Meine Geschwister wollen unser Erbe verschleudern. Wer bestimmt das Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung (es ist alles Schuldenfrei)?

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7 Antworten

Ich hatte letztes Jahr das "Vergnügen" einer Teilungsversteigerung einer Immobilie aus einer Erbengemeinschaft heraus. Eine sehr gute Information findest Du unter http://www.teilungsversteigerung.net/ dies hat mir sehr geholfen. Vorsicht ist geboten bei Anwälten und selbst bei Fachanwälten für Erbrecht. Wenn die sich nicht explizit mit Teilungsversteigerungen auskennen, Finger weg. Die Teilungsversteigerung ist nicht mit der Zwangsversteigerung zu verwechseln und somit gibt es hierbei ganz spezielle "Möglichkeiten" sich strategisch gut zu positionieren. Alles weitere auf der genannten homepage

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Das Amtsgericht gibt ein Gutachten in Auftrag, dass ist die Basis.

Im ersten Termin ist dann 70 % des Wertes das Mindestgebot.

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Kommentar von AnDreas414
14.08.2016, 07:32

Vielen Dank! Habe ich die Möglichkeit die Teilungsversteigerung zu verhindern oder in die Länge zu ziehen?

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Solche Teilungsversteigerungen werden häufig benutzt, um selbst über Strohmänner günstig an die Immobilien zu kommen.

Ein Bekannter der vor Jahren ein Haus ersteigern wollte und bei der Versteigerung auch mit geboten hatte, dann aber ausgestiegen war, widerfuhr erstaunliches. Er hatte dann von einer Bank unaufgefordert ein Angebot erhalten, die Immobilie zu seinem Gebot zu übernehmen. Da war klar, jemand von der Bank hatte mit geboten, um den Preis hochzutreiben.

Solche Teilungsversteigerungen werden auch regelmäßig dazu genutzt um die anderen Erben unter Druck zu setzen. Wenn man also jetzt gleich darauf reagiert, haben die ihr Ziel schon erreicht.


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Kommentar von Franzl0503
14.08.2016, 14:29

Hildefeuer:

"...den Preis hochzureiben" verstehe ich nicht.

Das Meistgebot der Bank, auf das der Zuschlag erfolgte, lag nach deiner Schilderung über dem Gebot des Bekannten. Danach bot die Bank deinem Bekannten den Erwerb der ersteigerten Immobilie zu einem Kaufpreis in Höhe seines ursprünglichen Gebots an. Die Bank war grunderwerbsteuerpflichtig, dein Bekannter ebenfalls.

Dass die Bank die von ihr ersteigerte Immobilie nicht in den eigenen Grundstücksbestand nehmen wollte, wird seinen Grund gehabt haben. Dass sie aber die Grunderwerbsteuer in Kauf nimmt und anchliessend die ersteigerte Immobilie deinem Bekannten zu seinem Gebot anbietet/verkauft, ist zumindest erklärungsbedürftig.

Eine Preistreiberei kann nicht erkennen.

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Übt ein Miteigentümer in seiner Eigenschaft als Verfahrensbeteiligter* die
ihm gebotenen Rechtsmittel zur Einstellung des Verfahrens aus, können
bis zu fünf Jahre ins Land gehen bis zum Zuschlag und der Erlösverteilng erfolgt.

Das Ergebnis ist für alle Beteiligten oft mager, jedenfalls erheblich
geringer als bei einer freihändigen (statt zwangsweisen)
Veräußerung.

*Den Beitritt zu einer Teilungsversteigerung nicht zu erklären, gehört zu den gravierendsten Fehlern der Miteigentümer überhaupt.

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Wenn Du den Weg der Teilungsversteigerung verhindern willst, dann kläre mit Deinen Geschwistern selbst oder über einen Makler einen Käufer zu suchen, der einen marktgerechten Preis zahlt. Einigkeit mit Deinen Geschwistern bezüglich des Verkaufs sollte aber schon herrschen.

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Natürlich gibt es bei der Teilungsversteigerung Rechtshelfe:

http://www.frag-einen-anwalt.de/Teilungsversteigerung-(Aufschub,-Behandlung-von-Verwandten-Darlehen)--f237496.html

Allerdings frage ich mich, was Du bezweckst: Wirklich verhindern kannst Du die Teilungsversteigerung nicht, nur hinaus zögern. Eines Tages -und etliche Euronen weitere Verfahrenskosten später- ist es dann aber so weit. .Wenn Dir so viel am Erhalt des Erbes gelegen ist, bleibt Dir nur der Weg, selber mit zu steigern.

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Die Teilungsversteigerung dient der Auflösung der Erbengemeinschaft. Da diese Auflösung auch das gesetzliche Ziel ist, hast Du konsequenterweise auch keine Möglichkeit, die Teilungsversteigerung langfristig zu verhindern.

Zwar kannst Du kurz- und mittelfristig Rechtsmittel einlegen. Meist sind diese allerdings nicht stichhaltig und eines ist gewiss: die Versteigerung wird stattfinden. Daher solltest Du die hier - nicht unerheblichen - Kosten vermeiden.

Letztlich kannst Du nur selbst an der Versteigerung teilnehmen und damit entweder die Immobilie kaufen oder zumindest den Preis in die Höhe treiben. Auch kann es sinnvoll sein, wenn Du Werbung für die Teilungsversteigerung machst. Umso mehr Interessenten da sind, umso höher wird der Erlös.

Bei Interesse kannst Du auf https://www.hereditas.net/wissen/teilungsversteigerung/ weiterlesen.

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