Umsatzsteuerbefreiung bei Stellplatzvermietung?

2 Antworten

1. § 19 ist keine Umsatzsteuerbefreiung. Gem. § 19 heißt es, dass die Umsatzsteuer nicht erhoben wird. Das mag für viele das Gleiche, oder zumindest was Ähnliches sein. ist es aber nicht.

2. Mir erscheint es seltsam, dass das einzige Vermögen eines Studenten ein Stellplatz sein soll, aber kein Problem. Er wäre Kleinunternehmer. und die Umsatzsteuer auf die 540,- euro wird nicht erhoben.

3. Der Arbeitnehmer ist Vermieterunternehmer aber mit einem Gesamtumsatz von 540,- wird die Umsatzsteuer ebenfalls nicht erhoben.

4. Wenn der Unternehmer sowohl durch die Vermietung, wie durch eine andere Tätigkeit unternehmerisch tätig ist, zahlt er auch aus den 540,- Euro Umsatzsteuer. Wie soll er sich denn von ihm geschuldete Umsatzsteuer zurück holen? Aber Vorsteuer, die mit dem Stellplatz zusammen hängt, kann er natürlich abziehen (z. B. bei Reparaturen).

Vielen Dank, gut erklärt.:)

Beim Studenten meinte ich, dass kein weiterer Umsatz (als Unternehmer) vorhanden ist, von Vermögen war keine Rede.

D.h. wenn ich das richtig verstehe hat der Selbständige (nicht Kleinunternehmer) bei der privaten Vermietung eines Stellplatzes gegenüber dem Arbeitnehmer einen Nachteil, oder? Nicht unbedingt 100%ig nachvollziehbar.

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@morbide

Wer Unternehmer ist, ist eben Unternehmer. Zum Unternehmen zählt jede selbständige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen.

Er kann doch den Stellplatz bevorzugt an Unternehmer vermieten, die dann den Vorsteuerabzug haben und so kann er die Steuer aufschlagen.

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@morbide

"hat der Selbständige...einen Nachteil"

Ähm....nein. Welchen Nachteil sollte er denn haben? Im Gegenteil - er hat einen Vorteil: Er kann die Vorsteuer aus seinen Vorleistungen abziehen.

(Diese beschissene Zitierfunktion funktioniert nicht richtig. Wer hat das entworfen? Ria?)

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@EnnoWarMal

Naja, wenn der Mieter nicht vorsteuerabzugsfähig ist, wie es in Wohngebieten die Regel sein wird, hat der Unternehmer den Nachteil, dass er den Platz 19% teurer vermieten muss um den Gleichen Gewinn zu erzielen wie der Arbeitnehmer. Da den Mieter in diesem Fall Bruttopreise interessieren, dürfte die Vermietung deutlich schwerer werden.

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@morbide

Auch in einem Wohngebiet wohnen Handelsvertreter, die kein extra Büro haben, oder Leute, die von Daheim aus selbständig sind, oder einfach welche die den Betriebswagen über Nacht parken müssen.

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Steuerbefreiungen stehen in den §§ 4 ff. UStG. Die Kleinunternehmerschaft ist keine Steuerbefreiung. Die (eigentlich entstandene) Umsatzsteuer wird nur nicht erhoben, wenn die drei Voraussetzungen vorliegen.

Fall A: Vermieter ist Student ..... kein Unternehmer

Doch, ist er. Er vermietet ja gegen Entgelt im Inland eine Stellplatz.

Bei Fall B ist es dasselbe.

In beiden Fällen ist der Unternehmer Kleinunternehmer.

Fall C: Vermieter ist umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer, jedoch in einem ganz anderen Geschäftsfeld.

Das ist was anderes. Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne kann man nur einmal sein. Hier wären also alle unternehmerischen Aktivitäten zusammenzurechnen. Wenn der C also ohnehin schon kein KU ist, ist er es auch weiterhin nicht, der Stellplatz ist also zwingend mit Umsatzsteuer zu vermieten.

Übrigens: Ein wenig Absatzkontrolle hätte der Lesbarkeit der Sachverhaltsdarstellung sicherlich gutgetan.

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@EnnoWarMal

Sorry dafür. Ich hatte einfache Absätze drin, die sind vom System links liegen gelassen worden, dann habe ich es direkt nochmal editiert, aber der Moderator, der die Editierung prüft, arbeitet wohl nicht am Wochenende.

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Darf man wirklich pro Jahr eine Rechnung stellen, bei der die Umsatzsteuer entfällt?

Hallo liebe Community,

hatte vor einer Woche einen Promoterjob. Der Job lief ganz gut und er hat mir auch Spaß gemacht. Das Unternehmen meinte ich soll eine Rechnung schreiben, und damit meinen Gehalt einfordern. Nun habe ich das gestern geschrieben und rasch eine Antwort erhalten, dass Sie noch meine Steuernummer und den Sitz des Finanzamtes brauchen. Da ich meine SteuerID nicht bereit hatte, habe ich einfach mal im Finanzamt angerufen und mein Problem geschildert. Der nette Herr am Apparat meinte, dass ich dafür ein Gewerbe benötige und das recht kompliziert abläuft. (Zudem bin ich Bafögler.)

Habe es dann auch dem Unternehmer so gesagt und sie meinten: "einmal im Jahr kann jeder Deutsche Staatsbürger eine Rechnung ohne Umsatzsteuer stellen. Wenn du dieses Jahr noch keine Rechnung gestellt hast, dann kannst du die Rechnung [...] ausfüllen [...]. Dazu brauchst du trotzdem deine Steueridentifikationsnummer (hat jeder) und das zuständige Finanzamt."

Zudem stand in der Rechnung noch: "Es erfolgt kein Ausweis der Umsatzsteuer, auf Grund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung gemäß Paragraph 19, Umsatzsteuergesetz."

Nun bin ich mir aber richtig unsicher und habe Angst denen meine ID und Standort des Finanzamtes zu schicken, nicht das ich noch Probleme wegen Steuerhinterziehung oder ähnlichem bekomme....

Was soll ich jetzt machen? Stimmt das, dass ein deutscher Bürger einmal im Jahr eine Rechnung ohne Umsatzsteuer ausstellen darf?

Vielen Dank im voraus

VG lelhuhu

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