Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis? Absetzbar in der EKST-Erklärung?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Genau genommen ist Deine Fragestellung falsch, aber ich vermute mal zu wissen, was Du meinst.

In Zeile 71 der ESteuererklärung 2016 stehen die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse im Privathaushalt. Das kommt bei den Vermessungskosten bestimmt nicht in Frage. Also fraglich, ob Zeile 72 oder 73.

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind bis zu 20 % von € 20.000, also max. € 4.000, im Steuerjahr in Zeile 72 ansetzbar.

Der Vermessungsingenieur erbringt sicherlich keine haushaltsnahe Dienstleistung im Sinne des § 35a Abs. 2 EStG, sondern allenfalls (wenn überhaupt) eine, die dem Handwerker vergleichbar ist, also § 35a Abs. 3 EStG. Derartige haushaltsnahe Handwerkerleistungen können in Zeile 73 der Erklärung bis zur Höhe von 20 % von € 6.000, also max. € 1.200, eingetragen werden.

Zu den haushaltsnahen Handwerkerleistungen gehören gemäß BMF-Schreiben vom 09.11.2016 auch (einige) gutachterliche Tätigkeiten, aber einige werden explizit ausgeschlossen. Dieses Schreiben findest Du unter http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2016-11-09-Paragraf-35a-EStG.html

Lies bitte dort die Textziffern 19 - 21 und die Anlage 1. Vermessungsingenieurtätigkeiten werden in dem Schreiben nicht erwähnt, aber zumindest werden Architektentätigkeiten (egal ob Neubau oder Umbau) ausgeschlossen, hingegen gutachterliche Tätigkeiten aber gemäß Textziffer 20 für möglich gehalten.

Da der Kontext und Deine Beschreibung für die Umbaumaßnahme der Garage fehlt, kann ich in Deinem Fall weder Zulässigkeit noch Ausschluss der Tätigkeit beurteilen.  

Vielleicht habe ich noch einen möglichen Wermutstropfen in Textziffer 22 Satz 3 des BMF-Schreibens gefunden: Es könnte sein, dass die Vermessung zu diesen öffentlichen Maßnahmen gehört. Aber ich bin mir nicht sicher.

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Ist es möglich, diese Kosten unter Zeile 71 des Mantelbogens zur EKSt-Erklärung einzusetzen?

Nein. Aus zwei Gründen:

  1. Herstellungskosten können keine hhnDL sein.
  2. Die Vermessung ist nicht etwas, was man auch typischerweise selber machen könnte.

Guten Tag, EnnoWarMal,

etwas irritiert habe ich geschmunzelt, als ich las, "...das es nicht etwas ist, was man auch typischerweise selber machen könnte...".

Erklärung zum Schmunzeln: bisher habe ich die Schornsteinfegerleistung auch immer problemlos in dieser Zeile 71 geltend machen können.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich ganz herzlich für die Antwort zu bedanken.

Herzliche Grüße

7papillon7

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@EnnoWarMal

und ein Vermessungstechniker nicht? Nein so ist es nicht. Der Schorni ist Dienstleister und in staatlichem Auftrag unterwegs, nimmt hoheitliche Aufgaben war. Der Vermessungstechniker nimmt auch hoheitliche Aufgaben war. Logisch ist Deine Antwort nicht. Sie gründet auf der üblichen steuerlichen Willkür. Vermessungskosten werden den Herstellungskosten zugerechnet, deshalb nicht absetzbar.

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@hildefeuer

hildefeuer: Es gibt den Schornsteinfeger und den bevollmächtigten Schornsteinfegermeister). Nur letzter nimmt m. E. die hoheitlichen Aufgaben war.

Ennowarmal u. hildefeuer: Es geht nicht um haushaltsnahe Dienstleistungen, sondern allein um haushaltsnahe Handwerker- leistungen nach § 35a Abs. 3 EStG.

Die Zurechenbarkeit zu den Herstellungskosten ist nicht mehr das Abgrenzungskriterium für die Nichtanrechenbarkeit von haushaltsnahen Handwerkerleistungen. Gemäß Textziffer 21 des BMF-Schreibens sind bei einer Neubaumaßnahme (liegt hier vielleicht nicht vor oder doch?!) alle Maßnahmen im Zusammenhang mit der Errichtung eines Haushaltes bis zu dessen Fertigstellung (vgl. H 7.4 "Fertigstellung EStH) nicht anrechenbar, alle Maßnahmen nach diesem Zeitpunkt schon.   

Wir wissen aus der Fragestellung nicht, an welchem Zeitpunkt und in welchem Zusammenhang die Tätigkeit des Vermessungs- ingenieurs erfolgte. Hier ist ferner auch noch der § 35a Abs. 3 Satz 2 EStG (öffentliche Förderung gegeben oder nicht) relevant.  

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Änderung Einkommensteuererklärung bei rückwirkender Rente noch möglich/notwendig?

Ich bin am 09.08.2017 rückwirkend zum 01.10.2016 verrentet worden. Es handelt sich um eine volle befristete Erwerbsminderungsrente.

Bis dahin hatte ich vom 01.10.2016 bis 05.04.2017 (inkl. 6 Wo. Lohnfortzahlung) noch gearbeitet und Lohn vom AG erhalten. Vom 06.04.2017 bis 01.08.2017 erhielt ich Krankengeld. Seit dem 02.08.2017 bekomme ich Rente.

Im Rentenbescheid wurde dies wie folgt aufgelistet: Für die Zeit vom 01.10.2016 bis 31.03.2017 "ist die Rente nicht zu zahlen, weil der zulässige Hinzuverdienst überschritten wird". Für diese Zeit habe ich ja volle Lohnzahlung durch meinen AG erhalten, knapp 3.000 Euro brutto im Monat. Ich habe jedoch nur eine Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro monatlich. Um diese Zeit bzw. Sachverhalt geht es mir eigentlich bei meinen später folgenden Fragen.

Ab April 2017 hatte ich Krankengeld erhalten, was teilweise wieder durch die Rentenversicherung direkt an die Krankenkasse ausgeglichen wurde. Ab August 2017 bekam ich dann Rente.

Ich hatte zum Zeitpunkt des Rentenbescheides, den 09.08.2017, meine Einkommensteuererklärung für 2016 schon beim Finanzamt abgegeben und auch danach nicht mehr geändert:

Jetzt komme ich zu den Fragen:

Ein Rentner muss keine RV- und AV-beiträge zahlen. Er muss nur KV und Pflegeversicherung bezahlen. Bei meiner Rentenhöhe von ca. 1250 Euro wird mir auch keine Lohnsteuer und Soli abgezogen.

Kann ich meine Einkommenssteuerklärung für 2016 noch ändern? Macht dies Sinn?

Bekomme ich in irgendeiner Form die Beiträge, die ich vom 01.10.2016 bis 31.12.2016 als Rentner in die Sozialversicherung gezahlt habe (AV, RV) wieder zurürck? Evtl. auch Lohnsteuer und Soli? Oder ist dies durch den sehr hohen Hinzuverdienst damals durch mein Gehalt, das ja weit über 450 Euro lag, nicht mehr möglich? Oder gibt es irgendwelche andere Gründe? Oder ist dies doch möglich?

Vielen Dank!

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