Wie lange etwa dauert es, bis Finanzamt bei bestehenden Steuerschulden eine Lohnpfändung veranlasst bei neuem Job?

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3 Antworten

Ergänzend zu den anderen Antworten möchte ich noch hinzufügen, dass eine Vollstreckung auch vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens innerhalb der in § 88 InsO genannten Fristen unzulässig ist.

Ebenso könnte eine Ratenzahlung durch einen Insolvenzverwalter angefochten werden (§ 129 InsO), weil dadurch ggf. andere Gläubiger benachteiligt wurden.

Wenn eine Stelle des Finanzamtes keinen Zugriff auf Daten anderer Stellen hat, dann liegt das zu 99% daran, dass eine Trennung von Veranlagung, Erhebung und Vollstreckung etc. gewahrt werden muss.

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"Lohnsteuer fließt nicht zu Deiner ID. Lohnsteuer führt der Arbeitgeber ab (unter seiner St.Nr.). Wie soll da jemand merken, ..." Gut. Gleichwohl sieht aber das Finanzamt doch die Übermittlung der SteuerID im Rahmen der Anmeldung durch den Arbeitgeber und sollte so relativ leicht bemerken, dass zu der mit offenen Steuerforderungen versehenen SteuerID eine Anmeldung für ein steuerpflichtiges Lohneinkommen erfolgt ist und insofern davon ausgegangen werden kann und muss, dass ein pfändbares Lohneinkommen vorliegt!? Die Frage zielt im Übrigen eindeutig auf diesen Zeitraum des "Bemerkens" hin und nich auf irgend welche anderen Aspekte, über die man meinethalben gerne jenseits der Frage diskutieren könnte. Danke!

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Kommentar von Impact
19.06.2017, 16:38

"Das Finanzamt" sieht erstmal garnichts.

Dort arbeiten Leute. Die einen arbeiten in dieser Stelle, andere an einer anderen. 

Jeder hat an eben dieser Stelle Zugriff auf Daten, die seine Arbeitsstelle betreffen. 

Ob derzeit ein Bearbeiter der Vollstreckungsstelle Zugriff auf Daten der Lohnsteuerstelle hat, weiss ich nicht. Möglich wäre es, wohl auch wünschenswert. Was aber die Datenschutzbeauftragten so entscheiden/entschieden, ist oftmals nicht nachvollziehbar.

Vielleicht ist auch noch niemand auf die Idee gekommen. Ausserdem sind die Bearbeiter schon dermassen überbelastet, dass sie sich über eine neue Aufgabe sicher nicht freuen würden.

Zudem: In den allermeisten heutigen Lohnpfändungen ist der Erfolg gleich null (Pfändungsfreigrenzen).

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Weil wir gerade bei Vermutungen sind -

Lohnsteuer fließt nicht zu Deiner ID.

Lohnsteuer führt der Arbeitgeber ab (unter seiner St.Nr.). Wie soll da jemand merken, dass das (ggf. teilweise) für Herrn KarstenS ist?

Wie lange es nur dauert, bis es zur Lohnpfändung kommt, kann Dir hier niemand beantworten - auch Du mit Deinen Vermutungen nicht.

Ein pflichtbewusster Steuerbürger würde sie jedoch vermeiden, indem er aus seinem Einkommen eine geeignete Ratenzahlung vorschlagen würde. So könnte er auch vermeiden, dass der neue Arbeitgeber Konsequenzen zieht. 

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Kommentar von wfwbinder
19.06.2017, 13:26

Lieber @Impact, Du hast natürlich Recht, dass die Lohnsteuer nicht monatlich dem Fragen gutgeschrieben wird, aber ich bin schon die ganze zeit am überlegen, ob die Vollstreckungsstelle auf die Idee kommt, nachzusehen, vom wem eventuell die ELSTAM-Daten abgerufen werden. Darüber hätten die gleich den Arbeitgeber.

Wir haben nämlich kürzlich wegen eines Mitarbeiters eines Mandanten für den einen pfändungs- und Überweisungsbeschluss bekommen, weil der die Kfz-Steuer nicht gezahlt hat.

Wenn ich es mit Sicherheit wüsste, ob die über die ELSTAM Daten gegangen sind, hätte ich schon geantwortet.

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