Grundsteuerabgaben zurückfordern

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Schuldner der Grundsteuer ist derjenige, dem der Steuergegenstand bei der Feststellung des Einheitswerts zugerechnet ist, § 10 (1) GrStG.

Das ist immer der, der am 1. Januar des Jahres im Grundbuch eingetragen ist.

Erst nach dem EW-Bescheid (Zurechnungsfortschreibung) wird der neue Eigentümer Steuerschuldner. Dies hätte man im Kaufpreis berücksichtigen müssen.

Ist für mich trotzdem unverständlich. Wenn ich mitten im Jahr ein Auto verkaufe, bekomme ich auch die Steuer für den Rest des Jahres zurück. Und beim Hausverkauf muss ich im Juli noch für ein halbes Jahr zahlen, obwohl ich seit Mai kein Eigentümer mehr bin !?

Aber vielen dank für die fachkundige und rasche Antwort.

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@Gewusstwie

Gewussstwie:

Wenn du einen Teil der Grundsteuer forderst, hättest du im Kaufvertrag die Erstattung durch den Käufer vereinbaren müssen. Üblich ist dies nicht.

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@Franzl0503
Üblich ist dies nicht.

Doch. Es werden umfangreiche Erwerberabrechnungen erstellt.

Schließlich muss ja auch bestimmt werden, welcher Betrag der Grunderwerbsteuer zu unterwerfen ist.

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@Franzl0503

Mein Fazit : Steuer kann vom Käufer NICHT zurückgefordert werden....hat mir die Sachbearbeiterin von der Stadtkasse Blödsinn erzählt ! Und sollte ich nochmal ein Haus verkaufen muss in dem Vertrag extra stehen das der Käufer auch die Grundsteuer für sein neues Haus selber bezahlen muss.

Vielen Dank für die Antworten

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@Gewusstwie

doch !

Dass Du Schuldner gegenüber der Stadt bist, setzt den Lastenübergang im Vertrag nicht außer Kraft.

Hast Du denn wenigstens die Wohngebäudeversicherung ordentlich abgewickelt ?

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@barmer
Dass Du Schuldner gegenüber der Stadt bist, setzt den Lastenübergang im Vertrag nicht außer Kraft.

Sehe ich auch so.

Dennoch kann man nicht umhin festzustellen, dass hier eine entsprechende vertragliche Vereinbarung zu Lasten des Fragestellers verabsäumt worden ist. Möglicherweise kann oder muss man hier den Notar in die Haftung nehmen.

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Ja die Steuergesetze in Deutschland versteht niemand. Klar ist das man immer irgendwie zahlen muss an Vater Staat, auch wenn man es als ungerecht empfindet. Wie bereits erwähnt hätte man dies im Kaufvertrag festlegen müssen. Bei den Versicherungen ist das ähnlich. Die enden ja auch nicht mit dem Verkauf des Hauses.

Darauf, dass ich das Recht habe mir vom Käufer den gezahlten Betrag zurück zu fordern, hat mich ja erst die Sachbearbeiterin von der Stadtkasse gebracht !? Auch merkwürdig, oder ?

Und zu den Versicherungen kann ich nur noch hinzufügen, dass ich die Gebäudehaftpflichtversicherung auch noch für drei Monate ab Verkauf zahlen musste, weil die Käuferin sich geweigert hatte den Grundbuchauszug bei der Versicherung vorzulegen.......Um Erfahrung wir man auf jedenfall reicher ;-)

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@Gewusstwie
Um Erfahrung wir man auf jedenfall reicher ;-)

Sorry, das Gespräch mit dem Notar, der auch auf solche Details achten sollte, über den Vertragsentwurf hat wohl nie stattgefunden oder wurde der Notar vom Käufer ausgewählt?

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@LittleArrow

Da hat vorher kein Gespräch stattgefunden und der Notar wurde von unserer Maklerin ausgesucht :(

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@Gewusstwie

Den Notar interessieren solche Dinge überhaupt nicht. Freilich bieten viele Notare auch eine Rechtsberatung an kostenpflichtig.

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Ja ! Normalerweise wird das schon im Kaufvertrag explizit geregelt.

Jetzt mußt du dem Käufer erklären, dass das zu den Lasten gehört....

Viel Glück

Barmer

Nutzungsentschädigung nach Verkauf ETW bis zur verzögerten Zahlung des Kaufpreises

Wir haben in 2010 unsere ETW verkauft, neu und hochwertig modernisiert.

Da die Käufer Nachwuchs erwarteten und ihre Mietwohnung schon kündigten, bevor überhaupt der Kaufvertrag notariell beurkundet wurde, wurden wir quasi vom Makler gedrängt, die ETW schneller als geplant zu übergeben.

Beim Notarstermin war nicht klar, ob die "Verwalterin" noch dem Verkauf zustimmen dürfte, da sie ihr Amt niederlegte als wir selber in 2007 die ETW kauften, aber noch nicht Eigentümer dieser waren. Es wurde von ihr kein neuer Verwalter vorgeschlagen und gewählt, sie hatte sich aber bereit erklärt, sich weiterhin um die Außen-Belange zu kümmern.

Der Notar hat erst nach Beurkundung die Unterlagen zu dieser damaligen WEV, deren Termin wir nicht kannten, und an der wir ja sowieso noch nicht hätten teilnehmen dürfen, den Verwaltervertrag angefordert und mit der "Verwalterin" gesprochen. Herausgekommen ist, dass bei der Amtsniederlegung Fehler gemacht wurden, was uns dann beim Verkauf viel Ärger eingebracht hat.

Wir übergaben die ETW an die Käufer 2 Tage vorfristig am 10.6.10. Die Geldzahlung war am 15.6. vorgesehen. Das Geld kam aber nicht, weil wir nun erst die Einwilligung der anderen 5 Miteigentümer einholen mussten, und dies beim Notar notariell beglaubigt werden musste.

Eine Miteigentümerin verweiterte aus purer "Schikane" die Unterschrift und verzögerte den Prozess um Monate. Wir mussten in dieser Zeit einiges an Zeit, Kraft und Geld investieren, einige WEV einberufen, weil die "Querulantin" hier wiederum kleine Formfehler monierte.

Letztendlich wurde im Dez. 2010 eine Verwalterin gewählt. Nach strikter Einhaltung aller Fristen konnte sie im Jan 2011 endlich ihres Amtes walten und dem Verkauf unserer ETW zustimmen, so dass Mitte Feb 2011 endlich der Kaufpreis überwiesen wurde.

Da wir ein Haus gekauft, den Verkaufspreis der ETW mit in die Finanzierung aufgenommen hatten, kamen wir finanziell ziemlich in die Enge, da wir Zinsen für das Haus und auch den Kredit für die Wohnung zahlen mussten.

Die Käufer traten in der Zeit anwaltlich an uns heran und wollten von uns auch noch Bereitstellungszinsen haben, die ihre Bank ihnen schon ab Juli berechnete. Unser Anwalt schmetterte dies jedoch ab und forderte von den Käufern eine Nutzungsentschädigung für die bis zur Zahlung des Kaufpreises ja unentgeltlich genutzte ETW. Hier wiederum kam der Anwalt der Käufer mit Gegenargumenten. Es kam nicht einmal zu einem Entgegenkommen auf Käuferseite.

Unser Anwalt tut zz. nichts, argumentiert, dass die Forderung der Nutzungsentschädigung, die sein Vater, der den Fall zuerst in den Händen hatte, zu hoch angesetzt sei (ortsübliche Miete) und er recherchieren müsse, was es in dem Fall an konkreter Rechtsprechnung (mit rechtskräftigen Urteilen) gibt.

Was und gegen wen können wir hier etwas unternehmen? Hier wurden definitiv von einigen Seiten Fehler gemacht (Makler, Notar, WEG, Ex-Verwalterin) zu unseren Lasten.

Gibt es Urteile?

Bekommen wir doch noch Nutzungsentschädigung?

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