In den letzten 2 Jahren haben wir trotz Steuerberater viel zu niedrige Steuervorauszahlungen geleistet und müssen 6-stellig nachzahlen. Ein Fehler des Beraters?

3 Antworten

Der Steuerberater scheint ausgehend von dem vorgetragenen Sachverhalt in der Tat einen Fehler gemacht zu haben.

Allerdings frage ich mich, wo denn der Schaden sein soll: Wenn die Vorauszahlungen von Anfang in zutreffender Höhe erbracht worden wären, hätte die Liquidität doch auch von Anfang an gefehlt. Die Alternative für Euch wäre gewesen, entweder auf weiteres Firmenwachstum zu verzichten oder aber, dieses Firmenwachstum durch Kredit zu finanzieren. Um einen finanziellen Schaden belegen zu können müßte man darlegen können, daß man bei zutreffender  Vorauszahlungshöhe im Saldo besser gestanden hätte.

Hallo,

als Steuerberater ist man grds. verpflichtet die Einkommensteuervorauszahlungen anzupassen sowohl nach unten als auch nach oben. Das Mindeste ist es den Mandanten zu informieren, dass bei gegenwärtig niedrigen VZ eine Nachzahlung droht. 

Solange, jedoch keine strafrechtlichen Konsequenzen auf Euch zu kommen (gehe ich auch nicht von aus) sind bis auf die höhere Nachzahlung keine tatsächlichen Schäden entstanden und somit ein Grund für die Haftung schwierig zu ermitteln.

In jedem Fall haben alle Steuerberater eben für solche Fälle aus berufsrechtlichen Gründen eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestsumme von EUR 250.000. 

Es wäre folglich was zu holen ;-)

Einen feinen Abend noch!

als Steuerberater ist man grds. verpflichtet die Einkommensteuervorauszahlungen anzupassen sowohl nach unten als auch nach oben.

Nein. Ein Steuerberater passt keine Vorauszahlungen an. Das tut das Finanzamt, und zwar auf der <Grundlage des § 37 (3) Satz 2 EStG.

Die Verpflichtung, die Anpassung der Vorauszahlungen zu beantragen, ist aus dieser Norm nicht ableitbar.

Darüberhinaus stehen dem Finanzamt wohl die regelmäßigen (hier sicherlich: monatlichen) UStVA zur Verfügung. Auf Grund dieser Basis beabsichtigt das Finanzamt gern von sich aus die Erhöhung der Vorauszahlungen und schickt einen Entsprechenden Brief zur Stellungnahme.

Das Mindeste ist es den Mandanten zu informieren, dass bei gegenwärtig niedrigen VZ eine Nachzahlung droht.

Fraglich. Dass die Gewinne steigen, dürfte dem Mandanten sicherlich auch schon selbst aufgefallen sein. Und dass daraus höhere Steuern resultieren, sollte hinlänglich bekannt sein.

Allerdings gehört es zur guten Steuerberaterarbeit, im letzten Drittel des Jahres eine Prognose zu Gewinn und Steuern zu erstellen und mögliche Wege nach deren Reduzierung zu suchen. Ansonsten ist man lediglich Steuerausrechner, aber kein Berater.

sind bis auf die höhere Nachzahlung keine tatsächlichen Schäden entstanden

Auch die Nachzahlung selbst ist kein Schaden, denn es handelt sich ja um die richtige Höhe der Steuern. Wie aber kann die Zahlung der richtigen Steuern ein Schaden sein?

haben alle Steuerberater eben für solche Fälle .... eine Berufshaftpflichtversicherung

Nein. Die haben sie für Schadensfälle. Hier ist aber keiner.

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StBWeide ist zuzustimmen. Formalrechtlich ist solange kein Haftungsschaden entstanden, solange es für Sie nur bei eine Nachzahlung bleibt.

Drohen darüber hinaus steuerliche Nebenkosten (Zinsen o.ä.) könnte Sie diese ggf. zivilrechtlich gegen den Steuerberater geltend machen.

Darüber hinaus wären für mich - spätestens jetzt - jedoch zwei Folgerungen klar:

  1. Blindes Vertrauen auch gegenüber einem Steuerberater schadet. Für seine Steuerberechnung und -zahlung ist schon jeder selbst verantwortlich. Das schließt rechtzeitiges Handeln ein. Eine höhere Vorauszahlung hätten Sie auch ohne Steuerberater selbst umsetzen können.
  2. Ich würde mir einen besseren Steuerberater suchen.

(Zinsen o.ä.)

Wo sollen die denn herkommen?

Der Zinslauf für 2015 beginnt mit Ablauf des April 2017. §§ 233a, 238 (1) Satz 2 AO. Jetzt haben wir Februar. Selbst wenn die Festsetzung erst nach April 2017 erfolgt, kann man die prognostizierte Nachzahlung schon leisten. Der AEAO sieht für diesen Fall den Erlass der Zinsen vor.

Und offenbar ist die Nachzahlung ja bereits bekannt, sonst stünde ja die Frage nicht hier.

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@EnnoWarMal

Gemäß AO stimmt das schon. Doch auch wenn die Nachzahlung bekannt ist, heißt das nicht, dass sie fristgerecht bis zum 01.04.17 geleistet wird. Die Fragesteller deuten ja selbst eine "rapide Liquiditätsreduktion" (sehr schön ausgedrückt) an.

Und als Unternehmer sollte man immer genügend Liquidität haben, um auch unerwartete Verpflichtungen erfüllen zu können. Denn man kann nicht wie ein Gehaltsempfänger davon ausgehen, dass am Monatsletzten wieder das Geld für die eigene Arbeit auf dem Konto ist. Gern kann ich da aus meiner 25-jährigen Beratungspraxis genügend Beispiele aufführen, wo plötzlich sogar siebenstellige Beträge ausgefallen sind, die vertraglich vereinbart waren. 

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Steuerfestsetzung, Überweisung und Vorauszahlungen

Guten Tag,

ich war bis vor einiger Zeit noch freiberuflich tätig und im ersten Jahr, in dem ich komplett Angestellt war, fielen mehrere unglückliche Zustände zusammen. Ich bin unter anderem zum ersten Mal innerhalb des Gebiets eines Finanzamts umgezogen und wusste nicht, dass ich dann auch dort meine Adresse ändern muss (bei der Stadt hab ich mich natürlich sofort umgemeldet).

Plötzlich flatterte Jahre nach dem Umzug ein Brief des Finanzamts ins Haus. Ich hätte "trotz mehrfacher Aufforderung" (die ich nicht bekommen habe) meine Einkommenssteuererkl. 2010 nicht eingereicht und solle fast 3000€ EkSt nachzahlen. Ich habe nur schnell im Internet recherchiert und sofort Einspruch eingelegt (der auch bewilligt wurde) und eine Erklärung nachgereicht. Trotzdem, soll ich die Summe noch überweisen und habe wenige Tage später eine Mahnung bekommen. Ich habe bereits bei mehreren Steuerberatern nach Terminen gefragt, aber keiner hat kurzfristig Zeit, deshalb frage ich hier.

1) Gibt es eine Möglichkeit die Zahlung zu vermeiden?
2) Bekomme ich das Geld zurück wenn ich es überweise (immerhin habe ich das besteuerte Einkommen nie gehabt)
3) Worauf muss ich besonders achten?
4) Gibt es eine Möglichkeit mich von der Erklärungspflicht wieder abzumelden (meines Wissens ist eine EkSt Erklärung für angestellte doch freiwillig)
5) Der Brief spricht außerdem über hohe Vorauszahlungen in den nächsten Jahren. Lassen sich diese vermeiden bzw. werden durch die normal abgeführten Steuern durch meinen Arbeitgeber abgedeckt.

Ich werde mich natürlich sobald wie möglich von einem Steuerberater beraten lassen, aber im Moment bin ich über jeden Ratschlag dankbar.

Viele Grüße und vielen Dank
Falko

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