Steuerliche Veranlagung (DBA) - Home-Office in BE / Freiberufler in DE?

Hallo,

zur Beantwortung meiner Fragen suche ich einen Experten im Bereich DBA / Auslandssteuerrecht, Homeoffice-Regelungen

Folgende Situation:

  1. Meine Partnerin lebt in Belgien. Die Wohnung liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland (100 Meter) auf belgischem Boden.
  2. Ich plane nun mit meiner Freundin zusammenzuziehen. Sollte ich nach Belgien ziehen, wird mein Wohnsitz in Deutschland abgemeldet.
  3. Seit 2 Jahren bin ich in Deutschland als Freiberufler (im IT-Bereich) beim deutschen Finanzamt gemeldet und zahle in DE meine Einkommensteuer + Krankenversicherung
  4. Mein Betriebsstätte (feste Einrichtung) in Deutschland bleibt bestehen
  5. Ich werde in Belgien kein Gewerbe oder eine Betriebsstätte anmelden
  6. Der Lebensmittelpunkt (Freunde, Sozialer Kreis, Geschäftspartner, Ärzte, Schwerpunkt der wirtschaftlichen Interessen) ist weiterhin Deutschland da ich zu Belgien bis auf den Wohnsitz keinen Bezug habe.
  7. Ich habe keine Einkünfte bzw. Kunden aus Belgien bzw. von Belgischen Auftraggebern. Meine Kunden sind Unternehmen in Deutschland. Meine gesamten Bankkonten sind in DE und Angebote/Rechnungen etc. werden aus meinen Büro aus Deutschland geschrieben und abgeschickt.
  8. Das Büro dient Primär der Kundenakquise, Meetings etc.
  9. Der Knackpunkt: Da meine Frau Krank ist und auf ständige Betreuung angewiesen ist erledige ich die Projektarbeit (Programmierung) bisher aus meinem Home-Office bzw. aus dem Wohnzimmer mit meinem Laptop. Für meine Arbeiten ist der Ort völlig irrelevant bzw. ein Laptop reicht mir aus um alle Arbeiten zu erledigen.

Es stellen sich die folgenden konkreten Fragen:

  1. Aufgrund der sehr hohen Einkommensteuerbelastung in Belgien und dem mit einer Aufteilung des zu versteuernden Einkommens einhergehendem Verwaltungsaufwand möchte ich eine Besteuerung meines Einkommens in Belgien unbedingt vermeiden. Es wäre für mein Empfinden Widersinnig mein gesamtes Einkommen aus meiner freiberuflichen Tätigkeiten aus dem Homeoffice in Belgien aufgrund des Tätigkeitsortprinzips/Territorialitätsprinzip in Belgien versteuern zu müssen. Die deutsche Grenze wäre praktisch im Hintergarten und mein Büro ist 10 Minuten von der Wohnung meiner Partnerin entfernt. Müsste ich trotzt aller oben genannten Punkte bei Home-Office Arbeit in Belgien meine gesamten Einkünfte in Belgien versteuern?
  2. Im DBA (DE-BE) wird zur Besteuerung in dem einen oder anderen Vertragsstaat eine feste Einrichtung Vorausgesetzt. Begründet mein Laptop in Belgien eine feste Einrichtung oder Betriebsstätte?
  3. Liegt in meinem Fall eine beschränkte Steuerpflicht vor? Wenn ja, wirkt diese dem DBA (Tätigkeitsortprinzip) entgegen oder wird das DBA vorgezogen?
  4. Kann ich einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht beantragen und wären dann meine Einkünfte aus meiner Arbeit aus dem belgischen Homeoffice in Deutschland Steuerpflichtig?
  5. Da meine gesamten Einkünfte von deutschen Kunden stammen, wäre es möglich nach dem Quellenlandprinzip besteuert zu werden?

Danke!!

deutschland, Doppelbesteuerung, einkommensteuer, Freiberufler, Steuererklärung, Steuern, Steuerpflicht, Belgien
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Welches Land darf/ muss mich besteuern (Einkommenssteuer)?

Hallo zusammen, Folgender Sachverhalt liegt bei mir vor.

Ich bin italienischer Staatsbürger (aus Südtirol) und habe dort meinen Wohnsitz. Weiters habe ich in Deutschland einen Wohnsitz bei meiner Freundin. Mein Arbeitgeber ist ein Unternehmen mit Sitz in Österreich ( Wien). Diese entsendet mich regelmäßig nach Deutschland von MO - DO dies jedoch nicht über 183 Tage im Jahr! (Sobald die Tageregelung erreicht wird werde ich auf einer Österreichischen Baustelle eingesetzt). Weiters halte ich mich an den Wochenenden (FR-SA-SO) in Südtirol bei meiner Tochter auf da ich ja die Aufsichtspflicht habe und es zu umständlich wäre sie mit nach Deutschland zu nehmen und dann wider nach Italien zu bringen. Also in dem Fall befindet sich meines Erachtens mein Lebensmittelpunkt in Italien anhand der Tatsache dass dort mein tatsächlicher Aufenthalt ist auch in Anbetracht dass ich eben einen weiteren Wohnsitz in Deutschland habe.

Meine österreichische Firma hat nun meine Lohnsteuer in Deutschland abgeführt und die Steuerlast fällt nun leider wesentlich höher aus.

Nun meine Fragen:

  • Bin ich wirklich in Deutschland Steuerpflichtig wenn ich die 183 Tageregelung NICHT überschreite? (u.A. Sozialversicherung wird in Österreich entrichtet)

  • Wenn ich mich an den Wochenenden nachweisbar in Italien aufhalte, kann mir dann der deutsche Wohnsitz steuerlich zugerechnet werden? (Trotz meines Wohnsitzes in Deutschland halte ich mich ca 140 Tage in Italien auf, 170 Tage in Deutschland und den Rest in Österreich auf) dazugesagt sei dass es sich bei den 170 Tagen in Deutschland ausschließloch um Arbeitstage handelt die durch die Rückkehr an den Wochenenden unterbrochen werden! (Artikel 4, Abs. 2, Pkt a/b/c/d)

  • Was hat es mit dem Artikel 24 im DBA zwischen Deutschland und Österreich auf sich (Gleichbehandlung)

  • Müsste ich in Österreich versteuert werden da meiner meinung nach Artikel 15, Abs. 2, Pkt. a/b/c zur Anwendung käme?

Wäre super wenn ich von Euch einige stichhaltige Infos darüber erhalten würde.

Lg und danke im Voraus

Doppelbesteuerung, Einkommenssteuer, Europa, Österreich, Steuern, 183-Tage-Regelung
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Wo muss ich als Freiberufler, in Deutschland wohnhaft, Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit im EU Ausland, versteuern?

Guten Tag

Bin Freiberufler, in D gemeldet und wohnhaft, halte, gebe alle 2-3 Monate selber organisierte und durchgeführte Vorträge und Seminare in Österreich und in Südtirol/Italien. Wo muss ich die Einnahmen aus dieser selbständigen, freib. Tätigkeit im EU Ausland, versteuern?

Vielen Dank für fundierte, kompetente Antworten im Voraus.

-->-->
Nachtragsfrage zu den bereits erhaltenen Antworten für die ich VIELMALS Danke:

Nun nochmals zum Klären:
a) Leistungsempfänger sind Privatpersonen in Italien

diesen Part der Antwort verwirrt mich aktuell mehr als er hilft :-)

Bei der Beurteilung ist es aber grundlegend wichtig zu wissen, um welche Art der sonstigen Leistung es sich konkret handelt. Es liegt nahe, dass es sich um eine unterrichtende Tätigkeit i.S.d. Spezialfalls handelt. Es gibt jedoch Fälle, in denen der Vortrag als wissenschaftliche Gutachter-/Beratungstätigkeit anzusehen und in der Folge nicht nach § 3a Abs. 3 Nr. 3 a) UStG zu werten ist - was ich hier nicht annehme (siehe Beispiele A 3a.6 Abs. 5 UStAE).

--> Es handelt sich NICHT um wissenschaftliche Beratungen, sondern energetische Lebensseminare, wie z.B. Meditation zur Seelenstärkung, etc..
??
Gehe ich nun richtig in der Annahme, dass ich,
NICHT Gewerbetreibender, sondern private Person/Einzelfirma, psychologische Beratungen, aber UMST pflichtig, bei den aufgezeigten Stärkungsseminaren schlicht und ergreiffend wie bisher in Deutschland, meiner Wohn-/Steuerdomizil die UMST abliefern muss??

VIELEN Dank für die konkretisierte Klärung
Michael

Michael Widmer

Doppelbesteuerung, EU, Freiberufler, Steuern
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Grenzgänger Berlin-Schweiz, oder wie wird alternativ besteuert?

Sehr geehrtes Forum,

Folgendes Szenario: Ich werde ab dem 01.09. einen Beruf für ein Schweizer unternehmen antreten. Der Plan ist, das ich die ersten 3 Monate eine verhältnissmässig lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz haben (3 Wochen Schweiz, eine Berlin)

In den weiteren Monaten wird das Verhältnis eher auf 2 Wochen Schweiz zu 2 Wochen Berlin und letztendlich auf 1 Woche Schweiz, 3 Wochen Berlin laufen! Der langfristige Plan wird wohl eine Berliner Zweigstelle sein die ich leite und eine Woche Schweiz (bzw. ein paar Tage) wird zu taktischen Auslegung der Arbeitsziele etc. beibehalten! Nun ist gerade für die ersten 6 Monate nicht ganz klar wie ich mich am besten besteuern kann. Also wie ist der rechtlich beste Weg (legal und effektiv für mich)

Ich habe im Internet unglaublich viele verschiedene Informationen erhalten und bin nun leider verwirrter als vorher da mein persönlicher Fall nirgendwo beleuchtet wurde.

Mein Hauptwohnsitz bleibt Berlin, Vorort in der Schweiz werde ich wohl für die ersten 6 Monate ein wg Zimmer beziehen.

Fragen:

  1. gelte ich als Grenzgänger und kommt somit das DBA für mich in frage? Hier zu gibt es Verschiedene Aussagen im Netz!

  2. wie würde ich alternativ angesehen werden? Was sind die Möglichkeiten? Macht es Sinn dem Arbeitgeber einen deutschen Vertrag mit deutschen sozialabgaben und Besteuerung vorzuschlagen? Laut Quellen aus dem Internet ist dem ja eigentlich nichts auszusetzen außer das der AG einverstanden sein muss.

Also zusammengefasst ist meine Frage:

Ich arbeite für einen Schweizer Arbeitgeber, erst 3 Monate lang 3 Wochen, dann in den folgenden 3 Monaten Ca. 2 Wochen und dann 1 Woche in der Schweiz, Hauptwohnsitz bleibt definitiv Berlin! Was muss ich also tun? Wie ist die korrekte Lage zur Besteuerung und welche Optionen habe ich?

Vielen Dank vorab für die Antwort!

Mit besten Grüßen

PS

arbeitsrecht, deutschland, Doppelbesteuerung, Schweiz, Steuern
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Wo muss ich als Freiberufler Steuern zahlen, wenn ich in Australien Vollzeit als Arbeitnehmer und in Deutschland als Freiberufler Einnahmen erziele?

Hi, im April 2015 bin ich nach Australien ausgewandert. Ich habe meinen Wohnsitz in Deutschland abgemeldet und bin nun in Australien gemeldet. Seit April arbeite ich als Arbeitnehmer (Vollzeit) in Australien. Nebenbei arbeite ich noch ca. 8 Stunden die Woche als Freiberufler im IT Bereich für eine deutsche Firma. Die Rechnungen für mein freiberufliche Tätigkeit werden in Euro ausgestellt und auf mein Deutsches Konto bezahlt. Bevor ich ausgewandert bin habe ich mir bei meinem letzten ansässigen Finanzamt eine Steuernummer als Freiberufler beantragt und erhalten, damit ich die Einnahmen versteuern kann.

Frage 1. Bin ich für 2015 beschränkt oder unbeschränkt Steuerpflichtig? Ich habe 4 Monate in Deutschland gearbeitet und gewohnt. Frage 2. Wie verhält es sich In 2016 ( ich befinde mich das ganze Jahr in Australien), bin ich dann beschränkt oder unbeschränkt? Sollte es zu einer 'Änderung der Steuerpflicht kommen, muss ich das separat beantragen? Frage 3: Wo muss ich die Steuererklärung 2015 einreichen in Deutschland? Bei dem Finanzamt wo sich der Firmensitz meines Auftraggebers befindet? Frage 4 Muss ich mein Einkommen von Australien in der deutschen Steuererklärung für 2015 angeben? Frage 4: Was ist zu beachten: das Steuerjahr in Deutschland ist vom 01.01.-31.12. und in Australien vom 01.07.-30.06. Dies ergibt Überschneidungen wie gehe ich damit um. Frage 5 Muss in 2016 überhaupt noch eine Steuererklärung in Deutschland abgeben? Ich arbeite ganz normal als Arbeitnehmer in Australien und weiterhin stundenweise Freiberuflich für Germany. Wohnsitz in Australien.

Über eine Antwort würde ich mich wirklich freuen .. bin langsam am Verzweifeln. Dank Jana

Doppelbesteuerung, Steuern Ausland
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Rentenversicherung einmalige Kapitalauszahlung Steuerpflicht?

Hallo, Ich würde mich freuen wenn mir jemand den unten aufgeführten Sachverhalt beantworten könnte.

Sachverhalt:

Ich bin 1950 geboren, besitze sowohl die türkische als auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Ich habe zwar noch in Deutschland einen Wohnsitz, jedoch habe ich seit 1998 mein Lebensmittelpunkt in der Türkei. Ich habe in den Jahren 1984-1997 als SELBSTÄNDIGER Zahnarzt gearbeitet. Währenddessen, also 13 Jahre lang, habe ich für meine Altersrentenversicherung an das Versorgungswerk der Zahnärzte Beiträge eingezahlt. Aufgrund der Auswanderung in die Türkei, habe ich im Jahre 2010 vom Versorgungswerk eine einmalige Kapitalauszahlung in Anspruch genommen. Der Grund, warum ich die Zahlung erst in 2010 in Anspruch genommen habe ist, dass ich von der steuerfreien Zahlung erst mit Eintritt des 60. Lebensjahrs profitieren konnte oder sollte.

Zunächst habe ich im Jahre 2011 bzgl. der Kapitalauszahlung vom Finanzamt ein Schreiben erhalten, bei dem zunächst mein Lebensmittelpunkt gefragt und von mir beantwortet wurde.

Nun habe ich vor einem Monat also 2 Jahre später ein weiteres Schreiben erhalten bei dem mir argumentiert wird, dass für die Kapitalauszahlung die Vorschrift Artikel 21 Abs.1 des Doppelbesteuerungsabkommens –Türkei (DBA-TR) als Zuweisungsnorm in Anwendung kommt, welches dem Quellenstaat (also BRD) ein unbeschränktes Quellensteuerrecht zuweist. Weiterhin hieß es, dass die Regelungen des Artikels 18 DBA-TR, für Altersrenten die aus Versicherungsverhältnissen gezahlt werden, hier keine Anwendung finden, da es an der Voraussetzung fehlt, dass das Ruhegeld aus einem früheren Arbeitsverhältnis fließen muss. Schließlich wurde mir eine Frist zur Prüfung gesetzt, ob ich aufgrund der vorgenannten Argumentation dem der BRD zustehende Besteuerungsrecht zustimmen würde. Meine Frage ist,

ob ich für diese Kapitalauszahlung (Altersrente) überhaupt steuerpflichtig bin. Dabei ist bitte zu berücksichtigen, dass das Alterseinkünftegesetz seit dem 1. Januar 2005 bei dem auch die Besteuerung von Lebens- und Rentenversicherungen völlig neu geregelt wurde. Der Versicherungsvertrag ist vor 2005 abgeschlossen worden, siehe oben.

Wenn ja, nach welcher Norm der DBA-TR würde die Besteuerung stattfinden, Art. 18 DBA-TR oder tatsächlich wie von FA vorgeführt Art. 21 Abs.1 DBA-TR?

Bei Fragen bin ich Ihnen jederzeit erreichbar.

Rentenversicherung, Alterseinkünftegesetz, Doppelbesteuerung, doppelbesteuerungsabkommen, Finanzamt, internationales Steuerrecht, Recht, Steuern, Steuerrecht, türkei
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DE - DK - zwei Wohnsitze: Wo werden deutsche Kapitalerträge versteuert?

Mein Mann und ich sind Deutsche. Wir arbeiten und leben beide in Dänemark (DK) (Wohnsitz in DK). Gleichzeitig haben wir einen Wohnsitz in Deutschland. Die engeren Beziehungen haben wir zu Dänemark (Lebensmittelpunkt = DK).

Wir haben Kapitalvermögen in Deutschland.

Momentan wollen sowohl DK als auch DE diese Kapitalerträge komplett besteuern (was einer doppelten Besteuerung entspricht).

Meine Fragen: In welchem Land müssen unsere deutschen Kapitalerträge (Zinsen + Dividenden) versteuert werden?: - nur in DK (ggf. mit deutschem Progressionsvorbehalt) - nur DE (ggf. mit Progressionsvorbehalt in DK) oder - sowohl in DE als auch in DK mit Anrechnung der im anderen Land gezahlten Steuer (Welches Land dürfte hierbe zuerst Steuer einziehen?)

Und wie bekommt man gegebenenfalls die schon gezahlte deutsche Kapitalertragssteuer zurück?

Aus dem DBA (Art. 4 Abs. 1 iVm Abs 2a und Art. 11 Abs 1) geht unserer Meinung hervor, dass in diesem Fall nur in DK (ggf. mit deutschem Progressionsvorbehalt) versteuert werden muss. Unser deutsches Finanzamt hat unseren entsprechenden Einspruch allerdings abgelehnt, da das DBA nicht für deutsche Einkünfte ansetzbar sei sondern nur für ausländische Einkünfte gelten würde, und will diese Einkünfte nun voll besteuern.

Hat irgendjemand Erfahrung mit einer ähnlichen Situation?

Vielen Dank für Hilfe und Hinweise schon im Voraus.

Birgit

Dänemark, deutschland, Doppelbesteuerung, Wohnsitz, Kapitalertragssteuer
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Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag zurückfordern bei Wegzug in die Schweiz

Hallo,

ich wohne seit April 2010 studienbedingt in der Schweiz und unterliege dort der Quellenbesteuerung (Aufenthaltsbewilligung B, Doktorand). Bei meinem Wegzug von Deutschland in die Schweiz hatte ich mich in Deutschland abgemeldet, musste mich aber wenige Monate später (Juli 2010) wieder anmelden, da ich für den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung und mein Konto bei der Bank of Scotland einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen musste bzw. ein Verlegen des Wohnsitzes in die Schweiz nicht möglich war.

In Deutschland besitze ich noch mehrere Giro-/Tagesgeld-/Bausparkonten bei verschiedenen Banken. Bisher lagen die Zinseinkünfte jedoch immer unter dem Freibetrag. Nachdem in 2012 aber ein Festgeldkonto bei der Bank of Scotland ausgezahlt wurde, wurden mir für 2012 Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf die Zinsen abgezogen. Jetzt bin ich das erste mal gezwungen mich mit der steuerrechtlichen Situation in meinem Fall zu beschäftigen.

Nachdem mein Lebensmittelpunkt in der Schweiz liegt und ich nur noch aus den oben genannten Gründen bei meinen Eltern daheim gemeldet bin, die ich für insgesamt ca. 2 Wochen pro Jahr besuche, bin ich in Deutschland nach meinem Verständnis nicht mehr steuerpflichtig, sondern in der Schweiz. Meine Frage ist nun: kann ich die in Deutschland bezahlten Abgaben auf meine Zinseinkünfte irgendwie zurückfordern und wenn ja wie? Meine deutschen Vermögenswerte und Zinseinkünfte muss ich ja alle zusammen mit den Schweizer Einkünften auf der Steuererklärung angeben (Wertschriften- und Guthabenverzeichnis) und dort werden sie dann auch versteuert. Ich lese zwar überall, dass hier offenbar das Deutsch-Schweizer-Doppelbesteuerungsabkommen zum Tragen kommt, aber mir ist nicht klar was das dann genau besagt und wie ich die (meiner Meinung nach) fälschlicherweise abgezogenen Abgaben in Deutschland zurückfordern kann?

Nachdem ich noch länger in der Schweiz wohnen werde, würde mich auch interessieren ob man die Abführung der Kapitalertrags-/Kirchensteuer/Soli in Deutschland verhindern kann (direkt bei den Banken?), auch wenn ich weiterhin bei meinen Eltern gemeldet bin. Oder muss ich hierfür wirklich komplett abgemeldet sein und den Banken entsprechend meine Schweizer Adresse mitteilen?

Ich würde mich sehr freuen wenn mir hier jemand weiterhelfen und die ein oder andere Frage beantworten könnte. Herzlichen Dank!

Beste Grüße aus der Schweiz, Matthias

Doppelbesteuerung, Schweiz, Steuern, Wohnsitz, Zinsen, Kapitalertragssteuer
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Freiberufler für 1 Jahr in Schweden vor Ort

Hallo, ich bin seit langem Freiberufler im IT-Bereich und war in den letzten vier Jahren in einem Projekt in Österreich tätig. Dabei bin ich wöchentlich gependelt, habe im Hotel gewohnt und war jedes Wochenende zuhause in Deutschland. Jetzt habe ich ein Projekt in Schweden, mein Vertrag gilt erst mal bis Ende 2013. Das mit dem wöchentlichen Pendeln möchte ich nicht mehr machen, ich möchte auch nicht im Hotel wohnen, sondern habe mir hier in Stockholm eine Wohnung gesucht. Die ganzen Fragen wegen einer schwedischen 'personnummer' und ob ich mich beim Einwanderungsamt anmelden muss, lasse ich jetzt mal außen vor. Die erste Frage ist für mich nämlich gerade, ob ich mein Einkommen aus selbständiger Tätigkeit in Schweden versteuern muss oder weiter wie bisher in Deutschland. Zu freiberuflicher Tätigkeit von Ausländern vor Ort in Schweden habe ich bei den Schweden bisher überhaupt nichts gefunden, außer der Möglichkeit, sich in Schweden selbst als Freiberufler ("self-employed") anzumelden, was ich aber nicht unbedingt will.

Ich habe mir das schwedisch-deutsche DBA angeschaut und wäre dankbar um eine Einschätzung, ob meine Interpretation richtig ist. Ich sehe es so:

  • Artikel 4 bestimmt einen der beiden Staaten als denjenigen, in dem ich als "ansässig" gelte. Nach 4(1)a kann ich sowohl in D ansässig sein (weil steuerpflichtig, Wohnsitz in D), als auch eventuell in Schweden (ständiger Aufenthalt, Wohnung, erst mal egal ob angemeldet oder nicht). Aber nach 4(2)a gelte ich dann doch als in D ansässig, weil ich dort die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen ("Mittelpunkt meiner Lebensinteressen") habe. Was ja auch wirklich so ist.

  • Nach Artikel 14 können dann meine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nur in diesem Staat besteuert werden, "es sei denn, dass [mir] im anderen Vertragsstaat für die Ausübung ihrer Tätigkeit gewöhnlich eine feste Einrichtung zur Verfügung steht". Jetzt ist natürlich die Frage, was eine "feste Einrichtung" ist. Ich würde darunter ein Büro, eine Werkstatt oder etwas ähnliches verstehen, ähnlich dem, was an anderer Stelle als "Betriebsstätte" von Firmen bezeichnet wird. Aber meine Wohnung in Schweden ist das nicht, denn dort übe ich meine Tätigkeit nicht aus. Ist das Büro des Kunden meines Auftraggebers, wo ich einen Schreibtisch zur Verfügung habe, eine "feste Einrichtung" in diesem Sinn? (Bei meinem Auftraggeber selbst habe ich keinen Schreibtisch!) Und wenn ja, bedeutet die Formulierung "steht eine solche Einrichtung zur Verfügung, so können die Einkünfte im anderen Staat besteruert werden, ...", dass es sich um eine "Kann"-Bestimmung handelt, ich also wählen kann, ob ich trotzdem in D versteuere?

Es wäre mir viel leichter, wenn ich sicher sein könnte, dass ich nur in D versteuern muss. Nicht nur wegen der Höhe der schwedischen Steuern (über die ich eigentlich mehr Gerüchte als klare Aussagen gefunden habe), sondern auch wegen der "Planbarkeit".

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Matthias

Ausland, DBA, Doppelbesteuerung, Freiberufler, Schweden, Steuern, Steuerpflicht
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Rückkehr nach Deutschland nach mehrjährigem Aufenthalt in Saudi Arabien - Steuerpflicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich befinde mich im Augenblick in folgender Situation:

Ich arbeite seit 3 Jahren als Verkäufer für die Saudische Niederlassung eines Deutschen mittelständischen Unternehmens hier in Saudi Arabien. Ich bin mit einem lokalen Saudi Vertrag angestellt (keine Entsendung!) und habe eine Aufenthaltsgenehmigung in Saudi Arabien. Desweiteren habe ich seit meinem Umzug nach KSA keinerlei Besitz in D und bin auch abgemeldet. Ich bin bisher jedes Jahr mehr als 300 Tage in Saudi Arabien.

Nun steht für Juli 2013 die Rückkehr nach Deutschland auf dem Plan. Ich würde dort zum 01.08.2013 mit meiner Tätigkeit beginnen. Mein Vertrag und damit meine Aufenthaltsgenehmigung in KSA erlöschen zum 31.07.2012. An diesem Tag wird auch die Ausreise stattfinden. Ich war die ganze Zeit mit meiner Familie in KSA wohnhaft. Somit war mein Lebensmittelpunkt stets in Saudi Arabien.

Nun meine Frage:

Wird mein Gehalt, welches ich in Saudi Arabien vom 01.01. bis zum 31.07.2013 bezogen habe, nach meiner Rückkehr in Deutschland besteuert? Oder gilt hier nur der Progressionsvorbehalt? Mit Saudi Arabien besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen und in Saudi Arabien beträgt die Einkommensteuer 0%.

Ich hoffe, dass mir hier jemand eine zuverlässige Antwort geben kann, da ich es mir nicht leisten kann eine fünfstellige Summe an den deutschen Staat zu überweisen während ich mir erst in Deutschland vom Ersparten eine neue Existenz (Wohnung, Einrichtung, Auto, etc.) aufbauen muss.

Vielen Dank im vorraus aus Al Khobar / Saudi Arabien

Doppelbesteuerung, Einkommenssteuer, Saudi Arabien
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Lebensmittelpunkt bei getrenntem Umzug der Eheleute von Deutschland in die Schweiz

Liebe Ratgeber, ich bin 2011 in die Schweiz umgezogen. Ich selbst Mitte Januar, meine Frau (und Kind) erst Ende Februar. Ich war zuvor als Grenzgänger mit Zweitwohnsitz nahe der CH-Grenze bereits in der Schweiz tätig, meine Frau arbeitete weit weg von der Grenze, gemeinsame Wohnung (bzw. "Lebensmittelpunkt") weit weg von der Grenze. Dass es für die voll in der Schweiz erhaltenen Einkünfte einen Progressionsvorbehalt gibt ist mir soweit klar (Eintragung im Mantelbogen Zeile 99 abzüglich der in D-Land abzugsfähigen Werbungskosten). Dass meine (sowieso verspätete) Abmeldung für das Finanzamt keine Bedeutung hat ist auch klar, genauso wie die Anmeldung in der Schweiz. Entscheidend ist die (schwammige) Ansässigkeit.

Meine Fragen: 1. Wo sieht der deutsche Fiskus meinen Lebensmittelpunkt in der Zeit von Mitte Januar bis Ende Februar (ich bin auch nur noch für wenige Tage (z.B. um bei der Umzugsvorbereitung zu helfen) nach D-Land gefahren? 2. Das schweizer Steueramt wird mich auf jeden Fall ab Mitte Januar voll besteuern, da ich ab Mitte Januar voll in der Schweiz gemeldet war. Falls das deutsche Finanzamt für diese Zeit versucht mich ebenfalls voll zu besteuern, wie kann ich reagieren? Wie kann ich evtl. doppelt gezahlte Steuern mit welchem Formular zurückholen? 3. Kann ich die Umzugskosten (es waren ja letzlich 2 Umzüge) bei den Werbungskosten getrennt abrechnen, oder wird das bei den Werbungskosten als letztlich ein Umzug angesehen?

Die Thematik (Doppelbesteuerung) ist wie ich finde recht kompliziert, da das DBA D-CH auf deutschen Druck stark zu Ungunsten des Umziehenden formuliert ist (meines Wissens entgegen den Empfehlungen der OECD!).

Vielen Dank und viele Grüsse VollHMilch

Doppelbesteuerung, Schweiz, Steuererklärung, Steuern
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Selbstständig für 8 Monate in Österreich arbeiten, Hauptwohnsitz weiter in Deutschland, wo Steuern?

Hallo liebe Community, ich hoffe hier kann mir jemand helfen, alleine komme ich leider nicht weiter.

Zum Stand der Dinge:

...Ich arbeite selbstständig als Kleinunternehmer (werde aber noch in diesem Jahr die 17.500€ Grenze überschreiten und damit ab nächstem Jahr Umsatzsteuerpflichtig)

...ich habe einen Auftrag (in der EDV, Service&Support) von einer deutschen Firma bekommen. Dieser Auftrag wird von mir in Österreich beim Kunden vor Ort ausgeführt. Dazu bin ich zur Zeit von Montag bis Freitag in Österreich.

...Mein Hauptwohnsitz ist in Deutschland, dort ist auch mein Gewerbe (IT/EDV) gemeldet

...In Österreich habe ich einen Nebenwohnsitz

… Vor wenigen Tagen habe ich das Angebot bekommen, dass der Auftrag von bisher 5 Monaten um weitere 3 Monate verlängert wird. Somit wäre ich in 2011 für 5 Monate im Ausland tätig und 2012 für 3 Monate.

Zu meinen Fragen:

? Darf ich nun ausgehend von der 183-Tage-Regel damit rechnen in Deutschland besteuert zu werden oder können die Österreichischen Finanzbehörden irgendwelche Ansprüche stellen? (Pro Steuerjahr bin ich unter 183 Tagen, am Stück gesehen sind es mehr als 183 Tage)

?? Gilt die 183-Tage-Regel überhaupt für Selbstständige?

??? Bekomme ich ein Problem weil ich einen Nebenwohnsitz für mehr als 6 Monate in Österreich gemeldet habe? (Mein Lebensmittelpunkt liegt ja eigentlich weiter in D,. dort habe ich den Hauptwohnsitz, Freundin, Freunde…)

Falls ich zu wenige/missverständliche Angaben gemacht habe bitte nachfragen! Bitte nur Antworten wenn ihr euch SICHER seid :-)

Vielen Dank im Voraus und schöne Grüße aus Wien!

Ausland, Doppelbesteuerung, Selbstständigkeit, Steuern, EU-Ausland
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Doppelbesteuerung Norwegen

Mein Mann war 2007 auf einer Baustelle in Norwegen als Baustoffprüfer. Der Einsatz sollte länger dauern, war dann aber unter 183 Tage. Der Arbeitgeber hat vor Ort eine Niederlassung, bescheinigte uns aber, dass mein Mann von der deutschen Betriebsstätte aus nur entsendet wurde. Andererseits liegt eine Bescheinigung des deutschen Betriebsstättenfinanzamtes vor, dass in Deutschland eine Steuerfreistellung erfolgt, wenn der Aufenthalt über 183 Tage ist. Die Lohnabrechnung erfolgte unter Abzug von norwegischer Lohnsteuer. Wir haben auf Vermittlung des Arbeitgebers für 2007 in Norwegen eine Steuererklärung abgegeben und eine anteilige Steuerrückerstattung erhalten. Im deutschen Steuerbescheid wurden die anteiligen norwegischen Einkünfte nur dem Progressionsvorbehalt unterworfen. Der Steuerbescheid 2007 stand für diesen Punkt unter dem Vorläufigkeitsvermerk. Mit Steuererklärung 2008 will das deutsche Finanzamt für 2007 diese Einkünfte komplett in Deutschland nachversteuern, da eben unter 183 Tage und mit deutscher Betriebsstätte. Ich kann das nachvollziehen, denke aber, dass eine Doppelbesteuerung nicht die Lösung sein kann. Der norwegische Steuerbescheid vom 18.10.2008 ist aber wohl rechtskräftig. Der Arbeitgeber besteht drauf, dass es korrekt war, die Lohnsteuer in Norwegen abzuführen, die Betriebsstättenbescheinigung wird nochmal geprüft. Wer hat eine Lösung ?

Doppelbesteuerung, einkommensteuer, Norwegen, Steuern
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Steuerausgleich in Österreich und Deutschland: Bin Österreicherin und ziehe nach Deutschland

Hallo! Ich ziehe aus beruflichen Gründen von Österreich nach Deutschland. Daher werde ich meine Eigentumswohnung (vor ca. 3 Jahren direkt vom Bauträger gekauft) in Österreich erstmal vermieten. Wie ist das dann mit dem Steuerausgleich in Österreich wenn keine Einkommensteuer mehr vorliegt. Nur mehr die Einnahmen der Vermietung? Bin aus dem §dschungel nicht ganz schlau geworden. Dass ich die Mieteinnahmen versteuern muß weiß ich bereits (20%MwSt.). Dass ich 1,5% AfA und die Zinsen der Rückzahlung bei den Banken abschreiben kann habe ich ebenfalls herausgefunden. Doch wie das ganze dann berechnet wird? Keine Ahnung! Die "Betriebskosten" werden vom Mieter getragen (außer der Rücklagen, welche ich selber bezahlen muß), jedoch weiterhin über mein Konto mit der Verwaltung abgerechnet. Kann mir da jemand helfen? Kurze Angaben: Kaufpreis der Eigentumswohnung war ca. € 125.000,00 ; Mieteinnahmen im Jahr werden ca. € 5.160,00 sein. Die Afa beträgt dann ca. € 1.870,00; Rückzahlungszinsen bei den Banken im Jahr ca. € 5.300,00. Was kommt da ca. an Steuernachzahlung für mich raus in Österreich? Damit ich einen Ahnung habe was ich auf die Seite schaffen muß im Jahr. Wie ist das dann mit dem Steuerausgleich in Deutschland? Wegen der Doppelbesteuerung muß ich die Mietinnahmen bekannt geben in Deutschland? Muß ich mein Einkommen bekanntgeben in Österreich? Vielen Dank schon im Voraus!

deutschland, Doppelbesteuerung, Österreich, Steuererklärung, Steuern, Steuerrecht, Mieteinnahmen
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