Frage von hanna93, 73

Wer von euch hat Erfahrungen mit einer Betriebsrente?

Hallo,

nach meinem studium bin ich jetzt seit einem halben jahr arbeiten. Gestern hab ich erfahren, dass mein arbeitgeber eine betriebsrente anbietet. ich wusste erst gar nicht, was das ist und hab mich ein wenig zu den vor- und nachteilen eingelesen. nun hab ich hier https://www.rente.com/betriebliche-altersvorsorge/#vor-und-nachteile-der-bav zum beispiel gelesen, dass ich durch die betriebsrente weniger gesetzliche rente bekomme. ich frage mich jetzt, warum sich das lohnen sollte, wenn ich doch weniger rente erhalte? Also wer von euch hat erfahrungen damit und was denkt ihr darüber?

danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hanseat, 42

Die Einbußen in der gesetzlichen Rente werden, eine sinnvolle Umsetzung und ein vernünftiges, gutes Produkt vorausgesetzt, mehr als ausgeglichen. Nictsdestotrotz kann und sollte ein guter Berater/vermittler diese Minderung berechnen (können).

Betriebliche Altersvorsorge lohnt sich insbesondere wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt, mindestens seine Sozialversicherungsersparnis (15-20 %).

Wenn Du das weiter verfolgen möchtest, befass´ Dich mal mit den neuesten Gesetzesänderungen (Betriebsrentenstärkungsgesetz).

Antwort
von Niklaus, 19

Die Frage kann man nicht pauschal beantworten. Für manche ist die Betriebsrente gut für manche nicht. 

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“?

In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.
Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in Betracht kommen. 

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,
•Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
•Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
•Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw.–Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds

Antwort
von Gaenseliesel, 48

Hallo,

den Link genau lesen ! 

die betriebliche AV wird aus deinem Brutto gezahlt, deshalb zahlst du (logisch) weniger Geld in die gesetzliche Rentenversicherung( aus deinem Brutto) ein. Das führt zu geringen Ansprüchen im Rentenalter. 

Diese Differenz sollte versucht werden möglichst auszugleichen. 

Kommentar von Gaenseliesel ,

" geringeren " Ansprüchen, sollte es heißen !   :-)  

Kommentar von hanna93 ,

das hab ich verstanden. meine frage ist, ob sich das lohnt? ich meine, warum soll ich versuchen, die differenz auszugleichen, wenn ich ohne betriebsrente erst gar keine differenz hätte. da muss doch mehr gehen

Kommentar von betroffen ,

Du hast die Flexibilität des Ganzen ausser Acht gelassen, Hanna. Du kannst eine solche Betriebsrente abschließen und die Differenz ja auch mit Höhergruppierung, Höherdotierung, Bereitschaftsdiensten oder Überstunden ausgleichen.

Man kann auch aufhören zu arbeiten und in Hartz IV und Grundsicherung gehen. Das wäre das gegenteilige Prinzip. Sehr rentabel. Das machen Hunderttausende.

Kommentar von Gaenseliesel ,

bedenke dabei auch:

du zahlst doch mtl. (wie im Vertrag vereinbart) immer gleichbleibende Beträge ein, obwohl sich dein Verdienst mit zunehmenden Jahren erhöhen kann. Es gibt quasi bei der Betrieblichen AV keine dynamische Erhöhung trotz mögl. steigenden Bruttoeinkommen. ( wie sie z.B. bei Lebensversicherungen vereinbart werden kann)

Antwort
von hildefeuer, 29

Betriebsrenten sind gut. Besonders für den Bundesfinanzminister, da die voll versteuert werden müssen und auch Krankenversicherung und Pflegeversicherung muss zu 100% darauf gezahlt werden. Wie hoch die in x Jahren sind und was bis dahin noch alles erfunden wird weis keiner, kann auch niemand einschätzen.

Besonders lohnen sich Betriebsrenten bei Firmenübernahmen, falls die Kassen voll sind, für das Unternehmen, das den Betrieb übernimmt. Das ist ein alter Hut. Betriebsrenten sollen zwar nicht zum Vermögen des Betriebes gehören, fallen aber in dessen Verfügungsbereich. Wird der Betrieb aufgelöst z. B. vom Konkursverwalter, verfügt der auch über die Rentenkasse, leider. Davon können viele Arbeitnehmer besonders in GB und USA berichten. Es gibt ein Dutzend Hollywood Produktionen wo dies offen proklamiert wird. Hier in D muste man ja unbedingt sowas einführen, weil man das immer so macht wie in USA und GB.

Kommentar von hanna93 ,

du würdest dich also dagegen entscheiden?

Kommentar von hildefeuer ,

Ich würde niemals Geld in einen Vertrag einzahlen, wo ich nicht weis was dabei raus kommt. Dann besser Lotto spielen, oder Aktien kaufen oder ins Wettbüro gehen.

Kommentar von LittleArrow ,

Der Hinweis auf die Kranken- und Pflegeversicherung betrifft nur gesetzlich und nicht privat Versicherte.

Antwort
von betroffen, 51

Das habe ich noch nie gehört.

Du kriegst die gesetzliche wie auch die bertriebliche Rente in der Höhe wie DU Beiträge gezahlt hast. Mit welchem Recht soll Dir da was abgezogen werden.

Ich behaute: Betriebsrente ist eine gute Sache. Nimm das Angebot an!

Kommentar von betroffen ,

Das habe ich noch nie gehört.

Du kriegst die gesetzliche wie auch die bertriebliche Rente in der Höhe wie DU Beiträge gezahlt hast.
Mit welchem Recht soll Dir da was abgezogen werden.

Ich behaute: Betriebsrente ist eine gute Sache. Nimm das Angebot an!

P.S. Habe den link geklickt und das gefunden:

"...Darüber hinaus zahlen Sie durch die bAV weniger Geld in die
gesetzliche Rentenversicherung ein. Das führt zu geringen Ansprüchen im Rentenalter..."

Das stimmt.

Das tritt aber nur in Kraft wenn Du die bAv über Entgeltumwandlung laufen lässt. Zahlst Du die Beiträge ganz oder teilweise selbst, dann gilt entsprechend das was ich im ersten Absatz geschrieben habe.

Kommentar von Hanseat ,

"Das tritt aber nur in Kraft wenn Du die bAv über Entgeltumwandlung
laufen lässt. Zahlst Du die Beiträge ganz oder teilweise selbst, dann
gilt entsprechend das was ich im ersten Absatz geschrieben habe"

Stimmt, aber dann hat das nichts mit betrieblicher Altersvorsorge/Betriebsrente zu tun.

Kommentar von betroffen ,

Nö !

Bei meiner Versicherung steht: "Sie erhalten den Teil der Rente aus der freiwilligen Versicherung ohne einen zusätzlichen Aufwand zusammen mit der arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente ausgezahlt.

Antwort
von NasiGoreng, 18

Wenn Du eine Betriebsrente ohne jede eigene Beitragszahlung (z.B. Lohnabzug oder Entgeltumwandlung) erhalten kannst, dann ist sie gut.

Eine Betriebsrente die Du selbst finanzieren musst, ist reine Geldverschwendung. Jeder Euro, den Du heute in eine Rentenkasse einzahlst, hat nach 35 Jahren Inflation eine Kaufkraft von 20 Cent!!

In Deinem Alter muss man sich noch keine Gedanken über die Rente machen. Kümmere Dich um Deine berufliche Karriere und sieh zu, dass Du im Laufe der Zeit zu einem eigenen, ordentlichen Vermögen in Sachwerten (eigene Wohnung, Aktien) kommst. 

 

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