Kann ein Rechtsanwalt Informationen über Konten die vor dem Erbfall an andere Familienmitglieder überschrieben worden sind einholen.? Geht das ohne Gericht?

5 Antworten

Die Bank darf Auskünfte nur geben, wenn ein Gerichtsbeschluss vorliegt.

Es wird ohne Gericht nicht gehen, aber der Anwalt weiß, was zu tun ist.

Es kommt darauf an, ob Du (Mit)Erbin oder Pflichtteilsberechtigte bist.

Als Erbin bekommst Du gegen Vorlage des Erbscheins die gewünschte Auskunft von der Bank. Ausserdem hast Du einen Auskunftsanspruch gegenüber den Miterben, auch über "Vorempfänge" (§ 2057 BGB). Dazu lies das, speziell die Nr. 4:

https://www.advocatio.de/news/1421059711.html

Als Pflichtteilsberechtigte geht das nur über ein Nachlassverzeichnis, welches Du beim Nachlassgericht beantragen musst. Dazu dieser Link für weitere Informationen:

https://www.advocatio.de/auskunfts-_und_wertermittlungsanspruch_des_pflichtteilsberechtigten.html

Das sind natürlich nur allgemeine Informationen.

Für eine auf Deinen speziellen Fall passende rechtssichere Vorgehensweise und Unterstützung empfehle ich aber, hier einen Anwalt einzuschalten.

Ja, indem er einen berechtigten Anspruch beim Amtsgericht anmeldet und einen Gerichtsbeschluss erwirkt, die die Bank dann zwingt die Konten zu übermitteln. Das ist aber kein "Urteil" wie viele hier schreiben. Gegen den Beschluss kannst du selbstverständlich ebenfalls mit einem Anwalt angehen. Die Bank ist aus dem Fall raus. Sie macht das was ihr angeordnet wird vom Gericht.

Erbe und Elternunterhalt bei Alkoholikerin?

Hallo,

mein Opa ist vor ca. 2 Jahren gestorben und hat meiner Schwester und mir zwei Wohnungen per Testament vererbt. Mein Opa hat zwei Töchter. Meine Tante hat bereits eine andere Wohnung per Schenkung erhalten, meine Mutter wurde bis auf das Nießbrauchrecht einer unserer Wohnungen, welche zudem noch nicht vollständig abgezahlt ist, enterbt. 

Leider entwickelt sich meine Mutter (52 J.) durch ihr Verhalten (Alkoholikerin) immer schneller zum Pflegefall. Aufgrund der Zeichenbegrenzung etwas mehr Hintergrund dazu im ersten Kommentar.

Sie hatte bereits früher (unbegründet) eine Pflegekraft, wodurch uns damals das Sozialamt anschrieb aber glücklicherweise befreite. Da sie ihren Lebensstil nicht geändert hat, kommen mittlerweile auch (alkoholbedingte) Krankheiten hinzu, wodurch sie wirklich bald ein Pflegefall werden könnte. 

Nun versuchen meine Schwester und ich natürlich, unser Erbe und "Vermögen" zu schützen, da unsere Mutter uns im Leben bisher ausschließlich geschadet hat, zudem nichts (außer Schulden) hinterlassen wird. Auch haben wir im letzten Jahrzehnt sehr sparsam gelebt, um aus diesen Verhältnisse rauszukommen. Jetzt zusehen zu müssen, wie dies uns ggf. wieder genommen wird, fühlt sich sehr unfair an. 

Daher haben wir folgende Fragen:

  • Denkt ihr, dass wir für unsere Mutter aufkommen müssen? Diverse Nachweise über das Fehlverhalten unserer Mutter in der Kindheit (z.B. Unterhaltstitel) und ggü. unserem Vater liegen vor und hatte das Sozialamt bereits einmal akzeptiert. Allerdings war das Erbe damals noch kein Thema.
  • Könnte meine Mutter ihren Pflichtteil einklagen? Wie hoch wäre dieser?
  • Sie ist neu verheiratet, natürlich mit einem Alkoholiker. Dieser hat durchblicken lassen, nur wegen dem potenziellen Erbe geheiratet zu haben. Hat er hier irgendwelche Möglichkeiten?
  • Kann das Sozialamt, sobald eine Forderung vorliegt und es über die Nachlasssituation Bescheid weiß, den Pflichtteil einklagen?
  • Können private Gläubiger irgendwie dafür sorgen, dass der Pflichtanteil eingeklagt wird? Unserer Mutter ist vermutlich in einem privaten Insolvenzverfahren.
  • Das Nachlassverfahren ist noch nicht ganz durch - kann unsere Mutter das Erbe ablehnen? Gibt es eine Frist? Entfällt dadurch auch ihr Anspruch auf den Pflichtteil?
  • Kann das Sozialamt uns zwingen, die Wohnungen zu verkaufen, wenn wir nicht anderweitig für die Pflege aufkommen können?
  • Falls sie ihren Pflichtteil einklagen könnte, also z.B. einen Teil der Wohnungen, wer bekommt diesen dann, wenn sie verstirbt? Wir hatten eigentlich vor, ihr Erbe aufgrund der Schulden abzulehnen.
  • Wäre es vielleicht sinnvoll, direkt zu einem Anwalt für Familienrecht / vor Gericht zu gehen?

Wir versuchen aktuell, uns solange wie möglich selbst um sie zu kümmern. Bei einem Stundensatz von ca. 60€/h des Dienstes erledigen wir den Einkauf lieber selbst, soweit/solange noch möglich. Natürlich gegen unseren Willen, aber unsere Mutter scheint hier leider am längeren Hebel zu sitzen.

Vielen Dank für die Zeit und Auskünfte. 

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