Geld anlegen: Ist was sicher vor dem Vermögensausgleich?

5 Antworten

Der Ehegatte hat bei einer Scheidung nie Anspruch auf das Vermögen des anderen Ehegatten.

Jeder behält das, was er am Anfang hatte, oder durch Erbschaft/Schenkung dazu bekam. Ebenso die Vermögenszuwächse durch ansparen.

Lediglich, wenn der Zugewinn des einen Ehegatten höher war als der des anderen, muss der, der den höheren Zugewinn hatte, dem anderen einen Ausgleich zahlen.

Eine direkten Zugriff gibt es nciht udn woher der Zahlungspflichtige den Betrag nimmt, den er zu zahlen hat (Verkauf von Vermögen, Auflösen von Konten, Kreditaufnahme) ist egal.

Man kann den Zugewinnausgleich durch einen Ehevertrag ausschließen.

Alles was vor der Eheschließung Dein Eigentum war, bleibt Dir auch danach erhalten.

Sonst gilt, dass jeder der in Deutschland eine Ehe schließt, automatisch in den so genannten Güterstand der Zugewinngemeinschaft eintritt, wenn keine Gütertrennung vereinbart wurde.

Dies bedeutet grundsätzlich, dass innerhalb der Ehe erwirtschaftete Vermögenswerte dem Ehepartner gehören, der sie auch hinzugewonnen hat.

Im Falle einer Ehescheidung jedoch wird das innerhalb der Ehe hinzugewonnene Vermögen beider Ehepartner ausgeglichen, also gerecht aufgeteilt.

Natürlich alles richtig, was @Primus geschrieben hat. Mal unterstellend, dass der Partner ein Verschwender wäre, müsste man "außerhalb der Bücher" sparen und ohne Kenntnis des Partners: Also in erster Linie wohl in Bargeld.

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Vermögensausgleich - Mann rechnet sich "arm"

Eine Bekannte von mir steht kurz vor der Scheidung. Ihr Noch-Ehemann ist sehr gut verdienend, sie hat in der Ehe nicht gearbeitet. Nun hat er eine Erklärung zum Vermögensausgleich abgegeben. Ergebnis: Sein Anfangsvermögen ist durch geschickte Manipulationen weitaus höher als sein Endvermögen zum Zeitpunkt der Trennung.

Die Eheleute haben beide äußerst sparsam in der Ehe gelebt, keine großen Anschaffungen getätigt. Luxusleben Fehlanzeige.

Der Mann hatte über viele Jahre das Online-Sparkonto seiner alten Mutter verwaltet und hauptsächlich sein eigenes Geld auf ihrem Konto angelegt, um Zinsertragssteuer zu sparen. Die Mutter ist inzwischen seit mehreren Jahren verstorben, das Online-Konto wurde aber von ihm weiter zu diesen Zwecken genutzt. Nun argumentiert der Mann, er habe vorgezogenes Erbe seiner Mutter erhalten, was dem Anfangsvermögen zuzurechnen sei. Eine während der Ehe geerbte Immobilie von der Mutter hat er stattdessen nicht angegeben. Die Mutter kann zu dieser Angelegenheit nicht befragt werden, weil sie ja verstorben ist. Andere Angehörige, die dazu etwas sagen könnten, gibt es nicht.

Die Ehefrau ist mittlerweile ziemlich mittellos und kann keinen Finanzexperten oder Wirtschaftsdetektiv bezahlen, der diesen Machenschaften auf den Grund geht. Sie weiß, daß es so war, aber sie kann die finanziellen Transaktionen nicht durch Unterlagen belegen. Ihr ist nicht bekannt, daß es das behauptete vorgezogene Erbe gegeben hat.

Bei ihrem Rechtsanwalt rechnet sie nicht damit, daß er diesen Dingen intensiv auf den Grund gehen wird. Die Unterlagen, die der Ehemann eingereicht hat, sind so umfangreich und kompliziert, daß der Rechtsanwalt wie auch der Richter wahrscheinlich damit genauso überfordert sein werden wie die Ehefrau.

Meine Bekannte ist sehr verzweifelt, weil sie sich richtig über den Tisch gezogen fühlt. Wie kann meine Bekannte sich wehren? Hat jemand einen gescheiten Tipp?

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