Können Banken aus der Luft Geld erzeugen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Jein.

Wenn eine Bank einen Kreditvergeben will, müssen schon einige Voraussetzungen erfüllt sein (Mindestreserve, Eigenkapitalquote usw), aber im Prinzipg ist es richtig, mit einem Kreditvertrag wird Geld geschöpft.

Durch die Buchung:

Forderung an Kunden A,

an lfd. Girokonto Kunde A 100.000,- Euro

sind 100.000,- Euro in der Welt, die vorher nicht da waren.

Damit sind zwar 100.000,- Euro geschaffen worden, aber dann fangen die Probleme, bzw. die Risiken an. und diese Risiken betreffen die Bank und den Kunden.

Denn das nächste ist, dass der Kunde ja über das neue Guthaben auf dem laufenden Konto verfügt.

Nehmen wir mal den günsitgsten Fall an, es ist ein Unternehmer und der kauft einen LKW.

er zahlt die Rechnung des LKW-Händlers der Kunde einer anderen Bank ist.

die Buchung der Bank:

Girokonto Kunde A

an Zentralbankkonto (Buchung zugunsten Bank XY, für dern Kunden B)

Damit ist das Geld von unserer Bank udn unserem Kunden weg.

Das Zentralbankkonto unserer Bank ist belastet und sie kann mit dem Geld nichts mehr machen, weil verfügt.

Danach kommt Fall 1 (idealfall)

Der Kunde zahlt in 5 Jahren das Geld zurück. jährlich 20.000,- er zahlt zinsen, sagen wir 5 %, ca. 12.500,- in den 5 Jahren.

nach den 5 Jahren ist sein Darlehenskonto auf 0,-, was keinen Gweinn von 100.000,- bedeutet, sondern nur eben Kontoausgleich.

die 12.500,- sind Gewinn der Bank, abgesehen, von dem Zinsverlaust, weil ja 1.000,- - 2.000,- Euro Zinslos bei der Zentralbank (Mindestreserve) hinterlegt werden mussten.

Fall 2 (weniger günstig.)

Nach 2 Jahren geht der Kunde Pleite, weil ein Großkunde nicht gezahlt hat.

Der LKW wird nach einigem Hin und her für 30.000,- versteigert. Der Restkredit war 60.000,-.

Die Bank bucht:

Zentralbank (Geld kommt von einem Versteigerer)

an Kreditkonto A 30.000,- Euro. das ist eine echte Einnahme, wie es die Kredittilgung gewesen wäre.

Aber da ist auch noch:

Abschreibungen auf Kundenforderungen an

Kreditkonto A 30.000,-

das ist ein echter verlust gegen den man in den ersten 2 Jahren ca. 8.000,- Zinsen hatte.

Die Bank hat also mit der "Geldschöpfung" echte 30.000,- Euro vergeigt.

Wenn jeder zwanzigste Kredit schief geht, relativieren sich die so einfachen Gewinne doch schon etwas.

Dabei haben wir noch gar nciht über die Totalverluste gesprochen, wenn nämlich der Kredit an Kunden A ein Dispokredit ohne Absicherung gewesen wäre.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium Ökonomie

"nach den 5 Jahren ist sein Darlehenskonto auf 0,-, was keinen Gweinn von 100.000,- bedeutet, sondern nur eben Kontoausgleich."

Der Kunde zahlt in den 5 Jahren doch 112500 Euro und nicht nur 12500 zurück, somit ist der Gewinn der Bank doch 112500 Euro minus Verwaltungskosten, oder nicht?

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@Darky444

Die Bank muss natürlich für die Einlage, die dem Kredit gegenübersteht, auch noch Zinsen zahlen.

Aber stimmt : Zinseinnahmen minus Verwaltungskosten minus Zinsaufwand trifft den Gewinn der Bank ganz gut.

Klar, im Moment ist es modern so dermaßen auf die Banken draufzuhauen, dass man es für normal hält, dass die "für Lau" ihre Geschäfte machen müssen.

Macht das ruhig noch ne Weile. Was machst Du, wenn die Aktionäre der Deutschen Bank beschließen, die Bank zu liquidieren ? Ein verdammt langes Gesicht !!!!!!

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@Darky444

Hast Du nur eine Spur Ahnung von Buchhaltung?

Wenn Du ein Konto Forderungen an Kunden hast, mit einer Summe von 100.000,- und es geht bei Dir Geld ein 5 Jahre a 20.000,- pro Jahr und du buchst das dagegen, dann ist diese Konto ausgeglichen und Du hast keine 100.000,- übrig, die Du auf Gewinn buchen kannst.

und den Betrag der die Gegenbuchung für die 100.000,- Darlehnsforderung an Kunden war, den hast Du rausgeschickt an den Gläubiger des Kunden.

Was verdient wird sind die Zinsen, nicht mehr und nicht weniger.

Wenn Deine Annahme richtig wäre, würden die Banken jedes Jahr nicht etwa 20 % des Eigenkapitals verdinen, sondern ca. 800 - 1000 % des Eigenkapitals. geht doch nicht. Gibt es nicht.

Deine Annahme beruht darauf, dass der Kunde nicht über das Darlehn verfügt, also das Geld nicht nutzt,

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@wfwbinder

Deine Annahme beruht darauf, dass der Kunde nicht über das Darlehn verfügt, also das Geld nicht nutzt,

Wobei es gibt ja nicht nur Kunden, die Kredite immer in Bar abheben. Es gibt z.B. Unternehmen und Staaten, Städte oder Kommunen, die das Geld nicht direkt in Bar abheben. Das ist natürlich für die Banken willkommen. Auch bei Überweisung ist es nicht so dramatisch. Durch die Notenbanken sind die Banken sowieso miteinander verbunden. Alle Theorien sind hier dann halb so dramatisch für die Banken :)

Einzelhändler oder Unternehmer/Dienstleister die viel Bargeld anhäufen bringen es auch i.d.R. zur Bank. Also hier schließt sich der Kreislauf... Das genannte Problem betrifft nur den üblichen Verbraucher einzeln.

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@TOPWISSENinfo

Es geht nicht darum, dass das Geld kreist. Das ist normal.

Es ging darum, das eine Kreditvergabe nicht dazu führt, dass in Höhe der Tilgungsbeträge ein Gewinn entsteht udn das ist einfach falsch.

Kredittilgungen sind Tilgungen, die eben das Darlehenskonto auf null bringen, und keine Gewinne.

Und wenn ein Kreditnehmer nicht tilgt, dann hat man eben als Bank einen Verlust in Höhe des Restkredites.

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Geld ist ja nur die Verbriefung eines Gegenwerts. Daher ist das Schaffen neuen "Geldes" sehr einfach: man garantiert einen bestimmten Gegenwert und akzeptiert dafür beispielsweise eine gewisse Sicherheitsleistung wie eine Immobilie oder andere Wertgegenstände.

Da "neues" Geld bei der Auszahlung von Darlehen in Banken nur eine Seite eines Paares von Buchungspositionen, die sich gegenseitig aufheben, ist, wird nicht wirklich Geld "erzeugt". Es werden nur auf der einen Seite positive Beträge und auf der anderen Seite negative Beträge gebucht.

Wohin aber mit dem negativen Betrag bzw. woher die Deckung nehmen? Den kann die Bank von der zuständigen Zentralbank ebenso gegen eine Sicherungsleistung (-einlage) zu definierten Bedingungen erhalten oder aber durch Schöpfung von (in begrenztem Maße) Giralgeld, d.h. Buchgeld.

  • Gibt die Zentralbank der Bank das Geld für 1,0% und gibt die Bank dem Kunden das Geld für 2,0%, so ist die Differenz die Marge der Bank, mit der sie ihre Aufwände und ihr Risiko abdecken muß, jedoch auch einen Gewinn erwirtschaftet. Das Risiko ist wichtig, da Kredite ja auch faul werden können und damit die Einschätzung der Bank für die Ausfallswahrscheinlichkeit des Kunden direkt auf den Kundenzins wirken muß.

  • Erhält die Bank Einlagen, so kann sie aufgrund der Tatsache, daß nur ein Bruchteil davon tatsächlich im Umlauf bzw. als Barreserve benötigt wird, im Rahmen gesetzlicher Möglichkeiten (vor allem die Mindestreserven berücksichtigend) dieses Geld weitergeben. Es entsteht dabei eine Giralgeldschöpfung, d.h. der Einlagenkunde ist weiterhin Gläubiger des gleichen Betrags wie zuvor, aber der Darlehenskunde erhält einen Teilbetrag davon als Darlehen. Dem gegenüber steht eine Verpflichtung, die jedoch risikobehaftet ist. Man kann sich das als Swap-Geschäft vorstellen.

Wenn eine Bank also nicht selbst eigene Garantien für eigenes "Geld" (wie beispielsweise die Bank of Scotland) ausgibt, dann erzeugt sie selbst kein neues Geld, da gegen jedes "Neugeld" auch eine Gegenposition zu buchen ist. Sind nicht nur Geldwerte involviert, sondern auch Sachwerte, wird das Risiko der Bank interessant, daß sich die Geldwertnominierung der Sachwerte über die Zeit ändern kann oder ein Schuldner einen Ausfall darstellt.

Aus Sicht der Zentralbanken ist auch wichtig, daß es sich dabei um zeitlich begrenzte Transaktionen handelt, d.h. die Rückführung des ausgegebenen Darlehens im Rahmen der vereinbarten Zeiten erfolgt. Aus diesem Grund heizt diese Darlehensvergabe nicht langfristig die Inflation an, obwohl sie bei einer sehr lockeren Geldpolitik zu einem kurzfristigen Inflationsanstieg führen kann.

Ansich richtig. Aber mit der Zentralbank hat das Ganze - abgesehen von der Mindestreserve , die immer und schon immer in jeder Höhe von der Zentralbank bereitgestellt wurde - nichts zu tun.

Banken brauchen keinen Kredit von der Zentralbank um einen Kredit an einen Häuslebauer geben zu können !!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das ist das Wesen der "Gedlschöpfung".

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@Finanzschlumpf

Wenn Du recht liest, dann adressiert mein Beitrag zwei Punkte, wo eine "Geldschöpfung" stattfindet.

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Da "neues" Geld bei der Auszahlung von Darlehen in Banken nur eine Seite eines Paares von Buchungspositionen, die sich gegenseitig aufheben, ist, wird nicht wirklich Geld "erzeugt". Es werden nur auf der einen Seite positive Beträge und auf der anderen Seite negative Beträge gebucht.

Also wäre nett, wenn du es mir genauer erklärst. Ich kenne es so, dass auf beiden Seiten gebucht wird, Aktiva und Passiva. Hier entsteht dann Bilanzmehrung. Bilanzminderung entsteht, wenn der Kreditnehmer das Geld zurückzahlt.

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@TOPWISSENinfo
Bilanzminderung entsteht, wenn der Kreditnehmer das Geld zurückzahlt.

Entschuldige bitte, aber so einen Schwachsinn habe ich wirklich noch nie gehört!

  • Da sich 2 Posten auf der Aktivseite verändert haben, spricht man von einem Aktivtausch.
  • Die Bilanzsumme bleibt gleich, da nur 2 Aktivposten getauscht haben.
  • Aktiva und Passiva sind ausgeglichen
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@gammoncrack

XXX

Ich habe ja deutlich genug geschrieben:

Ich kenne es so, dass auf beiden Seiten gebucht wird...

Also von Aktivtausch habe ich nicht gesprochen. Habe von BEIDEN Seiten gesprochen. Und wenn BEIDE Seiten verringert werden, ist das nun mal Bilanzminderung.

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“Whenever a bank makes a loan, it simultaneously creates a matching deposit in the borrower’s bank account, thereby creating new money.�?

Der Satz trifft es auf den Punkt. Genauso ist es. Nur die Frage ist, was damit , und ob überhaupt, und wenn ja , bei wem, "erzeugt" wurde.

Für viele ist Geld einfach die Bilanzsumme der Banken. Die steigt - viel schneller als aus jeder "Geldschöpfung aus Luft" durch die Ersparnis. Die Ersparnisse schlagen sich ja auch irgendwie in den Bankbilanzen nieder.

Es wird aber nicht Geld in dem Sinne erzeugt ( und so wird es leider manchmal kolportiert ), dass die Bank sich selbst reich machen könne, oder ihre Kunden oder sonst wenn. Dem ist nicht so. ( Kann man sich ja auch , wenn man ein wenig von Buchführung versteht, mit dem oben zitierten selbst zusammenreimen ).

Auch das mit den 10 % ist absoluter Schmarren. Die Banken können ohen "eigenes Geld" ( hab noch niemand gefunden der das definieren kann ) jeden Kredit gewähren, unter gewissen Voraussetzungen. Aber wie gesagt : Niemand profitiert davon wirklich.

Niemand profitiert davon wirklich

=> ..., außer den Banken.

;)

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@TOPWISSENinfo

Ja , das ist halt auch nur die übliche Bankenklatsche.

Wenn VW mit seinen mäßigen Autos Milliarden verdient, ist das toll.

Wenn ne Bank - mit ihrem ganz originären Geschäft - auch nur einen Cent verdient ist das böse.

Dummschwafel halt dein Geschreibsel.

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