Altersvorsorge - Riester und/oder 12/62-Steuervorteil?

1 Antwort

Lebensversicherungen lohnen sich ja heute nicht mehr, was sollte man also im Rahmen der 3. Säule der AV tun?

"Lebensversicherung" umfasst ein breites Spektrum an Versicherungen, denn es sagt eigentlich, je nach Kontext, nur über die Art der Kalkulation etwas aus (§§ 150 ff VVG) und über Rechtsgrundlagen.

  • Risikolebensversicherungen sind sinnvoll, wenn Hinterbliebene gegen den Tod einer Person (i.d.R. Hauptverdiener) abgesichert werden müssen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherungen werden ebenfalls nach Art der Lebensversicherung kalkuliert und sind so ziemlich die wichtigste Police, die es gibt.
  • Rentenversicherungen (ggf. mit oder ohne staatl. Förderungen) ebenfalls, unterscheiden sich aber von einer Kapitallebensversicherung durch einen geringeren Risikokostenanteil.

Aber um deine Frage zu beantworten: Es gibt keine pauschale Antwort.

Grundsätzlich sollte Absicherung vornehmlich sachwerteorientiert sein, ergo sich mehrheitlich auf Aktien und Immobilien stützten, Produkte am Start haben, die auf diesen beiden Anlagen basieren.

Was genau ist letzteres und schließen sich die Varianten gegenseitig?

Das Halbeinkünfteverfahren (12/62-Regelung) besagt, dass bei Verträgen, die zur dritten Schicht gehören

  • im Falle einer Rentenzahlung nur die Erträge besteuert werden, abhängig vom Alter bei erstmaligem Rentenbezug (§ 22, Nr. 1, Buchstabe a), Doppelbuchstabe bb) EStG).
  • im Falle einer Kapitalabfindung, die Hälfte der Erträge steuerfrei bleibt, sofern der Vertrag 12 Jahre lief und man bei Abruf nicht jünger als 62 ist. Es gilt ferner weiterhin der o.g. § bezüglich der Ertragsanteilsbesteuerung.
  • Beiträge können nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Riester gehört NICHT zur dritten Schicht!!

Riester gehört, wie die betriebliche Altersvorsorge, zur zweiten Schicht, der sog. Zusatzversorgung, bedeutet:

  1. Beiträge sind steuerlich abzugsfähig bis maximal 2.100,- € pro Jahr (inkl. Zulagen)
  2. Nachgelagerte Besteuerung. In der Leistungsphase sind Beiträge, wie Erträge Teil der Rentenleistung und voll steuerpflichtig.
Wieso sollte man sich gegen die Riester Variante entscheiden?

Weil Riester nicht bei jedem ins Absicherungskonzept passt und Menschen, die im Alter einen höheren Steuersatz haben als im Erwerbsleben (bei mir dürfte das der Fall werden), ehr von Produkten der dritten Schicht profitieren.

Auch ist Riester in mancherlei Hinsicht unflexibel (Keine Kapitalabfingung über 30% möglich) und sehr bürokratisch, ganz besonders bei wohnwirtschaftlicher Verwendung (vgl. Wohn- bzw. Eigenheimriester).

Ebenfalls schließt die Deckelung von 2.100,- € und die daraus resultierende Ablaufleistung bei vielen Menschen alleine die Versorgungslücke nicht. Es sind meist weitere Sparanstrengungen von Nöten.

Hinweis: Bitte schließe nicht einfach etwas ab nur um dann etwas getan zu haben, ohne vorher eine Bedarfsanalyse erstellen zu lassen. Konsultiere dafür z.B. einen Maklerkollegen in der Nähe. Auch steht vor der Altersvorsorge die Absicherung der biometrischen Risiken:

  1. Einkommensabsicherung bei längerer Krankheit mittels Krankentagegeld
  2. Einkommensabsicherung bei Berufsunfähigkeit, optimalerweise mittels einer Berufsunfähigkeitsversicherung
  3. Optimierung des vorhandenen Krankenversicherungsschutzes, z.B. durch Kassenwechsel und Abschluss von privaten Zusatzprodukten.
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Verstehe ich dich richtig, dass im Falle des 12/62 Verfahrens und einer Rentenzahlûg die Erträge komplett besteuert werden und nicht nur zur Hälfte?

Wann ist zB der Steuersatz im Alter höher?

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@PaLuSc
Verstehe ich dich richtig, dass im Falle des 12/62 Verfahrens und einer Rentenzahlûg die Erträge komplett besteuert werden und nicht nur zur Hälfte?

Ja und nein.

Du erhältst z.B. eine Rente von 300,- € pro Monat aus diesem Vertrag beginnend mit dem 65. Lebensjahr

Davon sind 18% steuerpflichtig. 18% von 300,- € sind 54,- € sind 648,- € der Rente pro Jahr wären steuerpflichtig.

Wann ist zB der Steuersatz im Alter höher?

Wenn das zu versteuernde Einkommen höher ist. Bei mir wird es vermutlich hauptsächlich wegen der Mieteinnahmen der Fall sein, da ich die Anzahl meiner Immobilien in etwa alle 5-10 Jahre zu verdoppeln gedenke. Gekoppelt mit regelmäßigen Mieterhöhungen kommt da eine ziemliche Summe zusammen.

Dazu noch die ganzen Kapitalerträge aber die sind ja Stand heute gedeckelt bei 25% Kapitalertragsteuer.

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@PaLuSc

Der Steuersatz ist dann höher, wenn das zu versteuernde Einkommen höher ist. Z.B. Wenn zum Einkommen/Gewinne auch noch Renten, Zins, u. Dividendenerträgen, bAV, Riester, Rürupp, Mieteinnahmen, etc. hinzukommen. Es kann durchaus sein, dass dann das zvEK höher wie im Erwerbsleben ausfällt.

Bei der Besteuerung im Fall von 12/62 kann das bei Kapitalentnahme durchaus der Fall sein.

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Sind Sparpläne bei Wohnungsbaugenossenschaften sinnvoll?

Auf der Suche nach Ergänzungsmöglichkeiten zu meiner privaten Rentenvorsorge bin ich auf teils attraktive Sparplan-Angebote diverse Wohnungsbaugenossenschaften gestoßen. Unter anderem auf die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG, die ein Produkt namens Zielsparen offensiv bewirbt. Ab dem 15. Sparjahr erhält man satte 50% Bonus auf die jährliche Sparleistung. Bei 100 Euro auf 25 Jahren kommen derzeit (variabler Basiszins) 51.573,14 Euro heraus – macht eine Rendite von etwa 4 Prozent!

Das bietet mir doch, wenn ich richtig informiert bin, kaum eine Privat-Rente, oder? Deren Garantiezins (auf den Sparanteil!) liegt bei 1,75 Prozent. Natürlich hat ein solcher Vertrag – weil man statt Kapital ja auch Rente nehmen und steinalt werden kann – durchaus eine Daseinsberechtigung. Aber: Lohnt es sich nicht, seine Altersvorsorge möglichst vielschichtig aufzubauen? Ich denke mir 100 Euro in so einen Genossenschafts-Sparplan, 100 Euro in eine Privat-Rente, 100 Euro in Riester und/oder Rürup und ein Rest in Fonds-Sparpläne...!?!

Die Eigenheiten der diversen anderen Produkte haben es teils ja durchaus in sich und ich bilde mir ein, sie in Ansätzen verstanden und durchblickt zu haben. Vor allem wenn man die Kriterien Flexibilität, Sicherheit, Rendite usw. gegeinenander abwägt...

Mir stellt sich angesichts dieses für mich völlig neuartigen Genossen-Sparplans aber die Frage: Ist das sicher? Die CSG macht dazu auf ihrer Webseite widersprüchliche Angaben. Mal heißt es, man sei in einem Sicherungsfonds, der noch nie habe einspringen müssen... Dann aber heißt es auch, dass man auf das Einspringen keinen Rechtsanspruch hat. Ja, was denn nun!? :-)

Auch westdeutsche Anbieter wie die Spar- und Bauvereine in Solingen und Hannover bieten vergleichbare Produkte – wohl mit ähnlichen Sicherheits-Bedingungen. Mich interessiert vor allem Euer persönlicher Eindruck... Würdet ihr so einen Vertrag abschließen? Er ist ja recht flexibel – im Gegensatz zu Versicherungen und hat dazu doch auch eine Top-Rendite ohne Volatilität... Oder!?

Kennt sonst jemand von Euch ähnlich gute "Banksparpläne"?

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