Mietausgaben bei Auslandsaufenthalt steuerlich absetzen

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4 Antworten

Um die vielen Antworten und Kommentare und Nachfragen mal ein wenig zu tunneln, hier nochmals etwas detailliertere Informationen zu meinem Fall:

  1. Aus steurlichen Gründen gelte ich in den USA als "non resident alien" und unterliege somit dem amerikanisch-deutschem "tax treaty", also dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Diese Informationen habe ich von meiner Arbeitsstelle erlangt. Wie in einem vorherigem Kommentar geschrieben, laut Personalausweis habe ich "keine Hauptwohnung in Deutschland", wobei hier ein Kommentator meinte, dass dies in Steuerangelegenheiten keine Rolle spielt. In meiner Steuererklärung habe ich allerdings eine deutsche Adresse angegeben, und zwar die meines Vaters, in dessem Haus ich ein Zimmer zur verfügung habe und über dessen Adresse meine deutsche Post geht.

  2. In meiner Steuererklärung wurden die Mietkosten in den USA nicht unter dem Punkt "Mehraufwendung für doppelte Haushaltsführung" gemacht. Miet- und Nebenkosten wurden unter dem Punkt Werbungskosten/Sonstiges angegeben. In der Anlage zu meinen Werbungskosten ist unter anderem die Miete als "Fortbildungskosten" angegeben. Der von mir zuvor angegebene Link (http://www.haufe.de/steuern/rechtsprechung/werbungskosten-durch-dreijaehriges-forschungsstipendium-in-kanada_166_159824.html) sollte lediglich zeigen, dass laut Rechtssprechung ein, wie in meinem Fall, Postdoc-Aufenthalt im Ausland als Fortbildung erfasst werden kann, und somit Ausgaben zu dieser Fortbildung (im Beispielfall Flugkosten) steuerlich geltend gemacht werden können.

In meiner Situation nochmals konkret die Frage: Lassen sich auch Mietausgaben während eines Postdoc (Fortbildungs)-Aufenthalts im Ausland steuerlich als Werbungskosten gelten machen?

Bitte entschuldigt, sollte ich mich zuvor falsch oder ungenügend ausgedrückt haben, und schonmal vielen Dank für jeglichen Rat.

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Kommentar von AG10028
24.05.2014, 13:56

Die Geschichte wird (zumindest für mich) immer interessanter, aber auch verwirrender: Das Finanzamt (FA) hat meine angegebenen Werbungskosten abgelehnt, da, wie es im Steuerbescheid heisst: "Da Sie in der BRD keinen Wohnsitz haben, sind die geltend gemachten Kosten für die Unterkunft sowie die entsprechenden Nebenkosten als Kosten der Lebensführung nicht abzugsfähig". Bin ich jetzt völlig auf dem Holzweg oder würde dies konsequenterweise auch bedeuten, dass ich überhaupt keine Steuern in Deutschland hätte zahlen müssen und sogar die bereits entrichteten Steuern aus meinem zeitweiligen deutschem Einkommen (wärend ich in den USA war), erstattet bekommen müsste? Was ja viele hier bereits verwirrt hat: wenn dass FA davon ausgeht, dass ich keinen Wohnsitz in Deutschland habe, warum muss ich dann überhaupt Einkommenssteuer für mein US-Gehalt bezahlen?

Müsste es so sein: Entweder das FA erkennt einen deutschen Wohnsitz an und muss dann auch meine Werbungskosten anerkennen, oder es geht davon aus (so wie es laut Steuerbescheid momentan erscheint), dass ich keinen deutschen Wohnsitz habe und düfte dann keine Steuernachzahlung für mein US-Gehalt verlangen (und müsste sogar meine bereits bezahlten Steuern rückerstatten)? Kann irgendwie doch nicht sein, oder?

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Dein Sachverhalt ist etwas unklar.

  1. wie viele Monate warst Du in den USA, von wann bis wann?

  2. Hattest Du in 2012 wirklich keinen Wohnsitz in "D"? Kann ich nicht glauben, weil es nicht zum Rest passt, denn wenn Du die Einkünfte hier versteuern sollst, muss entweder ein Wohnsitz, oder der gewöhnliche Aufenthalt in "D" gewesen sein.

  3. Die Begründung, die US-Wohnungskosten nicht anzuziehen, war vermutlich "Kosten der privaten Lebensführung"

  4. Wenn Du die einnahmen hier versteuern musst, stellt sich die Frage (bezüglich der US-Einkünfte) nach dem Progressionsvorbehalt nicht mehr. Das wäre nur, wenn Du drüben versteuern müsstest.

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Kommentar von AG10028
23.05.2014, 23:33

Zur Klärung deiner Fragen:

  1. Ich war, mit Ausnahme kurzer Heimatbesuche, das ganze Jahr 2012 in den USA und bin es auch jetzt noch.
  2. In meinem Personalausweis steht: "keine Hauptwohnung in Deutschland". Im Jahr 2012 wurde mein Auslandsaufenthalt zunächst von einem Forschungsinstitut in Deutschland, und später von der Universität in den USA finanziert. Wie zuvor geschrieben, unterliege ich dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und gehe daher davon aus, dass ich in D meine Steuern entrichten muss, oder?
  3. Dies mag möglich sein, wobei die Miet- +Nebenkosten in der Steuererklärung im Überpunkt Werbungskosten eindeutig als "Fortbildungskosten" angegeben sind.
  4. Wie geschrieben, nach DBA habe ich in den USA keine Steuern zu zahlen gehabt. Daher, gilt der Progressionsvorbehalt wohl nicht.

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Kommentar von AG10028
23.05.2014, 23:38

Hierzu auch nochmals mein Kommentar zu einem anderen Beitrag hier: Meine Miet- und Nebenkosten wurden unter Werbungskosten als Fortbildungskosten angegeben. Die Antwort des Finanzamts lautet zu diesem Punkt: "Da Sie in der BRD keinen Wohnsitz haben, sind die geltend gemachten Kosten für die Unterkunft sowie die entsprechenden Nebenkosten als Kosten der Lebensführung nicht abzugsfähig"

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Ich glaube kaum, dass Du die Begründung des Finanzamts richtig wiedergegeben hast.

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Kommentar von Primus
23.05.2014, 22:00

Und was denkt der Fachmann - wie könnte die Begründung wirklich lauten?

Deine Antwort würde dem Fragesteller bestimmt weiterhelfen ;-))

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Kommentar von AG10028
23.05.2014, 22:35

Meine Miet- und Nebenkosten wurden unter Werbungskosten als Fortbildungskosten angegeben. Die Antwort des Finanzamts lautet zu diesem Punkt: "Da Sie in der BRD keinen Wohnsitz haben, sind die geltend gemachten Kosten für die Unterkunft sowie die entsprechenden Nebenkosten als Kosten der Lebensführung nicht abzugsfähig"

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Klingt doch schlüssig, zumindest die Versagung der Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung. Denn für einen doppelten Haushalt fehlt ja mindestens ein Haushalt.

Das mit der Versteuerung des amerikanischen Einkommens in DE hingegen klingt absurd; schließlich hattest du ja keinen Wohnsitz in DE, wie du sagst (was im Personalausweis steht, mag melderechtlich von Bedeutung sein, nicht aber steuerrechtlich. Denn wenn jemand ohne Wohnsitz in der BRD sein ausländisches Einkommen in in der BRD versteuern müsste, hätten die Finanzämter ja eine Menge zu tun. Schließlich gibt es rund 6 Milliarden Leute, auf die das zutreffen könnte.

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Kommentar von AG10028
24.05.2014, 04:47

Ja ich gebe dir recht, auf den ersten Blick erscheint dies schlüssig. Allerdings zählt ein Postdoc job im Ausland grundsätzlich als Weiterbildung (es gibt sogar eine Gerichtsurteil eines ähnlichen Falls einer Postdoktorandin in Kanada, habe leider den link dazu nicht mehr). Daher kann meine Arbeit in den USA grundsätzlich als Fortbildung für meinen weiteren Werdegang in Deutschland gezählt werden und sollte daher als Werbungskosten angerechnet werden können (wenn ich dies richtig verstanden habe). Ich bin quasi nur in den USA um meinen Arbeitsmarktwert in Deutschland zu erhöhen. Sprich, auch meine Miet- und Nebenkosten sind Teil meiner Fortbildung. Da ich meine gesamte Zeit 2012 in den USA verbracht habe, ist es doch auch wiederum Unsinn einen festen Wohnsitz in Deutschland zu haben, und rechtlich evtl auch strittig (wobei im Nachhinein währe es steuerlich wahrscheinlich besser gewesen). Zudem wurden meine Mietkosten nicht unter doppelter Haushalt, sondern lediglich als Werbungskosten zur Forbildung angegeben (wobei ich nicht 100% über die Unterschiede bescheid weiss).

Das mit der Versteuerung des amerikanischen Einkommes ist meines Erachtens nach korrekt. Soweit ich das Doppelbersteurungsabkommen (DBA) richtig verstanden habe, ist es so, dass ich meine Einkünfte aus, in diesem Fall Deutschland und USA, in einem der beiden Läder versteuern muss. Dies soll dazu dienen, dass man keines der Einkommen doppelt besteuern muss. Das DBA gilt für die ersten 2 Jahre im Ausland. Was danach passiert, da bin ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher.

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