Aktienfonds: Nur wenige Fondsmanager schlagen offenbar langfristig den Referenzindex. Warum ist das so und sind ETFs oft die bessere Wahl langfristig?

3 Antworten

In der Rückschau lässt sich immer gut argumentieren, dass z. B. der 35-jährige Manager Müller und sein Team mit dem Fonds "Traumlandrenditen" den Index "ganze Welt" um 4 % p.a. geschlagen hat. Dies ist die Verkäuferantwort.

Keiner weiß jedoch, ob es ihm (oder wem anders) in den nächsten 14 Jahren erneut gelingt. Meistens ist die Glaskugel defekt oder lenkt die Sicht nicht immer in die richtige Richtung.

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Das ist im Prinzip richtig. Auch wenn ich den Job jetzt seit über 20 Jahren mache, kann es vorkommen, dass man einen Manager zu viel zutraut. Wesentlich öfter ist aber, dass ein guter Manager mal ein schlechteres Jahr dabei hat und dann wieder über viele Jahre sehr gut arbeitet. Hat ja auch was mit Fondsvolumen und wei das Management darauf reagiert zu tun.

Thema ist nur, dass kaum ein Anleger - trotz langfristig merklich schlechterer Rendite - die Schwankung eines Index haben und für die Verluste selbst verantwortlich sein will. Beides passiert mit passiven Produkten.

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@Rat2010

"Thema ist nur, dass kaum ein Anleger - trotz langfristig merklich schlechterer Rendite - die Schwankung eines Index haben und für die Verluste selbst verantwortlich sein will. Beides passiert mit passiven Produkten. "

Daran habe ich eben meine Zweifel. ETfs gewinnen massiv an Beliebheit und es stellt sich eher die Frage, ob deren enormen Zuwächse eine Art systemisches Risiko darstellen könnte mit der Zeit.

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@lohepudel

Vorsicht. Durch die stark fallenden Zinsen hatten die Märkte Rückenwind von allen Seiten. Vor allem nicht nur Aktien sondern auch Renten. Wenn wer was macht und es steigt, empfiehlt er es weiter und ein merklicher Teil von denen die - auf eigene Verantwortung - ETFs gekauft haben, wissen nicht, was sie da genau haben und dass die auch deutlich an Wert verlieren können.

In den Absatzzahlen ist das dann massive Beliebtheit, die aber ebenso schnell in massive Unbeliebtheit umschlagen kann.

Für Anleger in aktiven Fonds sind passive Investments sehr gut. Wenn man weiss, dass ein Großteil der Anleger bestimmte Werte kauft, lohnt es sich, die anderen zu analysieren. Die Outperformance guter aktiv gemanagter Fonds ist in der letzten Zeit deutlich angestiegen.

Systemische Risiken liegen mehr in doofer Stop-loss-Strategie. Es gab schon einen Tag, an dem merklich ETF - außerhalb der Handelszeiten - zu sehr niedrigen Kursen verkauft wurden, die es real nie gab. Wenn z. B. viele (weil von der Bank so vorgegeben) ein Stop-loss 10 % oder auch 20 % unter den bisherigen Allzeithochs setzen, wird das auch wieder passieren.

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@Rat2010
Es gab schon einen Tag

Welcher Tag von wievielen und was sagte die Börsenaufsicht zu "real nicht existierende Kurse"?

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@lohepudel

Die BIZ sieht kein systemisches Risiko in den Aktien-ETFs, sondern eher in solchen aktiv gemanagten Fonds, bei denen das Management in Gerüchte- oder Krisensituationen vorschnell reagiert. Dieser Aktionismus gilt aber nicht grundsätzlich für aktiv gemanagte Fonds.

Quelle: https://profil.vhb.de/sso/login?service=http%3A%2F%2Fwww.handelsblatt.com%2Fmy%2Ffinanzen%2Fanlagestrategie%2Ffonds-etf%2Ffondsbranche-passives-investment-stabilisiert-die-maerkte%2F21152714.html&gateway=true

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Aktiv verwaltete Aktienfonds richten sich selten nach Referenzindex.

Als Anleger (oder als Ratingagentur) kann man sie aber willkürlich einem Index zuordnen. Aussagefähige Vergleiche müssen dann aber einen Zeitraum von ca. 15 Jahren umfassen.

Indexfonds die einen Index korrekt abbilden, können bleiben immer hinter ihrem Index zurück, da Indizes im Gegensatz zu einem Fonds, keine Kosten tragen.

Nur aktiv verwaltete Fonds können einen Index schlagen.

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Kein Widerspruch.

Wegen der geringen Kosten bleiben die Indexfonds aber nur unwesentlich hinter dem Index zurück.

Und wer größere Chancen aber auch Risiken haben möchte, nimmt eben einen aktiv verwalteten Fonds.

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100 % der passiven Fonds (ETF) schlagen ihren Referenzindex nicht. Das sehr nachhaltig und langfristig auch deutlich.

Sollte man gemanagte Fonds also mit dem Referenzindex oder mit passiven Fonds vergleichen? Der Unterschied im Ergebnis wäre - bis auf wenige Indizes wie den S&P500, den es sehr billig als ETF gibt - sehr merklich.

Viele Fondsmanager schlagen ihren Referenzindex - so sie zu einem passen - deutlich und langfristig sehr deutlich. Da geht es z. B. um im Schnitt 4 - 5 % im Jahr (z. B. im DAX, in anderen Regionen oft wesentlich mehr; im sehr ausgereiften Markt USA in der Regel wengier), die viele Manager nach Kosten regelmäßig hinbekommen.

Dazu haben viele Fonds und deren Manager andere, für Anleger wichtige Aspekte (wie die Absicherung gegen hohe Verluste), die sie seit vielen Jahren nachweislich gut hinbekommen.

Die Gebühren sind für den Erfolg einer Anlage nur dann von Bedeutung, wenn der Manager den Auftrag hat, indexnah anzulegen. Wenn man einen solchen Fonds kaufen muss (aber warum muss man?), kann ein Indexfonds eine Alternative sein.

Untersuchungen, die zu einem anderen Ergebnis kommen, sollte man hinterfragen. Dass es Fondsmanager gibt, die Ihren Index nachhaltig schlagen bezweifelt an sich keiner und auf die sollte man sich - so man indexnah anlegen will aber warum sollte man(?) - konzentrieren.

Es gibt Profis, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als die besten Manager zu finden und zu überwachen (außer die Mitarbeiter zu betreuen und vielleicht hier mal was zu antworten) ;).

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"100 % der passiven Fonds (ETF) schlagen ihren Referenzindex nicht. "

Das ist auch nicht deren primäre Zielstellung. Es geht eher um eine durchschnittliche Marktrendite. Die etliche Fonds nicht erreichen.

"Viele Fondsmanager schlagen ihren Referenzindex - so sie zu einem passen - deutlich und langfristig sehr deutlich."

Das bezweifle ich und auch etliche Untersuchungen, hier auch ein weiterer Artikel der Capital dazu:

https://www.capital.de/geld-versicherungen/etf-erfolg-ruft-neider-auf-den-plan

"Es gibt Profis, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als die besten Manager zu finden und zu überwachen"

Das gibt es. Aber auch diese kosten Geld und zehren damit an der Rendite. Und Garantien gibt es dort auch keine das deren Auswahl besser abschneidet.

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@lohepudel

Merkst du in den Artikeln nicht die Fehler???

Zitat: "Bei den Aktienfonds lag die sogenannte Outperformance-Ratio nach den ersten neun Monaten bei 55,6 Prozent. Bei den Rentenfonds hatten es per Ende September 52,3 Prozent geschafft, die Benchmark zu übertreffen. Fast die Hälfte der Anleger, die aktiv verwaltete Aktien- oder Anleihefonds im Depot haben, wäre also mit einem ETF besser bedient gewesen."

Zum einen wird wieder nicht mit ETF sondern mit dem Benchmark verglichen. Die ETFs wäre vermutlich mehr zu wenigstens 65 % geschlagen worden, was dem Schreiber nicht in die Stimmung passt.

Ich bin Vorstand eines Unternehmens, das praktisch nur von den in den Vergangenheitsentwicklungen der Fonds enthaltenen Kickbacks (ein Anteil der Verwaltungsvergütung) lebt. Ausgabeaufschläge werden (bis auf Kleinkunden) zu 100 % rabattiert und Rechnungen an Kunden gibt es nicht. Die Profis kosten also im Gegensatz zu Beratung in ETF, die in aller Regel auch nicht umsonst gekauft werden können, nichts!

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@Rat2010

Ich habe das durchaus bemerkt. Fonds werden ja in der Tat in der Regel mit dem Benchmark verglichen und nicht mit ETFs. Trotzdem bleibt die Grundfrage, warum nur wenige Fonds langfristig besser abschneiden unbeantwortet. Es sind nicht so sehr viele, auch wenn dies oft anders dargestellt wird.

Und bei Aktienfonds kassieren eben, wie auch von dir aufgezeigt, etliche mit ab z.B. in Form der Rückvergütungen (Kickbacks). Mitunter kommen die Produkte der Fondsgesellschaften nur auf den Banktresen, wenn diese den Banken zudem noch hohe Rückvergütungen zahlen. Die Kickbacks knapsen sie aus der Verwaltungsvergütung ab. Diese liegt je nach Fondstyp ja zwischen 0,3 und 2,5 Prozent pro Jahr und wird dem Fondsvermögen automatisch entnommen.

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@lohepudel

>Trotzdem bleibt die Grundfrage, warum nur wenige Fonds langfristig besser abschneiden unbeantwortet.

Statistisch kann ich alles belegen, was ich will! Wenn die letzten fünf Jahre gemanagte besser waren, gehe ich halt auf zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre. Alle danach dazugekommenen fonds fallen raus und irgendwann bleiben nur alte Fonds übrig, die damals sehr gerne Benchmarknah anlegen mussten und wegen der Kosten gegenüber einem (kostenfreien) Index keine Outperformance geschafft haben. Vielleicht gegenüber ETFs aber die gab es damals noch nicht.

Dazu muss man wissen, dass Banken wenig Interesse an Kunden haben, die über Jahrzehnte nichts verändern. Ein aktiver Kunde, der sich von Stimmungen oder Taktiken beeinflussen lässt und Aktien oder ETF einmal im Jahr oder noch öfter umschlägt bringt der Bank beim An- und beim Verkauf vielleicht drei- bis zehnmal mehr als ein Kunde, der einfach nichts macht.

Das ist mit der Altregelung auf vor 2009 gekaufte Aktien und Fonds noch schlimmer geworden. Warum sollte man was verkaufen, wenn das alte steuerfreie Renditen, das neu gekaufte Produkt aber steuerpflichtige Renditen bringt?

Wenn also ETF in den PR-Abteilungen und damit in der Presse als attraktiv dargestellt werden, sollte man hinterfragen, warum das gemacht wird. Ich denke, dass die Aktion für die Provisionseinnahmen der Branche ein Riesenerfolg war. Natürlich vor allem, weil viele vor einer Zeit stetig steigender Aktien- und vor allem auch Anleihenbörsen damit angefangen haben. Die Enttäuschung kommt dann, wenn sie ihre ETF mit gemanagten Fonds vergleichen - die dann in fünf Jahren wieder propagiert werden.

ETF machen für Stiftungen und Vermögensmassen Sinn, die laut Satzung einen Teil ihres Vermögens in einem bestimmten Index investieren müssen. Sonst gibt es oft wesentlich bessere Alternativen.

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@lohepudel

Zum abkassieren: lass sie doch abkassieren! Das Ergebnis für den Anleger ist entscheidend und wenn sie so viel Provision kassieren, dass das Ergebnis nicht passt, wird mit den Füßen abgestimmt (der Fonds also verkauft).

Wenn der Verkäufer keine Ahnung von seinem Produkt hat und das verkauft, was er muss oder der Bank den höchsten Ertrag bringt, sollte man von dem ganz sicher nichts kaufen. Etwas Vorwissen hat noch keinem geschadet und wenn man das nicht hat, kauft man auch einen sehr teuren ETF (auch das gibt es).

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Aufgrund des neuen Investmentsteuerreform gesetztes ist es nicht so, dass Aktienfonds Steuerbegünstigt sind? 30% der Erträge müssen nur versteuert werden wenn ich das richtig im Kopf habe!? Ist grundsätzlich ein Vorteil gegenüber einem ETF, ob der allerdings den Ausschlag gibt...kommt bestimmt auch auf das Volumen an.

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@Gecko33

Ich denke, das solltest du nochmals recherchieren.

Um die neue direkte Besteuerung der Fonds für die Anleger auszugleichen, gibt es seit 2018 eine Teilfreistellung der Erträge, die bei Aktienfonds 30 % beträgt. Eine Unterschiedliche Behandlung von ETF und gemanagten Fonds ist mir aber (bei der direkten Besteuerung und deshalb auch bei der Teilfreistellung) nicht bekannt.

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Ich will keine neue Diskussion zum Thema ETF mit Dir anfangen und auch Deine persönlichen Fähigkeiten nicht in Frage stellen. Wir hatten ja schon einige Male das Vergnügen. Aber:

100 % der passiven Fonds (ETF) schlagen ihren Referenzindex nicht

Ja, völlig richtig, was soll daran negativ sein?? Das ist der Sinn eines ETFs. Er soll seinen Referenzindex ja gar nicht schlagen, aber eben auch nicht schlechter abschneiden. Und genau das ist, neben den im Verhältnis sehr niedrigen Kosten, die Existenzberechtigung für ETFs.

Wer sich nicht von Fondsmanagern abhängig machen will und ganz einfach von den langfristig verhältnismäßig sicheren, positiven Entwicklungen der großen Indizes ohne große zusätzliche Schwankungen nach oben oder unten profitieren möchte, für den sind ETFs die perfekte Geldanlage.

Viele Fondsmanager schlagen ihren Referenzindex - so sie zu einem passen - deutlich und langfristig sehr deutlich. Da geht es z. B. um im Schnitt 4 - 5 % im Jahr (z. B. im DAX, in anderen Regionen oft wesentlich mehr; im sehr ausgereiften Markt USA in der Regel wengier), die viele Manager nach Kosten regelmäßig hinbekommen.

"Viele" ist sehr relativ und unbestimmt, belegt ist jedenfalls, dass die Mehrzahl der Aktienfonds ihren Referenzindex nicht schlagen. Die Fonds (und nicht nur einen oder ein paar, sondern viele!), die langfristig ihren Referenzindex um 4-5% pro Jahr schlagen, die darfst Du mir gerne nennen.

Das wären dann, basierend auf Deiner Behauptung, über verschiedene Zeiträume betrachtet, grob kalkuliert die Spannen, die ein aktiv gemanagter Fonds nach Kosten besser stehen müsste, als der Referenzindex bzw. ein entsprechender ETF:

5 Jahre: 28%

10 Jahre: 63%

15 Jahre: 108%

18 Jahre: 141% (Hier wäre ich besonders interessiert, welcher Fondsmanager seinen Fonds über den 2000er Crash so "gemanagt" hat, dass er heute 140% über der Indexentwicklung liegt. Die meisten Fonds von damals gibt es wegen der schlechten Charts gar nicht mehr)

Ich bin gespannt.

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@Zappzappzapp

Seit ein paar Jahren darf man als Profi keine Fonds mehr reinschreiben.

Was du schreibst ist also Unsinn, den ich hier nicht wiederlegen darf.

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@Rat2010

Man darf natürlich keine Werbung machen, aber man darf doch wohl Fragen beantworten, wenn man vermeintlichen "Unsinn" widerlegen will. Ich habe nicht gefragt, welche Fonds Du anbietest, sondern ausdrücklich allgemein nach Fonds, die Deine Aussagen bestätigen.

Das wäre ja ziemlich einfach, wenn man als "Profi" hier zwar ganz präzise Aussagen machen dürfte und sich bei Widerspruch dann darauf zurückziehen kann, dass man dies ja, weil Profi, zwar belegen könne, aber nicht dürfe.

Wir können uns auch später gerne noch per PN darüber austauschen, wenngleich ich es auch nicht ausufern lassen will. Wir haben eben unterschiedliche Einstellungen und das wird sich wohl auch nicht ändern.

Eine Diskussion wäre sicher interessant, aber da meine Zielsetzung aber nicht ein Streit mit Dir, sondern eine umfassende Information für den Fragesteller ist, die alle Aspekte umfasst, so dass er sich sein eigenes Urteil bilden kann, nutzt eine "nichtöffentliche" Diskussion nichts. Wir müssen uns gegenseitig nichts beweisen, sondern hier Fragen möglichst korrekt beantworten.

(Deine Fonds sehe ich mir morgen/heute in Ruhe an)

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@Zappzappzapp

Allgemein geht eigentlich. wenn man sein Geld nicht bei den Genossen anlegen wollte, gab es an Deutschlandfonds vor vielen Jahren schon den Plusfonds (damals von Adig, also Commerzbank und Hypo) und ein paar von der DWS, z. B. den DWS Deutschland. Es gab auch bessere. Wenn du die mit dem DAX vergleichst, haben die den langfristig über viele Jahre deutlich geschlagen.

Wenn man weiss, dass ein Indexfonds nicht mit dem DAX mithält, weil er Kosten hat (da hast du wie lohepudel so getan, als ob ihr das nicht verstanden hättet) weiss man, wie gut die Ergebnisse sind. Wenn der Indexfonds 0,5 % Kosten im Jahr hat, sind das nunmal in zwanzig Jahren 10 % weniger. Ohne dass man den Fonds wechseln muss, was - die Branche will Geld verdienen - sicher kommt.

Das sind natürlich keine Anlageempfehlungen. Kein Mensch will einen Index abdecken. Waum auch??? Er will sein Geld für seine Verhältnisse gut anlegen und das hat mit Index abdecken nichts zu tun. Wenn wer eine hohe Rendite will, kriegt er einen Manager, der garantiert keine Benchmark hat und deshalb längerfristig wesentlich besser laufen sollte als irgendein Index.

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@Rat2010
Indexfonds 0,5 % Kosten im Jahr

Das sind sicherlich ETFs auf Exoten und keine günstigeren ETFs auf breit gestreute Indices, z. B. MSCI World.

Bei den aktiven Fonds zahlt man ca. 2 % p.a. plus x % Erfolgsbeteiligung macht in 20 Jahren zunächst mal - sagen wir - 55 % weniger. Welche Fonds sind für die nächsten 20 Jahre gewiss besser als der xyz-Markt (nach vorgenannten Kosten versteht sich) und um wieviel?

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@LittleArrow

Die 0,5 % kamen vom ersten besten. Ich habe einfach den iShares MSCI World eingegeben. Da sollte es teurere und billigere geben. Den gibt es nebenbei auch schon ziemlich lange. in den letzten zehn Jahren war er 7,51 % schlechter als der MSCI World, so dass er bei 20 Jahren bei wenigstens 20 % schlechter als der Index landen wird.

Die Kosten aktiver Fonds haben sich in der Vergangenheit als nicht von Bedeutung herausgestellt. Wenn er die Aufgabe hat, einen Index abzubilden oder auch nur zu groß ist, um auch kleinere Werte einzubauen, hat er logischerweise wegen der Kosten keine Chance. Entscheidend ist allein die Wertentwickung und die ist bei aktiv gemanagten und damit eher teuren oft deutlich besser als bei im Vergleich dazu billigen. Weil die Bedeutung von weniger gut analysierten Unternehemn durch die passiven Investments steigt, wird der Effekt voraussichtlich größer.

Erfolgsbeteiligung hast du sinnvoll dort, wo geringer Verlust/geringe Schwankung wichtig ist. Normale Aktienfonds haben normalerweise keine, weshalb das nicht wirklich zum Thema passt.

Deine letzte Frage? Zum einen müssen sie in 20 Jahren nicht besser sein als der Markt sondern weniger als 15 % schlechter. Laufende Kosten sind bei Fonds immer in der Wertentwickung enthalten. Welche Fonds? Dafür gibt es Experten und es muss nicht über zwanzig Jahre der selbe Fonds sein (Umschichtungen bekommt man kostenlos). Diese Experten dürfen ihren Kunden allerdings nur dann Aktienfonds aussuchen, wenn sie die höchste oder zweithöchste Risikategorie wählen. Gut wäre die Frage, ob sie sich auch dann, wenn sie es selbst machen, in dieser höchsten Risikokategorie einteilen.

Gegenfrage: Welche ETF gibt es in zehn Jahren noch??? Ich denke, dass es verschiedene Gründe gibt, aus denen viele ETF nicht alt werden. Schon allein, weil dann der langfristige Effekt der Kosten sichtbar wird.

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@Rat2010

So, ich brauchte ein klein wenig Erholung, will aber auch zum Ende kommen.

Ich hatte schon einmal an anderer Stelle erwähnt, dass ich Deine Aussagen ja nicht grundsätzlich in Frage stelle. Ich widerspreche in diesem Fall hier nur zweien Deiner pauschalen Aussagen, einmal, dass die Mehrzahl der Fondsmanager Ihren Index schlagen, da bin ich anderer Meinung und glaube auch, dass das hinreichend belegt ist. Eben ein Glaubensfrage ...

Natürlich gibt es genug Beispiele, dass Fondsmanager auch langfristig einen Vergleichsindex schlagen. Aber es gibt ebenso genug Beispiele, in denen das nicht der Fall ist. Das ist überhaupt kein Problem, solange der Anleger das weiß und nicht den Eindruck hat, dass ein Aktienfonds generell besser abschneidet als ein vergleichbarer Index.

Genau deshalb, und das ist der zweite Punkt, zu dem ich eine andere Meinung vertrete, haben Indexfonds ihre Berechtigung und ihren eigenen Kundenkreis. Natürlich läuft ein passiver Indexfonds wegen der Kosten immer etwas (nicht 0,5%, das ist zu teuer, sondern eher 0,2% p.a.) schlechter als der Index.

Es gibt aber Anleger, die eben nicht wollen, dass jemand für sie "managt", sondern die ganz einfach an der Entwicklung eines von ihnen bevorzugten Index ohne möglich Schwankungen partizipieren wollen.

Und ob man das nun gut findet oder nicht, für diese sind Indexfonds genau die richtige Wahl.

Mit Deinen verschiedenen Hinweisen auf Fonds hast Du übrigens eine gute Mischung gefunden, einer hat ja immerhin auch schlechter als der Index abgeschnitten. Den BlackRock zähle ich nicht, da ist mir die Laufzeit noch "zu kurz".

Schönen Abend!

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@Rat2010
Gegenfrage: Welche ETF gibt es in zehn Jahren noch???

Diese Frage ist irrelevant. Bekanntermaßen verschwindet das ETF-Vermögen nicht. Wenn der ETF-Fonds-Anbieter seinen ETF-Fonds auflösen will, dann nimmt man einen anderen ETF auf den gleichen Index. Der zugrundeliegende Index wird sicherlich auch noch in 10 oder 20 Jahren existieren, wohl eher als der aktive Fondsmanager und sein Fonds.

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@LittleArrow

Ich habe die Frage auch nur gestellt, weil die Antwort so schwer und die Frage so bedeutungslos ist wie deine, nach Fonds, die in den nächsten 20 Jahren sicher besser sind als ihr Index.

Inzwischen ist die Branche so, dass jede Menge ETF aufgelöst werden sollten, die keine Nachfolger haben.

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@Rat2010

Da vertust Du Dich. Die Auflösung eines ETF bedeutet ja nicht die Abschaffung des Index!

Die bekannten Vergangenheits(miss)erfolge eines Aktivaktienfonds kann man nicht redlich einfach in die Zukunft fortschreiben.

Leider kannst Du die allgemein interessierende Frage nach den Aktienfonds, die in den nächsten 20 Jahren sicher besser sind als ihr selbstgewählter Vergleichsmaßstab nur lächerlich machen, aber nicht ansatzweise beantworten.

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@Zappzappzapp

Der Plusfonds ist ein Mischfonds. Ich meinte den wesentlich älteren Fondak.

Hast du ein ETF mit 0,2 % Kosten? Ich denke, der Mittelwert liegt bei 0,5 %. Es gibt ja auch viele, an denen die Branche mehr verdienen kann und mittelfristig werden andere nicht mehr angeboten (das macht man in der Branche so!).

Wenn man alle Fonds, die kurz offen sind und dann für immer geschlossen werden, weil der Fondsmanager nicht so viel Volumen für seine Strategie verträgt, weglässt, lässt du viele der sehr guten Fonds weg. Für uns sind die sehr wichtig, weil sie wie der von BSF ein sehr gutes Chance-Risiko-Profil haben.

Dann stelle ich deine Lesekraft in Frage! Den Index schlägt vielleicht auch in Zukunft nur ein Teil. Nur bewegen sich so viele über alle Zeiträume so wenig unter dem Index, dass es bei einem Vergleich mit dem ETF zu dem Index die Mehrheit wird, die den ETF schlägt.

Nebenbei schlägt die aktive Branche zurück. Mal schauen, ob sich er findet, der die Wette eingeht (und die Dachfonds von Sauren sind weder besonders gut noch günstig).

http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/fonds-etf/aktiv-gegen-passiv-fondsmanager-sauren-fordert-mit-seinem-dachfonds-einen-etf-vertreter-heraus/21137486.html

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@LittleArrow

Ein merklicher Teil der Anlegergelder geht in Fonds, bei denen nicht mal die Fondsgesellschaft zwanzig Jahre besteht. Ich interessiere mich nicht mal dafür, welche Fonds ihren Index zehn Jahre lang schlagen. Wir setzen auf die derzeit für die Anleger besten Manager und wenn einer nicht das hält, was wir uns davon versprechen, wird er (kostenfrei) ausgetauscht. Geschlossenen Fonds nicht zu alter Manager wie den (WKN) a0myjn werde ich nicht so schnell austauschen aber was plapperst du von zwanzig Jahren. So was ist ganz einfach uninteressant.

Ich kann ETF von Index gut unterscheiden. Bei dir und einigen anderen habe ich da so meine Zweifel. Ich denke, du hast selbst keinerlei Anlagethemen. Sonst würdest du mir weder so doofe Kommentare, noch ziemlich blöde PN schreiben, was ich eben unterbunden habe.

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@Rat2010

Ich hatte mich auch schon gewundert, dass Du einen Fonds erwähnt hast, der schlechter als der Index abschneidet, aber das ist unwesentlich.

Einen speziellen ETF mit 0,2% Kosten "habe ich nicht" und will auch nicht lange dafür recherchieren. ETFs liegen von einzelnen Ausreißern (bis 1%, völlig absurd) abgesehen zwischen 0,1% und 0,5%, wobei man ja die freie Wahl hat, einen kostengünstigen zu wählen und da ist 0,2% schon realistisch. Echte "Managementkosten" im herkömmlichen Sinn fallen ja nicht an.

Wenn ETFs mit einer "schlechten" Entwicklung nicht mehr angeboten werden, kann das kaum mit deren Performance zu tun haben, da ja alle anderen, auf dem gleichen Index basierenden die gleiche Entwicklung haben.

Was meine Bemerkung zur Laufzeit von BR betrifft, so wollte ich nicht sagen, dass so ein Fonds nicht in Frage käme, sondern dass mir für eine vergleichende rückwirkende Beurteilung einer Performance der Zeitraum zu kurz ist.

Ist aber eigentlich unerheblich, wir werden die Frage, ob die große Mehrzahl der aktiv gemanagten Fonds schlechter als eine entsprechender Index bzw. ETF (der immer etwas schlechter als der Index abschneidet) oder nicht, hier nicht abschließend beweisbar klären werden. Mehrere Beispiele wird man für jede These finden, was aber auch nichts bringt. Letztlich soll jeder seine Meinung haben und danach seine Anlageentscheidung treffen.

Deine Kunden werden mit Deiner Beratung sicher zufrieden sein, genauso wie viele andere mit ETFs zufrieden sind, die sie bei Dir nicht bekommen.

Mir geht es lediglich darum, dass letztlich jede Art der (seriösen) Geldanlage, selbst Tages-/Festgeld ihre Berechtigung haben kann, je nach dem welche Anforderungen ein Anleger hat. Ich würde auch nicht jedem ETFs empfehlen.

Ich selbst bin völlig neutral, ich habe weder Aktienfonds, noch ETFs und verwalte meine Anlagen ohne Gebühren selbst.

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In ETF-Fonds investieren, Anfängerfrage?

Hallo liebe Community,

Vorwort:

ich habe mir endlich ein bisschen Mut angetrunken und möchte etwas aus meinem hart erarbeiten Geld machen ! Zu mir: Ich bin 22 Jahre und im ersten richtigen Berufsjahr. Ich möchte gerne fürs alter vorsorgen und in ein ETF-Fonds investieren. Ich habe mich jetzt etliche Wochen schlau gelesen und ein Depot bei Flatex eröffnet. Ich denke, dass ist für einen Anfänger das richtige.

Zu meiner eigentlichen Frage:

Da ich monatlich (50€) auf lange Zeit in einen passiven ETF-Fonds investieren möchte, habe ich mir zwei herausgesucht.

1. ISHARES CORE DAX® UCITS ETF (DE)

2. ISHARES DIVDAX® UCITS ETF (DE)

Soweit ich verstanden habe, bildet der Core Dax die 30 stärksten Deutschen Unternehmen ab und der DivDax die 15 stärksten Deutschen Unternehmen. Ist das richtig ? Wäre es erstmal Klug, nur in den CoreDax zu investieren ?

Ich freue mich auf Antworten. Wenn ihr Rückfragen habt, einfach Fragen :)!

Beste Grüße,

N4noBot

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