Kapitalertragssteuer für Aktien von Steuerausländern bei Rückzug: Verlusttopf und Kaufzeitpunkt

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Für die Besteuerung ist nicht die Herkunft der Wertpapiere oder Erträge relevant, sondern der Zeitpunkt, zu dem sie anfallen.

Lest Du in einem nicht-EU-Land, so wirst Du in Deutschland als Steuerausländer geführt. Damit hast Du keinen Sparerpauschbetrag und keine Verlusttöpfe. Erträge, Gewinne und Verluste aus Wertpapiergeschäften und sonstige Ausschüttungen werden in Deutschland nicht besteuert, wenn ein entsprechendes DBA mit dem Wohnsitzland vorliegt. Du musst das mit Deinem Finanzamt im Wohnsitzstaat klären.

Ziehst Du nach Deutschland, so ändert sich Dein Status auf Steuerinländer. Du bist nun unbeschränkt steuerpflichtig. Also werden Gewinne/Verluste aus Wertpapierverkäufen entsprechend besteuert. Ebenso Erträge und Ausschüttungen. Du hast dann einen Sparerpauschbetrag und Verlusttöpfe.

Hast Du deutliche Gewinne mit Deinen Wertpapieren erreicht, lohnt es sich ggf., diese vor Verlagerung des Wohnsitzes zu verkaufen und mit Wohnsitz in Deutschland wieder zu kaufen. Damit sind nämlich die Gewinne im Ausland noch hoffentlich freundlicher zu besteuern und unterliegen nicht der Abgeltungssteuer.

Hast Du deutliche Verluste mit Deinen Wertpapieren erreicht, lohnt es sich, diese nach Wohnsitzumzug zu verkaufen und wieder zu kaufen, um den Verlust festzustellen. Gewinne aus späteren Geschäften werden dagegen aufgerechnet.

Die Strategie besteht also darin, Gewinne noch steueroptimiert im Ausland zu erhalten und versteuern, während Verluste zukünftig steuermindernd in Deutschland realisiert werden.

Depotübertrag - Erbschaft, Schenkung, Gläubigerwechsel, Steuer, Kaptialertragssteuer etc.

Hallo Experten. Mein Vater hat nach dem Tod meiner Mutter ihr Aktiendepot geerbt. Er möchte dieses Depot nun auf mich übertragen, weil er selbst krank ist. Im Depot sind nur DAX-Werte u Bank-Zertifikate, die alle vor 2009 gekauft wurden. Ich frage mal hier, weil ich von der Bank u dem Steuerberater viel gehört habe u am Ende nun doch nicht weiß, was Sache ist. Wenn ich von der Bank (ich habe dort auch ein Konto) die Aktien im Depot meines Vaters auf mein Depot abziehen lasse, was passiert dann steuerrechtlich? Offensichtlich ist dies ein Depotübertrag mit Gläubigerwechsel. Grundsätzlich würde dies also wie ein Verkauf der Aktien behandelt (Veräußerungsfiktion). Aber weil die Aktien so alt sind, ist es nicht steuerpflichtig? Die Aktien scheinen im Moment auch alle weniger wert zu sein als sie es beim Kauf waren (Veräußerungsverlust?). Fällt Kapitalertragssteuer/Abgeltungssteuer nur bei Veräußerungsgewinnen an? Wird das ganze zudem automatisch als Schenkung betrachtet u es fällt Schenkungssteuer an? Od ist es entweder Verkauf (von Vater an Sohn) oder Schenkung, je nachdem wie mans gerne hätte? Möglich wäre auch noch, dass die Bank das Aktiendepot meiner Mutter in einem Erbengemeinschaftskonto (mein Vater u ich) führt, da ich aus steuerlichen Gründen notariell meine Pflichtteil am Erbe meiner Mutter beansprucht habe. Wäre es dann ein Übertrag ohne Gläubigerwechsel? Danke!

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Kann ich in Anlage KAP bei einem Kapitalertrag von 0 EUR die Ersatzbemessungsgrundlage korrigieren?

Ich hatte hier schon einmal wegen einer erfolgten Pauschalbesteuerung aufgrund eines Depotwechsels 2008 um Rat gefragt. Mein Bankberater hatte mich zu einem Depotübertrag überredet, ohne auf die "Tücken" hinzuweisen. Zu dieser Zeit wurden Anschaffungsdaten von Wertpapieren bei Depotübertrag der neuen Bank - noch nicht - mitgeteilt . So gingen meine Anschaffungsdaten (offiziell) verloren, obwohl ich die orignalen Kaufbelege vorlegen konnte. Eines dieser Papiere (eine festverzinsliche Bank Anleihe) war 2011 fällig geworden.

  • Anleihe 2004 erworben zum Kurs von = 3.060 EUR
  • Einlösung 2011 zum Nennwert / Kurs 100% = 3000 EUR (also 60 EUR Verlust)
  • angenommener Veräußerungserlös für Pauschalbesteuerung = 3000 EUR
  • Steuerbemessungsgrundlage aus Pauschalbesteuerung (30%) = 900 EUR (vor Verlustrechnung)
  • Steuerbemessungsgrundlage nach Verlustrechnung = 0,00 EUR
    (Bank hatte mir 900 EUR sonstige Verluste aus dem Vorjahr verrechnet)

Nun brauchte ich auf diesen 0-Betrag zwar keine Kapitalertragssteuer bezahlen, aber mein Verlusttopf bei der Bank wurde -fälschlicherweise- um 900 EUR geschmälert und ist nun im Prinzip leer. Anfang 2013 werden zwei weitere Papiere eingelöst, da passiert mir das wieder ... Nun hoffte ich auf die Möglichkeit der Korrektur 2012 mit Abgabe der Anlage KAP. Von der Abgabe einer Einkommenssteuerklärung bin ich seit 2010 befreit.

Allerdings komme ich mit dem Ausfüllen dieser Anlage gar nicht zurecht - auch mein Steuerprogramm gibt eine Fehlermeldung. Ich habe die Beträge aus der Jahressteuerbescheinigung der Bank wie angegeben übertragen:

  • Zeile 7 (Höhe der Kapitalerträge) = 0,00 EUR
  • Zeile 11 (Erstzbemessungsgrundlage) = 900,00 EUR / Meine Korrektur: -60 EUR
  • Zeile 49 (Kapitalertragssteuer) = 0,00 EUR
  • Zeile 50 (Solidaritätszuschlag) = 0,00 EUR

Laut Hinweisen KAP müsse jedoch Zeile 11 in Zeile 7 enthalten sein; ich kann doch aber nicht eigenmächtig die Angaben in der Jahressteuerbescheinigung der Bank ändern, oder? Ich verstehe, dass ich keine Steuer erstattet bekomme, da ja keine Kapitalertragssteuer abgezogen wurde. Aber wie rette ich die 900 EUR für eine Verlustrechnung im nächsten Jahr (wo ich sie brauche)? Oder verfällt dieser Betrag nun? Oder gibt es noch ein anderes Formular, mit dem ich eine "Verlust-Gutschrift" durch das Finanzamt erreichen kann?

Ich habe soviel recherchiert, aber für meinen speziellen Fall nicht wirklich Hilfreiches gefunden. Vielleicht kann mir jemand helfen?

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