Abgeltungssteuer: woher weiß das Finanzamt welche Aktien im Depot ab 2009 gekauft wurden?

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Deine Bank bzw. Dein Broker fungiert als "verlängerter Arm" des Finanzamtes und führt die entsprechende Steuer ab. Und wer, wenn nicht Deine Bank sollte wissen, wann Du welche Papiere zu welchen Kursen und mit welchen Gewinnen verkauft hast?

Deshalb ist hier schon vielfach die Eröffnung eines zweiten, bzw, Unterdepots für die Käufe ab 1. 1. 2009 empfohlen. dann kann man es genau unterscheiden.

Ich stimme meinen Vorrednern zu. Die Bank weiß natürlich, wann welche Aktie gekauft worden ist und ob altes oder neues Recht anzuwenden ist. Das Problem: wird die Bank in der Praxis auch tatsächlich das Wissen richtig anwenden? Es gibt böse Zungen, die behaupten, dass die Bank es sich einfach machen könnte und keine Unterscheidung vornimmt und alles der Abgeltungsteuer unterwirft. Das kann man natürlich überprüfen, denn man hat ja selbst auch die An- und Verkaufsbelege und kann selbst aufpassen und dann bei Fehlern die Wahlveranlagung bei der Einkommensteuererklärung beantragen.

Das ist abber alles sehr aufwändig, schwierig und kompliziert. So wird empfohlen, für Käufe ab 2009 ein zweites Depot anzulegen. So kann man das besser kontrollieren, ob die bank alles richtig macht.

Aber Achtung: Die Depotgebühren sind nicht mehr als Werbungskosten absetzbar. Man sollte sich erkundigen, ob das zweite Depot kostenlos ist. Das bieten manche Banken an.

Depotübertrag aus Familiendepot mit nur einem offiziellen Depotinhaber

Gesetzt folgenden Fall: Eine Mutter als einzige Depotinhaberin bildet in den 1990er Jahren mit zwei ihrer erwachsenen Kinder, vornehmlich um kostensynergistische Vorteile der Beteiligten zu nutzen, eine Investmentgemeinschaft, wobei die Kinder ihre Einlagen per Überweisung von ihren Konten in das bereits bestehende Depot getätigt haben. Bis heute haben sich die Anteile aufgrund von Entnahmen so verschoben, dass ein Kind den Löwenanteil innehält. Ein großer Teil der Aktien etc. unterliegt noch dem Bestandsschutz vor Einführung der Abgeltungssteuer, und kann somit theoretisch bei Veräußerung steuerfrei erlöst werden. Jetzt sollen die entsprechenden Anteile der Papiere in ein eigenes Depot des den Löwenanteil beanspruchenden Kindes übertragen werden. Um aber den Bestandsschutz zur Abgeltungssteuerfreiheit zu wahren, müsste der Transfer als unentgeltlicher Übertrag in Form einer Schenkung gegenüber der Depotbank deklariert werden, obwohl es realiter gar keine Schenkung darstellt, sondern lediglich quasi ein Besitzwechsel. Weiterer Nachteil: Der Freibetrag bzgl. einer etwaigen Erbschaft wird für einen Zeitraum von 10 Jahren tangiert.

Frage: Lassen sich die Wertpapiere so übertragen, dass die Umstände der eigentlichen Konstruktion gerecht werden, wobei der Bestandsschutz vor der Abgeltungssteuer gewahrt bleibt und klargestellt ist, dass die Kinder die Inhaber ihrer Anteile waren und bleiben und die depotinhabende Mutter bezüglich dessen lediglich als Verwahrerin fungierte?

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