zwei eigene Unternehmen - gegenseitige Rechnungen stellen

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5 Antworten

Pauschal und ohne jegliche Gewähr: JA

Aber du hast doch eh bereits einen Steuerberater, frag zur Sicherheit diesen.

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Kommentar von Samowar
04.12.2012, 09:07

Danke für die Antwort. Einen Steuerberater habe ich nicht, habe mir nach und nach das ganze Wissen selbst angeeignet.

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Also, von Steuer habe ich leider auch keine Ahnung, aber sich selbst eine Rechnung schreiben hört sich für mich irgendwie shizophren an. Lädtst du dich auch ab und zu selbst zum Essen ein? Und welcher von euch beiden bezahlt dann?

Mich würde aber mal noch ganz heftig folgendes interessieren: Wie groß ist eigentlich die Nachfrage nach Zumba ist und welchen Markt gibt es dafür?

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Kommentar von Samowar
04.12.2012, 11:16

Ja, ich weiß, das hört sich total bescheuert an. Aber wie ich bereits erwähnt habe, muss ich die beiden Tätigkeiten buchhaltungstechnisch ganz streng getrennt behandeln.

Nun zu Zumba: es läuft wie geschnitten Brot, unterrichte zurzeit bei einer VHS als Übungsleiter, meine Kurse sind immer ausgebucht und es gibt eine sehr lange Warteliste. Wollte vor einiger Zeit für mich eine Stundenvertretung bei den Zumba-Kollegen organisieren (wir sind alle in einem Netzwerk) weil ich mir eine Muskelzerrung geholt habe und musste feststellen, dass alle Zumba-Instruktoren, die ich angesprochen habe, auch voll ausgebucht sind. Nachfrage ist riesig, vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit. Zumba wird in Tanzschulen, Fitnessstudios, Volkshochschulen und Sportvereinen unterrichtet. Es sind auch sehr viele private Anbieter auf dem Markt, die selbst Kurse veranstalten, aber auch sich von größeren Firmen engagieren lassen.

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Kommentar von EnnoBecker
04.12.2012, 17:26

Schau mal, Herr Kollege, der Fragesteller bringt mir was bei :-)

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Irgendwas passt hier nicht.

Freiberuflicher Tanzlehrer. Das dürfte noch okay sein.

USt-Pflicht befreit? Geht nicht. Personen sind nie USt-befreit. Höchstens Umsätze.

Möchte Kleinunternehmer bleiben? Wenn meine Umsätze USt-frei sind, ist das doch scheißegal.

Zumba kann nicht freiberuflich ausgeübt werden... Entweder ich bin Freiberufler oder ich bin nicht Freiberufler... Und letztlich? Wenn juckt's. Wenn die Umsätze unter 17.500 Euro liegen, dann liegt der Gewinn garantiert auch unter 24.500 Euro.

Hab mir jetzt die Steuerbefreiungen im UStG mal durchgelesen und mir fällt nicht ein, warum ein selbständiger Tanz- oder Musiklehrer USt-befreite Leistungen erbringen kann.

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Kommentar von EnnoBecker
05.12.2012, 09:06

§ 4 Nr. 21 Bu b)

...die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienenden Unterrichtsleistungen selbständiger Lehrer...

Die Frage ist, wie das USt-Recht hier "selbständig" definiert. Ich hätte bei anderem Diskussionsverlauf auch mal den UStAE bemüht, aber das ist ja nun durch. Ich hab keine Lust mehr.

Das ist wieder einer der Fälle, wo man sich den Hintern aufreißt und es aus allen möglichen Perspektiven erläutert - nur um hinterher arrogant und entwürdigend angeblafft zu werden.

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Kommentar von Samowar
05.12.2012, 09:34

Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist nach § 4 Nr. 21 Buchstabe b UStG die Bescheinigung der zuständigen Landesbehörde, daß die den Unterricht erteilenden Personen mit ihren Leistungen auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des öffentlichen Rechts abzulegende Prüfung ordnungsgemäß vorbereiten.

So gut wie alle Musiklehrer sind Freiberufler, bei den Tanzlehrern sieht es aber ganz anders aus: da ein Freiberuf zumeist besondere berufliche Qualifikation voraussetzt, können in der Regel nur studierte Tanzpädagogen sich als Freiberufler bezeichnen, das ist dann meist auch nur in folgenden künstlerischen Bereichen möglich: Zeitgenössischer Tanz/Modern Dance, Ballett, Musicaldance o.ä. Als Standard- und Lateintanzlehrer, sowie als Zumba-Trainer kann man kaum als Freiberufler durchgehen, da keine besondere berufliche Qualifikation vorliegt.

Mein Umsatz aus der freiberuflichen und USt-befreiten Lehrtätigkeit liegt selbstverständlich weit über der 17.500 Euro Grenze. Wenn ich Zumba in meie freiberufliche Tätigkeit aufzunehmen, besteht die Gefahr, dass mir meine gesamte Freiberuflichkeit aberkannt wird:

http://www.steuer-gonze.de/web/steuertips/selbststaendige-unternehmer/349-abgrenzung-freiberufler-gewerbetreibender-selbstaendiger

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Wenn ich höre, dass Du Dich an so komplizierte Konstruktionen ohne Hilfe eines Steuerberaters heran traust dann muß ich unwillkürlich an einen Steuerberater denken den ich mal in der Familie hatte. Seine schwersten Fälle waren die, wo sich der Steuerpflichtige selber zunächst versucht hatte. Fehler die Du begehst kannst Du nicht mehr rückgängig machen. Stell Dir vor, Dir wird bei einer Betriebsprüfung Dein ganzes Konstrukt verworfen und Du mußt für Jahre im nachhinein Steuern nachzahlen inklusive der Zinsen. Ich kenne Leute die dann Termin bei Insolvenzgericht machen mußten. Ob man Dir die zum Zwecke der Steuervermeidung vorgenommene Verlagerung der Umsätze anerkennen wird, halte ich für zumindest sehr fraglich. Und meinst Du wirklich, Dir durch eine Anfrage in einem solchen Forum Sicherheit verschaffen zu können?

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Kommentar von Samowar
04.12.2012, 11:38

Ja Du hast recht, es ist keine einfache Konstruktion. Und deshalb wende ich mich nicht an einen x-beliebigen Steuerberater. Habe nämlich schon hinter mir, und dem guten Mann konnte ich selbst noch etwas beibringen. Will hier nicht die Steuerberater schlecht reden, nur so dermaßen seltenen Fälle haben die wenigsten Steuerberater schon mal behandelt.

Und nun zu diesem Forum. Ich sage mal so: Es gibt kaum ein Problem, mit dem sich nicht vorher schon ein anderer beschäftigt hat. Es ist vollkommen klar, dass man ziemlich jeden Ratschlag überprüfen sollte (auch solche, die von einem Steuerberater kommen - wir sind alle nur Menschen), aber es geht auch darum Ideen zu finden und auch Informationsquellen orten, wo man dann mehr zu bestimmten Themen findet.

Es hat auch nichts mit der Verlagerung der Umsätze zu tun, sonder es sind zwei vollkommen unterschiedliche Tätigkeiten, die auch getrennt zu behandeln sind.

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Kommentar von EnnoBecker
04.12.2012, 11:57

Seine schwersten Fälle waren die, wo sich der Steuerpflichtige selber zunächst versucht hatte

Entweder selbst schuld oder das Honorar war entsprechend attraktiv.

Wenn ich am Auto was verpruckele, berechnet mir die Werkstatt für die Reparatur meiner Reparatur ja auch einen Aufschlag.

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Kommentar von EnnoBecker
04.12.2012, 20:16

@P59

Jetzt noch mal sachlich.

Wir haben einen Mann, der einerseits freiberuflich Unterricht erteilt und andereseits gewerblich. Das ist möglich und steht sich auch nicht im Weg. Zwei getrennte Buchführungen - und der Drops ist gelutscht. Die Zuordnung zum Betrieb A oder zum Betrieb B erfolgt entweder sachgerecht und nachvollziehbar - oder wird irgendwann von der Bp verworfen. Was aber meiner Ansicht nach nicht schlimm ist, da die Ausgaben ja dennoch da sind, sie gehören nur zu einer anderen Einkunftsart. Und die Gewerbesteuer ist ja ohnehin so ziemlich von der ESt abzugsfähig.

Also kein Problem.

Umsatzsteuerlich sowieso schon nicht, aber das habe ich ja an anderer Stelle bereits in epischer Breite geschrieben.

Die Frage ist also: Wo genau steckt hier das Problem?

Und die Antwort: Beim Fragesteller, weil er sich in eine Infektion hineinsteigert, die es mangels Personengesellschaft nicht geben kann. Zudem zieht er daraus Schlüsse zur Umsatzsteuer.

Einwendungen hiergegen ist er nicht zugänglich und befleißigt sich am Ende eines unangemessenen Vokabulars, anstatt an der Lösung seines Problems mitzuwirken.

Es entstehen Endloskommentare, die zu nichts führen.

So,

Übersetzt in den Steuerberateralltag bedeutet dies, dass man sich gern von solchen Mandanten verabschiedet. Beratungsresistenz ist keine Grundlage für eine Zusammenarbeit.

Deswegen hat er keinen Steuerberater.

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Du berührst hier zwei unterschiedliche Punkte, nämlich die Umsatzsteuer und die Gewinnermittlung.

Fangen wir bei der Gewinnermittlung an. Eine Rechnungstellung ist hier nicht erforderlich, es genügt, wenn du die Ausgaben einem deiner Betriebe zuordnest.

Bei der Umsatzsteuer:
Zunächst musst du dir klar darüber werden, dass ein Unternehmer nur ein(!) Unternehmen haben kann. Damit ist eine getrennte Betrachtung beider Betriebe nicht möglich. Und eine Rechnungstellung scheidet damit auch aus.

Da du aber als Kleinunternehmer behandelt werden möchtest, hast du auch das Problem gar nicht. Du musst halt nur darauf achten, dass in der Umsatzsteuererklärung die Umsätze aus beiden Betrieben in dieselbe Erklärung gehören. Die steuerpflichtigen Umsätze (Zumba), bei denen die Umsatzsteuer nicht erhoben werden, gehören auf Seite 1 des Hauptbogens und die steuerfreien Umsätze (MTL) in die Anlage UR.

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Kommentar von Samowar
04.12.2012, 10:49

Danke für die schnelle Antwort. Ich muss die beiden Unternehmen buchhaltungstechnisch ganz streng getrennt behandeln, tue ich das nicht besteht die Gefahr, dass meine freiberufliche Tätigkeit mit der Gewerbesteuer "infiziert" wird (das ist so genannte "Infektionstheorie"), dann ist nicht nur mein Status als Freiberufler, sondern auch die USt-Befreiung weg.

Ich habe für meine freiberufliche Tätigkeit ein separates Geschäftsbankkonto, von dem unteranderem die Miete für die Unterrichtsräume bezahlt wird. Mein Problem ist nun die anteilige Miete buchhaltungstechnisch der gewerblichen Tätigkeit zuzuordnen, um wie schon erwähnt den Gewinn daraus zu mindern. Und die einzige Idee, die ich momentan habe, ist durch eine Rechnungsstellung von Freiberufler an den Gewerbetreibenden.

Dass USt-technisch man "nur" ein Unternehmer ist - ist mir klar, dennoch eine USt-Erklärung gebe ich als USt-befreiter Freiberufler gar nicht ab und soviel ich weiss, muss ich das auch als Kleinunternehmer nicht tun. Ändert sich das nun, wenn ich den beiden Tätigkeiten nachgehe, obwohl trotzdem keine USt anfällt?

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