Kind direkt mit ins Grundbuch aufnehmen?

6 Antworten

Mein Rat ist, die Tochter alleine als Eigentümerin in das Grundbuch eintragen zu lassen. Das erspart ihr später den Stress, bei einer Erbschaft die Eigentumsverhältnisse im Grundbuch berichtigen zu lassen.

Für den Kredit sehe ich kein Problem.

  • die Eltern sind alleine Kreditnehmer (persönliche Kredithaftung)
  • die Alleineigentümer-Tochter stellt die Wohnung als Sicherheit (dingliche Haftung).
  • Bei der Grundschuldbestellung verlangt die Bank dann wg. der persönlichen Haftung durch die Grundschuld ("vollstreckbare Ausfertigung") voraussichtlich die Unterschrift von allen Dreien.

Es bleibt den Eltern überlassen, ob und in welcher Form sie auch eine Beschränkung auf die Wohnung zu ihren Gunsten erstellen.

Am sinnvollsten dabei ist der Eintrag eines Niessbrauchs zu Gunsten der Eltern, der bei deren Tod automatisch erlischt.

Kann man nun alle drei zu gleichen Teilen ins Grundbuch eintragen und verursacht dies extra Kosten?

Das zwar nicht. Aber, wenn die Wohnung der Tochter später einmal alleine gehören soll, müßte ja nochmals der Gang zum Notar angetreten werden und das kostet natürlich nochmals Geld.

Im übrigen weiß man nie, was die Zukunft bringt. Heute ist in der Familie noch eitel Sonnenschein. Aber was ist, wenn sich das ändert? Dann könnte jeder der Teilhaber die Teilungsversteigerung beantragen.

Oftmals wird folgendes praktiziert: Das Kind ist Alleineigentümer, die Eltern haben den Nießbrauch auf Lebenszeit. Vorteil für die Eltern: Da sie Mieteinnahmen generieren können, können sie auch die Ausgaben der Immobilie steuerlich geltend machen. Natürlich müßte man bei dem dafür zwangsnotwendig abzuschließenden Mietvertrag mit der Tochter auf so einiges achten. Dazu gibt es aber zahlreiche Tipps im Internet. Das bekommt man schon hin.

"Das bekommt man schon hin" - oder man stellt hierzu eine neue Frage.

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Wie sieht es mit den Zinsen für den Kredit zur Abschaffung der Wohnung aus - die Eltern sind ja nicht die Eigentümer der Wohnung.

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@Snooopy155

Aber sie haben doch aufgrund des Nießbrauchs Einkünfte aus der Wohnung.

Mein Vater, der von Beruf Steuerberater war, hat das auch so organisiert und nie Probleme beim Absetzen der Zinsen gehabt.

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Noch ein paar Gedanken zur Vorhergehenden Antwort.

Die Eltern kennen den zukünftigen Schwiegersohn vielleicht noch gar nicht. Wenn das Haus alleine der Tochter gehört und die Eltern das Nutzniessungsrecht behalten, dann kann die Tochter und Schwiegersohn für eine andere Wohnung oder ein Haus auf diese Wohnung eine Hypothek aufnehmen und die Eltern müssen den Hypothekarzins bezahlen. Ob die Eltern dann der Tochter so viel Unterstützung geben wollen, muss auch noch überlegt sein. Selbstverständlich wird dann die Bank prüfen, ob die Eltern den Hypothekarzins überhaupt bezahlen können. Vielleicht will die Tochter mit ihrem zukünftigen Ehemann Weltreise machen und deshalb die Hypothek auf die Wohnung erhöhen.

Vielleicht kann notariell geregelt werden, dass die Tochter auf diese Wohnung die Hypothek nicht erhöhen darf. Das müsst ihr vorher noch abklären. Ich habe eine Tante, dessen Ehemann hat das ganze Vermögen, welches meine Tante in Form von Land geerbt hatte verbraucht, die Tante musste ein Grundstück nach dem andern verkaufen.

Wer die Renovationen bezahlt ist auch noch notariell zu regeln im Normalfall ist das der Eigentümer der Wohnung. Wer beschliesst was wie renoviert werden darf, kann man auch noch im notariellen Vertrag festhalten.

Vor dem Notarbesuch muss auf jeden Fall vieles überdenkt werden

Grundbuch & Hausbau : Wie Eigenkapital absichern, Darlehen aufnehmen und Steuern minimieren?

Hallo,

meine Lebensgefährtin und ich möchten ein Grundstück kaufen und anschließend ein Haus drauf bauen. Das von mir eingebrachte Eigenkapital beträgt 200.000€. Das Darlehen für das Haus würden wir beide aufnehmen (400.000€), und die Raten zur Tilgung des Kredits wollen wir uns hälftig teilen. Eine Heirat ist momentan nicht vorgesehen. 

Hierbei möchten wir dass diese Verhältnisse rechtlich verbindlich festgehalten werden, wobei für niemanden ein Nachteil entstehen soll. Wie kann man dies am Besten lösen und ohne Schenkungssteuer oder xmal Grunderwerbssteuer zu zahlen.

Uns schwebt folgendes vor.

1) Kauf des Grundstücks durch mich, Nutzung des Eigenkapital von 100.000€. Nur ich werde ins Grundbuch eingetragen.

2) Darlehen für das Haus auf uns Beide. Nutzung meines restlichen Eigenkapital von 100.000€. Dabei oder vorher(?) Umänderung des Grundbuchs zu 50/50 mit dem Vermerk das beim Verkauf mir immer erst mein Eigenkapital zusteht. Somit wäre ich abgesichert, und beim etwaiger Trennung und Verkauf des Hauses stünde meiner Freundin dann der Rest vom Erlös geteilt durch 2 zu.

Problem: Fällt bei der Umänderung bei Punkt 2 nicht wieder Steuer an, und dann gleich auf das ganze Haus? Und wäre eine Eintragung ins Grundbuch bei Punkt 1 gleich zu 50/50 besser? Meine Freundin kann aber kein Eigenkapital einbringen. Also würde ja dann auch Schenkungssteuer anfallen da ich das Grundstück finanziere und ihr quasi zu 50% schenke.

Oder wäre gleich bei Punkt 1 ein Eintrag mit 20/80 besser, um die Schenkungssteuer zu vermeiden (20.000€ Freigrenze)? Aber, kann die Freundin das ganze Darlehen für das Haus überhaupt mit mir zusammen aufnehmen wenn sie nur zu 20% im Grundbuch steht. Oder müsste man in dem Moment zu 50/50 wechseln, aber dann fällt doch wieder Steuer an oder nicht?

Ohjee ich glaub ich mach es komplizierter als es ist :)

Könnt ihr mir helfen bitte?

Vielen Dank

Jürgen

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