UNverheiratet - Wie bemisst sich der Wert der Gegenleistung bei einem Übertragungsvertrag (Immobilie) inkl. Übernahme der Darlehensverbindlichkeiten?

Fakten:

  • unverheiratetes Paar kauft 2019 ein Grundstück (30.000 EUR) Grunderwerbssteuer wurde beglichen
  • davon unabhängig wird über einen Architekten ein Neubau zu eigenen Wohnzwecken auf dem Grundstück gebaut - daruf musste keine Grunderwersbssteuer gezahlt werden
  • Finanzierung wurde zu einer Grundschuld von 260.000 EUR aufgenommen
  • Eigentum anteilig im Grundbuch zu 50/50 (Grundschuld also 130.000 EUR/130.000 EUR)
  • Paar trennt sich 2020
  • ein Partnerteil verbleibt im Haus und möchte Alleineigentümer per Übertragungsvertrag beim Notar werden
  • es soll einvernehmlich keine Ausgleichszahlung erfolgen
  • Restschuld noch knapp 250.000 EUR von 260.000 EUR

Frage:

  • Wie bemisst sich die Grunderwerbsteuer in diesem Fall bei einer Schuldübernahme des hälftigen Teils des ausziehenden Partners ( Grunderwerbssteuersatz in x% von 130.000 EUR oder X% der Grundschuld minus Restschuld des hälftigen Teils = X% von 5.000 EUR ?)
  • Im Übertragungsvertrag wird nach dem Wert des Grundstückes und Wert der Ausgleichszahlung gefragt. Läuft man Gefahr hier in eine Schenkungssteuerfalle zu tappen, wenn man Ausgleichszahlung mit 0 EUR angibt? Ist der Wert des Grundstücks, wie gekauft 30.000 EUR oder inkl. Grundschuld zu bemessen?

Freue mich auf sachdienliche Antworten :)

Grunderwerbssteuer, Immobilien, Schenkungssteuer, Steuern
Schenkung vermeiden: Richtwert für zweite Reihe mit Altlasten?

Hallo zusammen,

die Großmutter meiner Partnerin, möchte auf eigenen Vorschlag, ihr Grundstück teilen und an uns verkaufen. Am Liebsten würde sie es uns schenken. Da gibt es nur einen Haken: Meine Parterin und ich sind nicht verheiratet, und werden es auch nicht sein (zumindest nicht vorm Grundstückskauf). 

Um späterer Konflikte zu vermeiden, möchten wir natürlich auch beide im Grundbuch eingetragen werden, ergo wollen wir beide 50/50 abkaufen. Wie bereits erwähnt, sollte uns das Stück Land schlicht geschenkt werden, die Großmutter ist also an keinem sonderlichen Gewinn interessiert (und wir natürlich auch nicht an unnötigen Ausgaben). 

Nun fürchten wir bzw. ich mich aber vor einer möglichen Einschätzung des Finanzamts. Wir wollen definitiv keinen späteren Ärger haben, und den Kauf als Schenkung eingestuft bekommen. 

Daher die Frage: Wie viel Spielraum gibt es, den Wert des Grundstücks zu mindern? Grundsätzlich ist das Stück 1400qm groß, und der Bodenrichtwert (in diesem Dorf) liegt bei 240 Euro. Aufgrund des Bebauungsplans sind aber nur 20m x 10m (bzw. nach neuen Baugesetzen bzgl. Abstand zum Nachbargrundstück nur 20m x 7m) bebaubar. Außerdem ist das Grundstück unerschloßen, und ca. 23m x 5m Einfahrt werden benötigt. Auch ansonsten ist das Land natürlich nicht perfekt geeignet als Bauland: Alte Baumstümpfe, umfallgefährdete Nadelbäume, diverse Altlasten wie eine 60 Jahre alte Scheune sowie Bauschutt. 

Auch wollen wir uns natürlich ebenfalls um die Großmutter kümmern, und wollen daher Dienstleistungen wie Gartenarbeit, Einkäufe, ... (also diverse Nießrechte) notariell festlegen.

Unsere Rechnung sah wie folgt aus: 336.000 Euro Grundwert. Abzüglich ca. 50.000 Euro für die Altlasten. Abzüglich ca. 170.000 Euro für die schlechte Bebaubarkeit (auf der Gemeinde wurden uns -50% vorgeschlagen, allerdings nur mündlich). -> 116.000 Euro.

Mit wie viel Euro pro erwartete Lebensjahre (laut Sterbetafeln, wir hoffen natürlich auf mehr!) können wir für die beschriebenen Nießrechte rechnen? Und müssen wir uns bei diesen Preisen Sorgen über eine angesetzte Schenkung oder Teilschenkung machen?

Vielen Dank!

Grundbuch, Grunderwerbssteuer, Immobilien, schenkung, Schenkungssteuer, Steuern
Grunderwerbssteuer auf eigene Grundschuld?

Moin moin,

ich habe da mal eine Frage zu Grunderwerbsteuer in unserem individuellen Fall. Ich hoffe, jemand Findiges kann mir da netterweise helfen. :)

Wir bauen gerade ein Einfamilienhaus auf dem Grundstück der Eltern meiner Verlobten. Das Grundstück gehörte komplett den Eltern, es wurde ideell geteilt in einen kleineren Teil für unseren noch nicht existierenden Neubau und einen größeren für die Eltern mit derem bestehenden Haus. Wir haben für unseren ideellen Teil nichts an die Eltern bezahlt.

Auf dem ursprünglichen Grundstück waren noch zwei Grundschulden mit einem Restbetrag von ca. 75.000 Euro, die auf dem ideellen Teil der Eltern nun verblieben sind. Wir haben auf unserem ideellen Teil eine größere Grundschuld von ca. 400.000 Euro für eine Finanzierung für den Neubau inkl. Nebenkosten.

Unser ideeller Teil wurde nicht zu gleichen Teilen auf meine Verlobte und mich überschrieben. Meine Verlobte bekam 90% unseres eigenen ideellen Teils und ich selber 10% (weil die Bank das wegen der Finanzierung verlangte). Da das ideelle Teilgrundstück mit ca. 180.000 Euro Wert veranschlagt wurde, gehören mir also nun 18.000 Euro Grund. Unsere Auffassung war, dass ich damit keine Steuern (Schenkungsteuer) zahlen muss, weil unter dem Freibetrag. Meine Verlobte sowieso nicht (weder Schenkung- noch Grunderwerbsteuer), weil ihr Teil vorweggenommenes Erbe ist und auch unter dem Freibetrag liegt.

Nun war dummerweise die zeitliche Abfolge so:

  • Wir unterschreiben heute vor einem Jahr ca. den Vertrag beim Hausbauer.
  • Im Mai unterschrieben wir die Finanzierung bei der Bank.
  • Im Juni mussten wir notariell auf das ursprüngliche, ungeteilte Grundstück schon einmal mit Erlaubnis der Eltern meiner Verlobte die Grundschuld über ca. 400.000 Euro eintragen lassen, um an einen Teil des Geldes aus der Finanzierung zur Deckung der Nebenkosten zu kommen.
  • Im Dezember haben alle vier Beteiligten (Eltern, Verlobte, ich) den Überlassungsvertrag und den Teilungsvertrag notariell unterschrieben.

Nun habe ich Post vom Finanzamt bekommen, wo sie die von uns übernommenen Grundschulden von den beteiligten Banken belegt haben wollen. Bedeutet dies, dass ich auf 10% von den 400.000 Euro nun 4,5% Grunderwerbsteuer zahlen muss, obwohl der Grunderwerb meines Erachtens doch nur bei 10% von 180.000 liegt?

Oder sagt das Finanzamt nun: Sie müssen nun auf 10% von 400.000 zahlen, weil das der Wert ist, den wir sehen?

Viele Grüße!

Grunderwerbssteuer, Grundschuld, Immobilien
Konkreter Fall: Grunderwerbssteuer und Grundbuchkosten bei Nachlass?

Hallo, folgender konkreter Fall: Ein Elternhaus wird an zwei Kinder vererbt. Nach dem Tod des Vaters sind die Kinder bereits zu jeweils 1/4, also gesamt 1/2 Eigentümer des Hauses, die Mutter hat den anderen 1/2 Anteil geerbt. Nach dem Tod der Mutter erben die beiden Kinder den 1/2 Anteil der Mutter zu jeweils der Hälfte, also 1/4 pro Kind. Die Kinder wären nach kostenloser Umtragung im Rahmen des Nachlasses durch das Amtsgericht dann zu jeweils 1/2 Anteil Eigentümer des Hauses.

Nun die Frage: wenn jetzt eines der beiden Kinder das gesamte Haus mit Hilfe einer Ausgleichszahlung vom anderen übernehmen will, was ist das beste Vorgehen hierzu in Hinsicht auf Umtragungskosten (Notar, Amtsgericht, Grundbuchamt) und Grunderwerbssteuer? Das Haus ist nach dem Tod der Mutter bisher noch nicht umgetragen worden.

1) Ist es möglich, den 1/2 Anteil der Mutter ohne Umtragungskosten auf ein Kind zu übertragen oder ist die kostenlose Umtragung im Rahmen des Nachlasses nur gemäß Erbschein möglich (zu jeweils 1/2 des halben Anteils der Mutter an die beiden Kinder, also 1/4)?

2) Sind für den 1/4 Anteil, der an das eine Kind im Zuge des Nachlasses vom Vater gefallen ist und nun an das andere Kind übergehen soll - Umtragungskosten fällig und ist Grunderwerbssteuer für diesen Anteil zu bezahlen?

3) Muss die Umtragung in zwei Schritten erfolgen (erst gemäß Erbschein, dann gesondert, um die vollständige Eintragung für ein Kind zu erzielen)?

4) Welche Kosten entstehen?

  • Umtragung 1/2 Anteil Mutter gemäß Erbschein an beide Kinder?
  • Umtragung bestehender Anteil Kind 1 an Kind 2?
  • Grunderwerbssteuer?

5) Gibt es Möglichkeiten/Konstellationen, die zur Umsetzung dieses Ziels sinnvoller sind?

Erbe, Erbengemeinschaft, Grundbuch, Grunderwerbssteuer, Nachlass, Amtsgericht

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