Zuflussprinzip/Abflussprinzip Möglichkeiten und Grenzen

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

3- nein, siehe R 33.1 EStR:

§ 33 EStG setzt eine Belastung des Stpfl. auf Grund außergewöhnlicher und dem Grunde und der Höhe nach zwangsläufiger Aufwendungen voraus. Der Stpfl. ist belastet, wenn ein Ereignis in seiner persönlichen Lebenssphäre ihn zu Ausgaben zwingt, die er selbst endgültig zu tragen hat.

Neben das Abflussprinzip tritt hier also auch noch das Veranlassungsprinzip. Bei einer Erstattung (auch wenn sie in der Zukunft liegt), fehlt es bereits an Aufwendungen.

Eigentlich auch logisch, denn ein strenges ABflusprinzip würde dazu führen, dass die Erstattung des nächsten Jahres ein rückwirkendes Ereignis wäre, das zu einer Änderung des Vorjahresbescheides führen würde.

Der Richtliniengeber hat hier also eine Abkürzung genommen.

Wie aber sieht das in der Praxis aus? Der Steuerpflichitge belegt die Zahlung für das entsprechende Jahr. Der Beamte hakt die agB ab. Würde er eine Versicherungsleistung im Folgejahr erahnen/vermuten, müsste er den Bescheid in diesem Punkt vorläufig erlassen. Tut er aber nicht.

1
@vulkanismus

Die Vorläufigkeit ist entbehrlich, wir haben ja den § 175 (1) Nr. 2 AO.

Wie aber sieht das in der Praxis aus? Der Steuerpflichitge belegt die Zahlung für das entsprechende Jahr. Der Beamte hakt die agB ab.

So sieht es aus. Aber wenn hier einer fragt, ob man bei Rot über die Straße gehen darf, wenn es niemand sieht, was würdest du antworten?

3
@vulkanismus

Bist ein Beamter, oder? Nur die kommen auf solche Ideen.

Es sieht in der Praxis genau so aus wie im Gesetz. Ich weiss, dass es manche Leute noch nicht gecheckt haben aber es gibt keinen Unterschied zwischen Gesetz und Praxis.

In der alten Welt war das kein Thema. In der neuen schaut sich der Veranlagungsbeamte die Konten an. Gerade, wenn was hart am Jahreswechsel. Verdacht dürfte er auch schöpfen. Immerhin kriegt er ja die Belege zu den Zahlungen und wenn da was der Steuerpflichtige selbst zahlt, was bei ihm (auch privat versichert) die Kasse zahlt, fragt er nach.

2
@EnnoBecker

Wie sähe das in der Praxis aus?

Ich habe 2014 eine Rechnung, deren Erstattung die KV abgelehnt hat. Ich füge die als agB hinzu, streite aber mit der KV vor Gericht (hier kommen dann auch noch Anwalts- und Gerichtskosten dazu).

Irgendwann später gewinne ich, die KV zahlt mir die Rechnung und die verauslagten Prozesskosten.

Alternative: Ich habe eine Rechnung, mit deren Erstattungsfähigkeit ich nicht rechne, die ich aber versehentlich mit anderen Rechnungen trotzdem einreiche.

Muss ich jetzt eine korrigierte Steuererklärung abgeben?

1
@Mikkey
Wie sähe das in der Praxis aus?

Und dann die nachfolgende Darstellung?

Gucken wir lieber, wie es in der Theorie aussieht.

In deinem geschilderten Fall hätten wir ein rückwirkendes Ereignis (siehe oben) und du wärst nach § 153 (1) AO zur Berichtigung verpflichtet.

Eine neue Steuererklärung muss dabei natürlich nicht abgegeben werden. Ein normaler Brief genügt.

Die Praxis musst du dir jetzt aber selber ausdenken.

2
@EnnoBecker

Die Vorläufigkeit ist sehr wohl erforderlich. Ergeht nämlich der Bescheid ohne diese, verschwindet er in der Vergessenheit. So aber erinnert einen das Programm, einer evtl. Erstattung nachzugehen.

0
@Rat2010

Da Du ja die Praxis besser kennt als einer mit 45 Jahren Finanzamt auf dem Buckel wirst Du wohl richtig liegen, oder stellst Du Dir das nur so vor.

0
@vulkanismus
Die Vorläufigkeit ist sehr wohl erforderlich. Ergeht nämlich der Bescheid ohne diese, verschwindet er in der Vergessenheit. So aber erinnert einen das Programm, einer evtl. Erstattung nachzugehen.

Das sehe ich ein.

EDV geht vor AO.

1
@Rat2010
Immerhin kriegt er ja die Belege zu den Zahlungen

Das wird ihm aber nichts nützen, denn die Erstattungen der KV beinhalten im Normalfall nicht nur einen Beleg, sondern mehrere. Wenn er dann im Folgejahr eben nicht alle Belege bekommt, kann er nur vermuten, dass darin ein Beleg vom Vorjahr enthalten ist. Außerdem führen regelmäßige Arztbesuche häufig zu Rechnungen gleicher Höhe, da ist ein Rückschluss von der Erstattung auf den Beleg absolut unmöglich.

wenn da was der Steuerpflichtige selbst zahlt, was bei ihm (auch privat versichert) die Kasse zahlt

Ich zahle das selbst, was unterhalb der Selbstbeteiligung plus der zu erwartenden Beitragsrückvergütung liegt. Manche Dinge werden von der KV auch nur unter bestimmten Voraussetzungen oder nur zum Teil erstattet.

0

Hallo Mickey, grüß dich :-)) !!!

ich bin ja nun nicht die 100% ige Ratgeberin in Sachen Steuer aber ich würde deiner Vorlage soweit zustimmen ! Die Erstattung aus 2015 wäre dann erst im kommenden Jahr steuerrelevant. Gruß und gesundheitlich in diesem Jahr toi, toi, toi !!!

Die Erstattung kann ja nicht steuerrelevant sein, da sie eine Versicherungsleistung ist und ich "toi toi toi" in diesem Jahr die zumutbare Belastung nicht erreichen werde.

Ich weiß ja, dass das Steuerrecht nicht unbedingt logisch ist, aber das ist es ja gerade, was Anlass meiner Frage ist.

3

Wie versteuere ich den "Unterhalt" für meine Freundin in einer Bedarfsgemeinschaft?

Hallo liebe Community,

ich habe ein Problem mit der Einkommensteuererklärung und werde bei google leider nur zum Teil fündig, bzw. bekomme zu viele unterschiedliche Meinungen.

Es geht um folgendes:

Ich wohne mit meiner Freundin in einer gemeinsamen Wohnung (beide stehen im Mietvertrag und wir wohnen schon über ein Jahr zusammen) und Sie hat keinerlei Einkommen, sodass ich für Ihren kompletten Lebensunterhalt aufkomme (Miete, NK, Krankenkasse, Nahrung usw.). Da wir ja somit in einer Bedarfsgemeinschaft leben und mein Verdienst zu hoch war (zumindest bis incl Juni 2014 - danach haben wir von meinem ALG1 und meinem Dispo "gelebt" ), hatte Sie keinen Anspruch auf ALG 2 oder sonstige Sozialleistungen (Antrag wurde auch nicht gestellt)! Wir haben zwar jeder ein eigenes Konto, Zahlungen wurden bis heute jedoch alle von meinem Konto geleistet. (Meine Freundin hat eine Kontovollmacht für mein Konto)

Nun habe ich mehrfach gelesen, dass ich pauschal den Höchstbetrag von 8354€ + den ebenfalls von mir geleisteten KK-Beiträgen über der Anlage Unterhalt steuerlich als außergewöhnliche Belastung geltend machen kann.

Wenn ich es denn richtig verstanden habe:

...Steuerfreiheit gilt nur für laufende Zahlungen Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann der Steuerzahler diese Zahlungen für 2014 auf Antrag bis zu 8354 Euro (2013: 8130 Euro) vom Gesamtbetrag seiner Einkünfte abziehen. Der Höchstbetrag kann sich noch um gezahlte Kranken- oder Pflegeversicherungsbeiträge erhöhen. Hat der Unterhaltsempfänger noch eigene Einkünfte oder Bezüge, so wird der Höchstbetrag gekürzt um die Einkünfte oder Bezüge, die 624 Euro im Jahr übersteigen. Der Empfänger muss den Unterhalt grundsätzlich nicht versteuern. Das gilt auch für den Empfänger, der Zahlungen von Freunden erhält. Besonderheiten gelten für den Unterhalt an geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten und eingetragene Lebenspartner...

Quelle: FAZ ( http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuertipps/steuertipp-unterhalt-richtig-absetzen-12804304.html )


Dazu hätte ich aber noch 2. Fragen:

1. Muss ich diesen Gesamtbetrag zusätzlich im Mantelbogen eintragen? Wenn ja wo und als was deklariert?

2. Muss meine Freundin in Ihrer Steuererklärung diesen Betrag irgendwo als Einkommen angeben? Wenn ja wo? (Geldleistungen hat Sie ja von mir nicht direkt erhalten)


Ich hoffe hier sind ein paar Experten, die mir damit weiterhelfen können!!!

Beste Grüße Klaus

...zur Frage

Kann man Haussanierungen jetzt auch als außergewöhnliche Belastung geltend machen?

Stimmt es, dass man Haussanierungen jetzt auch als außergewöhnliche Belastungen geltend machen kann? Wovon hängt das ab. Meine Eltern wollen das Dach neu decken lassen! Danke!

...zur Frage

Unterhalt an Exgattin als Sonderausgabe oder außergewöhnliche Belastung

Ich habe meiner Ex-Gattin in 2012 insgesamt 6480 € Unterhalt bezahlt. Sie hatte ein zu versteuerndes Einkommen von 26.000 €. Ich hatte 50.000 € Einkünfte. Welcher Ansatz ist vorteihafter für mich ?

...zur Frage

Kann meine Ehefrau meine Arztrechnung zahlen und dann absetzen (getrennte Veranlagung)?

Hallo, 

kann meine Ehefrau die Rechnung für meine Arztbehandlung bezahlen und dann als außergewöhnliche Belastung absetzen? 

Angedacht ist eine getrennte Veranlagung. Das Einkommen meiner Frau ist deutlich niedriger als mein Einkommen und somit auch die zumutbare Belastung, also ihr nicht absetzbarer Eigenanteil.

Kann die Zahlung meiner Frau von unserem Gemeinschaftskonto erfolgen oder benötigt sie dann ein eigenes Konto?

Vielen Dank

...zur Frage

Wo trage ich die bezahlte Einkommensteuer vom Vorjahr in Elster für 2015 ein?

Ich habe die Einkommensteuer für die Jahren 2013 und 2014 im Jahr 2015 bezahlt. Wo kann ich diese Ausgaben im Elster-Formulare eintragen? Ich gehe davon aus, das die bezahlte Einkommensteuer für die Vorjahren im Jahr 2015 steuermindernd wirken.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?