Verzockt

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nun, dazu hat sich bereits das BFH geäußert - BFH AZ. IX R 50/09 IX R 12/11 und zugunsten der Anleger entschieden, dass dieses im Fall des Totalverlustes steuerlich geltend machen kann.

Doch die Finanzverwaltung hat die Anwendung des BFH Urteils am 27.3.2013 für die Arä der Abgeltungssteuer (ja ich weiß den Begriff gibt es nicht) ab 2009 nicht übertragbar ist. - Ohne Begründung!

Good Luck!

Auch wenn es mir gegen den Strich geht, es ist schon so, dass dieses Urteil nicht zur neuen Rechtslage passt.

0

Du hast Recht, es ist entweder vom Gesetzgeber gewollt gewesen, um Menschen noch mehr vom spekulieren abzuhalten, oder aber man hat es einfach vergessen einzusetzen "ein Totalverlust ohne Verkauf, steht einem Verkauf gleich und ist mit einem Veräußerungspreis von 0,- Euro zu bewerten."

Was dagegen spricht, dass es vergessen wurde ist, dass ja bei einem Verkauf nicht nur ein noch so geringer Veräußerungserlös erzielt werden muss, sondern auch, dass der Veräußerungserlös, die Veräußerungskosten überschreiten muss.

Interessant wäre, was die höchsten Gerichte sagen würden, wenn das mal einer durchklagt.

Interessant wäre, was die höchsten Gerichte sagen würden, wenn das mal einer durchklagt.

Du weißt schon, was es bedeutet, wenn man einen alten Zocker wie mich auf solche Gedanken bringt, ja?

0
@blackleather

Nenn mir recht bald das Aktenzeichen und sueh zu, dass du vor den BFH kommst. Dann kann ich hier zig Einsprüche ruhend stellen.

Ich sehe das wie wfwbinder: Entweder eine Regelungslücke oder profiskalisch gewollt.

Oder man hat die Regelungslücke erkannt und sich dann drüber gefreut wie Hotte und sie tatenlos hingenommen.

1
@EnnoBecker
Dann kann ich hier zig Einsprüche ruhend stellen.

Du hast also solche Fälle auch schon in der Praxis gehabt?

0
@EnnoBecker

Nein. Ich könnte ja jetzt behaupten: Ich teste sowas immer erst im Selbstversuch...

Aber im Ernst: Entweder habe ich keine an der Börse zockenden Mandanten oder diejenigen, die zocken, bemerken nicht, dass ihre Totalverluste sang- und klanglos verschwinden und vertrauen auf die Richtigkeit ihrer Erträgnisaufstellungen.

0
@blackleather

Bei mir stellt sich das Problem anders.

Ich mache ungern Einkommensteuererklärungen. Lieber befasse ich mich mit KapGes oder KapCo, da stellt sich die Frage nicht so.

Aber die EStE der Beteiligten kann ich ja leider nicht verhindern.

0
@EnnoBecker

Ich hätte ja schon eine Lösung, aber die Leute melden sich ja immer erst, wenn sie mit dieser Art Geschäft auf die Nase gefallen sind. Mit Vorbereitung hielte ich es für lösbar.

0
@wfwbinder

Natürlich. Man muss ja nur dafür sorgen, dass ein Verkauf stattfindet.

1
@EnnoBecker

Wenn wir konsequent zwischen Vermögensebene und Ertragsebene unterscheiden müssen, worauf hier einige Kommentare hinweisen und der BFH dies auch in der von alfalfa zitierten Rechtsprechung getan hat, hat es doch keinen Zweck, die Sache vor Gericht zu ziehen.

0
@EnnoBecker

Mit Rücksicht auf einige Literaturstimmen und die BFH-Rechtsprechung vom 26. 9. 2012 habe ich nun erst mal Einspruch eingelegt und hoffe, dass ich damit zügig vor das FG gehen kann. Die Literatur und die Urteilsgründe geben schon mit guten Argumenten Anlass zur Hoffnung.

0

Es wird bei solchen Geschäften leider unterschieden, ob der Verlust auf steuerlich irrelevanter Vermögensebene oder auf steuerlich relevanter Ertragsebene erfolgt.

Vermögensebene: wenn Papiere ausgebucht werden oder wertlos verfallen, dann ist das ein Vermögensverlust. Ein abgeschlossenes Geschäft (Kauf und Veräußerung) hat ja nicht stattgefunden.

Ertragsebene: wenn innerhalb der steuerlich relevanten Fristen für die Besteuerung von Erträgen (positiv wie negativ) Geschäfte abgeschlossen werden (Veräußerung muß sein), sind die Verluste auch steuermindernd.

Die Totalverluste von Aktien mit Delisting oder wertlos verfallenen Optionsscheinen ohne Rückkauf für einen symbolischen Betrag sind daher leider Dein Privatvergnügen. Für die Zeit ab Einführung der Abgeltungssteuer werden Vermögensverluste nicht berücksichtigt - es gibt ja auch keine Vermögenssteuer.

Diese etwas seltsame Interpretation von Beträgen knapp über Null und Beträgen von Null führt zu der leider gesetzeskonformen Interpretation, die Du darstellst.

Zinsen vom Geschäftskonto in EÜR / Dividenen von Geschäfts-Depot

Ist es korrekt, dass ich Zinsen/Dividenden aus Geschäftskonten in der Zeile 15 (umsatzsteuerfreie Betriebseinnahmen) der EÜR (2014) verbuchen muss? Dafür nehme ich dann den Betrag, den ich nach Abzug der KAP-Steuer und des Solis erhalten habe, oder? KAP- und Soli-Beträge muss ich nirgends angeben?

Dadurch ergibt sich dann, dass ich solche Erträge doppelt versteuern muss, oder? KAP- und Soli werden sofort abgezogen und dann noch mal über die Einkommensteuer, weil es meine Betriebseinnahmen erhöht. Oder habe ich was falsch verstanden?

...zur Frage

Verlustverrechnung, Verluste Allgemein und Sparer-Pauschbetrag

Ich habe folgende Frage:

Ich habe durch Anleihentilgung einen Verlust realisiert, der korrekt im Verrechnungstopf Allgemein aufgeführt wird von meiner Bank. Zudem habe ich dort einen schon teilweise genutzten Sparer-Pauschbetrag. Meine Bank hat nun eine unterjährige Steuerverprobung/Verlustverrechnung durchgeführt. Hierbei hat sie den Verlust aus dem Verrechnungstopf Allgemein auf 0 gesetzt und ihn stattdessen als Sparer-Pauschbetrag angesetzt. Sie verweisen hierbei auf EStG § 20, der eigentlich die Abgeltungssteuer und die Verrechnung der Gewinne regelt. Dort finde ich aber keinen Passus, der beschreibt, dass aus einem Verlust ein Sparer-Pauschbetrag gemacht werden kann.

Prinzipiell scheint es egal zu sein, denn Gewinne (keine Aktiengewinne) werden zunächst mit den Verlusten des Verrechnungstopfes Allgemein und erst danach mit dem Sparer-Pauschbetrag verrechnet. Aber es ist doch so, dass Verluste ins nächste Jahr fortgeschrieben werden können, Pauschbeträge nicht. Würde ich nun keinerlei Gewinn mehr machen wäre ich schlechter gestellt, denn mein Verlust wurde "genullt", ich kann diesen nicht fortschreiben und ich habe einen Pauschbetrag, der am Ende des Jahres verfällt.

Diese Praxis meiner Bank ist mir komplett neu und habe ich bislang noch nicht gesehen. Ist dies rechtens?

...zur Frage

Sind erstattete Verrechnungssteuern (Schweiz) Kapitaleinkünfte?

Ich habe in meinen Depots Aktien von Unternehmen aus der Schweiz. Dort werden die Dividenden um 35% Verrechnungssteuer gekürzt. Davon kann man sich einen Anteil (20% bezogen auf die Gesamtdividende) vom Schweizer Fiskus erstatten lassen. Das entsprechende Antragsverfahren läuft bei mir.

Nun frage ich mich, ob die von der Schweiz erstattete Verrechnungssteuer ihrerseits als Einkünfte aus Kaitalvermögen hier in Deutschland steuerpflichtig sind.

Wenn ja, wo in Anlage KAP müßte man das eintragen?

...zur Frage

Verluste beim außerbörslichen Verkauf in den allgemeinen Verlusttopf der Bank buchen?

In meinem Depot befindet sich eine Anleihe, die nicht mehr an der Börse gehandelt wird (Insolvenz des Unternehmens). Nun habe ich über meine Bank ein Abfindungsgebot eines Dritten erhalten, der anbietet, die Anleihe zu kaufen (unter 1%). Mich interessiert nicht der Kaufpreis, aber ich möchte den Verlust steuerlich geltend machen. Da die Anleihe nach 2009 gekauft wurde, ist das grundsätzlich möglich. Meine Frage ist nun, ob das nur über die Steuererklärung erfolgen kann oder kann ich - da meine Bank die Anleihe ja liefert und der Kaufpreis auch auf dem entsprechenden Verrechnungskonto gutgeschrieben wird - damit auch den allgemeinen Verlusttopf in meinem Depot wieder auffüllen, so dass zukünftige Erträge direkt verrechnet werden?

...zur Frage

Verlustbescheinigung, wenn die Gewinne kleiner sind als die Verluste?

Ohne Verlustbescheinigung wird mir die Verlust-Bank eine 0,-- in die Jahresbescheinigung des kommenden Jahres eintragen. Demnach kann ich beim Finanzamt den Verlust auch nicht geltend machen, und müsste die Gewinne der Gewinner-Bank versteuern, Richtig? Nun hab ich aber vom FA. einen verbleibenden Verlustvortrag noch aus 2011, wird das FA. diesen anrechnen? Was bedeutet im Bescheid 2011: Verbleibende Verluste aus priv.....können bis 2013 auf Antrag mit Veräußerungsgewinnen ... ausgeglichen werden, ich aber den Antrag nicht gestellt habe ?

...zur Frage

Man muss Zinsen bei Steuererklärung doch nur bei Überschreiten des Freistellungsauftrages angeben?!

Man muss Zinsen und Dividenden bei der Steuererklärung doch nur bei Überschreiten des Freistellungsauftrages angeben oder? Es passiert doch nichts (von wegen Informationsvorbehalt), wenn man seine Kapitaleinkünfte dem Finanzamt bei der Steuererklärung nicht preis gibt oder?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?