Überweisungsauftrag an Bank trotz fehlender Vollmacht

5 Antworten

Der Entzug einer Kontovollmacht ist unverzüglich in das System zu übernehmen.

Das sollte also ab dem Folgetag passiert sein.

Die Bank macht sich deshalb wegen der Ausführung nicht strafbar, aber ggf. schadenersatzpflichtig. Wäre auch uninteressant, was hätte man davon, wenn der Bankmitarbeiter , dem das passiert ist eine Geldstrafe zahlen müsste.

Das die Bank den Betrag erstattet, ist doch viel wichtiger.

Der Miterbe, der gegen die Vereinbarung gehandelt hat, könnte sich der Unterschlagung, oder der Veruntreuung schuldig gemacht haben. Das kann also strafbar sein.

Ist der Überweisungsbetrag zufällig die Präme für die Gebäudeversicherung, die Sie in ihrer vorherigen Frage erwähnten? Aber egal.

Eine Straftat könnte eventuell dann vorliegen, wenn Ihr Miterbe sich persönlich bereichert und der Überweisungsbetrag zweckentfremdet verwendet wurde. Dies kann aber hier ohne genauere Angaben nicht beantwortet werden. Ich sehe eher zivilrechtliche Ansprüche an den Miterben und hauptsächlich an die Bank. Wußte der Miterbe eigentlich, dass ihm die Unterschriftsvollmacht entzogen wurde? Von der Bank wird er darüber nämlich nicht informiert. Es kann also durchaus der Fall sein, dass er im guten Glauben auf seine Unterschriftsvollmacht eine Überweisung für die Erbengemeinschaft getätigt hat (z.B. Bezahlung der Versicherungsprämie).

Immer sofort an Straftaten zu denken, halte ich für etwas überzogen. Zwist zwischen Erben in einer Erbengemeinschaft kommen häufig vor und werden normalerweise vor Zivilgerichten ausgefochten.

Nein, es handelt sich dabei nicht um die Prämie für die Gebäudeversicherung. Mir ging es um die prinzipielle Vorgehensweise trotz fehlender Vollmacht. Dem ehemals Bevollmächtigten war selbstverständlich der Entzug der Vollmacht per Einschreiben mitgeteilt. Sie wurde wegen verschwundener Gelder auf den Konten der Erbengemeinschaft entzogen. Noch sechs Monate später hat der Miterbe u.a. der Gebäudeversicherung behauptet, er wäre im Besitz einer Generalvollmacht. Die Versicherung hat erst entsprechend reagiert, nachdem ihr das Einschreiben über den Entzug vorgelegt wurde. Die Bank hat behauptet, sie hätte innerhalb von fünf Tagen nicht die Zeit gehabt, auf den Entzug zu reagieren. Das macht einen schon nachdenklich, wenn man darüber nachdenkt, dass plötzlich die Konten leer sein könnten.

Wenn die Bank keine Zeit gehabt hat, den Entzug der Vollmacht in das System einzugeben, ist es ein internes (Organisations-)Problem der Bank, das Sie nicht tangiert. Die Bank haftet. Keine fadenscheinigen Ausreden akzeptieren.

Wenn die Versicherung es versäumt hat, sich die vom Erben behauptete Generalvollmacht vorlegen zu lassen, so ist das ein Verschulden der Versicherung, das nicht zu Ihren Lasten gehen kann. Auch hier sollten Sie 'am Drücker' bleiben, wenn Sie das Fehlverhalten der Versicherungsgesellschaft nachweisen können. Mir ist leider nicht bekannt, wer in der Beweispflicht ist.

1

Auskunft gegenüber Erben

Eine Tante meiner Frau hat sich in den letzten zwei Jahren vor dem Ableben ihres Bruders um ihn bekümmert. Seine Kinder, insbesondere eine Tochter, mit der er zeitlebends in einem Haushalt wohnte, haben ihn verwahrlosen lassen. Auf Einzelheiten möchte ich an dieser Stelle verzichten. Die Tante konnte es nicht weiter mit ansehen und hat zuerst seine Wohnsituation verbessert (Zimmer und Wäsche gereinigt) und ihm eine tägliche Mahlzeit gebracht. Um die Kosten zu regeln erhielt die Tante eine Vollmacht u. a. auch über seine Konten. Dabei stellte sie heilloses Durcheinander fest (die Tochter hatte Vollmacht bis dahin) und die Konten wurden von der Tante geordnet. Etwas später wurde der Bruder mehrfach so krank, dass er jeweils ins Krankenhaus musste. Die Tante regelte alles, vom neuen Schlafanzug bis zur Schmutzwäsche. Die Tochter besuchte ihren Vater nicht einmal, auch später nicht. Im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt musste der Bruder in ein Pflegeheim. Die Schwester regelte alles. Nachdem der Bruder gestorben war und die Kinder keine Anzeichen machten sich um die Beerdigung zu kümmern, regelte das die Tante. Jetzt nachdem etwa ein Jahr vergangen ist, fordert die Tocher Auskünfte und Darlegung der Finanzen bzw. stellt Forderungen bzw. unterstellt, dass noch Vermögen vom Vater da wäre. Bei der Tante handelt es sich um eine einfache Frau, von Buchführung hat sie keine Ahnung. Belege für die großen Posten sind vorhanden aber nicht für Leibwäsche, Lebensmittel, usw. Meine Frage lautet nun: Muss die Tante sich überhaupt gegenüber der Tochter ihres Bruders rechtfertigen und wenn "Ja", für welchen Zeitraum. Muss die Tante am Ende für Kosten die sie nicht belegen kann, selbst aufkommen? Danke, neffe

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?