Mein Freund und ich bauen ein Haus. Das Grundstück gehört ihm, dass hat er von seinen Eltern bekommen. Finanzieren tun wir das Haus aber gemeinsam, wie regelt?

8 Antworten

Ihr habt das generelle Problem aller unverheirateter Paare, die zusammen etwas bauen, oder kaufen und unterschiedliches Anfangskapital haben.

Deine Idee mit der Schenkung ist teuer, weil der Freibetrag für die Schenkung 20.000,- Euro ist und bei 40.000,- Wert der Hälfte, dann 30 % auf 20.000,- an Schenkungsteuer anfallen = 6.000,- Euro.

Lasse Dir Dein Eigenkapital von 37.000,- als Grundschuld absichern. Dann macht eine Vereinbarung, dass Die die Hälfte des Wertzuwachses im Falle einer Trennung zusätzlich bekommst. Und zwar gerechnet wie im Falle einer Ehescheidung, also Wert nach Fertigstellung, abzüglich gemeinsamer Schulden gegen Wert am Ende der Verbindung auch wieder abzüglich der Restschulden. NAtürlich unter Berücksichtigung, dass das Grundstück schon als Erbe kam (Anfangsvermögen).

Ganz private Bemerkung, mit einem Menschen mit dem ich nicht bereit bin eine Ehe einzugehen, würde ich kein Haus bauen und kein Kind bekommen (für den Fall, das auch das noch geplant wäre). Die Bemerkung nur deshalb, weil diese Überlegungen bei Eheleuten obsolet wären, denn da ist es einfach gesetzlich geregelt.

Ich sehe, diese Beziehung steht auf einem soliden Fundament. Wo andere Paare einen romantischen Abend verbringen macht Ihr die Buchführung. Da kann ja mit den Finanzen nichts daneben gehen!

Lobenswert ist sicher, daß Du Dich absichern willst durch die Übertragung eines Grundstücksanteils. Noch besser wäre, wenn man zeitgleich eine Vereinbarung schließen würde in der alle Details festgehalten werden. Am besten sollte diese Vereinbarung von einer rechtskundigen Person verfaßt werden.

Da Ihr für die Übertragung des Eigentumsanteils ja ohnehin zum Notar müßt, kann der das auch gleich in den Vertrag hinein schreiben.

Damit wird zum einen dem Verdacht vorgebeugt, es handele sich um eine Schenkung. Unter nicht miteinander verheirateten Paaren beträgt der Freibetrag betrübliche 20.000 Euro. Es könnte also schnell teuer werden.

Zum anderen ist die Vereinbarung dann offiziell bestätigt und kann später zumindest in ihrer Existenz nicht bestritten werden.

Was die Anteile betrifft: Wer zahlt schafft an, wobei ich Deinen Freund allerdings etwas kleinlich finde.

Seine Gedanken sind ja nachvollziehbar, aber spätestens wenn Kinder im Spiel sind und Du z.B. weniger arbeitest, um die Kinder zu erziehen, finde ich es nicht richtig, mit der "Ich bezahle dann aber viel mehr"-Keule zu kommen. Immerhin erziehst du eure gemeinsamen, also auch seine Kinder, die Du ohne ihn nicht hättest und ohne könntest Du ja Vollzeit arbeiten und auch mehr abzahlen. Wenn ihn das stört, kann er doch die Kinder erziehen und du gehst arbeiten.

Langfristig kann man in einer Beziehung/Familie eben nicht alles genau aufrechnen.

Pass auf, dass Du nicht zu kurz kommst, wenn ihr dann mal Kinder habt. Oft wird die private Rentenversicherung der Frau stillgelegt, weil nicht genug Geld für beide RVs da ist und seine aus irgendwelchen Gründen als wichtiger erachtet wird (ist es nicht).

Wenn ihr so langfristig plant, auch mit Kindern, warum denkt ihr nicht übers Heiraten nach? Würde dich besser absichern.

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