gleichzeitig aus dem Kredit genommen werden, wird Kredit=Schulden Übertragung als Einkommen für mich ausgelegt?

Gründstücksübertragung = € 329.025,00 (geschätzte aktuelle Wert inkl. Anschaffungskosten) x 18% = €59.224,5

Mein aktuell Teil des Darlehensbetrag 50% = €239.992,11 x 50% = €119.996,06

Ist es überhaupt möglich, dass eine

Schenkungsteuer = €119.996,06 – 20.000 (Freibetrag)) - €59.224,5 = €40.771,56 x 30% = €12.231,47 ?

Ich wäre sehr dankbar für Ihre Beratung!

S.

Einkommenssteuer, Einkommensteuererklärung, Grunderwerbssteuer, Immobilien, Kredit, Anteil
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Chronologische Abgabe von (freiwilligen) Steuererklärungen nach nachträglich ergangenem Verlustfeststellungsbescheid nötig?

Hallo zusammen,

ich habe - mit sehr großer Hilfe von den Nutzern dieses Forums bei allen meinen Unklarheiten und Fragen - erfolgreich eine nachträgliche Verlustfeststellung meiner Studiumskosten erreicht. VIELEN DANK dafür!!

Jetzt steh ich vor einem letzten Rätsel...

Hier meine Chronologie:

  • bis 2012: Studium
  • Steuerjahr 2013: Beschäftigungsbeginn
  • 2014: Abgabe einer Steuererklärung für das Steuerjahr 2013, Bescheid ist ergangen
  • Steuerjahre 2014-2017: keine Steuererklärung eingereicht. Ich bin AN ohne sonstige Einkünfte, kein Arbeitgeberwechsel, etc, also nicht verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben
  • 2017/18: ich habe nachträglich eine Verlustfeststellung für meine Verluste aus den Studienjahren 2010-2012 machen lassen, der aufsummierte Feststellungsbescheid für 2012 ist im Juli 18 ergangen. Die Verluste werden sich folglich auf 2013 und auf jeden Fall bis in 2014, wahrscheinlich auch noch ein kleiner Rest in 2015 forttragen
  • Steuerjahr 2018: Arbeitgeberwechsel, also Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung bis 31.07.2019. Außerdem muss ich bis 31.12.2018 meine freiwillige Steuererklärung für 2014 abgeben. Zur Erinnerung: in 2014 soll der "Rest" meiner Verlustfeststellung aus 2013 fortgetragen werden

2 Fragen:

a) Habe ich wirklich bis 31.12.2018 Zeit, um meine Steuererklärung 2014 einzureichen, auch wenn ein Rest-Verlust aus 2013 darauf "wartet", weitergetragen zu werden? Oder muss ich das sofort machen, sobald der Bescheid 2013 geändert wurde?

b) Kann ich dann als nächstes die Erklärung 2018 abgeben (bis spätestens 31.7.2019, hierzu bin ich wegen Arbeitgeberwechsel verpflichtet), OHNE eine Erklärung für die "Zwischenjahre" 2015, 2016 und 2017 einzureichen?

Ich würde für diese "normalen" Steuerjahre (2015-2017) gerne die 4 Jahre und die Verzinsung ausschöpfen - also die Erklärung für 2015 erst bis 31.12.2019, für 2016 bis 31.12.2020 und die für 2017 bis 31.12.2021 abgeben.

Geht das so?

Danke schonmal für die Hilfe!!
Pia

arbeitnehmer, Einkommensteuererklärung, Steuererklärung, Verlustvortrag
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Umzugskostenpauschale - Nachweise!?

Hallo Zusammen,

ich bin 2017 aus beruflichen Gründen umgezogen (d.h. Arbeitgeberwechsel zwecks besserer Konditionen/Nähe zu meiner Heimat/Familie, etc.) und habe das in meiner Einkommensteuererklärung für 2017 geltend gemacht. Ich muss dazu sagen, dass ich im Thema Einkommensteuererklärung ein Neuling bin.

Der Umzug, natürlich aus Kostengründen, verlief in Eigenleistung (d.h. mit Freunden und Bekannten als Umzugshelfern, einem von privat geliehenen Transporter, etc.) - die Einzelnachweise sind also leider überschaubar.

Nun habe ich Antwort vom Finanzamt erhalten:

"zur Bearbeitung ihrer Steuererklärung benötige ich noch folgende Unterlagen bzw. Angaben: Nachweise der beruflich veranlassten Umzugskosten".

Und leider verstehe ich die Frage nicht. Ich habe jetzt 1h recherchiert und in quasi allen Artikeln zu diesem Thema steht: Wenn man keine Nachweise/Belege ansetzt (oder zur Vereinfachung möchte), kann man eine Umzugskostenpauschale in den Werbungskosten geltend machen. Hierbei muss ich keine Einzelnachweise erbringen (sonst hätte ich die Einzelnachweise geltend machen können, nicht den Pauschbetrag).

Was genau erwartet das Finanzamt nun von mir? Verstehe ich die Frage ggf. falsch, und ich soll die Gründe für meinen beruflich bedingten Umzug aufzählen? Oder ggf. nur eine Erklärung, welche Kosten ich getragen habe, die ich aber nicht nachweisen kann (z.B. Sprit- und Benzinkosten, Trinkgeld und Verpflegung für Helfer, Ausbesserungsarbeiten in der alten Wohnung, etc.)? "Glaubt" das Finanzamt nicht, dass ich umgezogen bin und soll Nachweise in Form von Arbeitsvertrag o.ä. nachweisen (was ja kein Sinn macht - habe ja Lohnsteuerjahresbescheide mitaufgeführt - da ist das ja zu erkennen).

Hat jemand eine Idee, was genau von mir nun gefordert wird bzw. warum? Vielen Dank!

Einkommensteuererklärung, Finanzamt
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