Als 20 Jähriger 100000€ anlegen?

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6 Antworten

Hier ist also die Summe, die Du "drüben" nicht genannt hast ;-)

Ich beziehe mich also auf meine Antwort bei GF mit den Zusatzempfehlungen:

1. Willst Du wirklich eine Firma gründen, würde ich eine höhere Liquidität behalten, damit Du im Notfall flexibler bist.

2. Keinesfalls alles Geld in einem einzigen Fonds anlegen.

3. Bei dieser Größenordnung könnte es schon Sinn machen, direkt in Aktien anzulegen. Das kostet keinen Ausgabeaufschlag, keine jährliche Verwaltungsgebühr und man ist auch hier flexibler. Das ist allerdings mit Deinem Vermögensberater (DVAG-Vertreter) nicht machbar, weil er damit kein Geld verdient.

4. Falls Du selbst nicht genug Wissen hast, brauchst Du natürlich sachkundige Beratung, dazu reicht dieses Forum hier nicht aus. Ich persönlich würde einen Honorarberater vorziehen oder ggf. einen Makler, aber es ist schwierig, egal was man macht, einen "guten" zu finden.

5. Ich selbst lege grundsätzlich nicht in Fonds an, sondern ziehe Aktien vor. Falls Fonds, würde ich immer passive ETFs vorziehen, da hier die Kosten am niedrigsten sind. Es bleibt eben Tatsache, Geld was ich nicht ausgebe, muss ich auch nicht verdienen. Und es schaffen nur ganz wenige aktiv gemanagte Fonds, den Index zu übertreffen.

Ich würde Dir keinen Fonds empfehlen, der so hohe Spesen hat (5,26% Ausgabeaufschlag und 1,59% Jahresspesen). Außerdem ist es keine Streuung, nur weil man in einen Multiasset Fonds investiert. Da ist mir das Risiko zu hoch.

Besser in verschiedene große internationale Fonds investieren. Anleihen sind aktuell keine gute Idee, max. kurzlaufende High Yield Firmenanleihen, wenn's unbedingt sein muss.

Informiere Dich über ETF oder geh zu einem unabhängigen Honorarberater, der lebt nämlich nicht von den Produkten, die er empfiehlt.

Die Idee, das Geld über mehrere Monate verteilt zu investieren, finde ich gut. Warten auf das Sommerloch find ich nicht gut, vielleicht gibt es heuer keines und Du hast die Gewinne verpasst.

Niklaus 28.07.2017, 10:31

Leider falsch. Es gibt kein Jahresspesen bei einem Fonds sondern eine Depotbankgebühr und eine Verwaltungsgebühr. Die Höhe ist bei jedem Fonds unterschiedlich. Die Rendite von Fonds ist außerdem immer nach Kosten gerechnet. D.h. wenn ein Fonds 6 % oder 8 % erzielt hat, hat er die auch erzielt. Da geht nichts mehr von ab. Der Ausgabeaufschlag ist für Vermittlung und Beratung. Ich kenne übrigens keinen ETF, der meine aktiven Fonds über einen längeren Zeitraum geschlagen hat. 

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HGiefing1210 28.07.2017, 14:58
@Niklaus

Jahresspesen = Verwaltungsgebühr = TER = kannst Du nennen, wie Du willst.

Diese Spesen werden immer eingehoben und danach die Kundenperformance berechnet. Die von mir genannten Zahlen entsprechen jenen des genannten kaldemorgen Fonds.

Ob gemanagt oder ETF soll jeder selbst entscheiden, es gibt genug Untersuchungen zum Nachlesen, wer besser ist. Ich bin für niedrigere Kosten.

Außerdem: woran vergleichen sich die meisten Fonds? An einem Index! Daher wird dieser mehr oder weniger eng nachgebildet.

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Der erwähnte Fonds hat derzeit offenbar eine Liquidität von ca. 30 % und ist m.a.W. nur zu 70 % investiert. Das ist eigentlich nicht das, was Du suchst.

Die Wiederanlage erfolgt nicht von der Rendite, sondern von der Ausschüttung des Mischfonds.

Die teilweise Anlage in einen Rentenfonds könnte sich bei steigendem Zinsniveau als Wertvernichtung herausstellen.

Unverständlich ist mir die diese Aussage:

Renten Fond angespart bei dem ich nach 12 jahren haltezeit nur 50% versteuern muss.

Nach welchem Steuerrecht werden nur 50 % (von was?) versteuert?

Folgende Fragen solltest du dir beantworten.

  • Was ist das Ziel der Anlage? Diese Frage ist schon beantwortet evt. Selbständigkeit.
  • Welcher Anlagezeitraum ist geplant? Für Fonds sollte man mindestens 5-10 Jahre Zeit haben
  • Welchen Anteil am übrigen Vermögen hätte die neue Anlage? 
  • Wie ist das persönliche Verhältnis zu Chance und Risiko? 

 

Ich würde nicht nur in einen Fonds investieren sondern in ein nach Risikoklassen und Geografie diversifiziertes Portfolio mit Investmentfonds. Ich sage bewußt Investmentfonds, weil es sehr viel unterschiedliche Kategorien von Investmentfonds gibt. 

Persönlich bin ich ein Freund von aktiv gemanagten Fonds. Der Ausgabeaufschlag ist der Preis für eine gute Beratung und Betreuung.  Die laufenden Kosten eines Fonds sind bei der direkten Fondsanlage uninteressant. Denn die Rendite von Fonds ist immer nach Kosten. D.h. wenn ein Fonds 6 % p.a. gemacht hat, hat er die auch real erreicht.  Da gehen keine Kosten mehr von ab. Wenn ein Fonds über einen gewissen Zeitraum nicht diese Rendite erwirtschaftet, kann man ihn gegen einen besseren austauschen. Wobei man Fonds aber auch Zeit lassen soll. Große Marktveränderungen werden vom Fondsmanagement meist antizipiert und die betroffenen Assets werden vorher schon verkauft oder gekauft. 

Ganz im Gegenteil zu ETFs. Da bist du von einem Index abhängig. Fällt der Index um 30 %, hast du auch 30 % weniger im Depot. 

Zappzappzapp 28.07.2017, 19:53

Du schreibst ja immer recht vernünftig ;-), auch wenn ich in einigen Punkten nicht Deiner Meinung bin:

1. Dass der Ausgabeaufschlag immer der Preis für eine gute Beratung und Betreuung ist, möchte ich mal nicht pauschal so stehen lassen.

2. Ebenso, dass die laufenden Kosten "uninteressant" sind. Ich finde diesen Aspekt sehr interessant, denn selbst wenn die Rendite diese Kosten bereits beinhaltet, so fallen sie trotzdem regelmäßig an und schmälern die Rendite.

3. Vergleich Fonds/ETF: Wenn der Index um 30% fällt, möchte ich den aktiv gemanagten Fonds sehen, der nicht auch mindestens in diesem Bereich im Wert verliert. Da gibt es nur sehr wenige, wenn man in die Vergangenheit blickt. Und auch einen ETF kann ich der Marktlage entsprechend austauschen und das mit erheblich weniger Kosten.

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Niklaus 31.07.2017, 08:58
@Zappzappzapp

Zu 1. Ich gehe natürlich bei dieser Aussage von mir aus. Bei mir ist der Ausgabeaufschlag für mein fundierte Beratung und mein 18-jährige Erfahrung mit Investmentfonds.

Zu 2. Überlege mal. Wenn die Rendite des Fonds z.B. 7 % ist, ist doch egal mit wie viel Prozent Aufwand diese erzeugt wurden. Für den Kunden ist wichtig, dass er die 7 % Rendite hat. Das Fondsmanagement braucht Geld um den Fonds und das Research zu betrieben und will natürlich auch noch was verdienen. Man kann nicht sagen ohne Kosten hätte ich mehr Rendite. Ohne Kosten gäbe es den Fonds nicht und auch keinen anderen Fonds.

Zu 3. Ich habe es beobachtet. Fast kein Fonds hat die gleichen Kursabschläge wie sein Index bei einer Baisse,. Nichtmal die schlechteren Fonds. Das liegt einfach daran, das die Fondsmanager die Zeichen der Zeit schon früher erkennen und das Kapital entsprechend umschichten. Zum Beispiel den Anteil bestimmter Länder oder Branchen vor Ausbruch einer Baisse verringern. Sie gehen meist auch wieder rechtzeitig rein in die Märkte. Ich würde mir nie einen ETF kaufen.

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Zappzappzapp 02.08.2017, 17:05
@Niklaus

zu 1. Das will ich Dir zugestehen, aber leider gibt es (zu) viele Vermögensberater, deren "fundierte Beratung" sehr zu wünschen übrig lässt.

zu 2. Natürlich gibt es laufende Kosten, die auch das Fondsmanagement abdecken. Diese sind aber in der Höhe sehr unterschiedlich und stehen oft nicht im angemessenen Verhältnis zu den Ergebnissen des Fonds (und fallen immer an, auch in Verlustphasen). Es ist auch richtig, dass für einen Anleger zählt, "was hinten rauskommt". Was ich aber sagen will, ist, dass die Kosten die dauerhaft die Rendite schmälern und, da bin ich anderer Meinung als Du,

zu 3. es gibt nur wenige gemanagte Fonds, die langfristig den Index schlagen, dazu gibt es genügend seriöse Vergleiche. Wenn Du von diesen Fonds welche im Angebot hast, Glückwunsch, es sei Dir gegönnt. Ich persönlich halte Einzelaktien und würde andernfalls immer ETFs kaufen.

Auch diese kann man an die aktuelle Lage anpassen und ggf. ohne große Kosten umschichten. Die ersparten Prozente beim Ausgabeaufschlag und bei den Verwaltungskosten muss ein "normaler Fonds" erstmal langfristig zusätzlich erwirtschaften, um in der Rendite auch nur mit dem Index gleich zu ziehen. Dann noch zusätzliche Prozente, um den Index zu übertreffen.

Aber lassen wir es gut sein, wir sind halt unterschiedlicher Meinung, schon aufgrund unserer unterschiedlichen Situation. Ich betreue mich selbst und Du berätst.

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Niklaus 02.08.2017, 18:51
@Zappzappzapp

zu 1. Ich bin kein Vermögensberater. Ich bin Finanz- und Versicherungsmakler und kein Strukturvertriebler (Vertreter)

zu 2. Da muss ich Dich leider enttäuschen, da sitzt Du dem gleichen Irrtum auf wie die meisten Menschen, leider auch Versicherungsmakler. Die Kosten eines Fonds sind in der Rendite enthalten. Das ist so. Schau nach beim BVI. 

zu 3. Ich kenne keinen einzigen Fonds der die von mir empfohlenen aktiv gemanagten Fonds schlagen würde. Ein ETF kann niemals die Benchmark schlagen , weil er in die Benchmark investiert. Sicher gibt es viele Fonds die nicht ihre Benchmak schlagen. Aber ich bin vermittle natürlich nur solche Fonds, welche langfristig ihre Benchmark schlagen.

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Zappzappzapp 03.08.2017, 20:35
@Niklaus

zu 1. Wie gesagt, Du persönlich bist nicht gemeint und der Begriff "Vermögensberater" war allgemein. Die Strukturvertriebler sind für mich keine Vermögensberater, sondern Verkäufer und nur wenn man Glück hat beraten sie einen trotzdem gut. Ich habe nichts gegen Finanzmakler, wobei ich persönlich Honorarberater vorziehen würde.

zu 2. Weiß ich natürlich, aber sie schmälern vor der Renditeberechung den erzielten Ertrag, wenn die Formulierung so besser ist. Die Rendite ohne oder mit weniger Verwaltungskosten wäre höher.

zu 3. Ich zitiere mich selbst: "Wenn Du von diesen Fonds welche im Angebot hast, Glückwunsch, es sei Dir gegönnt." Auch hier bist Du persönlich nicht gemeint. Natürlich kann ein ETF niemals die Benchmark schlagen und es wird immer aktiv gemanagte Fonds geben die besser abschneiden als ETFs.

Fakt ist aber:

...die Bilanz fällt ernüchternd aus: So liefern nur acht von 169 Fonds für amerikanische Standardwerte über einen Zeitraum von zehn Jahren einen höheren Ertrag als der Vergleichsindex MSCI USA. Bei europäischen Aktien schneiden derzeit  60 von 225 Produkten über diesen Zeitraum besser ab als der Vergleichsindex.

und

Nur wenige Fondsmanager schaffen es auf Dauer, den Markt zu schlagen. ETFs sind so konzipiert, dass sie einen Vergleichsindex möglichst eins zu eins abbilden, nicht mehr und nicht weniger.

Nichts anderes will ich sagen.

Zitate sind aus dem Handelsblatt (Datum?):

http://www.handelsblatt.com/my/finanzen/anlagestrategie/fonds-etf/indexfonds-aktiv-gemanagte-fonds-enttaeuschen/8941324-2.html?ticket=ST-1408316-5lnDdrM6YTaS4zGK00dO-ap2

Da es nicht sicher ist, dass der Fragesteller von jemandem wie Dir beraten wird und ihm die "besseren" aktiv gemanagten Fonds empfohlen werden, empfehle ich lieber ETFs.

So, ich glaube, zumindest ich habe alles gesagt, wir haben uns ja auch schon etwas von der ursprünglichen Frage entfernt.

Schönen Abend!

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Niklaus 04.08.2017, 09:22
@Zappzappzapp

Zu 1 okay

Zu 2  aber sie schmälern vor der Renditeberechung den erzielten Ertrag, wenn die Formulierung so besser ist. Die Rendite ohne oder mit weniger Verwaltungskosten wäre höher.

Das ist so nicht korrekt. Denn ohne die Verwaltungskosten gäbe es den Fonds nicht, denn niemand kann kostenlos weltweites Research, Geschäftsanalysen, Unternehmensbesuche und Titelauswahl betreiben. 

Zu  3 Die Berichte von den allwissenden Journalisten, von denen ich die meisten nicht schätze, kenne ich natürlich alle.  Es ist mir auch bekannt, das nicht alle Fondsmanager ihre Benchmark schlagen. Es gibt die Behauptung, dass dies 80 % nicht schaffen. Damit kann ich gut leben. Ich bin nur für die restlichen 20 % da. Das sind bei 7500 handelbaren Fonds immerhin noch 1500 Fonds die mir zur Verfügung stehen. Wobei ich ca 200 Fonds im Focus habe. Meine Kunden erhalten keine Fonds aus den 80 %, dafür braucht man keinen Berater, dafür reichen die vielen Ranking und Ratingtabellen der selbsternannten Experten.

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Zappzappzapp 04.08.2017, 17:53
@Niklaus

Dann haben wir ja mit unserem kurzen Meinungsaustausch weitgehende Übereinstimmung erzielt ;-). Den kleinen Rest können wir ja mal so stehen lassen.

Schönes Wochenende!

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Nicht jeder ist ein Bill Gates. Vermutlich wäre es besser, vor einer Unternehmensgründung, erst das Studium zu beenden. Beides zusammen geht selten gut. Und das Risiko mit einer Unternehmensgründung zu scheitern ist größer als das "Durchfallrisiko" eines Studiums.

20% in Liquidität und 80% in einen Aktienfonds sind ok. Rentenfonds sind in der aktuellen Niedrigzinsphase mit dem Risiko bald steigender Zinsen nicht zu empfehlen. Da sind nach Inflation, Steuern und Kursverlusten aus einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen die Verluste fast garantiert.

Interessant wäre es, die Begründung für die Empfehlung des "Concept Kaldemorgen" zu erfahren. Bei Anlageberatern ist das Vermittlungs- bzw. Bestandsprovisionsinteresse oft größer als das Bedürfnis, den Kunden gut zu beraten.

Sieh Dir mal den Fonds mit der Wertpapierkennnummer "A0YFQ7" an (googeln). Dessen 5-Jahres Rendite ist doppelt so hoch wie die des Kaldemorgen und einen Ausgabeaufschlag gibt es auch nicht. Er ist allerdings etwas volatiler. Aber das ist bei einer 10-jährigen Anlagedauer eher zu vernachlässigen.  

althaus 28.07.2017, 08:33

Schau Dir den Fonds mal an, der schneidet im 5 Jahresvergleich noch besser ab: 

DB Platinum IV Platow R1C

WKN: 

DWS030

vergleichen kannst Du unter: www.fondsweb.de

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NasiGoreng 29.07.2017, 02:27
@althaus

Der DWS030 streut seine Anlagen nicht international und zockt mit Derivaten und ähnlichem Zeugs. Viel zu heiß für vorsichtigere Anleger! 

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Das mußt Du wissen, ob Du damit zufrieden bist. Ich würde in keinem Fonds investieren wollen, wo ich noch einen Ausgabeaufschlag zu zahlen hätte. Ich bin fähig mir meine Fonds selbst auszusuchen, dafür spare ich mir den Aufschlag von bis zu 5% und mehr. 

Das Geld ist schnell angelegt, daher rate ich Dir zunächst einmal Dich gründlich über die einzelnen Produkte zu informieren und die Börse auch ein paar Monate zu beobachten. Vielleicht macht es auch sinn quartalweise zu investieren, denn wir sind derzeit auf einem sehr hohem Niveau. Vielleicht investierst Du heute auf dem Höhepunkt und kannst dann in den nächsten Monaten nicht mehr nachkaufen, wenn es zu einer Korrektur kommt, die schon langst fällig ist. Spätestens im Herbst, wenn die Wahl in Deutschland kommt, kann es zu Turbulenzen kommen. ...und ein richtiges Sommerloch hatten wir noch nicht. Das kann auch noch kommen. Also laß Dir mit Deinen Investionen Zeit. Dem Berater ist das alles egal, denn der will so schnell wie möglich seine Provisionen haben, daher wird er Dich dahingehend beraten alles gleich zu investieren. Also Augen auf! Rate ich und sei wachsam.  

Niklaus 28.07.2017, 10:32

Ich sage nur OMG.

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