Kaufvertrag ohne Kaufpreis?

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5 Antworten

Du hast kein schriftliches Angebot bekommen, so weit, so gut.

Hast du ihm einen Preisrahmen im Vorgespräch gesagt?

Hat er einen ca-Preis genannt, den er prüfen und dann schriftlich anbieten wollte?

Falls der Bäcker am Tage X mit der Torte vor der Tür steht, kannst du immer noch entscheiden, ob du die Lieferung annimmst, wenn dir der Preis nicht zusagt.

"Wir haben vor .... eine Torte zu bestellen."

Also ist nichts bestellt.

Bestellt würde nach Angebot, das ist nicht da.

Zur Zeit ist die Gefahr, dass es bei der Feier mangels Bestellung gar keine Torte gibt viel größer, als das der Konditor die Anfrage als Auftrag gedeutet hat und eine Torte liefert, die aber teurer ist als erwartet.

Somit also hingehen, oder anrufen, nach dem Preis fragen und dann bestellen, oder nicht.

Man kann in Deutschland alles kaufen ohne das einem der Preis dafür bekannt ist. Freilich kann man den Preis erfragen, muss es aber nicht. Mit der Beantragung der Lieferung hat man seinen Willen kund getan, mit der Lieferung hat der Lieferant die Bestellung angenommen. 2 Willensübereinstimmungen bedeuten man schließt einen Kaufvertrag. Der Preis spielt nur eine untergeordnete Rolle. Freilich kann man dann einen x-beliebigen Preis berechnet bekommen und muss zahlen.

So einfach ist das aber nicht.

Die Willenserklärung des Kunden beinhaltete aber auch, daß der Preis in einem schriftlichen Angebot genannt werden soll. Das ist bisher nicht geschehen. Wenn der Bäcker mit der Torte vor der Tür steht, macht er ein Angebot, da er dann auch den Preis nennen wird. Erst durch diese Annahme des Angebotes gibt es die zwei erforderlichen Willenserklärungen und der Vertrag kommt durch die Annahme zustande.

Ausserdem kann man sich auch auf den Standpunkt stellen, dass kein Vertrag zustande gekommen ist, da ein wesentliches Merkmal eines Vertrages fehlte, nämlich der Preis. Wenn nicht noch mehr oder weitere Vertragsbestandteile besprochen wurden als wir jetzt kennen, gibt es auch keinen Vertrag.

Einen x-beliebigen Preis, den man bezahlen muß, gibt es nicht.

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Angenommen die Torte würde am Tag der Feier geliefert werden

... und angenommen, ihr lasst diesen nebulösen Zustand bestehen und es kommt zu keiner Lieferung?

ich würde mir weniger die Frage stellen, ob ein Vertrag zustande gekommen ist, sondern würde für Klarheit sorgen. Damit würde ich a) entweder klar bestellen oder b) klar abbestellen. Damit geht ihr Stress aus dem Wege. Im Moment habt ihr die Situation, dass gar ein Richter darüber entscheiden müsste, was denn nun Fakt ist (sofern Rechtsstreit). Und das Ergebnis ist so sicher nicht, weil beiden Seiten sich nicht transparent verhalten.

Eine Lösung wäre doch, wenn denn schon kein Angebot kommt, einen Auftrag zu formulieren mit den Eckdaten und den dann an den Bäcker zu schicken. Oder eben klar abzusagen.

Wenn es sich um sonst keine höheren Beträge handelt? Kaufvertrag für eine Torte oder Torten? Es gibt doch im Notfall auch noch andere Bäcker? Wenn Du sonst keine Probleme hast?

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