Steuerersparnis durch Scheinehe?

3 Antworten

Als Plot für einen Film ist es eventuell ganz witzig, aber der Erfolg steht in den Sternen.

Praktischer Fall:

Gut verdienende Person, sagen wir Monatsgehalt 10.000,- Euro, möchte dieses "Steuersparmodell" anwenden.

Monatliche Steuer ca. 3.280, als Single.

Monatliche Steuer ca. 2.520,- als verheirateter.

das sind 760,- Euro Differenz und damit nicht einmal der Betrag von ALG II.

Es würde also, wenn überhaupt, nur mit einer Person klappen die Obdachlos ist udn das auch bleiben möchte. Dem/der könnte man die Hälfte der Ersparnis, also 380,- auszahlen und die kostenlose Familienversicherung gäbe es als Bonus oben drauf, wenn der jenige gesetzlich versichert wäre.

So weit so schlecht.

Die Probleme fingen aber an, sobald der "Ersparnishelfer" mal wirklich beim Sozialamt auftaucht, oder in ein Pflegeheim muss, oder einfach nach einigen Jahren spaßeshalber die Scheidung einreicht und dann ggf. nachehelichen Unterhalt fordert, oder einen Zugewinnausgleich.

Wie schon gesagt, als Filmstory unterhaltsam, aber der Autos hat schlecht recherchiert.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ich erlaube mir eine sinnhafte Antwort zu geben, hoffe ich zumindest.

Also zunächst einmal ist das mit dem "Scheinehe" zwar häufig zu hören, allerdings würde es ja nicht den erwünschten Erfolg haben wenn man sich die Urkunden am Computer selber zusammen bastelt. Es muß schon eine ordnungsgemäß vor dem Standesamt geschlossene Ehe sein.

Den Splittingvorteil bekommt man nur solange das eheliche Zusammenleben andauert. Wenn das Steuersparobjekt in der eigenen Hütte haust ist die ganze Aktion in Gefahr.

Ab welchem Einkommen sich das nun konkret lohnt mögen die Rechenknechte Dir im Detail ausrechnen. Pi-mal-Daumen berechnet behaupte ich, daß es lohnend wird sobald der Grundfreibetrag einkommensmäßig überstiegen wird. Natürlich müßte man die Auslagen für das Steuersparobjekt noch abziehen. Gewiß wird Dir irgendein Rechenschieber das bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma ermitteln können.

Du hast echt diesen spannenden Film nicht gesehen, nä? Um den Nachweis des Nicht-zusammen-lebens ging es doch. Und am Ende liebten sie sich, das war echt sehr berührend! Aber sonst guck ich sowas nie nich.

Das mit dem Grundfreibetrag kann aber nicht hinkommen, die Ehefrau muß schon wesentlich mehr verdienen als der Mann.

Jedenfalls wollte ich sonst ggf der ARD oder dem ZDF oder notfalls der GEZ mal schreiben, dass sie schlecht recherchiert haben.

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@Andri123

Es war nicht nach "viel" Steuern sparen gefragt, sondern nach Steuern sparen. Ab dem Grundfreibetrag muss man Steuern zahlen. Mit der Heirat verdoppelt sich der Betrag den man steuerfrei einstreichen kann. Je mehr die Frau in diesem Beispiel verdient, desto größer wird dann der Vorteil. Um die Kosten für die Erhaltung der vitalen Lebensfunktionen des Steuersparobjekts finanzieren zu können muss man natürlich eine ganze Ecke mehr als den Grundfreibetrag verdienen. Und, spannende Filme stehen hier eh nicht auf dem Programm. Der alte Vogel den ich betreue mags nur lustig.

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@Privatier59

Der Film war doch auch gar nicht spannend, lieber privatier, hätte vielleicht sogar Deinem Vater gefallen.

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@Andri123

Es gibt noch mehr Sender, die uns Müll unterjubeln.

Jetzt hast Du mal ein Thema aufgegriffen, von dem der Eine oder die Andere hier ein bisschen Ahnung haben.

Für meine Bücher habe ich mich in mehr als fünfzig Themen intensiv eingelernt.

Dementsprechend möchte ich am liebsten den Fernseher zehnmal am Tag zertrümmern.

Es sind aber nicht die Sender - das Personal (ein paar von denen kenne ich) sollte man ...

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@correct

O.k., wenn es gewünscht ist, werde ich der zweite Lohepudel.

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@Andri123

Bitte nicht - bleibe kritisch - aber werde nicht ...

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Anleitung: Du wählst irgendeinen Einkommensteuerrechner Deines Vertrauens aus.

Dann berechnest Du a)

Die Summe der Einzelsteuerlasten

b) Die Steuerlast beim Splitting

Davon bildest Du die Differenz.

Um die Euphorie etwas zu dämpfen - es wird nicht mehr als maximal 12000€ Differenz herauskommen.

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