Riesterrente bei der DWS abgeschlossen

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5 Antworten

  • Aus den Angaben vermute ich, dass es sich um die DWS Riesterrente Premium handelt. Hier werden die Abschlusskosten im voraus bezahlt (gezillmertes Produkt), weshalb ein Wechsel in ein anderes Produkt erst einmal unguenstig ist. Du hast praktisch die Ausgabeaufschlaege fuer zukuenftige Einzahlungen schon bezahlt. Falls Du die DWS Toprente haben solltest (ungezillmertes Produkt) sieht das etwas guenstiger aus.

  • Der Nachteil von Riester-Fondssparplaenen ist, dass die Garantie meist durch Mechanismen wie CPPI erfuellt wird, d.h. bei fallenden Aktienmaerkten wird in Rentenfonds umgeschichtet. Besonders schlecht wurde dies in der Vergangenheit von Union Investment gemanaged. Auch wenn ich den UniGlobal als Fonds fuer ok halte, so ist das Riester-Produkt meiner Ansicht nach schlecht, weil das Cash-Lock Risiko zu gross ist, da anders als bei der DWS nicht wieder von Renten- in Aktienfonds zurueckgeschichtet werden kann. Es gibt inzwischen ein neues Produkt von Union, wo Umschichtungen in die andere Richtung moeglich sind, dazu kann ich allerdings nichts sagen.

  • Das Risiko bei CPPI ist umso groesser, je kuerzer die Laufzeit des Vertrages ist. In Deinem Alter sollte man deshalb keinen neuen Fondssparplan abschliessen, da schon bei kleinen Einbruechen am Aktienmarkt in Renten umgeschichtet wird oder - bei anderen Absicherungsmechanismen - von vornherein ein sehr hoher Rentenanteil im Portfolio liegt.

  • Der Banksparplan waere sinnvoll, wenn in Deinem Alter (49) ein Neuvertrag abgeschlossen werden soll, bringt aber nur eine geringe Rendite. Ein Wechsel wuerde ich jedoch im Zweifelsfall eher nicht anraten, wobei es allerdings noch von Deinem Depotwert und dem garantierten Depotwertes abhaengt:

Fall A: Der Depotwert ist deutlich uber dem garantieren Depotwert und ist ueberwiegend im Aktienfond investiert. Die Differenz zwischen garantiertem Wert und aktuellem Wert stellt eine Art Puffer da, so dass Du bei Verlusten in dieser (und faktisch noch etwas groesserer) Hoehe davon ausgehen kannst, in Aktien investiert zu bleiben. In diesem Fall wuerde ich den Vertrag auf jeden Fall behalten.

Fall B: Der Depotwert liegt deutlich unter dem garantierten Wert und ist ueberwiegend in Rentenfonds investiert. In diesem Fall sollten die Beitragszahlungen gestoppt werden, denn die Wahrscheinlichkeit wieder zu akzeptablen Kursen in Aktien investiert zu sein ist sehr gering. Fuer weitere Einzahlungen waere ein Banksparplan sinnvoll. Da die DWS die eingezahlten Beitraege garantiert, waere zu berechnen welche Rendite das aktuelle Guthaben erziehlen muss, um die garantierten Beitraege zu erreichen. Liegt diese Rendite bei 1% oder mehr, sollte der Vertrag beitragsfrei weiterlaufen, andernfalls koennte man das diskutieren...

Fall C: Der aktuelle Depotwert liegt in der Naehe des Garantiewertes. In diesem Fall ist zu beobachten, wie es sich mit den Umschichtungen verhaelt. Hat sich in den letzten Jahren der Aktienanteil Schritt fuer Schritt wieder erhoeht (mit Schwankungen) sollte der Vertrag weiter bespart werden, aber beobachtet werden. Kommt es dagegen immer wieder zu staendigen Verlusten durch Umschichtungen zwischen Renten- und Aktienfonds, so sollte der Vertrag aufgegeben und komplett in einen Banksparplan umgeschichtet werden.

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Kommentar von vortex
13.01.2014, 20:36

Nachtrag: Die Zusammensetzung der Fonds kannst Du im Jahresbericht nachlesen. Die Berichte findest Du, wenn Du auf der DWS Seite nach dem Fonds suchst. Der DWS Vorsorge ist allerdings ein Dachfonds, der in andere DWS Fonds investiert (überwiegend Aktienfonds). Du musst also ggf. zusätzlich die Fonds ansehen, in die der DWS Vorsorge investiert.

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Zunächst mal: Albatros wird wohl immer DWS empfehlen, da dies ihr Partner ist. Hast Du Dich vorher nicht irgendwie umgehört, welche anderen Alternativen es gibt? Die DWS-Fonds sind nicht gerade die Besten - vor allem mit dieser Rentenlastigkeit.

Daß die Sparda-Bank als Mitglied im genossenschaftlichen Verbund ein Produkt der Union Investment empfiehlt, ist auch nicht weiter verwunderlich. Der UniGlobal ist nicht schlecht und hat eine lange Historie vorzuweisen. Der UniGlobal ist jedoch ein Aktienfonds im Gegensatz zu dem Mix an Fonds bei der DWS.

Egal welcher Fonds, welche Unternehmen darin vertreten sind, findest Du in den jeweiligen Geschäftsberichten der Fondsgesellschaften. Schau nach Halbjahres- und Jahresberichten. Übrigens: auch die DWS-Fonds enthalten "namhafte Unternehmen".

Nehmen wir mal an, daß Du Mitte 20 bist. Dann wären für den Riester-Vertrag noch ca. 40 Jahre Einzahlungen fällig. Das macht 28.800 EUR Einzahlungsguthaben und 6.160 EUR Grundzulage. Das kannst Du nun bei einem guten Fonds mit 4-8% p.a. verzinst sehen, bei der genannten Kombination von DWS-Fonds würde ich mal von 2-4% p.a. ausgehen. Klingt nicht wirklich nach einer erschöpfenden Rente, oder?

Nehmen wir nun an, daß Du 48 Jahre alt bist. Dann stehen noch ca. 19 Jahre an Einzahlungen an. Macht 13.680 EUR plus 2.926 Zulagen. Auch das macht den Kohl nicht fett.

Die erste und wesentliche Frage wäre aus meiner Sicht daher, was willst Du eigentlich mit dem Vertrag erreichen? Die Zulage mitnehmen, aber nicht ernsthaft eine Rente aufbauen? Wirklich eine signifikante Rentenzahlung später erhalten?

Zur Mitnahme der Riesterzulagen würde ich die Rentenfonds im DWS-Produkt kippen und nur in einen globalen Aktienfonds einzahlen. Das wäre ja ein Renditebonus, der wahrscheinlich mangels Volumen mit Fälligkeit als Einmalleistung ausgezahlt würde, nicht die eigentliche Rente.

Weiterhin solltest Du mal die Vertragskosten betrachten. Welche Ausgabeaufschläge werden auf die Fonds bezahlt? Welche Abschlußkosten und Managementgebühren werden hier veranschlagt?

Ich vermute mal, daß aufgrund der nicht so viel besseren Prognose und nochmals anfallenden Vertragskosten ein Wechsel zu einem anderen Anbieter nicht wirklich attraktiv wäre.

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Kommentar von marc48
12.01.2014, 18:55

Hallo Gandalf,

danke für die sehr ausführliche Antwort. Als ich die Frage abgeschickt hatte, fiel mir das fehlende Alter auf. Ich bin 49 Jahre alt. Riester läuft schon seit 10 Jahren. Richtig, bei einem Wechsel hätte ich wieder mit Einbußen zu rechnen. Erstmal bei der Übertragung des angesp. Kapitals, als auch bei dem Neuabschluss. Ich werde wohl in dem Hause DWS bleiben und schauen was an globalen Aktienfonds angeboten wird und den monatl. Beitrag verdoppeln. Ich wollte mir eine zusätzl. Rente zu meinen noch laufenden Kapital-lebensvers. aufbauen, die auch noch ca. 17 Jahre laufen. Ich werde alles nochmal überdenken, aber wohl bei DWS bleiben.

Vielen dank

Marc

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Wer ist Verb.Z.?

Wie alt bist du? Bei der Zusammensetzung jung!

Deshalb frage ich mich wer Verb.Z. ist. Wenn das die Verbraucherzentrale ist und die einem jungen Menschen zu einem Banksarplan raten, sollte da mal wer dazwischengehen. Wie soll man Geld für die Rente ansparen, wenn man vielleicht die gane Laufzeit eine Rendite unter der Inflation erzielt?

Dass du bei der Sparda statt des Produktes der Konkurrenz das eigene angeboten bekommst ist das eine. Dass du verstanden hast, du investierst in den Uniglobal aber übel!!! Auch die Union muss die eingezahlten Beiträge garantieren und das mindert den Aktienanteil oder sorgt wie in der Vergangenheit dafür, dass - systmatisch zur Unzeit - alle Aktienanteile verkauft und auch nicht mehr gekauft werden.

Die DWS-Produkte sind die im Rahmen des Gesetzes geringsten aller übel. Wenn Riester (und wahrscheinlich ist das gut), dann ist die DWS TopRente erst Wahl. Die Premiumrente, die du wahrcheinlich hast. ist nur ok aber sicher besser als das, womit du verunsichert wirst.

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Kommentar von wfwbinder
12.01.2014, 16:35

DH

Schätze mal: Verb.Z. = Verbraucherzentrale

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Kommentar von marc48
12.01.2014, 19:08

Verb.Z. = Verbraucherzentrale richtig. Richtig, ich hätte mein Alter angeben müssen. Dumm von mir. Ich bin 49 Jahre. Banksparplan kommt auch überhaupt nicht in die Tüte. Ich werde bei der DWS bleiben dann vergeude ich kein unnötiges Geld für Neuabschluss und Übertragung des Angesparten. Ich schaue mir mal die DWS-TopRente an.

Vielen Dank.

Marc

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Wozu Hilfe. Du hast dich schon abgeschlossen. Fragen muss man vor Abschluss. Der Rat der Verbraucherzentrale ist mal wieder typisch. Finanztest findet die Riester-Renten der DWS für gut. Aber die Herren Verbraucherschützer wissen offensichtlich nicht was im eigenen Haus passiert. Der Rat mit der Umschichtung ist auch Müll. Denn sonst wäre der Tipp mit der Umschichtung nicht gekommen. Wenn du dich für einen anderen Anbieter einer Riester-Rente entscheidest, musst du wissen, das diese wieder neue Abschlussgebühr kostet. Außerdem bezweifle ich, dass du mit 30 EUR pro Monat eine ausreichende zusätzliche Altersvorsorge erreichst.

Woher weißt du überhaupt, dass Riester für dich die richtige Form der Altersvorsorge ist?

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Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

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