Fahrtkosten als selbstständiger Kurierfahrer (Pakete)?

Hallo,

ich hätte da direkt mehrere Fragen bzgl. der absetzbaren Fahrtkosten als Betriebsausgabe. Zuerstmal einige Grundinformationen:

Einzelunternehmen mit EüR im Nebenerwerb als selbstständiger Kurierfahrer (Pakete), privat PKW wird zur Auslieferung genutzt und ist kein Bestandteil des notwendigen Betriebsvermögens

Ablauf der Tätigkeit:

1. Fahrt Wohnung -> Verteilzentrum (Pakete einladen)

2. Beginn der Paketauslieferung (20-30 Stopps)

3. Fahrt vom letzten Kunden -> Wohnung

ODER

3. Fahrt vom letzten Kunden -> Verteilzentrum (Pakete abgeben, die nicht zugestellt werden konnten) -> Wohnung

Meine Fragen:

1. Nach meinem Verständnis handelt es sich um Einsatzwechseltätigkeit und das Verteilzentrum ist keine Tätigkeitsstätte? Ist dies korrekt?

2. Wie müssen die Fahrten dokumentiert werden? Ist es möglich, die einzelnen Strecken während der Auslieferung

(2) zusammenzufassen? Wenn nein, muss bei jedem Eintrag der Kundenname genannt werden oder reicht die Adresse?

3. Wie sind die einzelnen Abschnitte der Fahrten steuerrechtlich und dokumentationstechnisch zu bewerten:

- Sind die "Hinfahrten zum Verteilzentrum" und die "Rückfahrten vom letzten Kunden" ebenfalls den Betriebsausgaben zuzuordnen oder handelt es sich um "Fahrten zur/von Arbeit" und unterliegen der Entfernungspauschale? z.B.:

1. Fahrt Wohnung -> Verteilzentrum ("Dienstreise" oder "Fahrt zur Arbeit" oder zählt dieser Abschnitt auch zur Einsatzwechseltätigkeit?)

2. Paketauslieferung einzellne Stops (Einsatzwechseltätigkeit oder "Dienstreise")

3. Fahrt vom letzten Kunden -> Wohnung ("Dienstreise" oder "Fahrt zur Arbeit" oder zählt dieser Abschnitt auch zur Einsatzwechseltätigkeit?)

Ich Nutze das integrierte Fahrtenbuch Wiso Steuer-Sparbuch. Dort sind u.a. die Einträge "Dienstreise", "Fahrtätigkeit" und "Einsatzwechseltätigkeit" zu Art der Fahrt auszuwählen.

Besten Dank für Eure Antworten :-)

werbungskosten, Fahrtkosten
Kann man eine ÖPNV Jahreskarte auch bei Teilzeit in der Steuererklärung ansetzten und muss ggf. eine private Nutzung berücksichtigt werden?

Ich fahre nur an zwei Tagen in der Woche mit der Bahn zur Arbeit, daher sind die Kosten für den ÖPNV höher als die Entfernungspauschale. Eine Jahreskarte wäre günstiger als einzelne Tickets für die Fahrten zur Arbeit. Kann ich nun auch trotz Teilzeit die Kosten für die Jahreskarte in der Steuererklärung angeben? Spielt es eine Rolle, ob ich die Jahreskarte außerdem noch privat nutze?

Es gäbe noch eine günstigere Alternative für die Fahrten zur Arbeit: Dies wären Einzeltickets in Verbindung mit der Bahncard 50. Ist das relevant? (Diese Kombination ist für mich aber weniger interessant, weil ich die Jahreskarte auch für etliche private Fahrten nutzen könnte).

Hier nochmal die konkrete Situation:

Mit den 2 Arbeitstagen je Woche ergeben sich ca. 90 Arbeitstage im Jahr. Die Entfernung zum Arbeitsplatz sind 22 km. Das ergäbe eine Entfernungspauschale von 594 Euro.

Sogar die günstigste Ticketvariante (Einzeltickets mit Bahncard 50) liegt mit insgesamt 881,70 Euro über der Entfernungspauschale (7,30 für die einfache Fahrt x 90 Tage + 224,70 Bahncard).

Die Jahreskarte kostet 1.288 Euro. Diese würde ich zusätzlich vsl. 1-2 je Woche auch privat nutzen.

An den 90 Arbeitstagen mit Normalfahrkarte zu fahren wären 1314 Euro (7,30 x 2 x 90).

Ich werde noch weitere Werbungskosten (Berufskleidung und Fortbildung) haben, so dass ich die Werbungskostenpauschle übersteige.

Steuererklärung, werbungskosten, Entfernungspauschale
Wie ist es möglich, einen Verlustvortrag aus Werbungskosten zum Jobeinstieg möglichst effektiv zu nutzen? (ggf. Übertrag in nächstes Kalenderjahr)?

Hallo zusammen,

Kurzfassung:
Ich habe in meinem Masterstudium einen relativ hohen Verlustvortrag (Werbungskosten) generiert. Da ich meinen Jobeinstieg allerdings im August eines Jahres hatte, verpufft dieser Verlustvortrag relativ wirkungslos. Gibt es irgendeine Möglichkeit dies zu verhindern?

Details:
Ich habe von 10/2016 bis 05/2019 meinen Master absolviert. Insbesondere durch ein recht teures Auslandssemester, habe ich für die Jahre 2016 - 2018 in Summe einen Verlustvortrag von 20.000 EUR generiert.

Mein Jobeinstieg erfolgte 08/2019, somit habe ich nur 5 Monate Gehalt (+ Firmenwagen) bezogen. Es ergibt sich daraus ein Bruttolohn von 30.000 EUR für das gesamte Jahr in 2019. Dies wiederum führt zu Steuern in Höhe von gut 4.000 EUR.

Darüber hinaus habe ich in 2019 weitere Werbungskosten / Abzugsmöglichkeiten aus den folgenden Gründen gesammelt:

  • 5 weitere Monate Masterstudium (u.a. Pendlerpauschalen)
  • 5 Monate Job: Doppelte Haushaltsführung (Einrichtung + Miete)
  • 5 Monate Firmenwagen: Ich habe einen Firmenwagen ohne Tankkarte, somit kann ich die Spritkosten von der Steuer absetzen.

Zusätzlich zu meinem bereits generierten Verlustvortrag von 20.000 EUR, werde ich grob geschätzt weitere 10.000 EUR absetzen können (Summe 30.000 EUR).

Mein Verständnis ist nun, dass ich diese 30.000 EUR von meinen gleich hohen 30.000 EUR Bruttolohn in 2019 absetzen kann. Damit erhalte ich Steuern in Höhe von gut 4.000 EUR wieder.

Könnte ich die 30.000 EUR von meinem Bruttolohn in 2020 (voraussichtlich 80.000 EUR) absetzen, würde ich weitaus mehr Steuern erstattet bekommen.

Ist es irgendwie möglich, zumindest teilweise den Verlustvortag in das Jahr 2020 zu übertragen?

In gewisser Weise ist es "unfair", dass mein Verlustvortrag nur verpufft, da ich im August und nicht z.B. Januar eines Jahres meinen Job begonnen habe.

Vielen Dank im Voraus!

Steuererklärung, Steuern, Steuerrecht, werbungskosten
Steuererklärung: Erst berufstätig und dann Schulbesuch - wie angeben?

Guten Tag,

da das meine erste Steuererklärung sein wird, bitte ich um Nachsicht.

Ich bin gerade dabei, meine Unterlagen für eine Steuererklärung vorzubereiten . Unterstützend habe ich dabei eine App genutzt, auf die ich allerdings nicht komplett vertrauen möchte.

Ich war zu Beginn des entsprechenden Jahres berufstätig (Ausbildung, danach Übernahme und Anstellung im jeweiligen Beruf) bis einschließlich Juli. Danach folgten 5 Wochen Arbeitslosigkeiti. Im Anschluss bin ich dann schließlich im September auf eine weiterführende Schule (Abschluss allgemeine Hochschulreife) gegangen. Mit dem Schulbesuch kamen natürlich auch vermehrt Kosten hinzu (Fahrt, Lektüre, Schreibtisch, Drucker). Es sind alles eher kleinere Ausgaben gewesen, aber insgesamt sind es dennoch knapp 300€.

Ich habe gelesen, dass solche Kosten absetzbar sind, sofern in dem Jahr Steuern gezahlt wurden. Ist das in meinem Fall korrekt?

Nun weiß ich nicht genau, ob man diese zwei (bzw. 3) verschiedenen Zeiträume auch entsprechend angeben kann? Die App ist sehr undurchsichtig und ich kann nicht herauslesen, ob sie das wirklich wie oben berechnet hat, oder ob sie den Schulbesuch (und die entstandenen Kosten) als Fortbildung eingestuft hat. Was ja nicht der Fall war.

Meinen Elster Zugang bekomme ich erst in den nächsten Tagen.

Vielen Dank für eine Antwort!

Schule, Steuererklärung, Steuern, werbungskosten
Ueberweisungskosten absetzbar?

Hallo,

ich stehe vor einem ziemlich schwierigen Problem. Ich bin Rentner und lebe im Ausland in Uebersee, wohin mir auch meine Altersrente von der deutschen Rentenversicherung ueberwiesen wird. In Deutschland bin ich beschraenkt steuerpflichtig nur wegen der Rente.

Da ich ohne die Ueberweisung ins Ausland ja meine Rente nicht bekommen wuerde, habe ich die Ueberweisungskosten als Werbungskosten geltend gemacht, nach dem Motto: Keine Ueberweisung - kein Renteneinkommen. In Deutschland habe ich kein Konto.

Das Finanzamt sagt Ueberweisungskosten werden grundsaetzlich nicht als Werbungskosten anerkannt. Fuer Deutschland mag das ja zutreffen, da kostet die Ueberweisung ja auch nur ein paar Cent. Aber bei der Ueberweisung nach Uebersee fallen eben 20-40 Euro monatlich an und meine Rente betraegt nur 300 Euro.

Natuerlich kann man heute auch schon alternative Ueberweisungen ueber entsprechende Organisationen fuer 1 - 3 Euro und zusaetzlich einem besseren Umtauschkurs bekommen. Die Rentenversicherung ist jedoch nicht bereit oder nicht in der Lage diese Ueberweisungswege zu nutzen.

Zusammenfassung:

  1. Ich kann nicht bestimmen auf welchem Weg die Rente ueberwiesen wird.
  2. Ich kann also ueber diesen Teil meines Renten-Einkommens in keiner Weise verfuegen.
  3. Ich bekomme einfach den Betrag abzueglich der Ueberweisungskosten auf meinem Euro-Konto hier im Ausland gutgeschrieben.
  4. Die Rentenversicherung bestimmt den Ueberweisungsweg und damit die Kosten, wobei sie scheinbar noch nicht einmal verpflichtet ist, den guenstigsten Bank-Ueberweisungsweg zu nutzen.

Wie schaetzt Ihr die Chancen ein, dass diese Betraege doch noch anerkannt werden und wie kann ich noch besser argumentieren?

Steuern, werbungskosten
Absetzen von Fahrtkosten für Praktikum bei verspäteter Anmeldung?

Hallo zusammen,

ich mache gerade die Steuererklärung bzw. Verlustfeststellung für 2015. Es geht um die Fahrtkosten und Verpflegungsaufwand während des Praktikums, wo der Wohnsitz spät angemeldet war.

Sachverhalt:

Beruf in 2015: Student (Ausländer)

Zweitstudium: vollzeitiges Masterstudium in Stadt A angefangen in 2013

vorherige Steuererklärungen: Verluste aufgrund des Zweitstudiums wurden anerkannt und vermerkt.

Tätigkeiten:

13.04 – 11.09: Praktikum in Stadt B (keine Steuer bezahlt) – weniger als 6 Monaten, falls es etwas für Meldepflicht in Stadt B (in Bayern) macht

13.09 – 31.12: Masterarbeit in Stadt B (keine Steuer bezahlt)

Wohnsitz:

01.01 – 25.09: Stadt A (auch wo der Uni – erste Tätigkeitsstaat ist)

26.09 (Einzug) – 31.12: Stadt B (ca. 400 KM entfernt von Stadt A). Nicht als Zweitwohnsitz gemeldet, sondern umgemeldet.

Normaler Mietvertrag in Stadt B mit Arbeitsförderungszentrum (falls es ein Unterschied macht) vorhanden von 01.04 bis 30.09 und danach mit Verlängerungen bis Ende 2015. Tatsächlicher Einzug war am 12.04.

Spät angemeldet, weil ich über Meldepflicht damals nicht wusste...

Jetzt meine Fragen:

1. Wie kann ich die Fahrtkosten ab dem gemeldeten Einzugsdatum (26.09) bis 31.12 von Wohnsitz in Stadt B nach der Firma absetzen? Hin- und Rückweg (Auswärtstätigkeit), weil es sich um eine Masterarbeit handelt.

2. Wie kann ich die Fahrtkosten von 13.04 bis 25.09 (vor der Anmeldung) von Wohnsitz in Stadt B nach der Firma absetzen? Hin- und Rückweg (Auswärtstätigkeit) oder nur Hinweg oder gar nichts, weil ich spät gemeldet habe und theoretisch in Stadt A gewohnt habe? Hier habe ich Angst, dass ich schlafenden Hunde wecken kann...

3. Wie kann ich den Verpflegungsaufwand für 3 Monaten absetzen? Von tatsächlichen Anfang bzw. Einzug - 13.04 bis 3 Monaten oder am besten von angemeldeten Einzugsdatum - 26.09 bis 3 Monaten? Ich vermute, es ist abhängig von der Antwort auf die vorherige Frage.

4. Ist es möglich, die Umzugskosten ganz normal von 26.09 abzusetzen?

5. Darf ich überhaupt Wochenendheimfahrten (vor oder nach der Anmeldung) absetzen? Ich bin unsicher, weil keine doppelte Haushaltsführung gab.

6. Darf ich die Miete von dem Wohnsitz in Stadt B (vor oder nach der Anmeldung) absetzen? Ich bin unsicher, weil keine doppelte Haushaltsführung gab aber ein Mietvertrag vorhanden ist.  

Viel Text, sorry :)

Antworten auf die erste 3 Fragen werden auch erstens ausreichend, wenn ihr kein Bock hat, alle Fragen zu antworten...

Danke schon mal fürs lesen des Textes und ich bedanke mich vielmals vorab für die Antworten. Ich bitte den Schreib- und Grammatikfehlern zu entschuldigen. Mein Deutsch ist leider nicht so gut...

Verlustvortrag, werbungskosten, Fahrtkosten, Praktikum
Entfernungspauschale als Haustechniker geltend machen?

Ich bin Außendiensttechniker, genauer gesagt Haustechniker bei einem Kunden meines Arbeitsgebers. Normalerweise zahlt mir der Arbeitgeber eine Verpflegungspauschale von 6 Euro bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit, die gesondert vom Bruttoarbeitsgehalt ausgezahlt wurde. Da die Pauschbeträge sonst ja 12 Euro betragen, konnte ich die restlichen 6 Euro bislang über die Werbungskosten bei der Steuererklärung vom Finanzamt versuchen einzufordern.

Seit der Haustechnikerstelle zahlt man mir nun mit meinem Gehalt zusammen eine „feste Spesenpauschale“, die unglücklicherweise zusammen mit dem Bruttogehalt versteuert wird. Somit entfällt die monatliche, gesondert und abzugsfrei gezahlte Verpflegungspauschale. Zudem ist bei der Steuererklärung erstmals ein Nachzahlbetrag entstanden.

Ist es mir nun möglich, über die Steuerklärung die restliche Verpflegungspauschale einzufordern? Ist das überhaupt möglich?

Ich fahre täglich mit einem Dienstwagen (keine 1%-Regelung) zum Kunden und zurück. Der Arbeitgeber hat mir schriftlich bestätigt, dass ich in unserer Hauptverwaltung keinen Arbeitsplatz und somit dort auch keine erste Tätigkeitsstätte besitze. Die erste Tätigkeitstätte wäre dann ja nun eigentlich der Kunde des Arbeitgebers , da ich diesen täglich, und auch NUR diesen Kunden, anfahre, oder? Greift da jetzt eine Entfernungspauschale? 

Steuererklärung, Steuern, werbungskosten, Außendienst
Absetzbarkeit Arbeitszimmer 2RW bei ausschließlich Homeoffice?

Ich lebe in einer 2 Raum Wohnung und beginne bald einen neuen Job, bei dem ich ausschließlich von zuhause aus arbeite. So ist es auch im Arbeitsvertrag geregelt. Die Firma hat keinen Sitz an dem alle Mitarbeiter stationiert sind, alle Kollegen arbeiten vom Homeoffice aus.

Nun stellt sich mir die Frage, ob wenigstens ein Teil meiner Wohnung als Arbeitsplatz angenommen werden kann und damit absetzbar ist (Miete anteilig usw). Mir ist natürlich bewusst, dass Arbeitsecken nicht absetzbar sind, sondern das Finanzamt separate Räume fordert, die maximal zu 10% privat genutzt werden. Einen solchen Raum habe ich allerdings in meiner 2RW logischerweise nicht. Dennoch ist diese Regel aus meiner Sicht und für meinen Fall doch völlig absurd. Ich befürchte fast, dass bei der damaligen Rechtssprechung (http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?Gericht=bfh&Art=pm&nr=32667) ein Fall wie meiner gar nicht bedacht wurde. Gerade für Angestellte wie mich (ausschließlich Homeoffice) besteht doch das größte Interesse die offensichtlich entstehenden Mehrkosten durch die Nutzung der Wohnung als Arbeitsplatz steuerlich geltend zu machen.

Wie ist eure Einschätzung dazu? Im Zweifelsfall drauf ankommen lassen? Ich könnte mir vorstellen evt. sogar den Rechtsweg zu beschreiten, weil mir diese Lücke in der Absetzbarkeit so eklatant vorkommt...oder bin ich da viel zu naiv?

Danke und viele Grüße

werbungskosten

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