Wohnungsvermächtnis - muss das in Grundbuch eingetragen werden?

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5 Antworten

Die Oma kann als Eigentümerin mit ihrem Haus tun und lassen was sie will. Sie kann auch ihren Freund in Armut und Elend stürzen. So einen Fall wie hier hatten wir vor einiger Zeit schon mal hier: In bester Absicht wurde einer Freundin ein lebenslanges Wohnrecht vermacht. Woran keiner der Beteiligten gedacht hatte, war die Erbschaftsteuer die in dem dortigen Fall einer 5-stelligen Betrag ausmachte. Wohnrechte sind als Zuwendung zu versteuern und da werden erstaunliche Steuerwerte erzielt, mit entsprechenden Folgen für den Zuwendungsempfänger.

amwickel: Deine Oma als alleinige Grundstückseigentümerin ist nicht daran gehindert, ihrem Lebensgefährten ein lebenslanges unentgeltlichen Wohnrecht im Grundbuch eintragen zu lassen. Es besteht also keine Verpflichtung, mit dir "im Vorfeld" etwas zu regeln.

Wann sollte es sonst geregelt werden, geht nur solange wie Oma lebt. K.

Beides; es muss im Vorfeld geregelt werden und es muss im Grundbuch eingetragen werden. (sog. beschränkt persönliche Dienstbarkeit).

Das Schlagwort hier nennt sich "Zuwendungs-Nießbrauch". Das wird ins Grundbuch eingetragen und es hat einige Folgen, die auch P59 bereits angerissen hat.

Auf der einen Seite erbt der Freund den Wert des Nießbrauchs (siehe P59). Auf der anderen Seite erbst du den um den Nießbrauch verminderten Wert des Grundstücks. Beides ist zwar erbschaftsteuerpflichtig, jedoch nicht schenkungsteuerpflichtig.

Die Oma sollte auch über eine Hochzeit nachdenken - aus steuerlichen Gründen.

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