Muss sich ein Übungleiter (VHS) Selbstständigkeit beantragen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Einkommensteuerlich gesehen erzielst Du Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Die VHS ist jedoch ein gemeinnützige Einrichtung öffentlichen Rechts, und damit erzielst Du Einnahmen von denen 2.100 Euro im Jahr steuerfrei nach § 3 Nr. 26 EStG sind.

Als Selbständiger muss man sich nicht anmelden. Man ist es oder nicht.

Nach der Abgabenordnung müsstest Du die Aufnahme der Tätigkeit dem Finanzamt melden. Das hast Du mit Deinem Anruf eigentlich schon gemacht.

Wenn die keinen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung verschicken, ist das eigentlich ihr Pech.

Ich schreib eigentlich, weil der Anruf nur schwer nachweisbar ist.

Es ist beides möglich sowohl die Selbständigkeit als auch der Status des angestellten Arbeitnehmers. Wer ist selbstständige Lehrkraft, wer ggfl. Arbeitnehmer/in? Sind Sie selbstständige Lehrkraft oder sind Sie Arbeitnehmer/in und unterliegen den für Arbeitnehmer geltenden Regelungen zur Sozialversicherung? Diese Klärung ist auch deshalb von besonderem Interesse, weil die Folgen für die Betroffenen weitreichend sind: Befindet sich die Lehrkraft in einem Beschäftigungsverhältnis als Arbeitnehmer/ in, so müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam jeweils die Hälfte der Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Unterliegt die Lehrkraft als Selbstständige/r der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, muss er/sie als Beitragsschuldner den Rentenversicherungsbeitrag an die BfA in voller Höhe allein entrichten.

Gilt das was du geschrieben hast auch für Fälle in denen die Übungsleiterpauschale in Anspruch genommen wird?! Meines Wissens nach sind solche Beschäftigungen steuer- und sozialversicherungsfrei, da es sich mehr oder weniger nur um Aufwandsentschädigungen handelt.

Auch ein Gewerbeschein ist meines Wissens nach nicht notwendig. Und die Selbstständigkeit, die du genannt hast ist ein Status, den man nicht beantragt. Du musst halt die Einnahmen am Ende des Jahres in der Steuererklärung an der richtigen Stelle angeben und gut ist.

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@TopJob

"die Selbstständigkeit, die du genannt hast ist ein Status, den man nicht beantragt"

Danke für deine Antwort.

Das Finanzamt hat zu mir geagt, ich muss einen Fragebogen ausfüllen (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) .... ). Ich habe mehrmals darauf hingewiesen, das es unter 1500 Euro ist und es eine Tätigkeit als Übungsleiter bei der VHS ist.

Ich nehme eine Jahr Auszeit und dies wird mein einziges Einkommen sein. Ich habe die Möglichkeit, das ich mich bei meiner Frau in der Krankenkasse mitversichere. Zur Klärung muss ich der Krankenkasse Auskunft über mein Einkommen geben. Wenn es Einkommen aus Selbstständigkeit ist, will die Krankenkasse eine vorläufige Gewinneinschätzung von einem Steuerberater.

Nächste Woche habe ich einen Termin zur Steuerberatung, da wird sich das sicher klären.

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BAföG, Übungsleiterpauschale

Hallo,

Ich bin seit Kurzem endlich BAföG-Empfänger. Doch die Freude über den Bescheid und eine satte Nachzahlung währte nur kurz, denn offensichtlich habe während der Bearbeitung des Antrags (7 Monate!) zu viel Geld dazu verdient. Es handelte sich ausnahmslos um nebenberufliche Tätigkeiten (<400 €). Allerdings habe ich in drei Monaten bei zwei Arbeitgebern gearbeitet und liege daher im Schnitt auf den Bewilligungszeitraum gerechnet ca. 100 € über dem Freibetrag. Insgesamt also über 900 € (BWZ = 9 Monate), die ich nun zurück zahlen müsste.

Nun hatte ich folgende Idee: Da ich u.A. an der Uni als Betreuer von Praktika gearbeitet habe, wollte ich dieses Einkommen als Übungsleiterpauschale (nach § 3 Nr. 26 EStG) deklarieren lassen, damit es nicht in die Berechnung meines Einkommens mit eingeht. Ich habe bereits ausführlich geprüft, ob die Tatigkeiten nach Gesetzestext tatsächlich so eingetuft werden können und das ist definitiv der Fall (Nebenberuflich, öffentliche Körperschaft, Art der Tätigkeit, etc.).

Ich habe mir also von den jeweiligen Instituten, an denen ich gearbeitet habe, bescheinigen lassen, dass ich als Übungsleiter tätig war. Eines der Institute hat sogar den entsprechenden Paragraphen in die Bescheinigung aufgenommen. Allerdings bin ich nicht sicher, ob das reicht? Soweit ich weiß, ist streng genommen die Uni der Arbeitgeber, und nicht die Institute. Gehe ich damit jetzt also zur Personalabteilung der Uni? Muss die Universität oder das Institut ihrerseits die Tätigkeit auch beim Finanzamt als Übungsleitertätigkeit angeben? Wird das alles abgeglichen? Wie muss der Nachweis beim BAföG-Amt erfolgen? Muss ich mir das auch vom Finanzamt bescheinigen lassen? Werden Einkünfte aus geringfügiger Beschäftigung überhaupt beim Finanzamt gemeldet?

Ich bin wirklich ratlos und ziemlich sauer, dass ich jetzt quasi umsonst gearbeitet habe nur weil die Bearbeitung meines Antrags so lange gedauert hat.

Also, schonmal vielen vielen Dank im voraus, solche Communities sind gold wert...

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