Die Auszahlphase der Riester-Rente nach hinten verschieben - ist das sinnvoll?

3 Antworten

Die Auszahlungen bei der Riesterrente sind einkommensteuerpflichtig. Ob Du aber tatsächlich ESteuern zahlen mußt hängt von vielen anderen Faktoren ab.

Im letzten Berufsjahr hast Du idR noch ein höheres zu versteuerndes Einkommen (als in einem vollen Rentnerjahr), das bei unserem progressiven Steuertarif dann auch den höheren Steuersatz für die in diesem Jahr gezahlte Riesterrente bestimmt. Daher ist es grundsätzlich besser, den Auszahlungsbeginn der Riesterrente in das folgende Jahr zu verschieben, wenn das zu versteuernde Einkommen nicht mehr durch das berufliche Einkommen dominiert wird, sondern z. B. nur (noch) durch die gesetzliche Rente.

Wenn Du bei der Riesterrente die 30 %ige Auszahlungsoption wählen möchtest, dann ist die Verschiebung des Rentenbeginns auf das Jahr 1 nach dem Berufsleben (beinahe) in jedem Fall wirtschaftlich sinnvoll. Überlege nur einmal, mit welchem Grenzsteuersatz (genauer "Differensteuersatz") diese zusätzlichen 30 % besteuert werden. Ein kurzfristiger Aufschub ins nächste oder übernächste Kalenderjahr macht also durchaus Sinn!

Das kommt auf die Dauer der Aufschubzeit an und ab wann du deine Rente möchtest. Stell dir vor du bekommst 400 € Rente jeden Monat ab dem 62. Lebensjahr. Überlege selbst, ob es sinnvoll ist wegen vielleicht 430 € /Monat ab dem 65. Jahre auf die Rente zu warten. Du verzichtest dann freiwillig für 3 Jahre auf 400 € monatlich, die du nie mehr bekommst.

Ob das sinnvoll ist, hängt von Einzelfall ab.

Wenn die Auszahlphase nach hinten verschoben wird, muss man entsprechend länger Beitrag zahlen, die spätere Rente ist dann entsprechend höher.

Versicherungen bieten sowas an, weil es die Flexibilität erhöht und man den Beginn der Riesterrente an den Beginn der "normalen" Rente koppeln kann. Über den Renteneintritt hinaus würde ich die Riesterrente nicht verlängern, weil es aus meiner Sicht steuerlich keinen Sinn macht.

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