Darf der AG immer das Verkehrsmittel für "Dienstreisen" vorschreiben?

In absehbarer Zeit stehen bei uns diverse Schulungen/Weiterbildungen an. Dazu müssen alle Mitarbeiter zu Lehrgängen die sich im gesamten Bundesgebiet stattfinden. Bisher war es üblich das für solche Schulungen Firmeneigene PKW genutzt wurden (größeres Unternehmen mit eigenem Fahrzeugpool).

Jetzt gab es einige strukturelle Änderungen und der einfache Mitarbeiter darf natürlich keine Kosten verursachen. Und daher sollen alle Mitarbeiter jetzt Bahn plus ÖPNV nutzen. Die reine Reisezeit wird aber nicht als Arbeitszeit angerechnet. Die Kollegen die an einem Sonntag bereits ihre Dienstreise antreten sind zwar über den AG versichert aber die Reisezeit wird nicht als Arbeitszeit angerechnet. Gleiches gilt wenn Schulung + Rückreise mehr als die übliche tägl. Arbeitszeit beträgt (8h Schichtdienst).

Wenn also am letzten Schulungstag nach sagen wir mal 6h Lehrgang dann noch 4 oder 5h Fahrtzeit dazu kommen bekommt man lediglich die 8h angerechnet.

Daher bin ich bestrebt die Reisezeiten so gering wie möglich zu halten und würde gern auf einen PKW zurückgreifen. Die Fahrzeit zu meiner mir bekannten Schulung mit einem PKW beträgt 3-4h, mit dem Zug min. 4 1/2 + ÖPNV um vom HBF zum Hotel zu kommen, Wartezeiten kommen ja auch noch dazu.

Gibt es eine Regelung wie viel zeitlichen Mehraufwand ich als AN in Kauf nehmen muss? Im MTV Energie sowie den BV konnte ich dazu nichts finden.

Ein weiterer Punkt warum ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen möchte ist ein ganz einfacher. Im Hotel muss am letzten Tag meist bis 10:00 ausgecheckt werden. Die Schulungen dauern aber länger, also muss das Gepäck irgendwo hin. Bei der letzten Schulung war das Ergebnis das alle Teilnehmer die Mit der Bahn angereist waren ihr Gepäck im Schulungsraum gestapelt haben. Dieser war aber auch in den Pausen und wenn niemand drin war nicht verschlossen. Das mir jetzt jemand schmutzige Wäsche klaut befürchte ich eher nicht, allerdings hat man ja für die "Freizeit" im Hotel das ein oder andere private Gepäckstück mit dabei. Wenn dann etwas gestohlen wird (Laptop,Reisegitarre z.B.) habe ich den Schaden und bleib darauf sitzen. Mir persönlich wäre es da natürlich lieber ich könnte mein Gepäck schon ins Auto packen. Da kann es zwar auch gestohlen werden, aber die Gefahr ist geringer.

Die Begründung des AG für Bahn+ÖPNV ist natürlich das dass günstigste Verkehrsmittel gewählt werden soll. Das bei einer Strecke von ca. 400km die Kosten für den Zug geringer sind als die Kosten für Kraftstoff und Verschleiß wage ich zu bezweifeln. Die Fahrzeuge stehen im Fuhrpark bereit und "kosten" nur bei der internen Verrechnung extra. Das ist aber ein linke Tasche - rechte Tasche Spiel.

Des weiteren ist noch nicht ganz klar ob immer 2 AN gemeinsam an den Schulungen teilnehmen, was ja dann den Einsatz eines PKW eher noch sinnvoller macht.

Bin auf Tipps gespannt. Evtl. gibt es ja auch Hinweise auf rechtliche Vorgaben mit denen ich gegenüber meinem Dienstvorgesetzten argumentieren kann.

Gruß M.L.

arbeitsrecht, Dienstreise
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Haftet ein Arbeitnehmer bei Vertragsstrafe zwischen AG und einer Firma, die er durch einen kleinen Fehler verursacht hat?

Hallo zusammen, 

ich würde mich über eure Einschätzung folgender Situation zum Thema Arbeitsrecht freuen: 

Ein sehr guter Freund ist seit ein paar Monaten Projektleiter in einer kleinen Firma. Um mehr Aufträge und Neukunden zu erhalten, hat der AG beschlossen, Kundendatenbanken aus dem Netz zu kaufen und diese für das Versenden von Werbe-emails zu nutzen. Die Daten wurden nicht mit der Zustimmung der Kunden gesammelt. Eine der Aufgaben meines Kumpels ist das Versenden der Werbemails über ein Programm dass die Datenbank nutz. Er wusste natürlich dass das Verwenden der Daten auf diese Weise gegen Gesetzte verstößt und war stark gegen eine solche Kundengewinnung. Der AG hat aber seiner Aussage nach "das Risiko in Kauf genommen". Das hat sich für die Firma auch erstmals gelohnt. 

Nach ein paar versendeten Emails erhielt sie aber auch Unterlassungserklärungen, die das Löschen aller Daten forderten und um keine weiteren Emails baten. Das Löschen dieser "erbosten Kunden" ist ebenfalls die Aufgabe meines Kumpels. 

Hier kommen wir zum Problem: Das Programm dass er dafür verwendet, hat wohl zwei Optionen eine Kundenemail zu löschen. Einmal aus der aktuellen Werbe-email-Liste und einmal aus dem ganzen Programm. Sehr wahrscheinlich wurde einer dieser Kunden durch ihn nicht komplett, sondern nur aus der vorherigen Liste gelöscht und später erneut angeschrieben. Laut meinem Kumpel lagen die zwei Optionen ca. 2cm voneinander entfernt in einem kleinen Fenster. Dadurch, dass er noch sehr viel anderes zu tun hat und die Emails recht kurzfristig raus mussten, hat er wohl die falsche Auswahl getroffen und es nicht gemerkt. 

Nach erneutem Erhalten der Werbe-email fordert einer der Kunden jetzt einen Schadensersatz von 6.000€ durch einen Vertragsbruch (vorher unterschr. Unterlassungserklärung). Zusammengefasst hat der Kumpel also 6000€ Schaden für den AG verursacht, durch einen einzigen Fehlklick da die ersten Emails automatisch rausgingen. 

Der AG fordert nun von meinem Kumpel den Schaden zu ersetzen. Mein Kumpel sieht das natürlich nicht ein, bzw. nur eine kleine Summe, da er  von dem Risiko wusste und den AG darauf aufmerksam gemacht hat. Zudem war es ein kleiner, leicht zu machender Fehler, der zu dem Schaden führte. 

Wie sieht das hier mit der Fahrlässigkeit und Schadensteilung aus (grob, mittel, leicht)? Hat die höhere Position meines Kumpels als Projektleiter eine Auswirkung (hätte er sorgfältiger sein sollen?). Hat es eine Auswirkung, dass der AG wissentlich gegen das Gesetz verstoßen hat? 

Der Kumpel hat mich um Rat gebeten und da ich das Forum kenne wollte ich euch auch fragen. Er ist gerade frisch eingestiegen und möchte die Stelle nicht gefährden da sonst alles passt, aber die Summe sind locker 3 Nettogehälter für ihn also eine Menge Geld.

Was haltet ihr davon? 

arbeitsrecht, Haftung
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Kündigung seitens des Arbeitgebers gültig? (Mehrere Formfehler)?

Hallo, ich habe nach einer Auszeit von 5 Monaten bei meinen Ex Arbeitgeber wieder angefangen da ich bei der gewechselten Stelle nicht glücklich wurde.

Nun wurde ich wärend der erneuten Probezeit kurz vor Ablauf gekündigt. Dies ist auch erstmal im Grunde nach auch ohne Begründung glaube ich zulässig. (Es gab kein Gespräch und kein Negativfeedback)

Als ich nach meiner Freistellung allerdings mein Zeugnis erhalten habe wurde ich skeptisch. Auf dem Zeugnis hat jemand anders als in der Kündigung unterschrieben.

Daraufhin habe ich mir die Kündigung genauer angeguckt und nach Recherche heraus gefunden dass womöglich 2 formale Mängel in der Kündigung vorzufinden sind.

1. Die Muttergesellschaft hat für die Tochtergesellschaft (bei der ich angestellt bin) unterschrieben. In der Kündigung sowie im Arbeitsvertrag geht auch keine Vollmacht hervor.

2. Die Unterschrift wurde wenn man genau hinguckt digital eingefügt und nicht händich unterschrieben. (Dritte unterstützen hierbei meine Vermutung)

Dies habe habe ich sofort nach Kenntnisnahme tangiert.

Mir wurde per Email mitgeteilt, dass eine Vollmacht vorliegt( nicht ersichtlich bei der Kündigung) und ich diese per Post mit zugesendet bekomme, zusammen" formhalber" mit einer neu ausgestellten Kündigung.

Ich vermute die neue Kündigung wird dann auch auf das Ursprüngliche Datum datiert. (die Zusendung erhalte ich noch)

Es wird ob die Unterschrift händisch oder digital eingefügt wurde auch nach mehreren nachfragen per Email nicht weiter darauf eingegangen.

Ich bin im glauben dass ich womöglich verschaukelt werde und die Unfähigkeit formal korrekt zu kündigen verschleiert werden soll.

Meine frage ist nun kann ich verlangen dass die neue Kündigung richtig datiert wird und auf eine erneute 2 Wochen Frist bestehen?

arbeitsrecht, Kündigung
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Darf Arbeitgeber letztes Gehalt per Scheck bezahlen?

Folgendes.

Ich habe eine neue Arbeitsstelle begonnen, leider hielt die Freude nicht lange an und das Arbeitsverhältnis endete 4 Wochen später. Das erste Gehalt wurde ganz normal überwiesen. Nun wartete ich auf das letzte Gehalt. Es kam nicht

Auf Aufforderung nannte der Arbeitgeber als Grund nicht zu überweisen, ich hätte im Vertrag unterschrieben das letzte Gehalt abzuholen per Scheck. Leider hatte er Recht und ich habe das unterschrieben vor Freude über einen neuen Job, obwohl vorher steht das Gehalt wird überwiesen. Kommt er nun damit durch? Ich hätte dem nicht zugestimmt, nur das Thema Kündigung geht man nicht genau bei einer Anstellung durch. Nun warte ich bereits seit 15. Und kann keine Schecks durch Online Banking tätigen, zumal ich gehört habe dies dauert nochmal 10 Tage. Ist es erlaubt, dass ich falsch ich jemand finde den ich den Scheck anvertrauen würde, ich noch länger warte? Man einigt sich schon auf die Zahlung am 15. Und nun ist bald der 25. Und ich soll weitere bis 10 Tage warten? Gibt es keine anderen Möglichkeit. Der Arbeitgeber reagiert auf freundliche Bitte nicht. Und er hat doch sonst auch überwiesen. Ich brauche nur dringend das Geld aber will mir nicht alles gefallen lassen, zumal der Lohn nicht vollständig ist und mit einer Abholung gebe ich doch auch der nicht vollständigen Zahlung recht.

Geld, arbeitgeber, arbeitsrecht, Finanzen, gehalt, Lohn, Scheck
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