Darf meine Frau bei einem Kredit mit unterschreiben auch wenn sie in der Privatinsolvenz ist?

3 Antworten

Hallo,

dürfen schon.

Aber Risiko:

wenn Gläubiger der von der Privatinsolvenz betroffenen Schulden davon erfahren, dann kann schon einer von ihnen die Schuldenbefreiung verweigern.

Und damit sind auch alle "alten" Schulden unverändert wieder vorhanden.

Anschliessend kann sich Deine Frau 10 Jahre lang (bis zur erneuten Möglichkeit einer Privatinsolvenz) vor den Spiegel stellen, sich selbst Ohrfeigen geben und überlegen, ob die Unterschrift denn wirklich sinnvoll war.

Gruss

Walter

Das ist leider nicht richtig, wjgmuc ;-)

Beantragen können Bestandsgläubiger viel in einem PI-Verfahren - nur in den seltensten Fällen folgenden daraus auch Konsequenzen für den Schuldner.

Defakto gibt es nur sieben (7) Versagensgründe. Davon beziehen sich fünf auf Versäumnisse oder Handlungen des Schuldners vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Zwei weitere Gründe, greifen während der Wohlverhaltensperiode, sind aber durch den Schuldner leicht zu vermeiden, bzw. nahezu unmöglich zu verwirklichen, da es sich lediglich um (fortgesetzte) Auskunftsverstöße (an den Insolvenzverwalter) oder um den Verstoß der Erwerbsobliegenheit handelt.

z.B. Der Schuldner arbeitet noch an einer zweiten Arbeitsstelle und verschweigt dieses und das dadurch erzielte Einkommen dem Verwalter. Oder, er weigert sich, obwohl körperlich gesund, eine zumutbare Arbeitsstelle anzunehmen.

Nichtsdestotrotz muss der Antragsteller (Bestandsgläubiger) seine Vorwürfe detailliert belegen. Bloßes Vermuten oder "Hören/Sagen" langt da nicht.

Siehe auch hier: https://anwalt-kg.de/privatinsolvenz-recht/die-versagungsgrunde-im-insolvenzverf...

Die Aufnahme neuer Schulden hat keine Auswirkungen auf das laufende Insolvenzverfahren und schon gleich gar keine auf die Restschuldbefreiung.

Hier bürgt die Ehefrau, wird also noch nicht mal Kreditnehmer.

2
@Juergen010

Heisst das, dass sie Bürgschaft zusagt, obwohl sie das nicht kann?

0
@correct

Die faktische Leistungsfähigkeit des Bürgen festzustellen und zu prüfen obliegt dem Kreditgeber.

Hier ein interessanter Artikel, was ein Kreditgeber im Vorfeld bei einem Bürgen zu beachten hat, will er ihn tatsächlich in Anspruch nehmen können um nicht in die "Falle" des § 138 BGB zu tappen: http://www.juraindividuell.de/artikel/die-buergschaft/

0

Jürgen hat recht - das ist so nicht korrekt. Es ist keiner der als abschliessend definierten Versagungsgründe. Hier war meine Informationsquelle falsch.

Frau darf also unterschreiben und kann den Spiegel anders verwenden.

Ihr muss nur wirklich bewusst sein, dass sie in einer Zeit, in welcher sie alte Schulden loswerden will schon wieder neue Schulden macht. Es ist hier nebensächlich, ob sie als Mitschuldnerin oder Bürgin unterschreibt. In beiden Fällen ist sie dem Gläubiger gegenüber in der Haftung, lediglich das Realsieren der Forderung duch den Gläubiger verläuft auf unterschiedlichen Wegen.

2

Jürgen schon alles Wichtige dazu gesagt. Nur noch eine Bemerkung zur Wohlverhaltensperiode: ja hören – sagen zählt zwar nicht aber, ein Gläubiger könnte auf die Idee kommen die Restschuldbefreiuung oder das ganze Insolvenzverfahren anzufechten FALLS die Person Vermögen nicht angegeben hat. In Eurem Fall geht es aber lediglich nur um eine Bürgschaft, eine Unterschrift, also schön blöd für den Gläubiger der eine insolvente Person als Bürgen annimmt. Würde aber DENNOCH in der Wohlverhaltenszeit davon Abstand nehmen

0

wer gibt den Kredit? Die Unterschrift wohin für wen zu wessen Gunsten? Die Frage ist sicherlich ein Scherz, oder?

Vielleicht geht es hier aus Bankensicht nur darum dass bei Verheirateten beide Ehepartner mit unterschreiben wegen Zugewinngemeinschaft o.ä.

Vor 2 Monaten habe ich für einen Kunden bei erteilter Restschuldbefreiung eine Kapitalbeschaffung bei eigenem lastenfreien Haus genehmigt bekommen.

Die Restschuldbefreiung war kein Hinderungsgrund für eine Darlehensvergabe.

Bei Privatinsolvenz ist mir - was Baufinanzierungen angeht - dies nur in absoluten Ausnahmefällen bekannt und muss alles begründet werden.

Hier gehe ich davon aus dass der Forenstarter alleiniger Kreditnehmer für einen Kredit ist und die Ehefrau mit Privatinsolvenz nicht groß mit Einkommen beiträgt.

Ist das hier so der Fall?

1

Was soll sie denn unterschreiben?

Sollte Ehefrau mit wenig eigenem Einkommen als Bürge für einen Kredit unterschreiben?

Ich habe ein Kreditangebot von einer Bank bei dem auch meine Frau als Bürge unterschreiben soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Kredit nicht zurückzahlen kann ist sehr gering, aber macht das Sinn? Das Einkommen meiner Frau ist nicht so hoch, dass sie den Kredit zahlen könnte. Sollte sie dennoch unterschreiben?

...zur Frage

Kindesunterhaltszahlung an insolvente Ex-Frau

Hallo zusammen, ich habe eine Frage an die Runde. Meine Ex-Frau hat Privatinsolvenz angemeldet und ich darf alle Schulden allein abzahlen. Ich habe den Verdacht, dass sie meinen (regelmässig) gezahlten Kindesunterhalt zweckentfremdet. Was kann ich tun?

...zur Frage

Meine Privatinsolvenz ist abgeschlossen, kann ich nun bei der Bank einen Kredit bekommen?

Die Privatinsolvenz bei mir ist seit einem halben Jahr durch. Kann ich nun bei meiner Bank wieder einen Kredit bekommen? Oder muß ich mit einer Kreditablehnung rechnen? (Zur Info: würde kleines Darlehen für neu geplante Selbständigkeit benötigen, ca. 5.000 Euro.)

...zur Frage

Hausfinanzierung mit Partnerin trotz Restschuldbefreiung in der Schufa?

Hallo Community,

gerne möchte ich mit meiner Frau ein Neubau zur Eigennutzung vom Bauträger kaufen. Sie soll der Hauptdarlehensnehmer sein, ich als Ehegatte "nur" mit unterzeichnen und mit bezahlen. Also schon ein gemeinsames vorhaben.

Zusammen haben wir ca. 2900 Euro Nettoeinkommen aus unbefristeten Festanstellungen. Sie hat einen Privatkredit bei Ihrer Bank laufen, der mit der Hausfinanzierung mit abgelöst werden soll. Uns fehlt leider das Eigenkapital zur Finanzierung der Kaufnebenkosten für Notar und Grunderwerbssteuer.

Zuätzlicher Stolperstein ist, das ich seit Oktober in der Schufa den Eintrag "Restschuldbefreiung" für die nächsten 3 Jahre stehen habe. Was das genau bedeutet ist mir bewusst. Dennoch möchte ich gerne jetzt kaufen, da unser großer bereits in 2 Jahren in die Schule kommt und ich dann einfach ihm einen Schulwechsel ersparen möchte. Auch passt das Gesamtpaket des Hauses. Außerdem sind die Zinsen jetzt noch lukrativ, darf man den aktuellen Gerüchten Glauben, kann sich das bald ändern. Die Preise für Immobilien und Grundstücke steigen auch rapide an, so das ich keine 3 Jahre warten möchte. Aus der Familie kann keiner Helfen. Es bleibt nur der Weg, dass meine Frau der Hauptantragsteller wird.

Bei ersten Beratungsgesprächen wurde uns gesagt, dass eine Finanzierung mit unserer Wunschrate möglich ist. Jetzt hängt man sich an meinem negativen Schufaeintrag auf.

Ist eine Finanzierung für uns unter diesen Umständen möglich?

Ich hoffe auf hilfreiche Antworten. Moralisch kann ich Gläubiger und Banken vestehen, allerdings geht es hier um einen Hauskredit und nicht um einen simplen Produktkauf auf Raten oder Handy-Vertrag.

Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten

...zur Frage

Kann man in der Privatinsolvenz einen Kredit bekommen?

Oder eher nicht? Wie sieht es bei Plattformen wie Smava.de aus?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?