Geld aus dem Ausland für Immobilie als Kapitalanlage. Was sage ich dem Finanzamt?

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6 Antworten

Mit der Wahrheit kommst Du am weitesten ausserdem ist es ja kein Problem, wenn Dein Freund ohnehin Miteigentümer werden soll.

Er muss übrigens der Belastung der Immobilie mit dem Kredit für Dich einverstanden sein.

Wird er hier mit zum Notar gehen, oder sollst Du ihn vertreten und er erklärt im Iran die Zustimmung?

Hallo. Danke für die schnelle Antwort. Damit ist er einverstanden. Der Bank werde ich auch sagen, dass beide Parteien im Grundbuch stehen werden aber ich der alleinige Kreditnehmer sein werde. Er würde mit mir zum Notar gehen.

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@Dubiko88

Dann ist es kein Problem.

Er sollte, wenn er zur Beurkundung kommt, eventuell einen Herskunftsnachweis für das Geld haben.

Nicht, dass es den Notar groß interessieren wird, aber eventuell kommt eine Frage vom Finanzamt. 

Seine Einkommensteuerbescheide evtl.

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@Dubiko88

Dubikko88: Zwei Eigentümer im Grundbuch sind schon okay, aber die Bank, die Dich im Grundbuch als alleinigen Kreditnehmer und Zahlungsverpflichteten akzeptiert, mußt Du erst noch finden;-)

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Dubiko:

Das zur Teilbelegung der Gestehungskosten für eine inländische Immobilien-Kapitalanlage erforderliche Eigenkapital von 150 000 € bringt der Freund ein, der zwar grundbuchmässiger Miteigentümer wird nicht jedoch für das Fremdkapital persönlich (zusammen mit dir als Gesamtschuldner) haftet.

Hat die finanzierende Bank einer solch unüblichen Vertragsgestaltung bereits schriftlich zugestimmt?

Das Finanzamt sollte das kleinere Problem sein. Viel gravierender ist das Thema "Geldwäsche". Sollte Ihr Freund das Geld aus dem Iran nach Deutschland überweisen, wird das die Empfängerbank auf den Plan rufen. Diese ist verpflichtet, die Herkunft des Geldes zu prüfen. Und gerade bei einer Zahlung aus dem Iran dürften da sicher alle Alarmglocken schrillen. Ergo muss die Bank den Zahlungseingang melden (seit Juni diesen Jahres gibt es diesbzgl. wesentlich schärfere gesetzliche Vorgaben).

In der Folge kann es übrigens sein, dass die Bank das Geld zurücküberweist.

Das Finanzamt wird von dem Immobilienkauf auf jeden Fall erfahren. Notare sind nämlich verpflichtet, den Finanzbehörden Kopien aller Grundstückskaufverträge zur Verfügung zu stellen.

Was das Finanzamt aus dieser Konstellation heraus lesen will, ist natürlich schwer absehbar.

Ich persönlich frage mich, wie denn das Geld vom Iran nach Deutschland kommen soll. Gibt es da nicht immer noch wegen der US-Sanktionen Kapitalverkehrseinschränkungen? Außerdem dürfte dieser Betrag für den Durchschnittsiraner ein Betrag ungeheurer Höhe sein.

Kurzum: Es ist alles möglich. Es kann ganz glatt über die Bühne gehen. Es kann aber auch sein, daß man Dir unterstellt, Schwarzgeld auf diese Weise legalisieren zu wollen oder gar aus illegalen Geschäften erwirtschaftete Gewinne.

Auf jeden Fall würde ich mich angesichts dessen bemühen eine in sich schlüssige Story zur Herkunft und zum Transfer des Geldes präsentieren zu können.

"Gibt es da nicht immer noch wegen der US-Sanktionen Kapitalverkehrseinschränkungen?"

Jain. Theoretisch sind sie abgeschafft, da die Wirtschaftssanktionen bis auf die der USA wieder aufgehoben sind. Die USA halten ihre auch nur aufrecht, weil sie mit den Saudis verbündet sind, die den Iran nicht mögen. Die Banken könnten also rein theoretisch wieder normal Geschäfte machen, fürchten aber Strafzahlungen der Amis, obwohl die eigentlich jeglicher Grundlage entbehren würden. Was man aber machen kann, sind Geschäfte direkt mit Iranischen Banken, es gibt hier in Deutschland zwei Banken aus dem Iran, die hier Niederlassungen haben: Bank Sepah Iran und Bank Melli Iran. Oder man sucht sich eine Zwischenbank, z.B. aus dem Oman, die dann den Zahlungsverkehr mit dem Iran abwickeln.

http://www.management-circle.de/blog/finanztransaktionen-iran-moegliche-wege-fuer-ihre-zahlungsabwicklung/

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@Gorgonhead

Guter Hinweis auf die beiden Niederlassungen. Neben den beiden Niederlassungen gibt es noch die aus meiner Sicht sehr kompetente Europäisch-Iranische Handelsbank (EIH-Bank) in Hamburg, die sich hier näher vorstellt:

http://www.eihbank.de/de/

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"was passiert, wenn er mir die 150.000€ auf mein Konto überweist, "

Das wäre schon der erste Fehler. Die Summe ist auch so hoch, das sie meldepflichtig ist. Der Kontoinhaber wäre ja Eigentümer und ggf. Einkommens-Steuerpflichtig. Besser auf Notar-Konto überweisen.

Die Herkunft des Geldes beim Hauskauf interessiert den Notar überhaupt nicht. Es ist auch nicht so, das das FA eine Kopie des Kaufvertrages erhält. Vielmehr schreibt der Notar eine Zusammenfassung des Vertrags an das FA. Details des Kaufvertrags erfährt das FA nicht.

Wir hatten das hier im Raum Celle mit mehreren Kurden, die Häuser gekauft haben und in Bar aus einer Plasiktüte bezahlt haben beim Notar. Das hat auch keine Konsequenzen gehabt, obwohl es in der Zeitung stand.

Das Embargo gegen den Iran ist ja aufgehoben worden. Allerdings sollte man darauf vorbereitet sein, das da genauer nachgefragt wird. Schon deshalb würde ich aus dem Iran niemals, unter keinen Umständen, eine solche Summe auf ein privates Konto überweisen lassen. Das Konto würde wohl dann in den nächsten Jahren vermutlich Interesse von einem halben Dutzend Diensten wecken.

Der Anzeige des Notars an das Funanzamt ist eine Abschrift der Urkunde über den Rechtserwerb beizufügen (§ 18 Abs.1 GrEstG).

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@Franzl0503

Komisch vor 17 Jahren konnte sich das FA beim Erwerb meines Bauplatzes noch darauf berufen, den Inhalt des Kaufvertrages und somit dem Wert für Grund und Boden nicht zu kennen. Als Folge wurde ein falscher Grunderwerbsteuerbescheid gefertigt. Man musste damals extra in Widerspruch gehen. Haben alle Nachbarn nicht gemacht und somit zuviel Grunderwerbsteuer gezahlt.

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Dass Notare die Herkunft der Gelder nicht interessiert, ist Quatsch. Spätestens seit Neufassung/Verschärfung des sog. Geldwäschegesetzes stehen sie noch mehr in der Pflicht (insbesondere auch zur Meldung von Verdachtsfällen).

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Hallo. Danke für eure Antwort. Ich möchte es ja nicht dem FA verschweigen, im Gegenteil, ich möchte dem FA irgendwie klar machen, dass das nicht mein Geld ist, sondern eine Investition aus dem Iran. Die Bank möchte das Geld natürlich auf "meinem" Konto sehen, denen ist es glaube ich egal woher es kommt.

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@Dubiko88

Fakt ist, wenn das Geld auf Deinem Konto ist, wird es Deinem Einkommen zugerechnet und unterliegt der EST.

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Wir hatten das hier im Raum Celle mit mehreren Kurden, die Häuser gekauft haben und in Bar aus einer Plasiktüte bezahlt haben beim Notar. Das hat auch keine Konsequenzen gehabt, obwohl es in der Zeitung stand.

Und vor wie vielen Jahrzehnten war das??

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Ist das Geld legal erworben passiert am Schluß gar nichts. Aber man wird genau nach dir und deinem Geld sehen.

 

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