Ich habe ca. 50.000 € Eigenkapital, würdet Ihr eine Eigentumswohnung kaufen und vermieten oder das Geld als Anzahlung für das eigene Haus nutzen?

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8 Antworten

Schön, dass Du € 50.000 hast. Ich habe sie leider nicht.

Was würdest Du denn damit anfangen wollen und warum?

Wo muss man denn für das eigene Haus etwas anzahlen? Ich kenne nur, dass der Verkäufer sein Geld komplett haben will und nicht noch Kredit gewährt. Ob Du Dir mit einer zusätzlichen Finanzierung und Deinem Eigenkapital ein eigenes Haus leisten kannst, kann man aus Deiner Teilfrage leider nicht entnehmen. Die richtige Teilfrage lautet also für Dich "Wieviel Haus kann ich mir leisten?". Hier findest Du vielleicht die Antwort für Dich:

http://www.immobilienrechner.org/

Auch wenn dieser Rechner Schwächen hat, wäre es ein Start in Deine Überlegungen. Aber macht nichts, bei Deiner nächsten Frage kannst Du noch den Link "Weitere Details hinzufügen" anklicken und   n u t z e n! Bis bald!

Ein typisches Reihenhäuschen mit 160 m² Wohnfläche und etwas Garten kostet vielleicht (wild geschätzt - rechne das für Deine Gegend selbst aus) um die 280.000 EUR. Da fallen dann zusätzlich ca. 10% allerlei Kosten für Grundbuchnotar, Grunderwerbsteuer, Makler etc. an, d.h. 28.000 EUR sind schnell weg. Umzug und für das neue Haus erforderliche, neue Möbel etc. kosten locker die restlichen 22.000 EUR (manche Leute stecken das alleine in ihre Einbauküche, normalerweise nimmt man für diese Kosten nochmals ca. 10% an). Darlehen sind dann günstig, wenn sie max. 80% des Immobilienwerts beleihen, d.h. in diesem Fall fehlen Dir sogar noch mind. 56.000 EUR an Eigenkapital.

Willst Du eine eigene Immobilie, sollte Dein Ziel sein, das Eigenkapital aufzustocken.

Willst Du keine eigene Immobilie, so ist eine Immobilie für die Vermietung immer eine sehr langfristige Sache, d.h. Du wirst nicht das große Geld scheffeln und es gibt auch Risiken dabei - vom Leerstandsrisiko mal ganz abgesehen (wie das in Deiner Lage aussieht, musst Du selbst beurteilen).

Willst Du also keine eigene Immobilie und auch die Risiken einer vermieteten nicht auf Dich nehmen, wäre für den mittel- bis längerfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge etwas zu tun. Das können Aktien- oder aktienlastige Fonds sein, das können Rentenprodukte sein, das können aber auch bestimmte Versicherungen sein.

Du benötigst umfassende Beratung. Suche einen neutralen Berater (nein, nicht den Spaßkassen-Kollegen von der Sparkasse).

Da fallen dann zusätzlich ca. 10% allerlei Kosten für Grundbuchnotar, Grunderwerbsteuer, Makler etc. an,

Eben fand ich diesen Artikel, der auch bereits "Immobilienpreis plus zirka 10 Prozent genügen" als Mythos deklariert:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/risiko-baufinanzierung-mythen-und-irrtuemer-der-immobilienfinanzierung/12198442.html

Erstaunlicherweise ist in diesem Artikel in Bild 8 offenbar auch dies ein Mythos: "Das Zinstief befeuert eine Immobilienblase.", was ich eher geglaubt hätte. Dort heißt es vielmehr:

"

So ist zum Beispiel der Eigenkapitalanteil bei Baufinanzierungen seit 2008 gestiegen. Der Finanzierungsanteil über Kredite ist seitdem von durchschnittlich 75 auf 72 Prozent gesunken. „Das historisch niedrige Zinsniveau geht demzufolge nicht mit stark steigenden Kreditvolumina einher“, sagt Goris von Interhyp. Eine Immobilienblase ist daher nicht in Sicht.

"

Dieses Argument geht allerdings nur auf die Eigenkapital- bzw. Fremdkapitalquote ein. Offen bleibt, ob die dabei gewählte Zinsbindungsdauer bei den Krediten wegen des niedrigeren, billigeren(?) Zinssatzes nicht doch zu kurz ist, was somit in ca. 10 Jahren - bei "normalem", höheren Zinsniveau - zu einer Immobilienblase mit Zwangsverkäufen führen könnte (das hatten wir schon mal vor einigen Jahrzehnten:-(.   

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@LittleArrow

Die Erfahrung zeigt, daß real ca. 20% an Mehrkosten zum eigentlichen Immobilienpreis anfallen, da man ja auch Wünsche hat. Die 10% sind eher als Untergrenze gedacht, denn selbst bei dieser minimalen Betrachtung reicht das genannte Eigenkapital nicht.

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Dein Frage ist ohne weitere Informationen nicht zu beantworten. Es fehlen Angaben:

  1. Wie groß sollte das eigene Haus sein?
  2. Wo sollte es stehen?
  3. Was darf es kosten?
  4. Reicht mein Eigenkapital dafür?
  5. Wie ist deine Bonität insgesamt?

Diese Fragen wirken sich direkt auf den Kaufpreis einer Immobilie aus. Die gleichen Fragen musst du auch bei Kauf einer Eigentumswohnung zur Vermietung stellen.

In einer eigenen Immobilie zu wohnen ist ein guter Ansatz denn die Immobilie ist auch ein guter Teil der Altersvorsorge.

Mein Rat wäre. Spare noch weiter, bis du mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital hast. Das geht besonders gut mit dieser Formel

Kaltmiete + Sparplanrate = Zins + Tilgung

Ziel sollte sein soviel zu sparen das die Summe aus Kaltmiete und Sparbeitrag genau der Summe von Zins und Tilgung der geplanten Immobilie entspricht.

Das sollte man vielleicht 8-10 Jahre so machen. Der Vorteil liegt auf der Hand man hat soviel Kapital angespart, dass man entweder den größten Teil der Immobilie zahlen kannst oder man hat schon wirklich ausreichend Eigenkapital für die Finanzierung. Und man hat jeder Bank schon bewiesen, dass man die Belastung für eine Finanzierung tragen kann.

Damit du auch ein vernünftige Rendite beim Sparen bekommst, solltest du das Geld in einen Aktienfondssparplan sparen. Die 50.000 € Kapital solltest du auch in ein gut diversifiziertes Aktienfondsportfolio investieren.

 

Alle genannten Möglichkeiten wären möglich und denkbar, eine weitere wäre das Geld weiter verzinslich anzulegen. Wofür Sie sich letztlich entscheiden hängt unter anderem von der Lebenssituation und den eigenen Prioritäten ab. 

Lebenssituation und den eigenen Prioritäten

Richtig, billy. Sehe ich auch so!

Aber leider macht BigMac dazu keine Angaben, sondern fragt uns, die wir in einer - voraussichtlich - völlig anderen Lebenssituation mit andern Prioritäten leben. Die gestellte Frage kann er also knicken:-(

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@LittleArrow

Richtig, und genau aus diesem Grund habe ich so geantwortet wie ich geantwortet habe. Eine substanzlose Frage ohne Fakten und Hintergründe kann auch nur genau so und stark verallgemeinert beantwortet werden. Eigentlich nicht im Interesse des Fragenden, aber was soll´s ….-;))

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BicMac:

Eine Modellrechnung zum besseren Verständnis:

Eigengeld 50.000 € = 30 % der Gestehungskosten, davon Erwerbskosten = rd. 17.000 €,  zur Kaufpreisteilfinanzierung verbleiben rd. 33.000 € = 20 %, 100 % = 165.000 = Kaufpreis der Eigentumswohnung, Fremdmittelbedarf 80 % = 132.000 €, Annuität langfristig 6 % = 7.920 € jährlich, Qm-Preis angenommen 2.500 €, entspricht einer Wohnungsgröße von 66 qm, Hausgeld angenommen 3 €/Wohnfläche = jährlich 2.376 €, Jahresbelastung 10 296 € : 66 qm : 12 Monate = Monatsmiete 858 € = 13 €/qm.

Fazit: Du würdest, wenn überhaupt, nur an einer Wertsteigerung partizipieren. Deshalb: Siehe Antwort Privatier.

Was bei Deiner Berechnung nicht paßt ist, daß Du keine Wohnung mit nur 2.500€ qm bekommst bei einer Miete von 13€ qm. Der Preis dürfte um mind. 500€ qm höher liegen und der Preis der Wohnung um die 200.000€. Somit stimmt Deine Berechnung nicht mehr. Oder wo meinst Du kannst Du heute noch 13€ qm verlangen? In meiner Umgebung liegt der Mietpreis um die 7,5€/qm. 

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@althaus

althaus: 13 Euro netto kann man in beliebten Kölner Stadtteilen wie Neustadt/Nord und Neustadt/Süd für eine gut sanierte Wohnung locker erreichen.Allerdings werden dann für Eigentumswohnungen auch Quadratmeterpreise zwischen 4000 und 5000 Euro verlangt.

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@Privatier59

Na, sagte ich doch! Der Quadratmeterpreis stimmt dann hinten und vorne nicht, daher ist die Berechnung ein Humbug. ....Ich weiss, daß es Stadtteile gibt mit bis zu 15€/qm. Aber da möchte ich nicht wohnen. Zu viele Snobs und keine Normalos mehr. 

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Die Immobilienmaerkte schlagen derzeit Kapriolen. Mir sind Fälle bekannt wo Eigentumswohnungen zum 30 bis 40 fachen der erzielbaren Jahreskaltmiete verkauft werden. Wenn man da dann den Kapitaldienst und alle nicht auf den Mieter umlegbaren Nebenkosten abzieht bleibt dem Vermieter nicht mal eine schwarze Null übrig. Und was mit der Wertsteigerung ist, steht in den Sternen. Kaum besser ist es bei Einfamilienhäusern. Wenn die Zinsen erst mal steigen platzt die Preisblase und man bekommt Sonderangebote aller Orten.

Ich würde eher in Aktienfonds anlegen. Das aber in Raten und nur dann, wenn man einen langen Anlagehorizont hat.

Mir sind Fälle bekannt wo Eigentumswohnungen zum 30 bis 40 fachen der erzielbaren Jahreskaltmiete verkauft werden.

Da wäre doch BicMac genau der richtige Käufer für eine Deiner ETWs;-) Er sucht ja offenbar dringend eine ETW als Kapitalanleger.

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@LittleArrow

Wie heißt es so schön: Wohnungseigentum ist die ideale Verbindung der Nachteile von Miete und Eigentum. Demzufolge kommen mir ETW´S nicht in die Tüte und für ein komplettes Haus reichen die hier genannten Eier als Eigenkapital dann auch nicht.

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@Privatier59

Du könntest doch in Deinem x-Familienhaus (angenommen x = 8) die Wohnungen in ETWs aufteilen und davon nur 1 an BigMac und eine weitere an althaus verkaufen und den Rest behalten;-) Da wäre Euch allen geholfen: Du hättest die Mehrheit, BigMac seine ETW und althaus mal ein positives ETW-Vermietungserlebnis. Die Wohnungsverwaltung wäre doch bei Dir in besten Händen!

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@BigMac,

ich finde es toll, dass du bisher schon 50.000 € gespart hast.

Nur welche Antwort erwartest du, wenn du uns die wichtigsten Details gar nicht nennst. wie z.B.: dein Alter, dein mtl. Einkommen, Informationen über deine Familie usw.

Also kann man nur die Glaskugel befragen - was zur Zeit aber nicht möglich ist, denn diese befindet sich auf den Kanarischen Inseln und macht Urlaub.

Gruß Apolon

Die Frage stellte ich mir auch zu Beginn des Jahres, allerdings mit 65.000€. Habe sie in Einzelaktien investiert und siehe da es wurden bis heute 80.000€ daraus, gerade wegen der Hausse am Aktienmarkt. Bin und bleibe immernoch investiert, auch wenn es schon wieder 5.000€ mehr waren als der Dax bei 12.300 Punkte stand. Mit Kursschwankungen muss man rechnen, auch damit daß es plötzlich 10% - 15%  weniger wird, wenn der Dax fällt. Ich kann nur empfehlen, wenn der Dax unter 11.000 Punkte steht in ausgewählte Einzelaktien oder in einem Dax EFT zu investieren, wenn man sich in Einzelaktien nicht traut oder keine Kenntnisse der Auswahl hat und dann abwarten. Irgendwann werden wir die 12.300 Daxpunkte wieder knacken, auch wenn es vielleicht noch 1 oder 2 Jahre dauern kann. Also 50% jetzt investieren und warten, ob wir nicht nochmal die 10.000 Daxpunkte wieder sehen. Dann kann man ja die nächsten 50% investieren. Von Immobilien halte ich nicht viel, es sei denn man bekommt was unter 2.000€ qm als Schnäppchen in ~~guter Lage. 

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