Kann ich als Nacherbe eine Immobilie als Sicherheit für einen Immobilienkredit nutzen?

4 Antworten

Ich nehme mal Deinen Kommentar zur Antwort von @Privatier59 dazu.

Wenn im Testament steht, dass Euer Vater das Grundstück nicht belasten darf, so war das vom ERblasser vermutlich als Schutz für Euch, die Nacherben gemeint.

Daher gilt, wo kein Kläger, da kein Richter, denn dieses Belastungsverbot steht nicht im Grundbuch.

Wenn also der Vater der Belastung des Grundstückes zustimmt/bzw. diese durchführt und Ihr keinen Widerspruch wegen der Testamentsklausel erhebt, ist das Ding durch.

Nach erfolgter Schenkung ist es dann sowieso erledigt.

Vielen Dank für Deine Antwort.

0

Die Klausel, das Grundstück nicht zu beleihen, verpflichtet den Vorerbern gegenüber den Nacherben.

Denn wenn er das machen würde, dann hättet Ihr einen Klagegrund. Das gilt ebenso für andere im Testament vorhandene Bedingungen und Einschränkungen.

Wenn Ihr Nacherben aber beide (!!) damit einverstanden seid, dann kann das Testament rauf und runter geändert, Bedingungen hinzugefügt, verändert oder gestrichen werden.

Damit ist es möglich, das Grundstück als dingliche Sicherheit zur Verfügung zu stellen und es zu beleihen. Das ist unabhängig von der persönlichen Sicherheit, die natürlich nur der/die hat, welche/r den Kredit aufnimmt.

Es ist sinnvoll, derartige testamentarische Regeländerungen notariell zwischen Euch dreien zu vereinbaren, damit es später - nach dem Tod des Vaters . zu keinen sinnlosen Diskussionen kommt.

Danke für Deine Antwort. Jetzt ist es so, dass mein Vater in Thailand lebt. Muss er für die Schenkung bzw. die Regeländerungen nach Deutschland kommen bzw. wie schnell kann man damit rechnen, dass sowas (falls er persönlich vor Ort wäre) erledigt wäre?

0
@dactylo

Schau Dir dazu diesen Beitrag an:

http://www.fgvw.de/neues/archiv-2012/keine-beurkundungen-im-ausland-nach-deutschem-recht

Es handelt sich bei der Grundstücksschenkung um ein beurkundungspflichtiges Geschäft. Da ist schon schwierig zu sagen, ob es in Thailand überhaupt Personen gibt die dem deutschen Notar vergleichbar sind. Selbst wenn es die geben sollte, müßten deren Beurkundungen amtlich übersetzt werden, pp. Das würde viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als ein Flug von Thailand nach Deutschland.

1
@Privatier59

Ich würde in diesem Fall einen Freund des Vaters als vollmachtlosen Vertreter auftreten lassen und dann in Thailand die Urkunde nur genehmigen lassen. Keine Übersetzung nötig, sondern nur eine Apostille drauf und fertig.

0
@dactylo

Es kommt darauf an, ob es sich um eine notariell zu beglaubigende Urkunde wie etwa einen Grundstücksverkauf, -schenkung oder .belastung handelt, welche im Grundbuch zu vollziehen ist.

Bei der "Regeländerung" des Testament ist ja kein Grundbuchvollzug erforderlich, also ist es auch nicht ganz so streng. Hier ist die Nachweispflicht, dass Vor- und Nacherben einverstanden sind, im Vordergrund.

Primär geht es ja lediglich darum, dass sich Schwester und Du über die Änderung einig seid.

Also im Extremfall ändert Vater sein Testament entsprechend nur privatschriftlich in Thailand ab, schickt Euch die Änderung zu und Ihr gebt auf dieser Änderung Euer beider Einverständnis. Das ganze ist dann eben ein Nachtrag zum bestehenden Testament.

Problem entsteht aber, wenn Vater sein Einverständnis für die dingliche Belastung seines Hauses durch ein Grundpfandrecht geben muss. Hier kommt ihr ohne einen Noar nicht aus. Da muss Vater eben mal kurz nach Hause düsen.

0

Die Nacherbschaft hat keinerlei Absicherungswert und wird von einer Bank nicht als Absicherung anerkannt.

Danke für die schnelle Antwort. Laut Testament ist es meinem Vater nicht gestattet das Haus zu beleihen. Würde dies aber mit der Zustimmung aller Erben vielleicht doch gehen?

0

Schenkung Immobilie mit Nießbrauch Mutter und anschließendem Wohnrecht Schwester

Die Mutter hat eine Immobilie mit einer selbst bewohnten Wohnung und 2 kleine Ferienwohnungen an der Nordsee. Ihr Sohn hat 2 Kinder, die Tochter ist kinderlos und mit einem Man, der 2 Kinder aus erster Ehe hat verheiratet.

Nun will die Mutter verhindern, dass einen Teil des Hauses womöglich die Stiefkinder ihrer Tochter erben, falls diese nach der Erbschaft des halben Hauses aber vor ihrem Mann stirbt. Sondern am Ende sollen es die beiden leiblichen Enkelkinder bekommen.

Dazu gibt es nun folgende Idee. Die Mutter überschreibt zu Lebzeiten das Haus dem Sohn und bekommt einen lebenslangen Niessbrauch für das gesamte Haus eingetragen. Die Tochter soll nach ihrem Tod ein lebenslanges Wohnrecht für die untere Wohnung erhalten. Wer welche Kosten trägt soll zusätzlich vertraglich geregelt sein.

Worauf muss man da achten? Kann man das so machen? Kann man Niessbrauch und Wohnrecht so mit Reihenfolge schon jetzt ins Grundbuch eintragen? Was für Kosten fallen bei Schenkung und Eintragung an? Was kann es für Probleme geben einem Haus das einem gehört aber andere Nutzen dürfen?

Meine Sorge ist, dass am Ende alle (Mutter und Schwester) Spaß mit dieser Regelung haben aber der Besitzer der Dumme und Zahlemann für alles ist. Wenn z.B. Mutter/Schwester im Haus wohnt und die Heizung oder Dach gemacht werden muss erscheint es mir nicht gerecht, dass der Besitzer solche Kosten alleine trägt, da er ja auch auf Jahrzehnte hinaus (Mutter ist erst 70 und Schwester ist gleich alt) wahrscheinlich nichts von der Immobilie haben wird.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?