Dekafonds Sparkasse verkaufen?

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4 Antworten

Ich teile jetzt einfach mal einen Link: http://www.test.de/deka-liquiditaetsplan-deka-kassiert-fonds-anleger-ab-4439793-0/?emvcc=-3

Das sagt eigentlich alles. Diese Fonds haben anscheinend nicht so sehr das Wohlergehen der Kunden im Fokus. Die Meldung bezieht sich zwar auf den Deka-Liquiditätsplan, der erst 2006 aufgelegt wurde, zeigt aber, wo in diesem Haus die Prioritäten liegen.

Das mit dem steuerfrei, wenn vor 2005 abgeschlossen, gilt meines Wissens nur für Lebensversicherungen, nicht für Fonds. Da ist der Stichtag "vor 2009".

Abgesehen davon würde ich lieber Steuern für Zinsen zahlen, als keine Steuern für Verluste. Dann hätte sich unter dem Strich mein Kapital nämlich immer noch vermehrt, statt vermindert.

Zunächst eine Korrektur beim Datum: Stichtag für die Steuerfreiheit von Spekulationsgewinnen ist der 01.01.2009.

Und was "die" Dekafonds betrifft, so sollte man sich für einen einzelnen dieser Fonds die jeweiligen Alternativen der Konkurrenz anschauen. Deka ist gewiß nicht der Spitzernreiter bei den Renditen, aber ab und zu gibt es auch da helle Momente. Es führt also keine Weg an der Detailarbeit vorbei.

Auf die Steuersituation würde ich bei einem schlecht laufenden Fonds nicht schauen, denn diesen Nachteil könnte ein besserer Kollege doch schnell ausgleichen. Was ich eher in den Fokus nehmen würde, sind die Kosten eines Wechsels. Wenn Du Dein Depot bei der Sparkasse hast, dann bekommst Du in aller Regel keinen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Im Gegenteil ist es bei manchen Sparkassen so, dass dem Erfindungsreichtum in der Gebührenpolitik keine Grenzen gesetzt sind. Zum Teil werden bei Fremdfonds erhöhte Depotgebühren verlangt, z.T. zusätzliche Verkaufsgebühren. Informiere Dich vorher über solche Dinge. Wenn Du die Depotbank nicht wechseln willst, dann kann es wegen der Gebührenschikanen eventuell doch sinnvoll sein, die Lage unverändert zu lassen.

Wenig :-)

Im Grunde kommt Deine Einsicht spät, aber sie kommt wenigstens. Es gibt so viele Sparkassenkunden, die ihr Verluste über Jahrzehnte mit sich herumschleppen und während sie bei Tagesgeldkonten die letzten Promille herausquetschen, sich über diese Fonds im Depot nicht wirklich Gedanken machen. Schlimm.

Man muss prüfen, welche Fonds das sind und welche Fonds nun in einer neuen Portfoliostruktur sinnvoll sind. Dann sollte man prüfen, welche Erwartungen bei welchen der Deka-Fonds bestehen und ob diese auszutauschen oder zu behalten sind.

Das sind 60% Rentenfonds und 40% Aktienfonds. Vielleicht die Rentenfonds behalten und die Aktienfonds verkaufen? Rentenfonds sind doch sicherer, oder?

Ich möchte das Geld dann bei einer Direktbank als Festgeld festlegen.

Das wichtigste ist für mich, eine sichere Geldanlage, auch wenn es weniger Rendite bedeutet, daß habe ich damals auch bei der Sparkasse gesagt, darauf hin wurden mir zu diesem Dekafonds mit hauptsächlich Rentenfonds geraten.

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@Pumuckl12345678

Auch ein Rentenfonds, der schlecht verwaltet wird, ist nicht sicher. Man kann hier nicht pauschal über Aktien- und Rentenfonds reden, sondern muss jeden einzelnen Fonds genau anschauen. Poste doch mal einfach die ISINs der betreffenden Fonds. Damit kann man schon mal vergleichen.

Festgeld ist in einer Niedrigzinsphase ungut, aber wenn die Rendite wenigstens nach Inflation und Steuern nicht negativ ist, wäre das für jemanden mit hohem Sicherheitsbedürfnis ok.

Wesentlich ist auch die Frage des Anlagehorizonts. Benötigst Du das Geld in den nächsten 5-10 Jahren oder kann man hier von einer längerfristigen Anlage ausgehen?

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@gandalf94305
  1. LU0203963425, 10%
  2. LU0097655574, 2%
  3. LU0713853298, 1%
  4. DE0008474503, 1%
  5. LU0368601893, 1%
  6. DE000DK094E9, 13%
  7. LU0230856071, 12%
  8. LU0275198066, 5%
  9. DE0009771899, 3%
  10. LU0334973699, 2%
  11. DE0009801423, 4%
  12. DE0007483612, 3%
  13. DE0007019440, 21%
  14. LU0230155797, 20%

In den nächsten 5-10 Jahren benötige ich das Geld nicht. Das kann auch längerfristig angelegt werden.

Vielen Dank

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@gandalf94305

Oh, das ist ja nett. Vielen Dank.

Bisher hatte ich immer so 60% Rentenfonds, ca. 40% Aktienfonds und ein kleiner Anteil Geldmarktfonds. Nun sind das 40% Geldmarktfonds, warum machen die denn so ein hin und her?

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@Pumuckl12345678
  • LU0203963425 10% (IFM Invest Aktien Global): ein globaler Aktienfonds mit Vermögensmanagementansatz. Der Fonds puffert Abwärtsbewegungen, nimmt jedoch auch Aufwärtsbewegungen wie z.B. in den letzten Wochen nicht oder nur unterproportional mit. Die Volatilität ist geringer als beim MSCI World. -- Kann man behalten.

  • LU0097655574 2% (Deka Eurostocks CF): verfolgt im Prinzip den Eurostoxx 50 und damit einen der übelsten Indices in Europa. Den könnte man verkaufen und durch einen ETF auf den Stoxx Europe 600 oder einen guten Europa-Fonds ersetzen. Comgest Europe Growth oder Threadneedle Smaller Companies fallen mir da ein. -- Kann man ersetzen, da die Performance eher unterirdisch ist.

  • LU0713853298 1% (DEKA-EUROLAND AKTIEN LOWRISK S): Dieser Strategiefonds wurde erst am 28.12.2011 aufgelegt. Wo kommt der denn her? Die hier verwendete Strategie hat sich bisher noch nicht bewiesen, d.h. man sollte hier IMHO nicht wirklich einsteigen - vor allem bei Deka. -- Verkaufen und anders reinvestieren.

  • DE0008474503 1% (Dekafonds CF Fonds): der Fonds investiert in Deutschland und folgt im Prinzip dem DAX, hat in den letzten Monaten jedoch eine Unterperformance zum DAX. Hier gibt es bessere, z.B. Concentra oder einfach einen ETF auf den DAX oder MDAX. - Verkaufen und reinvestieren. Das Volumen ist zu klein, um wirklich effektiv zu sein.

  • LU0368601893 1% (Deka-Europa Aktien Spezial I (A) Dis): noch ein europäischer Fonds. Diese Anteilsklasse wurde erst in 2008 aufgelegt, d.h. prüfe, wie lange Du den schon hast oder ob ein anderer Fonds damit verschmolzen wurde. Der Fonds läuft im Prinzip mit dem MSCI Europe, d.h. hat keinen wirklichen Vorteil zu anderen guten Europa-Fonds. -- Verkaufen und in einen europäischen oder globalen FOnds investieren.

  • DE000DK094E9 13% (DEKA MULTIMANAGER RENTEN): ein Rentenfonds, der in 2008/2009 deutlich gelitten hat. Lohnt sich nicht. -- Verkaufen.

  • LU0230856071 12% (IFM Invest Renten Europa): Rentenfonds, der jedoch in 2010/2011 gelitten hat. Die Rendite von 3-5% p.a. ist für einen konservativen Rentenfonds normal. -- Kann man behalten.

  • LU0275198066 5% (Deka Special Situations): hat noch nie so recht funktioniert. --- Verkaufen und anders reinvestieren.

  • DE0009771899 3% (Deka Bund + S Finanz 7-15 TF): Euro-Anleihen mit Laufzeiten von 7-15 Jahren. Das ist in einer Niedrigzinsphase ungut. -- Verkaufen und anders reinvestieren.

  • LU0334973699 2% (Deka-BF EuroRenten Total Ret I ): Ein long/short Rentenfonds mit moderater Rendite. -- Verkaufen und anders reinvestieren.

  • DE0009801423 4% (WestInvest InterSelect): europäischer Immobilienfonds. Einer der Fonds, die bisher noch nicht unter die Räder kamen, jedoch zeigt dieser auch eine nicht so besondere Performance von ca. 2% p.a., was konsistent schlechter als hausinvest und grundbesitz europa ist (die bei 3-4% p.a. liegen). -- Verkaufen und anders reinvestieren.

  • DE0007483612 3% (DekaImmobilien Global): noch ein Immobilienfonds. Dieser hat sich im Vergleich zu anderen Fonds einigermaßen gut gehalten und zählt zu den besseren der Deka. -- Kann man behalten, jedoch würde ich diesen auch gegen einen hausinvest oder grundbesitz Fonds tauschen, da es bei Immobilienfonds nicht auf Kursgewinne (die steuerfrei wären), sondern auf Ausschüttungen ankommt.

  • DE0007019440 21% (Deka Liquidität): ein sehr zäher und müde performender Geldmarktfonds, der mit seiner Rendite vor Steuern bereits unter der Inflationsrate liegt. Hättest Du das Geld auf Tagesgeld geparkt, wäre im Mittel mehr dabei herausgekommen. -- Auf jeden Fall verkaufen.

  • LU0230155797 20% (Deka Cash EUR): ein seeeeehr schlecht performender Geldmarktfonds, der nicht einmal 1% im Jahr an Rendite abwirft. Davon gehen noch Steuern ab. Uff. -- Auf jeden Fall verkaufen.

Die meisten Fonds sind ausschüttend oder thesaurierend/teilthesaurierend, d.h. man muss ohnehin jährlich die Positionen besteuern. Kursgewinne halten sich in Grenzen und Verluste sind ja aus 2008 und früher nicht mehr verrechenbar.

Dem konservativen Anlageprofil nach würde ich einen Anteil von ca. 60% Renten, 10% Immobilien und 30% Aktienfonds sehen. Allerdings wäre die Fondsauswahl entsprechend sinnvoll zu treffen. Die Deka-Fonds sind alle entweder unterirdisch in ihrer Performance oder Marktmittel, d.h. nicht berauschend. Man kann also mit etwas Mühe schon bessere Fonds finden, die auf längere Zeit den vermutlichen Steuervorteil der Altbestände wettmachen werden.

Ich vermute mal, daß Du mit einem Portfolio von um die 200-250 kEUR gestartet bist. Das bedeutet, Du solltest auf jeden Fall einen Berater suchen, der Dir einen Strategievorschlag entwickelt. Ganz wichtig: es geht nicht nur darum, jetzt irgendwelche Fonds zu kaufen und verkaufen, sondern vor allem auch laufend Deinen Portfolio zu beobachten, schlechte Performer auszutauschen, neu zu balancieren und ggf. neue Trends aufzunehmen.

Schau auch mal hier rein: https://www.fidelity-direkt.de/fonds/fonds/sam/default.page

[Meine Meinung]

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@Pumuckl12345678

Na ja, wenn die anderen Fonds alle im Wert fallen und die Geldmarktfonds zumindest den Zahlen nach im gleichen Bereich bleiben, dann hat man irgendwann diese Verschiebung. Hätte jemand den Portfolio beobachtet, wäre man eingeschritten. Aber das macht die Sparkasse nicht und Deka bekommt ihre Gebühren ja auch, wenn die Fonds schlecht laufen.

Deka verzeichnet (IMHO zu Recht) starke Mittelabflüsse seit 2010: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/boni-streit-bei-deka-neue-fuehrung-kaempft-gegen-mittelabfluesse-11707180.html

Aktienfonds laufen zwar volatiler, stellen aber in Zeiten von Inflation eine bessere Sicherung langfristig dar. Daher wären die 60% Renten momentan sehr hoch und ggf. ungünstig.

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@gandalf94305

Vielen Dank für deine Mühe.

Bei einem Finanzberater war ich bereits vor einigen Monaten, der hat mir geraten, den den kompletten Betrag bei Sauren anzulegen.

Ich denke, ich werden alles bei der Sparkasse verkaufen und mir mal dieses Fidelity genau ansehen.

Vielen Dank nochmal.

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@Pumuckl12345678

Dann habe ich noch so einen einzelnen Fond von der Sparkasse:

Deka-EuroRent DE000DK1CJF6

Was hälst du davon?

Danke

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Vieleicht ein wenig verallgemeinernd kann man sagen, dass DEKA ein sehr schlechter und zudem teurer Fondsverwalter ist. Als schlecht erkannte Fonds (Beobachtungszeitraum mehrere Jahre) sollte man unbedingt in bessere Fonds umschichten.

Fonds die sich seit vielen Jahren schlecht entwickeln, werden das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft tun. Das gleiche - mit anderem Vorzeichen - gilt auch für gute Fonds.

Die Steuerfreiheit der Kursgewinne von vor 2009 gekauften Fonds ist nichts wert, wenn diese eine miese Performance und damit keine Kursgewinne haben. Steuerpflichtige Kursgewinne sind allemal besser als steuerfreie Kursverluste!

Bei einer Umschichtung würde ich den das Geld welches Dir langfristig zur Verfügung steht, voll in Aktienfonds anlegen. Mit einer gemischten Aktienanlage muss man zwar Kursschwankungen ertragen, man wird sein Geld aber langfristig nicht verlieren. Ganz anders die verzinslichen Anlagen. Sie sind durch die drohende Inflation stark gefährdet. Das gilt natürlich auch für Festgelder. Solche Anlagen kommen nur noch in Frage für Gelder, die man mit einiger Sicherheit innerhalb der nächsten 4 Jahre verbraucht.

Und bei welchem Fondsverwalter könnte man das anlegen?

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@Pumuckl12345678

Die muss man sich suchen, z.B. auf der Homepage von Morningstar.

Meine größte Fondsposition ist der Rationalinvest (WKN A0MVZQ). Der hat eine gute Perforformance, ist relativ kostengünstig, kommt ohne Erfolgsbeteiligung aus und wenn man seine Anteile über den Assetmanager kauft, zahlt man keinen Ausgabeaufschlag und wird zudem monatlich über die Fondsentwicklung informiert. Der Fonds hat eine eigene Homepage (www.rationalinvest.de) wo man alle wichtigen Informationen findet.

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