Lebensmittelpunkt in Österreich und Deutschland, Arbeit in Deutschland, Österreich und Schweiz, wie richtig Lohnsteuer berechnen?

Hallo und schon mal vielen Dank für eure Antworten! Meine Arbeiten und Aufenthalte 2016: Von Januar bis September 2016 war mein Nebenwohnsitz und Lebensmittelpunkt in Österreich, dort war ich auch bis Ende September als Student inskribiert. Mein Hauptwohnsitz ist seit jeher mein Elternhaus in Deutschland, jedoch seit vielen Jahren nicht mein Lebensmittelpunkt. Im Januar habe ich in Österreich gearbeitet und den Lohn auch in Österreich versteuert. Im Januar und Februar habe ich als Werksstudent in Deutschland gearbeitet und meinen Lohn in Deutschland versteuert. Von März bis Ende Juni habe ich dann ein Praktikum in der Schweiz absolviert. Ich hätte meinen Verdienst in der Schweiz versteuert, er war mit 2000 CHF/Monat jedoch so niedrig, dass steuerfrei. Ich habe dabei nicht in der Schweiz gewohnt, sondern war Grenzgänger mit einer Ferienwohnung in Deutschland. Dabei bin ich jedoch fast jedes Wochenende nach Österreich gefahren, durch die Arbeitstage (5 Werkstage) war ich jedoch von März bis Juni die meiste Zeit in Deutschland. Seit Mitte September habe ich meinen Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt in einer eigenen Wohnung in Deutschland, ich arbeite in Deutschland, versteuere hier und habe keinen Wohnsitz mehr in Österreich. Krankenversichert war ich von Januar bis Mitte September in Österreich, seit Mitte September in Deutschland. Es wurde mir verwährt, mich während meines Praktikums in Deutschland pflichtzuversichern, da mein Praktikum ja in der Schweiz war. Meine Frage ist nun, was muss ich berücksichtigen bei einem Lohnsteuerausgleich in Deutschland? Wie berechne ich meinen Fall richtig? Vielen Dank und schöne Feiertage!

Grenzgänger Lohnsteuer Wohnsitz
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Hauptwohnsitz im Ausland + gemeldet in D: Beschränkte/Unbeschränkte Steuerpflicht?

Liebe Finanzratgeber,

ich habe schon ein wenig im Forum gesucht, aber leider nichts ähnliches zu meinen Problem gefunden.

Um meine Problematik klarzumachen, muss ich ein wenig ausholen.

Ich komme aus D und wohne seit mehr als 3 Jahren in der Schweiz und habe meinen Lebensmittelpunkt hier. Ich bin Angestellter und entrichte meine Steuern bisher ausschliesslich in der Schweiz. Für gewisse Aspekte (wie ein Konto), bin ich zudem noch bei meiner elterlichen Adresse gemeldet, habe dort aber weder Möbel oder sonstiges, was man als einen eigenen Hausstand definieren könnte. Da ich mittelfristig wieder nach D zurückkehren möchte, habe ich mir vergangenes Jahr Wohneigentum angeschafft, welches ich derzeit vermiete.

Nun brüte ich vor meiner Steuererklärung für meine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und es werfen sich mir folgende Fragen auf:

Frage I) Bin ich in meiner Situation (Lebensmittelpunkt CH, gemeldet aber auch in D) beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig? Wäre die Meldeadresse in D nicht, wäre der Fall für mich klar und ich wäre beschränkt steuerpflichtig.

Frage II) Wenn ich unbeschränkt steuerpflichtig bin, werde ich mit meinen Welteinkünften besteuert oder? Also mein Einkommen als Angestellter in der Schweiz unterliegt dem deutschen Zensus, oder?

Ich habe hier auch schon gelesen, dass bei beschränkter Steuerpflicht Grundfreibeträge u.ä. nicht beanspruchbar sind. Daher, Frage III) Bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens können dennoch Kreditzinsen, Abschreibung etc. den Mieteinnahmen entgegen gerechnet werden oder?

Und zuguterletzt: Frage IV) bei welchem Finanzamt bin ich steuerpflicht? Dem zuständigen FA der Meldeadresse oder dem zuständigen FA, in dem sich die vermietete Wohnung befindet?

Ich würde mich freuen, wenn ein oder mehrere von euch Rat zu der ein oder anderen Frage hätten. Wenn es sich vermeiden lässt, würde ich mir gern das Geld für den Steuerberater sparen.

Vorab schon ein Mal vielen Dank für alle Antworten.

Gruss, Michael

Ausland Steuererklärung steuerpflichtig Wohnsitz
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DE - DK - zwei Wohnsitze: Wo werden deutsche Kapitalerträge versteuert?

Mein Mann und ich sind Deutsche. Wir arbeiten und leben beide in Dänemark (DK) (Wohnsitz in DK). Gleichzeitig haben wir einen Wohnsitz in Deutschland. Die engeren Beziehungen haben wir zu Dänemark (Lebensmittelpunkt = DK).

Wir haben Kapitalvermögen in Deutschland.

Momentan wollen sowohl DK als auch DE diese Kapitalerträge komplett besteuern (was einer doppelten Besteuerung entspricht).

Meine Fragen: In welchem Land müssen unsere deutschen Kapitalerträge (Zinsen + Dividenden) versteuert werden?: - nur in DK (ggf. mit deutschem Progressionsvorbehalt) - nur DE (ggf. mit Progressionsvorbehalt in DK) oder - sowohl in DE als auch in DK mit Anrechnung der im anderen Land gezahlten Steuer (Welches Land dürfte hierbe zuerst Steuer einziehen?)

Und wie bekommt man gegebenenfalls die schon gezahlte deutsche Kapitalertragssteuer zurück?

Aus dem DBA (Art. 4 Abs. 1 iVm Abs 2a und Art. 11 Abs 1) geht unserer Meinung hervor, dass in diesem Fall nur in DK (ggf. mit deutschem Progressionsvorbehalt) versteuert werden muss. Unser deutsches Finanzamt hat unseren entsprechenden Einspruch allerdings abgelehnt, da das DBA nicht für deutsche Einkünfte ansetzbar sei sondern nur für ausländische Einkünfte gelten würde, und will diese Einkünfte nun voll besteuern.

Hat irgendjemand Erfahrung mit einer ähnlichen Situation?

Vielen Dank für Hilfe und Hinweise schon im Voraus.

Birgit

Dänemark deutschland Doppelbesteuerung Wohnsitz Kapitalertragssteuer
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Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag zurückfordern bei Wegzug in die Schweiz

Hallo,

ich wohne seit April 2010 studienbedingt in der Schweiz und unterliege dort der Quellenbesteuerung (Aufenthaltsbewilligung B, Doktorand). Bei meinem Wegzug von Deutschland in die Schweiz hatte ich mich in Deutschland abgemeldet, musste mich aber wenige Monate später (Juli 2010) wieder anmelden, da ich für den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung und mein Konto bei der Bank of Scotland einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen musste bzw. ein Verlegen des Wohnsitzes in die Schweiz nicht möglich war.

In Deutschland besitze ich noch mehrere Giro-/Tagesgeld-/Bausparkonten bei verschiedenen Banken. Bisher lagen die Zinseinkünfte jedoch immer unter dem Freibetrag. Nachdem in 2012 aber ein Festgeldkonto bei der Bank of Scotland ausgezahlt wurde, wurden mir für 2012 Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf die Zinsen abgezogen. Jetzt bin ich das erste mal gezwungen mich mit der steuerrechtlichen Situation in meinem Fall zu beschäftigen.

Nachdem mein Lebensmittelpunkt in der Schweiz liegt und ich nur noch aus den oben genannten Gründen bei meinen Eltern daheim gemeldet bin, die ich für insgesamt ca. 2 Wochen pro Jahr besuche, bin ich in Deutschland nach meinem Verständnis nicht mehr steuerpflichtig, sondern in der Schweiz. Meine Frage ist nun: kann ich die in Deutschland bezahlten Abgaben auf meine Zinseinkünfte irgendwie zurückfordern und wenn ja wie? Meine deutschen Vermögenswerte und Zinseinkünfte muss ich ja alle zusammen mit den Schweizer Einkünften auf der Steuererklärung angeben (Wertschriften- und Guthabenverzeichnis) und dort werden sie dann auch versteuert. Ich lese zwar überall, dass hier offenbar das Deutsch-Schweizer-Doppelbesteuerungsabkommen zum Tragen kommt, aber mir ist nicht klar was das dann genau besagt und wie ich die (meiner Meinung nach) fälschlicherweise abgezogenen Abgaben in Deutschland zurückfordern kann?

Nachdem ich noch länger in der Schweiz wohnen werde, würde mich auch interessieren ob man die Abführung der Kapitalertrags-/Kirchensteuer/Soli in Deutschland verhindern kann (direkt bei den Banken?), auch wenn ich weiterhin bei meinen Eltern gemeldet bin. Oder muss ich hierfür wirklich komplett abgemeldet sein und den Banken entsprechend meine Schweizer Adresse mitteilen?

Ich würde mich sehr freuen wenn mir hier jemand weiterhelfen und die ein oder andere Frage beantworten könnte. Herzlichen Dank!

Beste Grüße aus der Schweiz, Matthias

Doppelbesteuerung Schweiz Steuern Wohnsitz Zinsen Kapitalertragssteuer
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Zweitwohnsitzsteuer! Habe ich etwas falsch gemacht??

Hallo,

meine Frau und ich haben gestern die Zweitwohnsteueranmeldung für 2012 erhalten.

Als Hintergrund: Ich habe ab Mitte August bis Ende 2012 berufsbedingt in Bremen gewohnt. Dort habe ich dann aber Ende Dezember meine Arbeit verloren und bin in die heimat nach Aachen zurückgekehrt.

Ich hatte mich ordnungsgemäß im August 2012 in Bremen angemeldet. Meine wohnung dort als nebenwohnung angemeldet und meine Hauptwohnung in Aachen belassen. In meine hauptwohnung bin ich jedes Wochenende zurückgekehrt.

Meine Frau ist etwa 2 Wochen später nach Bremen gefolgt udn auch sie haben wir dort angemeldet. Ebenfalls als Nebenwohnung und jetzt frage ich mich ob das falsch war!?

Wir sind also verheirat, nicht getrennt lebend und meine Wohnung war beruflich bedingt. Deshalb habe ich vorausgesetzt, dass ich von der Steuerpflicht befreit bin. Da ich nicht verstanden habe, ob ich trotzdem die Zweitwohnsteueranmeldung komplett ausfüllen muss und dasselbe für meine Frau gilt, habe ich heute beim Finanzamt Bremen angerufen.

Dort wurde mir gesagt, dass ich allerdings nicht von der Steuerpflicht befreit bin, da sich meine Frau ebenfalls in Bremen als Nebenwohnung angemeldet hat. Die Beamte sagte mir, dass wäre falsch gewesen. Sie hätte das nicht tun müssen. Hö? Auch wenn wir nur über die Woche in bremen gewohnt haben, meine Frau nicht berufstätig ist und ich sie als Ausländerin (wohnt erst seit einem Jahr in Deutschland wohl schlecht allein lassen können) hätte ich sie nicht anmelden müssen???

Ist das korrekt was das Finanzamt da tut? Muss ich jetzt bangen, dass mir die doppelte Haushaltsführung ebenfalls aberkannt wird?

Wäre für eine kurzfristige Rückantwort sehr dankbar.

Steuern Wohnsitz Ummelden Zweitwohnsitzsteuer
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Unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland bei gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland?

Ich lebe seit kurzer Zeit in Australien und werde auch die nächsten Jahre hier verbringen. Ich habe derzeit noch einen Hauptwohnsitz in Deutschland bei meinen Eltern. Diesen würde ich aus organisatoren Gründen (Post, Versicherungen, Bankverbindungen, etc) gerne behalten. Konsularische Dienste im Ausland (z.B. neuer Reisepass) sind wohl auch so möglich.

Der einzige Grund der aus meiner Sicht für eine Abmeldung sprechen könnte ist die Steuerflicht, die ggf. an den Wohnsitz gekoppelt sein kann. Hierzu finde ich weder im Gesetzt noch in den einschlägigen Foren eine eindeutige Antwort. Ich hoffe, ihr könnt mir dort ggf. weiterhelfen.

Konkret zu meiner Situation. Ich lebe das gesamte Jahr (abgesehen von ein paar Wochen Urlaub der mich natürlich theroetisch auch nach Deutschland führen kann) in Australien. Da es hier keine Meldepflicht gibt, habe ich jedoch keinen Wohnsitz offiziell angemeldet (kann ich auch gar nicht). Ich habe auch hier in Australien meine Haupteinkünfte. Dazu werde ich ggf. noch geringe Einkünfte als freelancer für deutsche Firmen haben (arbeite jedoch aus Australien heraus).

Daher würde ich normalerweise davon ausgehen, dass ich alle Einkünfte (mein Welteinkommen) auch in Australien versteuere.

Allerdings ist man gemäß § 1 Einkommensteuergesetz unbeschränkt in Deutschland einkommensteuerpflichtig wenn mann "in der Bundesrepublik Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt" hat.

Einen gewöhnlichen Aufenthalt habe ich ja sicher nicht. Falls ich den Wohnsitz bei meinen Eltern in Deutschland behalte, werde ich dann ggf. in Deutschland steuerpflichtig für mein australisches Einkommen oder den Teil des Einkommens den ich von deutschen Firmen beziehe?

Fände ich absurd, aber so steht es ja im Gesetzestext. Danke für eure Unterstützung.

Steuerpflicht steuerpflichtig Wohnsitz Auslandsaufenthalt
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