Sollte Ehefrau mit wenig eigenem Einkommen als Bürge für einen Kredit unterschreiben?

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4 Antworten

Banken sehen gerne Eheleute als Gesamtschuldner bei Darlehensverträgen, da so ihr Risiko geringer ist, als wenn es nur ein Schulder ist. Das dürfte in manchen Fällen keine wesentliche praktische Bedeutung haben, beeinflusst jedoch ggf. die Konditionen, die man erreichen kann. Du solltest also fragen, was sich an den Konditionen verbessert, wenn auch Deine Frau gesamtschuldnerisch Darlehensnehmerin wird. Verbessert sich nichts, so ist das sicher nicht erforderlich.

Wenn es um ein paar Möbel geht, dann dürfte das sehr irrelevant sein. Geht es um eine Immobilie, für die auch Deine Frau im Grundbuch als Miteigentümerin eingetragen ist, so wäre in jedem Fall auch sinnvoll, sie als Darlehensnehmerin aufzuführen. Schulden und Vermögenspositionen werden so beide gleichermaßen verteilt.

Das ist beispielsweise relevant für Scheidungen und Todesfälle.

Das ist alles Verhandlungssache. Wenn Ihre Position stärker ist, dann können Sie getrost dem Banker sagen, dass Sie bei einer anderen Bank abschließen werden, falls ihre Ehefrau unbedingt mit haften soll.

Banken wollen immer für sich das beste, nur wenn Sie ein Bittsteller sind, dann käme die Bank mit Ihren Forderungen durch,

Viel Erfolg! Grüße, Markus Hübner

Das war früher allgemein üblich. Am 19.10.93 hat das Bundesverfassungsgericht eine wichtige Entscheidung getroffen: Will eine Bank von vermögenslosen und dem Kreditnehmer nahe stehenden Personen eine Bürgschaftserklärung, kann nach Ansicht des Gerichtes regelmäßig vermutet werden, dass die Situation sittenwidrig ausgenutzt wurde. Dieses Ausnutzen – man redet hier von „struktureller Unterlegenheit“ im Verhältnis Bank / Bürge – führt zu einem Ungleichgewicht. In dieser Lage soll der schwache Bürge prinzipiell geschützt werden. Die Bürgschaft ist deshalb nicht bindend.

In anderen Fachbeiträgen wird von Sittenwidrigkeit gesprochen. Lass deine Frau keine Unterschrift leisten. Dein Bankberater sollte sich mal mit der aktuellen Rechtslage auseinandersetzen. Wenn du den fg. Link ausdrucken willst, kannst du ihm etwas unter die Augen halten. Schreib mal bitte, wie die Sache weitergeht.

http://www.kapital-rechtinfo.de/kapital-rechtinfo/archiv/texte_b/2008021198252233_Buergschaften_Aus_sittenwidrigen_Bankgeschaeften_koennen_sich_Buergen_befreien.shtml?navid=2

Da wird heute so geregelt, das Mann und Frau im Darlehnsvertrag als Gesamtschuldner stehen. Bei Liquiditätsproblem, kann sich dann die Bank von dem das Geld holen, der noch Geld hat.

Ich würde versuchen meine Frau nicht mit ins Boot zu nehmen. Wenn deine Bonität ausreichend ist, braucht es das auch nicht. Man sollte den Banken nie mehr geben als sie fordern.

Eine Bürgschaft ist übrigens immer eine undankbare Sache. Sobald der Schuldner nicht mehr zahlen kann, wird auf den Bürgen zurück gegriffen und der muss zahlen.

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