Steuernachzahlung bei selbstständiger + angestellter Tätigkeit?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Unterscheidung der Steuer- und Einkunftsarten
Man unterscheidet erstmal zwischen Einkünften nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) und Umsätzen nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG).

Die magische Zahl von 17.500 € bezeichnet in § 19 Abs. 1 S. 1 UStG als Vorjahresumsatz einen Teil der Voraussetzungen, bis zu welcher die sog. Kleinunternehmerreglung angewandt werden kann.

Das UStG interessiert sich also nicht für den Gewinn, sondern den Umsatz.

Für die Einkommensteuer gab es für die Veranlagungszeiträume bis einschließlich 2016 eine Regelung durch das Bundesfinanzministerium (BMF), welche für Betriebseinnahmen unter 17.500 € keine Pflicht zur Übermittlung einer Anlage EÜR vorgab.

Hierbei ist aber ebenfalls nicht der Gewinn maßgeblich, sondern die Betriebseinnahmen.

Nachzahlungsgründe
Die Einkommensteuer bemisst sich anhand des "zu versteuernden Einkommens" (§ 32a Abs. 1 EStG).

https://de.wikipedia.org/wiki/Zu_versteuerndes_Einkommen#/media/File:Einnahmen_Einkuenfte_Einkommen_zvE.png

Ob sich eine Nachzahlung oder Erstattung ergibt hängt von zwei Faktoren ab:

1. Wird eine Steuer festgesetzt?
2. Wurden hierauf (Über-)Zahlungen geleistet?

In Ihrem Fall wurden zwar durch das Abführen von Lohnsteuer seitens des Arbeitgebers Vorauszahlungen geleistet, diese bemessen sich aber nur an den Einkünften als Arbeitnehmer.

Da nun relevante Gewinne aus einer selbständigen Tätigkeit bei der Berechnung hinzukommen, auf welche Sie keine Vorauszahlungen geleistet haben, führt dies zu einer Nachzahlung.

Vermeidung durch Vorauszahlung
Mit der Festsetzung der Steuer sollte das Finanzamt von sich aus eigtl. vierteljährliche Vorauszahlungen festsetzen.

Andernfalls können auf Antrag ggf. auch freiwillige Vorauszahlungen festgesetzt werden (§ 37 EStG).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wo ist mein Denkfehler?

Du meist anscheinend, der Gewinn sei einkommensteuerfrei und leitest das ab, indem du einen Freibetrag aus einer völlig anderen Steuerart (Umsatzsteuer) heranziehst, der sich außerdem überhaupt nicht auf den Gewinn bezieht, sondern auf den Umsatz. Wenn du alle Steuern durcheinanderwirfst wie Kraut und Rüben, musst du dich nicht wundern, dass du dir das Ergebnis nicht erklären kannst.

Streiche die von dir genannte Zahl 17.500 EUR aus deinem Kopf und denke dann noch mal über die Einkommensteuer nach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von severina186
27.06.2017, 11:36

Danke, das bestätigt mich zumindest darin, dass ich einen Denkfehler habe. Wie denke ich denn richtig?

0

Was möchtest Du wissen?