Darf man Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen (Steuer) und die Zuzahlungserstattung bei der Krankenkasse beantragen?

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7 Antworten

Für die Zukunft würde ich raten, erst bei der KV die Erstattung zu beantragen und danach die Steuerklärung zu machen. Dort ist ja anzugeben, wieviel von den angegebenen Kosten erstattet wurde.

Wenn Du nun die Steuererklärung schon abgegeben hast, würde ich trotzdem bei der KV die Erstattung beantragen und den erstatteten Betrag dem Finanzamt nachmelden.

Von der KV bekommst Du ja tatsächlich Geld erstattet, wenn Du über der Belastungsgrenze von 1% bzw. 2% liegst. 

Das Finanzamt hat zum einen höhere Belastungsgrenzen und erstattet auch nichts, sondern es wird nur Dein zu versteuerndes Einkommen evtl. gesenkt, wenn die Aufwendungen über Deiner Belastungsgrenze lagen, und dadurch senkt sich Deine Steuerlast.

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Hallo,

wenn man die Original-Zuzahlungsquittungen bei der Krankenkasse einreicht, werden die Beträge, die 1 oder 2% der Jahresbruttoeinnahmen der Familie übersteigen, erstattet. Teilweise haben die Krankenkassen auf ihrer Internetseite einen Zuzahlungsrechner. Die Krankenkasse darf nur gesetzliche Zuzahlungen berücksichtigen. Alle anderen Krankheitskosten werden für die 1 oder 2% nicht akzeptiert. Auf der Internetseite der Krankenkasse gibt es oft "Sortierhilfen".

Wenn eine Erstattung durch die Krankenkasse erfolgt, sind die entsprechenden Belege (in Kopie) und die Erstattungsmitteilung der Krankenkasse unverzüglich beim Finanzamt einzureichen.

Sinnvoller ist es, zukünftig zunächst die Erstattung bei der Krankenkasse zu prüfen,. Das ist auch im laufenden Jahr (z.B. im Mai) schon möglich. Erst im zweiten Schritt sollte dann die Steuererklärung gemacht werden.

Gruß

RHW



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Kommentar von Brigi123
10.07.2017, 23:36

Ja, und gegenüber dem FA sind auch z.B. Kosten für die Fahrten zum Arzt abzusetzen. Und die gesamte Apothekenrechnung für das ganze Jahr, auch incl. der nicht-rezeptpflichtigen Medikamente.Nach meiner Erfahrung zumindest, Ihr lieben Steierberater.

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Ja, man darf. Allerdings sind das zwei verschiedene Vorgänge (Steuer und Krankenkasse). 

Umsatzsteuerlich gibt es keine Befreiung. Einkommensteuerlich gibt es bei bestimmten Voraussetzungen den einkommensteuermindernden Ansatz außergewöhnlicher Belastungen: https://www.smartsteuer.de/portal/tipp/aussergewoehnliche-belastungen/393.html

Die Antragstellung bei der Krankenkasse bzgl. Zuzahlungen kann sowohl rückwirkend (Zuzahlungserstattung) als auch aktuell und zukünftig (Zuzahlungsbefreiung) erfolgen. Lies Dir bitte die Details auf dieser beispielhaften Internetseite durch:

https://www.kkh.de/versicherte/a-z/belastungsgrenze

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Es ist rechnerisch fast unmöglich*, mit den Zuzahlungen zur gesetzlichen Krankenkasse den zumutbaren Eigenanteil bei den außergewöhnlichen Belastungen zu erreichen. Das jedenfalls dann, wenn überhaupt eine Steuerschuld entstanden ist.

Man sollte das mal berechnen, ich vermute, dass es komplett unmöglich ist.

Auch bei der PKV ist es selbst mit einer sehr hohen Selbstbeteiligung ebenfalls sehr schwer, die zumutbare Belastung zu übersschreiten.

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Kommentar von Brigi123
10.07.2017, 20:20

Das kann ich nicht bestätigen. Wie kommst Du darauf?

Man muß doch nur  mal chronisch krank sein bei geringem Einkommen plus weiterer außergewöhnlicher Belastungen oder man benötigte Zahnersatz für mehrere Tausend Euro plus eine Brille.

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Krankheitskosten sind als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig, allerdings nur, insoweit sie nicht durch die Krankenkasse erstattet wurden.

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Vielen Dank für Ihre Antworten! Nur das ich das richtig verstehe...Die Steuererklärung 2016 wurde abgegeben. Also man kann die Rückerstattung von zu viel geleisteten Zuzahlungen im 2016 jetzt bei der Krankenkasse nicht beantragen. Richtig?

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Kommentar von LittleArrow
10.07.2017, 11:19

Siehe meine Antwort.

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Ja, siehe RichardSharpe

Versprich Dir aber nicht zuviel davon - siehe zumutbare Eigenbelastung.

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