Wer hat Erfahrung mit einer Wohnbürgschaft über Kautionskasse?

10 Antworten

Vermieter: Finger weg von Moneyfix bzw. Deutsche Kautionskasse!

Ich hatte eine Wohnung vermietet und die Mieterin hat diese beschädigt zurück gelassen und zudem ihre letzte Nebenkostenabechnung nicht bezahlt. Also hatte ich zunächst per Gerichtsweg die Zahlung der NK erfolgreich eingeklagt. Dann habe ich die Kautionsurkunde, die sich noch 1 Jahr nach dem Auszug in meinem Besitz befand, eingereicht, um die Reparaturkosten für die Schäden geltend zu machen, für die ich erst kürzlich die Rechnung vom Handweker erhalten habe - nun verweigert Moneyfix die Auszahlung mit der Begründung, der Anspruch sei verjährt. Dazu gibt es allerdings in den Unterlagen (inkl. AGB), die ich bei Abschluss des Mietvertags erhalten hatte, keinerlei Hinweis, im Gegenteil: Überall steht, dass Moneyfix auf jeden Fall "einspringen" wird, wenn der Mieter nicht zahlt und zwar solange, wie die Urkunde noch beim Vermieter ist (schließlich zahlt der Mieter auch weiterhin dafür, solange die Urkunde nicht zurückgegeben wurde). Ich kann also nur jedem Vermieter raten, lieber das gute alte Sparbuch als Kaution zu verlangen und auf Moneyfix & Co. zu verzichten. Diesen zusätzlichen Ärger, wenn man eh schon Probleme mit dem Mieter hat, braucht kein Mensch!

Hallo,

interessant wird es wenn man versucht diese Versicherung zu kündigen mit dem Hinweis dass die Kautionskasse nach Ablauf von über 2 Kalenderjahren bei Forderungen eines Vermieters (rückte die Urkunde nicht raus) den Einwand der Verjährung vorbringen kann und deshalb die Vertragsgrundlage fehlt und der Vertrag somit sittenwidrig sein sollte (weil keine Gegenleistung mehr erforderlich).

Hier argumentierten die Rechtsanwälte der Versicherung, ich zitiere:

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Nur der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass die Klägerin bei Inanspruchnahme der Bürgschaft - hierbei handelt es sich um eine Bürgschaft auf erstes Anfordern - materiell-rechtliche Einwendungen gegen die Hauptforderung NICHT prüft. Die Bürgschaft auf erstes Anfordern dient der schnellen Durchsetzung der von ihr gesicherten Ansprüche. Damit sie diese Funktion erfüllen kann, müssen die Anspruchsvoraussetzungen weitgehend formalisiert und die Einredemöglichkeiten stark eingeschränkt oder gar AUSGESCHLOSSEN sein. Aus diesen Gründen sind für die Feststellung, welche Forderungen die Bürgschaft auf erstes Anfordern sichert, grundsätzlich nur solche Umstände beachtlich, die sich aus der Bürgschaft selbst oder den Urkunden ergeben, auf die sie sich bezieht. Insoweit wäre es der Klägerin im Rechtsverhältnis zum Bürgschaftsnehmer nicht möglich, die Einrede der Verjährung hinsichtlich der Hauptforderung zu erheben, da es sich bei der Frage der Verjährung um eine materiell-rechtliche Fragestellung handelt. Darüber hinaus wären der Klägerin eventuell vorliegende Hemmungstatbestände nicht bekannt. Daher verfängt der Vortrag des Beklagten nicht, die Ansprüche aus dem Mietverhältnis wären mittlerweile verjährt.

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Schon interessant, kassieren wollen Sie und behaupten dass der Einwand der Verjährung unzulässig ist; ........ wenn es dann aber wie bei DanBoy um genau diesen Punkt geht bringen sie genau das was vorher undenkbar war.

@DanBoy: schreib mir doch bitte ´ne PN zum Erfahrungsaustausch.

mfg

PS:

ich halte das ganze Vertragskonstrukt für sittenwidrig

wo ist der angepriesene, vorgeschobene Versicherungseffekt?

Haftung? verlagert auf den Bürgen

Der Vermieter stellt falsche Abrechnungen aus

(in der heutigen Zeit leider üblich,

kenne einen Fall da waren dann die eingekauften Heizölmengen um 10.000 Liter höher als im Vorjahr, die gesamten abgerechneten Verbrauchseinheiter aber sogar niedriger; merkte von den 36 Mietern NICHT ein einziger und der Verwalter im Auftrage einer Bundesliegenschaftsverwaltung kommt nicht mal mit dem Versuch einer Erklärung!)

und der (Versicherungs)vertrag nimmt Dir SÄMTLICHE Rechte Dich zu wehren, klagen sollst Du, und bei Erfolg kann ich mir schon ausmalen wie man dann an das Geld kommt. Ist eine reine Spielwiese für Rechtsanwälte und für diese ist dieses Geschäftskonstrukt als Spiel- und Gelddruckmaschine vermutlich erstellt worden.

Falls dann der (Versicherungs)fall eintritt,

EINZIG der Vermieter entscheidet darüber:

FORDERT die Deutsche Kautionskasse von Dir den gesamten Versicherungsbetrag auf einen Schlag!

Wo bleibt da der übliche Begriff der Versicherung ???

Im Grunde genommen wird Dir nach Art des "Moscow Inkasso"

VERSICHERT: Dich machen wir finanziell nackig

Das Ganze geht dann natürlich SOFORT an Inkasso beauftragte Rechtsanwälte; und so werden dann (bei seltsam gehaltenen Richter/-innen) aus einer Hauptforderung von 82€ nicht mehr nachvollziehbare 440,68€

Und hast Du das überstanden:

so wartet bereits die nächste Jahresrechnung auf Dich!

Erfahrungen:

Rücksendungen der Originalurkunde werden ignoriert.

Das dortige Faxgerät (ist rechtlich zulässig zur Kommunikation) ist sehr selten aktiv, im Schnitt brauchte ich 20 Anwahlversuche.

Es wird auf NICHTS reagiert,

ausser dass der Anwalt kommt sobald Du im Verzug bist !!

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Was sollte sich denn in den letzten 3 Jahren insofern geändert haben?

Nach wie vor kosten Kautionsbürgschaften Geld und zwar Geld des Mieters und nach wie vor hängt alles davon ab, ob der Vermieter diese Art der Sicherheitsleistung akzeptiert. Nicht ohne Grund gilt die Bürgschaft als zweite Wahl. Dort wo die Interessenten Schlange stehen für eine Wohnung wird man damit nicht des Vermieters Liebling, sondern im Gegenteil von der Liste gestrichen.

Ich wundere mich auch über die Fragewiederholung. Es gibt nix Neues zu erzählen zu dem damals Gesagtem.

Einzig die gretel99 braucht noch etwas Hilfestellung;-)

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moin, hatte die moneyfix-kaution und kann leider nichts positives daran finden. sicherlich, es spart einem eine gewisse kapitalbindung - aber der kundenservice und alles andere sind erschreckend schlecht. 1. die mitarbeiter am telefon sind nicht richtig qualifiziert und geben unterschiedliche auskünfte 2. an unsere vermieterin wurde auf erstes auffordern (trotz einstweiliger verfügung und offensichtlicher falsch darstellung von sachverhalten) die komplette kaution ausgezahlt.

für mich kommt die moneyfix-mietkaution nie wieder in frage...

(sorry für die kleinschreibung, aber meine shifttasten sind ausgefallen)

Moneyfix- Info für Vermieter- Beabsichtigt oder dumm gelaufen?! Ich habe eine Immobilie vermiete für 480€ MM. Der Mieter bot mir die Kautionsversicherung an und da ich geschäftlich mit Bürgschaften, die über Versicherungen abgedeckt sind zu tun habe, habe ich zugestimmt. Bei einer jungen Familie ist das Geld immer knapp. Die Bürgschaft wurde über 1500€ ausgestellt. Der Mieter entpuppte sich als schlechter Zahler, zog nach 3 Monaten wieder aus und blieb eine Monatsmiete plus NK schuldig. Ich ließ mir ein Schadensformular von Moneyfix mailen (downloaden ging nicht!) und las im Kleingedruckten folgenden Satz: "Mir ist bekannt, dass die Mietkaution das Dreifache des auf einen Monat entfallenen Mietzins nicht übersteigen darf(§ 550 b Absatz 1 Satz 1 BGB)" Natürlich schicke ich die Kautionsurkunde nicht zurück, wenn ich kein Geld bekomme! Moneyfix wird am Exmieter gut verdienen und ich habe aus meiner Gutmütigkeit gelernt. Die Restmiete schreibe ich als Lehrgeld ab :-(

... habe aus meiner Gutmütigkeit gelernt. Die Restmiete schreibe ich als Lehrgeld ab

Nix gelernt! Lehrgeld musst Du zahlen, um Dir ein BGB zu kaufen und dann diesen zitierten Paragrafen nachzulesen!

Bis dahin empfehle ich Dir die Lektüre des § 551 Abs. 1 BGB, der die Höhe der Mietsicherheiten auf insgesamt 3 Monatskaltmieten begrenzt. Eine Begrenzung hat dabei nicht die Wirkung, dass bei einem höheren Betrag (wie in Deinem Fall) die Mietsicherheit hinfällig wird.

Natürlich schicke ich die Kautionsurkunde nicht zurück, wenn ich kein Geld bekomme!

Wenn Du so denkst, bekommst Du kein Geld. Denn die Bedingungen sehen vor, dass nur gegen vorherige Rückgabe der Bürgschaft gezahlt wird.

Genau diese Reihenfolge wäre für mich ein Grund, eine Versicherungsbürgschaft nicht zu akzeptieren. Das Postversand-/Verlustrisiko trägt im Prinzip der Vermieter. Denn geht die Urkunde verloren, wird nur auf gemeinsamen Antrag von Mieter und Vermieter eine neue Urkunde ausgestellt. Dieses gemeinsame Interesse fehlt aber vermutlich mieterseits bei einer (drohenden) Bürgschaftsinanspruchnahme.

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Erfahrung: Ich wohne in Hamburg, von den großen Vermietern und Wohnbaugesellschaften wie SAGA GWG und der Gagfah Group, die ja nun mal 60% des Wohnungsmarktes beherrschen, gerade auch den noch bezahlbaren Wohnraum anbieten, wird Moneyfix nicht akzeptiert. Wir wurden mehrfach mit lachendem Kopfschütteln abgelehnt.

Die Vermieter wollen solvente Leute, wer auf Moneyfix zurückgreifen muss, kann nicht besonders Liquide sein, Umstände oder sonstige "Ausreden" interessieren nicht.

Ich habe keine Erfahrung mit Moneyfix, aber was hier steht ist Quatsch. JEDER Anbieter für Mietkautionsbürgschaften macht vor Abschluss des Vertrages einen Solvenztest (Bei SCHUFA oder anderen Anbietern). Da sie sich im Schadenfall das Geld nach der Auszahlung an den Vermieter vom Mieter zurückholen, wäre es ja fahrlässig, wenn sie die Solvenz nicht prüfen würden. Genau das ist ja der Vorteil für den Vermieter: weniger Verwaltungsaufwand und solvente Mieter.

Mag sein, dass einige Vermieter oder Wohnungsbaugesellschaften das Produkt ablehnen, das kann aber dann nicht aus diesem Grund sein.

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