Ehefrau im Ausland - Zusammenveranlagung?

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2 Antworten

Nicht ganz einfach, aber lösbar:

  1. in 2012 lagen ganz klar die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung vor.

  2. Da die Ehefrau sich zu Beginn des Jahres 2013 noch in Deutschland befand, liegen auch in 2013 noch die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung vor. (nur wenn sie schon Ende 2012 nach Brasilien gereist wäre nciht).

  3. Wenn sie die Zusammenveranlagung wählen (getrennt könnte natürlich beantragt werden), müssen auch die Einküfte der Ehefrau aus Brasilien in die Erklärung. Aber Sie müßte ohnehin m. E. eine Erklärung in "D" abgeben, denn Sie hat ja wohl den Wohnsitz in "D" nicht aufgegeben (Rückkehrwille ist ja nach Sachverhalt vorhanden). Was nun besser ist, Zusammenveranlagung mit den brasilianischen Einkünfte, oder getrennt, lasse ich offen, mangels daten.

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Kommentar von vertigo75
29.12.2013, 13:01

Vielen Dank erstmal für die Antwort.

zu 2) Voraussetzung für Zusammenveranlagung ist doch, dass man nicht getrennt (räumlich und auch gedanklich) lebt. Dies wäre doch auch bei einer kompletten Abwesenheit in 2013 der Fall gewesen und somit die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung gegeben gewesen, wenn meine Frau 2013 gar nicht in Deutschland war oder?

Die Antwort interpretiere ich also, dass meine Frau nachwievor unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist, da sie nach wie vor einen Wohnsitz in Deutschland hat. Wenn ich die Steuererklärung mache, brauche ich noch nicht mal von einem Wegzug mit meiner FRau zu sprechen, sondern mache eine Zusammenveranlagung in der auch ausländische Einkünfte genannt werden, richtig?

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Vorab:

Nach der Darstellung ist die Ehefrau in allen genannten Jahren zumindest zeitweise unbeschränkt steuerpflichtig. Eine Ehegattenveranlagung kann daher für jedes Jahr durchgeführt werden.

Ich gehe davon aus, dass die Ehefrau für die Zeit ihres Auslandsaufenthaltes ihren deutschen Wohnsitz aufgegeben hat. Ist dies nicht der Fall, sind die folgenden Antworten nicht mehr richtig.

Außerdem nehme ich an, dass ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt werden. Ist dies nicht der Fall, wäre die Lösung wiederum eine andere, zumindest teilweise.

  1. Für das Jahr 2013 greift für die Ehefrau die Wegzugsbesteuerung und für 2014 die Zuzugsbesteuerung, § 2 (7) Satz 3 EStG. Beides ist aber dasselbe. Die Auswirkung ist, dass die ausländischen Einkünfte, die allerdings nach deutschem Recht ermittelt werden, in Deutschland dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Die in der Zeit des Auslandsaufenthaltes erzielten ausländischen Einkünfte werden im Mantelbogen eingegeben (ca. ab Zeile 98 oder so), nicht in der Anlage N-AUS.
  2. Ja, Steuerklasse 3 ist möglich, da, wie schon geschrieben, eine Ehegattenveranlagung durchgeführt wird.
  3. Ob eine Einzelveranlagung überhaupt günstiger ist, muss man ausrechnen. Wie bereits unter 1. geschrieben, sind die in der Zeit des Auslandsaufenthaltes erzielten Auslandseinkünfte im Manrelbogen anzugeben und führen zum Progressionsvorbehalt. Die in der Zeit der unbeschränkten Steuerpflicht erzielten ausländischen Einkünfte landen hingegen in der Anlahe N-AUS. Die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung ergibt sich bereits aus der Steuerklassenkombination, aber auch aus der Tatsache der zeitweisen beschränkten Steuerpflicht.

Also, es ist hier zu trennen:

  • Auslandsaufenthalt + ausländische Einkünfte
  • Auslandsaufenthalt + inländische Einkünfte
  • Inlandsaufenthalt + ausländische Einkünfte
  • Inlandsaufenthalt + inländische Einkünfte
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Kommentar von vertigo75
30.12.2013, 10:04

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

*Also, es ist hier zu trennen:

Auslandsaufenthalt + ausländische Einkünfte

Auslandsaufenthalt + inländische Einkünfte

Inlandsaufenthalt + ausländische Einkünfte

Inlandsaufenthalt + inländische Einkünfte*

Für 2013 meinst du oder? Meine Frau hat in Deutschland nichts verdient. Also müßte ich in 2013 lediglilch ihre ausländischen Einkünfte bei der Zusammenanlagung angeben oder?

Ich gehe davon aus, dass die Ehefrau für die Zeit ihres Auslandsaufenthaltes ihren deutschen Wohnsitz aufgegeben hat. Ist dies nicht der Fall, sind die folgenden Antworten nicht mehr richtig.

Außerdem nehme ich an, dass ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt werden. Ist dies nicht der Fall, wäre die Lösung wiederum eine andere, zumindest teilweise.

Ja, bei den Einkünften handelt es sich nur um Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.

Woran knüpft denn der Gesetzgeber, dass meine Frau für den Zeitpunkt des Auslandsaufenthalts aufgegeben hat? Woarn erkenne ich das? In Deutschland leben wir gemeinsam in meiner Wohnung und in Brasilien lebt sie bei ihren Eltern. In den AO § 8 steht nicht gerade viel, was unter einem Wohnsitz zu verstehen ist. In Deutschland könnte sie jederzeit in meine Wohnung zurückkehren..

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